Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

EM-Abseits Thema 6 – Männer und Fußball

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Beim EM-Abseits geht es in der sechsten Runde um Männer und Fußball.

Männer und Fußball – das ist eine untrennbare Verbindung. So wie Maria und Josef, Donald und Daisy, Fix und Foxi oder auch Tarzan und Jane. Denn bis vor kurzem galt Fußball als die klassische Männerdomäne schlechthin. Das hat sich erst geändert, als Frauen – nicht nur aufgrund des Event-Charakters – das Spiel um das runde Leder für sich entdeckt haben (siehe auch: Frauen und Fußball).

Der Fußball und ich

Die Verbindung „Fußball und ich“ gibt es übrigens noch nicht so lange. Ich will damit sagen, dass ich nicht den klassischen „Junge liebt Ball“-Weg gegangen bin. In der Kindheit hat mich Fußball beispielsweise nicht die Bohne interessiert. Ich konnte die Klassenkameraden nicht verstehen, die in Fußballvereinen vor den Ball getreten sind, ich hatte andere Interessen.

Ich habe zwar auch einige Monate in einem Verein (TuS Amelunxen) Fußball gespielt, aber das war nicht wirklich etwas für mich. Das änderte sich später grundlegend, wenn sich Fußball und die Leidenschaft dafür eher passiv denn aktiv entwickelt haben. Allerdings war ich auch Anfang der neunziger Jahre sogar für mehrere Spielzeiten als Schiedsrichter für den Westfälischen Fußballverband unterwegs und habe Jugendspiele geleitet.

Mein Weg zur Leidenschaft Fußball

Meine Leidenschaft war erst die Leichtathletik und dann das Judo. Woche für Woche haben mich meine Eltern erst ein- und dann sogar zweimal die Woche in die acht Kilometer entfernte Kreisstadt gefahren, damit ich meinen Kimono überstreifen und die neuesten Griffe und Würfe lernen konnte. Der Fußballsport war damals in den achtziger Jahren in weiter Ferne für miich und in meinen Augen total belanglos.

Das änderte sich mit der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Franz Beckenbauer als Teamchef und die Troika Lothar Matthäus, Andi Brehme und Jürgen Klinsmann spielten sich in Mailand, Rom und Co. in einen wahren Rausch und besiegten Argentinien dank des Elfmeters von Brehme knapp mit 1:0. Mein Fußballfieber war entfacht.

Männer und Bundesliga

Und weil ich nicht vier Jahre auf das nächste globale Turnier warten wollte, schaute ich mich nach Alternativen um. Rasch kam die Fußball-Bundesliga in mein Blickfeld und es ging um die Selektion eines favorisierten Vereins. Weil ich mich nicht mit den Kräfteverhältnissen in der Oberklasse ausgekannt hatte und diese ohnehin nicht zum Maß meiner Entscheidung machen wollte (Erfolgsfans von Bayern München 🙂 ), ließ ich regionale Gesichtspunkte und die Sympathie entscheiden.

Wie der Titel meines Blogs erkennen lässt, bin ich in Ostwestfalen aufgewachsen. Um genau zu sein im südöstlichen Ostwestfalen. In meinem Heimatdorf gab es zwei starke Fanströmungen Anfang der Neunziger: FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Die Schlümpfe hatten sogar einen Fanclub im Ort, die Dortmunder (noch) nicht. Ich musste mich also zwischen der bösen und der guten Seite entscheiden.

Wie die Entscheidung ausgefallen ist, werden aufmerksame Leser meiner Postings unschwer erkannt haben: Borussia Dortmund ist meine Echte Liebe. Aber es hätte auch anders kommen können. In den ersten Jahren meines Fan-Daseins habe ich regelmäßige Fahrten mit dem Fanbus von Ostwestfalen nach Dortmund unternommen und war in der legendären UEFA-Cup-Saison 1993/94 sogar stolzer Dauerkartenbesitzer für die Südtribüne. Dass ich für die Fahrten ins Westfalenstadion billigend Unterrichtsausfall am Samstag in Kauf genommen habe, ist inzwischen legendär – ich musste halt Prioritäten setzen.

Dauerkarte Borussia Dortmund BVB Saison 1993 1994 Echte Liebe Block 13
Im darauffolgenden Jahr war die Schulzeit passé und die Ausbildungs- sowie Bundeswehrzeit begann. Der aktive Fußballfan rückte in den Hintergrund und ich beschränkte mich auf das passive Fußball gucken vor dem Fernseher oder das Verfolgen der Bundesliga-Konferenz auf WDR 2. Doch egal auf welchem Kanal ich den BVB verfolgt habe: Borussia Dortmund war immer meine Nummer Eins. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Männer und Nationalmannschaft

Als Fußball-Fan schlagen oft zwei Herzen in der Brust. Neben dem Bundesliga-Verein gilt das Interesse zwangsläufig auch der deutschen Nationalmannschaft. Allerdings ist meine Leidenschaft und Euphorie bei unseren Bundes-Kickern nicht in Ansätzen so groß wie bei Borussia Dortmund.

Und das hat nicht einmal mit der Identifikation zu tun. In Bezug auf die Nationalelf bin ich eher der Event-Fan. Ich schaue nicht jedes Länderspiel live vor dem Fernseher in voller Länge. Ich begnüge mich oftmals mit dem Live-Ticker am PC oder Smartphone sowie den Zusammenfassungen in der Presse und den Online-Medien nach dem Spiel.

Bei den internationalen Turnieren ist das anders. Egal ob Welt- oder Europameisterschaft, die Live-Übertragungen der deutschen Nationalmannschaft sind Pflicht. Und das eine oder andere Spiel ohne deutsche Beteiligung natürlich auch.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

9 Kommentare

  1. Wow, gute Einblicke und interessant, dass Du ein „spätberufener“ bist, aber dann mit voller Seele!

    Da frage ich mich doch immer wieder, wie sucht man sich einen Verein aus, von dem man Fan ist????

    LG Mella

  2. Interessanter Artikel, ich habe bisher nochnie darübernachgedacht, wie man zum Fußball-Fan wird 🙂
    @Fulano …mein Sohn würde dich jetzt küssen wollen – oder nein, ich denke da gerade an deinen Artikel *gg*
    Obwohl bei ihm waren eigentlich die fußballbegeisterten Verwandten schuld, die schon für Schnuller, Strampler und ähnliches im BVB-Look gesorgt haben…

  3. 🙂 Wie schön das ich bei Dir auch Lesen kann, das Du mehr Liga als Nationalelf Fan bist. Ich dachte schon bei mir ist da was falsch programmiert (und habe eventuell mit Frau sein zu tun)

    Liebe Grüße

  4. Pingback: RätselTiB

  5. Interessant wie Du Dein Weg zum Fußball gefunden hast. Mit Dortmund bist Du im Moment wirklich auf der Sonnenseite des Fussballs. Glückwunsch für den richtigen Riecher. 🙂

    Kennst Du das magische Dreieck Männer, Fußball und Treibsand?
    Noch nicht? Dann schaue Dir meinen Artikel an und löse das Rätsel. 🙂

    http://raetseltib.de/em-abseits-maenner-und-fussball-die-flucht-vor-treibsand-runde-6/3347/

    LG Timm

  6. Wow! Ein super Beitrag! Danke auch über die persönlichen Einblicke! Finde ich schön dass du die Dauerkarte noch hast! Grüßle Susanne

  7. Pingback: Timm's Blogwelten

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