Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Vom Laufen, lästiger Routine und zurückgekehrter Freude

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Es ist Donnerstag am frühen Abend. Vor fast genau einer Stunde bin ich nach einem stressigen Tag im Büro losgelaufen und sitze nun erschöpft auf der Bank vor dem Haus.

Ich bin außer Atem und der Schweiß rinnt von der Stirn auf mein Gesicht herunter. Der Puls, der in der Spitze bei 180 Schlägen pro Minute gelegen hat, beruhigt sich langsam und wandert in den zweistelligen Bereich. In den 60 Minuten zuvor bin ich zwölf Kilometer gelaufen. Yeah! 12 Kilometer unter einer Stunde!

Die Erkenntnis von meinem Lauf lässt sich auf einen ganz einfachen Nenner bringen: der alte Mann kann auch im Training schnell laufen! Eine Tatsache, die ich nicht für möglich gehalten habe.

Neue Trainingsreize sind wichtig

Vor einiger Zeit habe ich in einem der zahlreichen Laufbücher gelesen, dass gelegentliche Trainingsreize wichtig und das Salz in der Läufer-Suppe sind. Und ich vermute, dass ich mir diese Reize bei diesem Lauf selbst verpasst habe. Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus.

Zwar bin ich die ersten zwei Kilometer mit einer Pace von gut fünf Minuten unterwegs gewesen, doch der Booster kam erst, als ich Richtung Raderbroicher Wald zwei Radfahrer und einen Läufer entdeckt habe. Zuerst habe ich mir die Zweirad-Fans – ein älteres Ehepaar, das gemütlich durch die Felder geradelt ist – ins Visier genommen und mich langsam an das Duo Meter für Meter herangearbeitet.

In ihrem Windschatten bin ich dann herausgebrochen und habe die beiden entspannt überholt. Anschließend habe ich den nicht gerade langsamen Läufer ins Visier genommen, der schon ein anderes Kaliber gewesen ist. Die Verfolgungsjagd dauerte deutlich länger als das Einholen der Radfahrer, doch ich war erfolgreich.

Als ich beide Hürden gemeistert hatte, stand nach fünf Kilometern eine Zeit von 24:42 Minuten auf der Uhr. Ich fühlte mich gut und hatte mir vorgenommen, die Pace von unter fünf Minuten möglichst lange aufrecht zu erhalten. Als nach zehn Kilometern 49:48 Minuten auf der Uhr standen, war mein Ehrgeiz nochmals gewachsen und ich wollte das Tempo bis zum Schluss durchhalten.

Und es hat geklappt. Die zwölf Kilometer habe ich unter einer Stunde geschafft und war einfach nur glücklich über dieses unerwartete Erfolgserlebnis.

Schnell laufen im Training? Kann klappen!

Einen nicht unwesentlichen Anteil an dem schnellen Lauf hatte meine neue Garmin Forerunner 235 Laufuhr. Dank ihr konnte ich regelmäßig meine Pace im Auge behalten und auch nach dem Überholen der Radfahrer und dem flinken Läufer meine hohe Geschwindigkeit über die komplette Distanz halten und bisweilen sogar ausbauen.

Das war nämlich bislang mein großes Manko. Ich bin schon so oft anfangs viel zu schnell losgelaufen und habe regelmäßig nach der Hälfte der Strecke einen körperlichen Einbruch erlebt, die mich mindestens eine halbe Minute pro Kilometer gekostet hat. Das war dieses Mal anders. Ich konnte das schnelle Tempo den gesamten Lauf aufrechterhalten und das war einfach wunderbar!

Am Ende bleibt der Stolz – und der Spaß kehrt zurück

Erstmals nach langer Zeit habe ich während des Laufes gegen Ende ein Gefühl von Stolz gespürt. Ein Gefühl, das ich lange Zeit nicht mehr hatte, da ich in den vergangenen Wochen – wenn nicht sogar Monaten – einfach mein Pensum heruntergespult habe. Mehr nicht.

Das Laufen war für mich oftmals lästige Pflicht, nicht wirkliche Freude. Und das ist seit dem Lauf über zwölf Kilometer in weniger als einer Stunde wieder komplett anders. Die Freude ist zurück. Der Spaß ist wieder da. Ich bin wieder da. Ein tolles Gefühl!

Mehr zum Thema Laufen in meiner Artikel-Serie “Projekt Laufen”

Alle bisherigen und künftigen Beiträge zum Thema Laufen findet ihr unter #ProjektLaufen2014, unter #ProjektLaufen2015 und unter #ProjektLaufen2016.

Autor: Marc

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