Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Mein erstes Mal: dreißig Kilometer am Stück Laufen

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„Wow, mein erster Dreißiger ist vollbracht!“

Das waren die einzigen Gedanken, die ich an einem Sonntag Mittag im September fassen konnte. Kurz zuvor bin ich „mal eben so“ und ungeplant – und ohne Getränke – nach dem Frühstück losgelaufen und hatte am Ende eines meiner beiden Meilenstein-Ziele 2016 unter Dach und Fach gebracht.

Unverhofft kommt oft – selten passte ein Sprichwort besser als in dieser Situation. Ich wollte eigentlich „nur“ 25 Kilometer entlang der Niers laufen, doch weil es einfach perfekt an diesem Tag lief, habe ich zwanzig Prozent draufgepackt und habe es nicht bereut – im Gegenteil. Es war eine Herausforderung, mit dem Körper an die Grenzen zu kommen und endlich wieder die Muskeln und Sehnen mit Schmerzen zu traktieren 🙂

Bestes Wetter zum Laufen

Das Wetter war mit 17 Grad und wolkigem Himmel perfekt. Ich lief erst sieben Kilometer Richtung Korschenbroich, um mich dann dem Lauf der Niers entlang zu treiben. Vorbei an Schloss Myllendonk Richtung Flughafen und Trabrennbahn besuchte ich endlich wieder die Erlebnisbrücke Cloerbruch, die ich vor einiger Zeit entdeckt hatte.
Cloerbruch Schwebefähre Mönchengladbach Niers Erlebnisbrücke Nordkanal NiederrheinWeiter ging es von dort Richtung Viersen. Nach 15 Kilometern machte ich kehrt und dann den fatalen Fehler, eine andere Route heimwärts zu wählen. Es sollte dieses Mal nicht wie auf dem Hinweg gehen, sondern ich entschied mich für querfeldein. Es ging immer der Nase nach und irgendwie schaffte ich es, meinen Heimatort in Sichtweite zu bekommen.

Ein abgesperrter Feldweg zwang mich kurz vor dem Ziel zwar noch zu einer Extrarunde, doch das stachelte meinen Ehrgeiz eher noch an. Ich wollte, dass die Marke von 30 Kilometer am Stück fällt. Ab Kilometer 27 wurde es dann hart, aber so richtig hart für mich. Die Füße brannten (später entdeckte ich zwei Blasen an meiner rechten Fußsohle), die Brustwarzen scheuerte ich blutig und auch die Waden brannten wie Feuer. Mir wurde also einiges abverlangt.

Ich biss auf die Zähne und sog zog es durch. Die zehn Kilometer hatte ich mit einer Sub 54 erledigt, für die Halbmarathon-Distanz brauchte ich 1:56 Stunden und die Zielzeit von 2:50 Stunden auf 30 Kilometer ist auch nicht übel.

Das Gefühl beim Laufen war für mich einfach phantastisch. Ich fühlte mich – außer am Ende – nicht überanstrengt, sondern war regelrecht im Flow und mit mir im Reinen. Ich ließ den Gedanken freien Lauf und alles fühlte sich gut an.

Auch körperlich fühlte ich mich topfit, und wie schon erwähnt, forderten nur die letzten drei Kilometer alles ab und ich wollte am liebsten abbrechen. Doch das war selbstverständlich keine Option. Am nächsten Tag bemerkte ich auch keine besonderen Abnutzungserscheinungen bei Bändern, Sehnen und Muskeln. Einzig das Treppen steigen fiel mir schwer…

Marathon? Nein, das ist vorerst nichts für mich!

Wer das erste Mal in seinem Leben dreißig Kilometer am Stück gelaufen ist, wird sich über kurz oder lang mit dem Marathon beschäftigen.

Und auch mir geht es so – ich würde lügen, wenn ich etwas anderes sagen würde -, doch nach den 30.000 Metern steht für mich fest: einen Marathon zu laufen kann ich mir aktuell nicht vorstellen! Das liegt weniger an den körperlichen Voraussetzungen, sondern vielmehr an der Langeweile während des Laufes.

Schon bei diesem Lauf in etwas weniger als drei Stunden hatte ich gleich drei Alben am Stück komplett durchgehört. Nach einem Best of Camouflage folgte die neue Scheibe der Absoluten Beginner und zum Abschluss noch das aktuelle Album von M. I. A. Für die weiteren zwölf Kilometer beim Marathon bin ich locker weitere 70 Minuten unterwegs und das stelle ich mir super öde vor.

Insofern sieht meine aktuelle Laufplanung ganz simpel aus. In 2017 möchte ich 35 Kilometer am Stück laufen können, um dann im Folgejahr Richtung Marathon zu schielen. Und vielleicht wird dann der Metro Marathon 2018 meine erste Langstrecken – Wettkampferfahrung. Dann wäre ich knapp 43 1/4 Jahre alt und im besten Alter für solch ein Projekt.

Mehr zum Thema Laufen in meiner Artikel-Serie “Projekt Laufen”

Alle bisherigen und künftigen Beiträge zum Thema Laufen findet ihr unter #ProjektLaufen2014, unter #ProjektLaufen2015 und unter #ProjektLaufen2016.

Autor: Marc

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