Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Mizuno Wave Rider 18

Mein erster Marathon: der METRO Marathon 2015 in Düsseldorf

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Wow, ich bin immer noch geflasht von meinem gestrigen Lauf beim METRO Marathon 2015 in Düsseldorf.

Das Wetter war perfekt, der angekündigte Regen gab nur ein kurzes Stelldichein und ich hatte den perfekten Lauf erwischt. Doch der Reihe nach, bevor ich mich in meiner Begeisterung regelrecht überschlage.

Die Vorbereitung auf den METRO Marathon 2015

Am Samstag Morgen ging es mir nicht gut. Entweder lag es an der Klimaanlage im Büro, die freitags viel zu kühl eingestellt war, oder an der Klimatisierung im Auto: ich hatte mich fies erkältet und die Nase lief. Als Sofortmaßnahme hat mir meine Frau Zink verabreicht und ich hoffte auf die heilende Wirkung des Medikaments. Das klappte auch, am Sonntag Morgen war die Schniefnase überstanden und ich war fit.

Am Samstag Abend habe ich mir nach dem 2:0-Sieg meiner Borussia aus Dortmund gegen Eintracht Frankfurt auch noch meine ganz persönliche Nudel-Party gegönnt und via Lieferheld eine Portion Nudeln bestellt:


Am Abend habe ich die Laufklamotten zurechtgelegt. Anders als beim ersten Zehn-Kilometer-Lauf musste ich dieses Mal umdisponieren.  Voraussichtlich werde ich von acht bis sechzehn Uhr unterwegs sein, mit der Bahn anreisen und konnte somit nicht nur meine Laufklamotten dabei haben. Ich brauchte auch eine etwas wärmere Laufjacke und eine lange Laufhose. Außerdem war ab mittags Regen vorhergesagt.

Um elf Uhr habe ich mich hingelegt, um am nächsten Morgen gegen sechs Uhr aufzustehen. Ich hatte zwar gut zwei Stunden Zeit, ehe ich mit der Bahn nach Düsseldorf gefahren bin, aber so konnte ich es ganz ruhig angehen lassen. In der Nacht habe ich zwar mehr oder weniger entspannt geschlafen, dennoch bin mehr oder weniger oft aufgewacht und spürte die Nervosität.

Frühstück, Kaffee und Wasser – und die richtige Bekleidung

Ich war regelrecht froh, als ich vor dem Klingeln des Weckers um kurz vor sechs aufgestanden bin. Ich bereitete mir ein kleines Frühstück zu, um mit einer guten Grundlage starten zu können. Erst mal galt es, einen Kaffee zu trinken und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Außerdem gab es ein Toast mit Banane sowie ein halbes Körnerbrötchen mit Honig und neben zwei Glas Wasser noch einen Kaffee. Ich war gewappnet.

Auch in Sachen Bekleidung war ich dieses Mal gewappnet und besser ausgestattet als vor einem Monat. Ich hatte mir nicht nur eine Laufjacke, sondern auch eine Regenjacke von Brooks und eine lange Trainingshose von Nike gegönnt. Und in den Klamotten habe ich mich schon verdammt gut gefühlt – Kleider machen halt Leute 🙂

Auf dem Weg zum Wettkampf war diese Ausrüstung top, denn dreizehneinhalb Grad sind nur während des Laufens eine klasse Temperatur. Nicht aber als Vorbereitung und während des Wartens auf den Startschuss – und auch nicht nach dem Lauf, wenn auf die übrigen Staffelläufer gewartet werden muss.

Auf dem Weg nach Düsseldorf

Um acht Uhr ging es bei zwölf Grad und trockenem Wetter zum Bahnhof und mit der S-Bahn nach Düsseldorf. Auf dem Weg zur Bahn ließen mich die grauen Wolken ein wenig an der Wettervorhersage zweifeln. Regen war doch erst für 14 Uhr angesagt? Aber was soll’s, Wetter ist immer und es wäre nicht das erste Mal, dass ich im Nassen gestartet und auch angekommen bin.

Am Bahnhof Kleinenbroich war ich nicht der einzige, der aufgrund seiner Klamotten als Läufer zu identifizieren war. Mindestens fünf weitere Menschen standen in den Startlöchern und waren auf dem Weg Richtung andere Rheinseite. Die Bahn war pünktlich und als ich eingestiegen bin, war der Zug voller Läuferinnen und Läufer, die alle das gleiche Ziel hatten: die Landeshauptstadt.

Nachdem ich am Hauptbahnhof Düsseldorf eine Kollegin eingesammelt hatte, konnte es mit der U-Bahn weiter Richtung Sammelpunkt gehen. Die Hauptstraßen in Düsseldorf waren fast menschenleer und es war beinahe eine gespenstische Atmosphäre. Plötzlich brach sogar ein wenig die Sonne durch und es wurde wärmer.

Das Ratinger Tor war der Treffpunkt mit den Kolleginnen und Kollegen um 9 Uhr. Wir hatten noch genügend Zeit zum Verteilen der Startunterlagen und für das obligatorische Foto. Außerdem konnten wir die um 9 Uhr gestarteten Marathonis anfeuern, die nach weniger als einer halben Stunde schon neun Kilometer absolviert hatten.

Dann ging es im Rudel Richtung Startbereich am Rhein.

Auf dem Weg zur Wechselzone 1 nach Oberkassel

Nach dem Startschuss um 10:15 Uhr – unsere vier Staffeln des Arbeitgebers sind im zweiten Block gestartet – haben wir uns auf den Weg zum ersten Wechselpunkt auf der linken Rheinseite gemacht und konnten die Läuferinnen und Läufer des ersten Blocks beobachten.

Knapp zwei Kilometer Fußmarsch waren in weniger als einer halben Stunde erledigt und die erste Wechselzone war erreicht. Meine Staffel war im Wechselblock X, also mussten wir bis zum Ende der Zone laufen, um uns auf den ersten Wechsel vorzubereiten. Meine Anspannung stieg.

Anders als bei meinen bisherigen Trainingsläufen und auch bei meinem ersten Wettkampf habe ich dieses Mal komplett auf Musikbeschallung über das Smartphone verzichtet. Ich hatte zwar einen Knopf im Ohr, doch dieser diente nur der Pace- und Zeitangabe von Runtastic.

Ansonsten war es mir wichtig, den Lauf und die einzigartige Atmosphäre mit allen Sinnen zu genießen – und da wäre Musikbeschallung über die Ohrstöpsel alles andere als hilfreich.

Keine Fotos von einer wunderschönen Laufstrecke

Ich durfte den zweiten Abschnitt der Staffel laufen. Die Strecke führte mich durch das wunderschöne Oberkassel. Zuerst bin ich in einer Nordschleife Richtung Vodafone-Hauptquartier gelaufen, dann ging es am Rhein entlang bis über die Luegallee und von der Oberkasseler Brücke zurück in die Düsseldorfer City.

Zu gern hätte ich an mehreren Punkten einen Halt gemacht und den Moment mit einem Foto für die Ewigkeit festgehalten. So bleiben die Eindrücke, Emotionen und Erlebnisse für immer in meinem Kopf gespeichert.

Mein Lauf bei der Firmenstaffel des METRO Marathon 2015

Als ambitionierte Zielzeit für die elfeinhalb Kilometer hatte ich mir vor dem Lauf eine Zeit rund um 60 Minuten als Ziel gesetzt. Aufgrund meiner unterschiedlich guten und eher schlechten Trainingsläufe war ich vorsichtig optimistisch.

Und dann war es gegen viertel nach elf soweit. Ich klatsche meinen Vor-Läufer ab und machte mich auf den Weg. Schon schnell zeigte sich, dass alle meine  Vorsätze mit langsam anfangen und dann steigern umsonst gewesen sind. Ich rannte und rannte und rannte.

Die ersten fünf Kilometer lief ich in einer Bombenzeit unter 25 Minuten, wurde danach etwas langsamer, aber blieb die meiste Zeit in einer stabilen Pace um die fünf Minuten. Der „Aufstieg“ bei der Rheinkniebrücke Richtung Düsseldorf war ein wenig beschwerlich, aber ich ließ es nicht zu, dass ich groß langsamer geworden bin.

Der Lauf meines Lebens

Im letzten Drittel, als ich die Rheinkniebrücke verlassen hatte und Richtung Innenstadt unterwegs war, kam sogar die Sonne heraus und ließ den Schweiß strömen. Insbesondere der Lauf entlang der Königsallee war ein emotionales Erlebnis für mich: nur mit den Läufern diese Prachtstraße entlanglaufen und dann auch noch von vielen Zuschauern frenetisch angefeuert zu werden. Wer da keine Gänsehaut bekommt, dem kann ich auch nicht helfen.

Auch die Samba-Bands entlang der Strecke kitzelten noch die letzten Reserven aus den Läufern und die an der Straße ausharrenden Kinder, die von uns abgeklatscht werden wollten, waren einfach nur goldig. Egal ob jung oder alt: die Düsseldorfer Zuschauer haben jede Menge Stimmung gemacht und für eine tolle Atmosphäre gesorgt. Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass das am Sonntag mein bisheriger Lauf des Lebens gewesen ist und ein einmaliges Erlebnis war.

Die größte Überraschung gab es im Zielbereich. Ich hatte bereits mehrere hundert Meter vor der Wechselzone noch einmal ordentlich Gas gegeben und den Puls Richtung 180 getrieben. Dumm nur, dass ich bei meiner Taktik nicht bedacht hatte, dass ich bis zum Wechselblock X, also ganz am Ende der Zone, laufen musste.

Meine Kräfte ließen langsam nach, doch ich wollte nicht zu langsam werden und schleppte mich keuchend und fast stehend K.O. ins Ziel. Und der Aufwand sollte sich gelohnt haben. Laut meiner Aufzeichnung bei runtastic hatte ich die Strecke von 12 Kilometer in einer Stunde absolviert – eine Pace von 4:59 hatte ich bislang noch nie geschafft.

Laufen Running 26042015 Metro Marathon Düsseldorf

Ich war stolz wie Bolle und konnte diesen Moment des persönlichen Triumphes ausgiebig genießen. Denn es galt, die nächsten zwei Stunden zu überbrücken, während die zweite Hälfte der Firmenstaffel ihren Job erledigt.

Entspannung im Nachzielbereich

Nachdem der vierte und letzte Staffelläufer gegen viertel nach zwei ins Ziel gekommen war ging es in den sogenannten Nachzielbereich, der den Staffelläufern vorbehalten war. Zuvor wurden aber noch die Medaillen für die Finisher verteilt. Erstmals handelt es sich um eine Team-Medaille, die aneinandergereiht die Wahrzeichen von Düsseldorf enthält:

Im Nachzielbereich hatten wir bei einem alkoholfreien Erdinger, Bananen und Power-Riegeln die Gelegenheit, den Marathon Revue passieren zu lassen.

Anders als vorhergesagt gab es sogar blauen Himmel und Sonne, so dass der Marathon mit der Firmenstaffel einen perfekten Abschluss gefunden hat.

Autor: Marc

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10 Kommentare

  1. Na das liest sich doch klasse an. Gratulation zur 4:59, Hut ab. Das Wetter hat gepasst, die Atmosphäre auch. Freut mich für dich. War ja ein richtiges Erlebnis.
    Eins deiner hier gezeigten Fotos wird allerdings nicht geladen. Anosnten, erhol dich gut! 🙂
    Angenehmen Wochenstart du Staffel-Marathon-Läufer.

  2. Hochachtung, Marc. Ich finde es faszinierend, wie man überhaupt kilometerweit Laufen kann und ich kann mir gut vorstellen, wie einmalig dieses Erlebnis für dich war und bleiben wird. Eine Erinnerung, die dir keiner mehr nehmen kann!

    Herzlichen Glückwunsch!

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