Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Metro Group Marathon Düsseldorf Firmenstaffel 2015

Das war der METRO Marathon 2016 in Düsseldorf

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Es ist Montag Morgen. Einen Tag nach meinem Start mit der Firmenstaffel beim METRO Marathon 2016 merke ich an meinen Oberschenkeln, dass ich gestern ordentlich schnell und ordentlich weit gelaufen bin.

Eine verschnupfte Nase und ein leicht gereizter Rachen erinnern mich daran, wie kalt es gestern rund um den Burgplatz und die Kö gewesen ist. Daran konnten auch vereinzelt sonnige Abschnitte nichts ändern. Es war ein klasse Ereignis, bei dem ich mich im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern konnte.

Perfekt vorbereitet

Aber der Reihe nach. Am Sonntag Morgen fühlte ich mich fit. Mein letzter Trainingslauf war am Donnerstag und ließ mir ausreichend Zeit zur Erholung – anders als beim City-Lauf Korschenbroich zwei Wochen zuvor, als ich noch einen Tag vorher dreizehn Kilometer gelaufen bin.

Als ich um halb sieben aufgestanden, lag eine leicht unruhige Nacht hinter mir. Die Anspannung und das Kribbeln vor dem Wettkampf war nicht von der Hand zu weisen. Draußen war es lausige ein Grad kalt, aber zumindest ließ sich die Sonne ein wenig blicken. Die Wettervorhersage ließ mich hoffen: Leichten Regen sollte es erst gegen zwei Uhr geben und dann sollte ich bereits so gut wie durch sein.

Gesundes Frühstück

Aus Aberglaube oder besser gesagt als gutes Omen habe ich das Frühstück wie vor einem Jahr abgehalten. Es gab Vollkorntoast mit Nutella und Honig und Banane, erst zwei Kaffee und zum Abschluss einen doppelten Espresso und eineinhalb Liter stilles Wasser.
Auf dem Weg zum Bahnhof in Kleinenbroich fröstelte es mich. Drei Grad Ende April um acht Uhr sind auch alles andere als üblich. Auch wenn ich den Lauf mit den neuen Mizuno Wave Rider 19 und kurzen, schwarzen Tights sowie meinen gelb leuchtenden Kompressionssocken von Strammer Max absolvieren werde (Borussia Dortmund!), war ich froh, eine lange Laufhose für die Zeit vor und nach dem Lauf zu tragen.

Die Bahn um kurz nach acht Richtung Düsseldorf war pünktlich. Im Hauptbahnhof habe ich noch eine Arbeitskollegin getroffen, mit der ich mich gemeinsam per U-Bahn zum Treffpunkt am Ratinger Tor gemacht habe.
Um 9 Uhr war der Treffpunkt mit den Kollegen, die in drei Staffeln für den Arbeitgeber an den Start gehen. Aufgrund kurzfristiger Absagen war ich nicht der Einzige, der zwei Abschnitte laufen durfte. Ein weiterer Arbeitskollege lief genau wie ich Abschnitt 2 und 4 – allerdings mit der Erfahrung von 15 Marathons in den Knochen.

Die Strategie für den Wettkampf

Meine Strategie beim Lauf war diesmal auch eine komplett andere als im Jahr zuvor. Weil ich neben dem 13,1 Kilometer langen Abschnitt 2 auch den letzten Abschnitt mit 9,2 Kilometer zu laufen hatte, galt es, sich nicht komplett beim ersten Teil zu verausgaben. Denn ich hatte zwischen beiden Läufen nur weniger als eine Stunde zur Regeneration.
Gegen viertel vor zehn sind wir gemütlich zum Startbereich marschiert, wo ZDF-Ikone Wolf-Dieter Poschmann den Läuferinnen und Läufern verbal eingeheizt hat. Als der zweite Block – unser Block – um viertel nach zehn gestartet ist, ging es weiter Richtung Wechselzone 1.

Dieses Mal waren wir im Wechselbereich M und langsam wurde es Zeit, die wärmende Hose und Jacke abzulegen und sich laufbereit zu machen.

Und los geht´s: Abschnitt 2

Passend zur Umkleide setzte ein fieser Graupelschauer ein, der die Lauf-Laune aber nur kurzzeitig vermiesen konnte. Mein Staffel-Partner lief in die Wechselzone ein und dann war ich an der Reihe. Nachdem ich mich durch das Gewusel in dem Wechselbereich gekämpft hatte, lief ich entspannt los.
Wie schon beim City-Lauf vor zwei Wochen hatte ich meine Lauf-Uhr am Start und wollte dieses Mal nicht nur meinen Puls, sondern auch die Pace messen, um nicht wieder viel zu schnell zu starten. Trotz Uhr und Pace-Anzeige scheiterte ich an dieser eigenen Vorgabe und war viel zu schnell. Anfangs mit einer Pace von 4:35 musste ich immer mehr an Speed lassen.

Bei Kilometer 5 war ich mit 24:03 Minuten unterwegs, bei Kilometer 10 waren es 50:03 Minuten. Doch das Publikum und die Bands am Straßenrand pushten mich nach vorn. Besonders die Kinder waren klasse und forderten die Sportler zum Abklatschen auf.

Als ich die Oberkasseler Brücke das zweite Mal überquert hatte und Richtung Innenstadt gelaufen bin, kam die Sonne heraus und weckte neue Energie in mir. Ich heftete mich an die Ferse von schnelleren Läufern und gab noch mal ordentlich Gas. Mit einer Pace von unter fünf Minuten kam ich nach 13,1 Kilometern im Wechselbereich an.

Die Pause kühlt mich ab

Ich hatte nun eine gute Dreiviertelstunde Zeit zum Verschnaufen. Ich trank einige Schlucke Wasser und versuchte, einigermaßen warm zu bleiben. Die Verpflegung entlang der Laufstrecke habe ich übrigens obligatorisch abgelehnt. Weder Wasser noch Iso-Getränke habe ich zu mir genommen und auch auf die mundgerechten Bananen-Stücke habe ich verzichtet.

Trotz Jacke und langer Hose, die ich schnell übergestreift hatte, fröstelte es mich nach dem Lauf. Meine Lehre: Falls ich 2017 erneut die Gelegenheit haben sollte, zwei Abschnitte zu laufen, werde ich beide Abschnitte hintereinander laufen. Dann besteht nicht die Gefahr des Auskühlens und ich bleibe einfach im Flow.

Weil ich nicht weiß, wie ich während des Laufens auf flüssige oder feste Nahrungszufuhr reagiere – und das auch im Training noch nicht ausprobiert habe -, war die Firmenstaffel der falsche Zeitpunkt für Experimente. Nach dem ersten Lauf fiel mir noch etwas auf. Ich hatte – anders als die zwei Wochen nach dem City-Lauf – keine Schmerzen im Knie, weder während noch nach dem zweiten Abschnitt.

Und weiter geht´s: Abschnitt 4

Wechselzone 2 und 3 sind nicht weit voneinander entfernt gewesen, so dass wir uns in einer guten Viertelstunde Richtung Jacobistraße in der letzten Wechselzone eingefunden hatten. Die dunklen Wolken am Himmel ließen nichts Gutes erwarten.
Als ich den unsichtbaren Staffelstab von meinem Vorläufer übernommen hatte, spürte ich, dass der zweite Einsatz eher langsamer werden würde. Vor dem Rennen hatte ich mir vorgenommen, Abschnitt 2 als Pflicht und Abschnitt 4 als Kür zu laufen, doch es kam genau anders herum.

Bis zu Kilometer 4 hatte ich wahnsinnig mit Seitenstechen zu kämpfen. Ich habe keine konkrete Idee, woher die Schmerzen gekommen sind, aber es kann nur an dem Wasser gelegen habe. Sehr komisch. Weil es nicht zu ändern war, habe ich die Zähne zusammengebissen und versucht, die Schmerzen im Bauchbereich wegzuatmen.

Das klappte mit jedem Kilometer besser und als ich mich gesundheitlich berappelt hatte, setzte ein kalter Wind ein, der durch die Häuserschluchten wehte. Die letzten drei der 9,2 Kilometer brachten mir dann noch einen kalten Regenschauer, der aber kurz vor dem Zieleinlauf wie weggeblasen war.
Die letzten vierhundert Meter gab ich noch einmal ordentlich Gas und sprintete entlang des Rheinufers Richtung Zielbogen. Mit einer Pace von 5:26 kam ich zufrieden und erschöpft an und durfte gleich die Medaillen für meine Staffel in Empfang nehmen.
Im Nachzielbereich warteten bereits die Kolleginnen und Kollegen und mit Berlinern, Bananen und Erdinger Alkoholfrei wurden die leeren Kohlenhydratspeicher standesgemäß aufgefüllt.

Der kleine Sohn ist zufrieden

Nachdem ich am späten Nachmittag wieder zu Hause gewesen bin, fragte mich Luke:

„Papa, wievielter bist du beim Marathon geworden?“

Ich antwortete: „Mein Staffel wurde 933.“

Luke bohrte nach: „Und von wie vielen?“

Ich: „3.000 Staffeln waren meines Wissens am Start.“

Seine Schlussfolgerung: „Dann ist das ja schon ganz gut.“

Dem hatte ich nichts hinzuzufügen 🙂

Mein erster echter Marathon findet in Düsseldorf statt

Und noch etwas ist mir am Sonntag klar geworden. Falls ich in zwei, drei Jahren meinen ersten Marathon laufen sollte, wird meine Premiere über 42,195 Kilometer in Düsseldorf stattfinden. Ich mag die Strecke, die Organisation ist klasse und die An- und Abreise für mich super bequem.

Einfacher geht es nicht.

Autor: Marc

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