Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Wenn Eltern sterben: Letztes Lied von Mascha Keléko

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Gestern Abend habe ich eher zufällig gegen halb elf auf 3sat gezappt. Dort lief seit wenigen Minuten der Film „Der letzte schöne Tag„, der bereits im Januar seine Erstausstrahlung in der ARD gehabt hat.

Die Handlung des Films ist schnell erzählt:  eine 40-jährige Mutter und Ehefrau  leidet unter Depressionen und scheidet durch Selbstmord aus dem Leben. Die Zuschauer begleiten anschließend die dreiköpfige (Rest-)Familie durch die nächsten Wochen und Monate.

Als die Beerdigung der Frau stattfindet, wird am offenen Grab ein Gedicht rezitiert. Die Zeilen des Textes haben mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Ich tue mich schwer damit, ein Gedicht, dass so voller Traurigkeit und Melancholie mit den Attributen wundervoll und hervorragend zu versehen. Doch diese Lyrik von Mascha Keléko hat diese Bezeichnungen einfach verdient.

Es gibt das Gedicht „Letztes Lied“ auch als Rezitation von Fritz Stavenhagen, die Verse werden sehr eindrucksvoll vorgetragen:

Verständlicherweise kann solch ein Film kein Happy End haben. Es wird sehr eindringlich und einfühlsam geschildert, wie die Hinterbliebenen mit dem Verlust eines geliebten Menschen klar kommen (müssen).

Die Schauspieler Wotan Wilke Möhring), der den Witwer und Vater Lars spielt, und Matilda Merkel, die die vor Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen zermürbte pubertierende Tochter Maike verkörpert, sind ganz stark in ihren Rollen. Mein ganz persönlicher „Star“ ist allerdings Nick Julius Schuck, der den kleinen Sohn Piet darstellt. Der kleine Mann zeigt die größte Stärke von allen Beteiligten – und leidet doch auch am stärksten und vermisst seine Mutter ohne Ende.

Als gegen Mitternacht der Abspann der Fernsehproduktion lief, gab es das Gedicht „Letztes Lied“ ein zweites Mal. Und erneut hat mich jedes einzelne Wort von Mascha Keléko sehr berührt. Mit einem Kopf voller schwermütiger Gedanken bin ich zu Bett gegangen – nicht ohne vorher einen Blick in die Kinderzimmer meiner Söhne geworfen zu haben.

Und das schreibt die Presse über den Film „Der letzte schöne Tag“

 

 

 

Autor: Marc

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Ein Kommentar

  1. Wir hatten den Film lange auf dem Festplattenrecorder. Meine Frau hat ihn gesehen und ich habe lange gezögert, ob ich ihn mir auch anschaue – es letztlich aber gelassen. Ich projiziere das Leid dann immer zu sehr, das wollte ich mir nicht antun.

    Soll aber tatsächlich ein sehr guter Film sein. Und Wotan Wilke Möhring finde ich eh klasse.

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