Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

ElAldonal The Flash

ElAldonal: Rockin‘ Tomahawk

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Der Abstecher zur Medaillen-Sammlung ist Vergangenheit. Dieses Mal führt uns ElAldonal zum Rockin‘ Tomahawk!

Im Jahr 2014 hatte ich beschlossen, meine Schwester in Wisconsin/USA zu besuchen. Mittlerweile muss ein Urlaub zwei Bedingungen erfüllen:

  1. Ein HardRock Café muss zugegen sein
  2. Eine Laufveranstaltung wäre wünschenswert.

Wisconsin liegt praktisch in der nördlichen Mitte der USA, etwas abseits der bekannten Metropolen. Mein Flug ging über Düsseldorf nach New York und von dort weiter nach Chicago. Dort sammelte mich meine Schwester auf. Bis zum kleinen Örtchen Port Edwards waren es fast vier Stunden Autofahrt, und nach dem langen Flug war es etwas schwierig, die Augen offen zu halten.

Auf der Suche nach dem Lauf-Event

Schon vor der Buchung des Urlaubs befragte ich Google nach einem Lauf-Event. Da das Zeitfenster für dieses Vorhaben nur ein Wochenende vorsah, war die Auswahl sehr eingeschränkt. Das kleine Örtchen Tomahawk hatte es mir angetan. Geiler Name. Eine klitzekleine Veranstaltung in einem klitzekleinen Dorf von weniger als 4.000 Einwohnern und wenigen Teilnehmern.

Ich wähnte mich bereits im Winnetou-Outfit und um meinen Skalp rennend zwischen Büffelherden, als Siegprämie keine Medaille, sondern ein Wurfbeil erwartend. Das war natürlich totaler Quatsch.

Auf dem Weg nach Tomahawk

Ich fuhr mit meiner Schwester und ihrem Mann abends also nach Tomahawk. Wir bezogen ein kleines Hotel, nicht weit vom Start entfernt. Wobei dort eigentlich alles nicht weit weg war vom Start 🙂 Das Wetter war mega schön und sommerlich, ich konnte den Start kaum erwarten. Am nächsten Morgen bot sich dann leider ein anderes Bild. Es war total wolkenverhangen und auch deutlich kühler.
Tomahawk Ortseingang USAAls Outfit wählte ich die Farben meiner Heimat – das Trikot von Borussia Mönchengladbach. Der Schuh der Wahl: Brooks Pure Connect, der Leichteste und Schnellste meiner Sammlung. Ein weiterer Vorteil: er ahm nur wenig Platz im Gepäck ein. Ich war also bereit für den Lauf.

Schreck am Start

Wir fuhren zum Start im „Sara Park“ und dann passierte das Schlimmste, was einem Läufer nur passieren kann… Ich verpasste den Start!

Kein Witz. Es war reine Dummheit von mir, ich hatte den Text auf der Homepage einfach falsch gelesen bzw. falsch in Erinnerung. Ich war mir total sicher, dass der Start um 9 Uhr ist, aber um 9 Uhr liefen nur die „5k“ los. Und bereits seit 8 Uhr waren die Halbmarathonis unterwegs!

Ich kam also gegen kurz nach halb neun an die Strecke und wollte meine Startnummer holen, als man mir sagte, dass die Läufer schon lange unterwegs seien. Voller Panik band ich die Nummer um und rannte zur Zeitmessung: „I’m late! Can I still start?“ Ein knappes „OK, go!“ reichte mir und es ging los. Ganz nach Murphy‘s Law schaffte ich es zudem, zwei Mal die falsche Abzweigung zu nehmen. Na ja eigentlich einmal, denn beim zweiten Mal musste man die sehr breite Straße überqueren und in einen kleinen Weg zu einer Brücke abbiegen.

Das hatte ich schlicht nicht gesehen und rannte erstmal falsch. Uuuund wieder zurück. Mit mega Wut im Bauch ging es dann über die Brücke des Lake Tomahawk, als mir der Erstplatzierte sichtlich irritiert entgegenkam. Ich glaube nicht, dass er viel schneller unterwegs war, so im Nachhinein betrachtet…

Nun setzte auch der Regen ein und davon gar nicht mal wenig. Bindfäden von Regen gossen sich auf mich herab. Jegliche Getränkestände habe ich allesamt links liegenlassen, dafür war ich zu sauer auf meine eigene Blödheit und Zeit hatte ich eh schon genug verloren.

Die Aufholjagd beginnt

„You’re catching up!“ rief mir ein Polizist entgegen, es hatte sich wohl schon herumgesprochen dass da einer das Feld von hinten aufrollt. Thank you, Mr. Officer… Nach ungefähr einer Stunde holte ich die ersten anderen Läufer endlich ein. Ich nahm mir vor, alles rauszuhauen, was drin steckte. Der Regen hatte aufgehört und die Bedingungen waren von nun an für eine schnelle Pace richtig gut. Auf der Zielgeraden legte ich sogar nochmal einen fetten Spurt hin.

Die Finisher-Mmedaille hatte ich mir wirklich verdient. „My first Run in the US!“, entgegnete ich einer netten Dame, die mich fragte wie mir die Strecke gefallen hat. Ich glaube, ich war der einzige Tourist und vor allem der einzige Deutsche, der dort jemals gelaufen ist. Tatsächlich schaffte ich sogar den dritten Rang meiner Altersklasse. Hätte ich die Umwege nicht gehabt, wäre vielleicht sogar der zweite Platz möglich gewesen. Zur Belohnung gab es für den Rang sogar eine weitere Medaille!
Tomahawk MedailleTrotz der widrigen und selbstverschuldeten Umstände war das eine Mega-Erfahrung. Ich hoffe, irgendwann noch einmal in Amerika starten zu können. Bei kleineren Läufen ist die Konkurrenz auch nicht so groß und die Amis sind meist alle etwas träger 😉

Vor meiner Rückkehr verbrachten wir noch einen Tag in Chicago. Dort war ich auf der SkyLodge, besuchte den Al Bundy-Springbrunnen und machte selbstverständlich auch einen Stop im Hard Rock Café, um meine T-Shirt Sammlung zu erweitern.

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Autor: Marc

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