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Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Solidarität und #bedforawayfans: Borussia Dortmund nach dem Sprengstoff-Anschlag vor dem Champions League-Viertelfinale gegen AS Monaco

| 5 Kommentare

Dienstag, 11. April am frühen Abend. Nach einer Laufrunde sitze ich um kurz nach sieben frisch geduscht vor dem Fernseher und freue mich auf einen schwarz-gelben Fußball-Abend.

Im Viertelfinale der Champions League ist der AS Monaco zu Gast und mein Verein möchte mit einem Heimsieg den Grundstein für den Halbfinal-Einzug legen. Plötzlich taucht eine Meldung in meinem Twitter-Stream auf, die mich erschreckt:

Von jetzt auf gleich wird Fußball unbedeutend. Von jetzt auf gleich tritt Angst in mein Gesicht und treibt mir die Tränen in die Augen an. Es gab einen Sprengstoff-Anschlag auf meinen Verein. Auf meine Spieler. Auf meinen Trainer. Auf den Mannschaftsstab. Auf meinen Busfahrer!

Ein Anschlag auf Borussia Dortmund

Erst im Laufe des Abends, den ich ausschließlich ohne Fußballbilder, aber mit Nachrichten und Live-Schaltungen rund um das Stadion in Dortmund verbringe, kommt das krasse Ausmaß des Attentats zur Geltung.

Eines Attentats, das ganz bewusst Borussia Dortmund treffen sollte, das „ein gezielter Angriff auf die Mannschaft“ gewesen ist, wie es spät am Abend in der Pressekonferenz heißt.

Die Sprengkörper haben den Mannschaftsbus direkt nach der Abfahrt vom Hotel erwischt. Marc Bartra wurde schwer verletzt und noch in der Nacht an der Hand operiert.

Das Spiel gegen die Monegassen wurde um kurz nach halb neun abgesagt und wird bereits heute um 18:45 Uhr nachgeholt werden. Über den sportlichen Wert – oder Irrsinn – dieser Entscheidung brauchen wir nicht diskutieren.

Solidarität rund um den Erdball

Als die Absage des Spiels im Westfalenstadion die Runde macht, solidarisieren sich die Fans des AS Monaco mit den Borussen:

Es dauerte nicht lange und aus allen Ecken Deutschlands, Europas und der Welt kamen über den Kurznachrichtendienst Twitter Solidaritätsbekundungen.

Von Fußballstars und Fußballvereinen über Prominenten und Politiker reichte die Riege der Solidarität und der Genesungswünsche für den an der Hand schwer verletzten Marc Bartra.

#bedforawayfans

Sehr beeindruckend ist auch die Solidarität unter den Fans aus Dortmund und Monaco. Viele Gäste waren aufgrund der Spielabsage auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit.

Schnell etablierte sich via Twitter der Hashtag #bedawayforfans und sorgte dank seiner rasanten Verbreitung für viele glückliche Gesichter.

Der Tag danach

Auch heute Morgen, weniger als zwölf Stunden nach dem Anschlag, bin ich verstört und wütend.

Verstört, wenn ich an Marc Bartra denke und daran, was noch alles hätte passieren können. Verstört, wenn ich an die Pressemitteilung der Polizei denke, die von einem gezielten Anschlag gegen meinen Verein spricht.

Und wütend über diese Menschen, die so eine Scheiße verzapfen. Was geht in deren Kopf vor? Was sind ihre Motive?

Komische Gefühle

Heute Abend wird also das Spiel nachgeholt. Es wird ein komisches Gefühl sein. Angst wird bei dem einen oder anderen mitschwingen und auch Sorge um die Sicherheit.

In der Haut der Spieler des BVB möchte ich nicht stecken. Ich ziehe den Hut vor jedem Schwarz-Gelben, der heute Abend auf dem Platz steht und um den Einzug in die Runde der letzten Vier dabei sein will. Ich zolle aber auch den Akteuren Respekt, die nach den schlimmen Erlebnissen gestern Abend ehrlich zugeben: ich kann nicht spielen. Das schaffe ich nicht.

Und eins wird sicher sein: noch nie war die Anfeuerung der, die Solidarität mit und der Respekt vor der Mannschaft des BVB größer als heute Abend. Jetzt erst recht! Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir ziehen das Ding durch.

Egal, wie das Spiel heute endet. Egal, ob das Viertelfinale Endstation für den BVB in der Champions League ist: der feige Anschlag auf meine Mannschaft, auf mein Borussia Dortmund hat die Bande zu meinem Klub noch fester werden lassen.

Und ich bin sicher, dass nicht nur ich so empfinde.

Und daran wird sich auch nichts ändern:

Heja BVB!

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

5 Kommentare

  1. Pingback: Solidarität und #bedforawayfans: Borussia Dortmund nach dem Sprengstoff-Anschlag vor dem Champions League-Viertelfinale gegen AS Monaco | re: Fußball

  2. Hi Marc,

    eine schöne Zusammenfassung der Ereignisse, konnte nicht soviel verfolgen von den ganzen drum herum.

    Schön finde ich, dass Fußball und Solidaritätsbekundungen obwohl der sportlichen Rivalität im Vordergrund standen. Werde ab sofort auch den AS Monaco als befreundeten Verein des BVB ansehen.

    Danke, ihr Borussen, ihr macht mich stolz, ein Teil von euch zu sein.

  3. Pingback: Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League unter unmenschlichen Bedingungen: Borussia Dortmund verliert 2:3 gegen AS Monaco > Borussia Dortmund, Fußball > Anschlag, AS Monaco, Borussia Dortmund, BVB, Champions League, Marc Bartra, Saison 2016201

  4. Wie passend: „Echte Liebe“, Solidarität (nicht nur die wunderschöne Aktion für „away fans“, sondern für alle), Einsatz und Dankbarkeit (inne zu halten und nichts als selbstverständlich anzusehen) sind die Dinge, die immer weiter in uns allen wachsen sollen, die wir dann in Massen in die Welt tragen können und müssen. Für Freiheit, Frieden und Erfüllung.
    Frei nach dem Motto, der Tropfen ist kein Ozean, aber ohne den Tropfen gibt es den Ozean nicht.
    Auch für diese Gemeinschaft gibt es die verbindenden und friedlichen Sport- und Musikveranstaltungen.
    Jede Person, die durch Hass und (wie auch immer motivierte) Gewalt zu Schaden kommt, ist eine zu viel. Das gilt für die Welt und auch für die Häufung der Ereignisse in der Nähe.
    Danke an alle Sicherheits-, medizinischen und ehrenamtlichen Kräfte, die in dieser Hinsicht ihr Menschenmöglichstes tun.
    Gesundheit ist die Grundlage für alles, was wir tun können, was Bedeutung bekommt oder dem wir Bedeutung geben.

    Heute wirkt mir die Sache noch nach, durch die weiteren Medienberichte und die starke Identifikation mit bekannten Orten und Personen als Fans, als wäre es im Bekanntenkreis passiert. Noch schlimmer ist natürlich das persönliche und familiäre Betroffensein. Es ist schwer auszusprechen, was noch hätte passieren können und zu fassen, dass so etwas überhaupt passieren muss.
    Wir können nur in Ansätzen nachempfinden, wie sich die Spieler gefühlt haben müssen. Sie haben sehr viel Gutes und Richtiges gesagt, sie sind Menschen und keine Maschinen, „wir wurden nicht als Profis getroffen, sondern als Menschen“. Vielleicht war es sogar besser direkt zu spielen, als noch mehrere Tage Zeit zu haben, darüber nachzudenken..

    Gerade aus sportlicher Sicht geht es aber immer noch um genau so viel wie vorher und dabei sollte fairer Wettbewerb immer gegeben sein.
    Eine knappe Niederlage ist noch nicht das Aus, dafür fühlen sich die ein oder zwei irregulären Gegentore aber noch mal zusätzlich sehr bitter an.
    Leider werden wir nie erfahren, wie das reguläre Spiel am Dienstag ausgegangen wäre.

    Liebe Borussia, ihr gewinnt am Mittwoch mit zwei Toren Unterschied und seid zum zweiten Mal seit 2013 unter den Top 4 Europas!
    Die Nummer 1 in unseren Herzen seid ihr schon längst!

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