Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Rezension: Gelbfieber – wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde von Nils Hotze

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Bücher über Borussia Dortmund gibt es inzwischen einige. Viele sind lesenswert, einige sind überflüssig und manche sind etwas ganz Besonderes.

Der Herausgeber Nils Hotze stellt in seinem Buch Gelbfieber – wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde vor, wieso die Großstadt im westlichen Westfalen mit Fug und Recht von sich behaupten kann, die einzig wahre Fußballhauptstadt in Deutschland zu sein.

Und das hängt definitiv nicht ausschließlich mit den aktuellen Erfolgen wie Deutscher Meisterschaft 2011 und Double-Sieg 2012 sowie dem erfolgreichen Meistern der „Todesgruppe“ in der Champions League zusammen. Denn um Fußballhauptstadt zu werden, gehört einiges mehr dazu. Was alles dazu gehört, wird auf mehr als 160 Seiten und zwischen einem Dortmund-gelben Einband präsentiert.

Rezension Cover Gelbfieber Wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde Amazon KlartextIm ersten Kapitel „Dortmund und Borussia“ wird der ganz besonderen Beziehung zwischen dem Ballspielverein Borussia 1909 und der Stadt gehuldigt. Sowohl der Klub als auch die Großstadt haben bewegte Jahre hinter sich und sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden. Genauso wie Borussia einige Male im sportlichen Schlamassel steckte und Tiefpunkte zu bewältigen hatte, musste die Westfalenmetropole den Strukturwandel vom Kohle- und Stahlzentrum in die Dienstleistungshochburg meistern.

Das zweite Kapitel „Geschichtsunterricht“ macht seinem Namen alle Ehre und entführt uns zu den Sternstunden des BVB. Angefangen über die Gründung im Jahre 1909 über den Wachwechsel nach dem zweiten Weltkrieg bis zur ersten Deutschen Meisterschaft 1956 reicht der Reigen. Es geht weiter mit der Gründung der Bundesliga im Goldsaal der Westfalenhalle, dem ersten Fan-Fest 1987 und dem ersten deutschen Champions League-Sieg 1997.

Mit „Heimspiel ist Kapitel 3 überschrieben und beschäftigt sich mit dem Mythos Westfalenstadion und seinen Fans. Nicht umsonst wurde der westfälische Fußballtempel erst unlängst zum schönsten Stadion der Welt gekürt. Die „Familienbande“ kommt im vierten Kapitel zu Wort. Zahlreiche Geschichten von Dortmunder Fans und ihrer Familienbande sind hier nachzulesen: Amüsantes, Gänsehaut-Momente und Historisches gibt es zu erleben.

Um die „Glaubensgemeinschaft“ geht es im letzten Abschnitt. Dieses Kapitel ist der Abschluss der Gelbfieber-Diagnose. Statt vieler Worte lässt Herausgeber Nils Hotze die Macht der Bilder sprechen und präsentiert mit unzähligen Infografiken und Statistiken das Phänomen Borussia in all seinen Facetten.

In jedes der fünf Kapitel werden Beiträge von Dortmunder Journalisten (Frank Fligge und Wilfried Wittke), Borussen (Reinhard Rauball und Ex-Stadionsprecher Bruno Knust) und weiteren Persönlichkeiten wie Ulrich Sierau, Arnd Zeigler und Wolfgang Niersbach eingestreut, die dem Buch eine weitere persönliche und lesenswerte Note verleihen.

Mein Fazit

Gelbfieber – wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde ist für mich ein ganz besonderes Buch. Nils Hotze versteht es trefflich, das schwarz-gelbe Gefühl in Worte zu kleiden und die Faszination Borussia und Dortmund begreifbar zu machen.

Viele dieser Emotionen, beeindruckende Fotografien aus vielen Jahrzenten BVB und dieses sprichwörtliche Lebensgefühl einer ganzen Region und eines ganzen Vereins und seiner Fans packt Gelbfieber in wunderbare Worte und macht es damit zu einem ganz besonderen Buch, das in keinem gut sortierten Borussen-Bücherregal fehlen sollte.

Das Gelbfieber bricht nicht nur am Spieltag in der Bundesliga, auf der europäischen Bühne und im DFB-Pokal aus. Das Gelbfieber ist allgegenwärtig, wenn der BVB im Spiel ist. Echte Liebe halt 😉

Mein ganz persönlicher Gelbfieber – Moment

Meinen ganz persönlichen Gelbfieber-Moment hatte ich übrigens, als ich die Seite 116 aufgeschlagen habe. Es ist eine Zeitreise in die neunziger Jahre, also knapp zwanzig Jahre her. Oberhalb der Bildunterschrift „Lautstarke Unterstützung im Westfalenstadion, 1994“ bin ich oberhalb eines Trommlers auf der Südtribüne zu sehen.

Die linke Hand lässig in die Jeanshose gesteckt und mit der rechten Hand einen Bierbecher in der Hand, stehe ich im kurzärmeligen schwarz-gelben Trikot der Saison 1991/92 (das Trikot besitze ich heute noch!) neben meinem damaligen Fanclub-Kumpel Rolf im Block 13 auf der Süd und parliere über Borussen-Themen. Dass ich damals eine aus heutiger Sicht bräsige BVB-Ballonmütze trage, macht den Schnappschuss für mich nur noch schöner.
Rezension Gelbfieber - wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde Nils HotzeEine weitere Rezension zum Buch gibt es übrigens nebenan im Rote Erde Blog von Sylvia.

 

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

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