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Bioenergie – Projekt in Amelunxen gescheitert

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Sie haben über viele Jahre hart gearbeitet, geplant, konzipiert, Gespräche geführt, verhandelt und diskutiert. Immer mit dem einen Ziel vor Augen: im Ort eine autarke Energieversorgung dank Bioenergie aufzubauen. Doch das Projekt ist gescheitert.

Was im Jahr 2005 so hoffnungsvoll begonnen hat, ist sechs Jahre später gescheitert. In der vergangenen Woche beschlossen die Gesellschafter der Bioenergie Amelunxen GmbH & Co. KG die Auflösung der Gesellschaft.

Das Scheitern des Projektes hatte sich bereits vor einigen Wochen abgezeichnet, als die Arbeitsgruppe die Zaghaftigkeit der Amelunxener Bürgerinnen und Bürger genauso bemängelte wie die Zaghaftigkeit der Banken bei der Kreditvergabe.

In einem Brief fassen die Mitglieder der Arbeitsgruppe das traurige Ergebnis zusammen:

Liebe Amelunxerinnen und Amelunxer,

als wir den letzten Infobrief im Spätsommer 2010 schrieben, waren wir fest davon überzeugt: der Bau der Biogasanlage und des Nahwärmenetzes würde noch im Jahr 2010 beginnen.

Doch jetzt mussten die Gesellschafter der Bioenergie Amelunxen GmbH & Co. KG das Projekt beenden, obwohl die technischen Voraussetzungen für den Bau der Anlagen erfüllt und die Planungsarbeiten fast abgeschlossen waren.

· Die landwirtschaftlichen Flächen zum Betrieb einer Biogasanlage für mindestens 10 Jahre waren gesichert.
· Über 1,1 Mio. € Eigenkapital wären im Dorf zusammengekommen.
· Das Land NRW hätte über 500.000,- € Zuschuss gezahlt.
· Mit Fördergeldern der Bundesregierung wären für das Nahwärmenetz und die Hausanschlüsse zusätzlich bis zu 800.000,- € gezahlt worden. Damit standen uns mehr als 30% Eigenmittel zur Verfügung.

Aber: Die Anzahl der Wärmeverträge der Amelunxer Haushalte war den Banken zu wenig.

Die Banken fordern:
· mehr Wärme-Kunden
· Besicherung der Kredite (durch z.B. Grundeigentum,
wie beim Hausbau, selbstschuldnerische Bürgschaften u.ä.)
· Machbarkeits-Gutachten durch unabhängiges Institut

Wir bekommen also keine Finanzierung, weil uns Wärmekunden und somit die Sicherheiten durch das Eigenkapital fehlen.

Damit ist das Projekt Bioenergie Amelunxen, das mit großem finanziellem Engagement und enormem Einsatz im Oktober 2005 gestartet wurde, gescheitert.

Unsere Ziele waren:
· durch den Einsatz regenerativer Energie aus Land- und Forstwirtschaft von den großen Energieversorgern unabhängiger zu werden.
· den Ausstoß klimarelevanter Gase zu verringern, um auch unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt zu sichern.
· die Wertschöpfung in unserer Region zu verbessern.

Von den 34 Gesellschaftern der Bioenergie Amelunxen GmbH & Co. KG wurden für die Vorplanung bisher über 70.000 € gezahlt.
Hinzu kommen die ungezählten, unbezahlten Arbeitsstunden.
Leider ist es uns trotz dieses Einsatzes nicht gelungen, das Projekt zu verwirklichen.

Es gibt kaum Bioenergiedörfer in NRW. Mitden Fördergeldern aus dem Programm progres.nrw wollte das Land ein Leuchtturmprojekt unterstützen. Dies macht die Bedeutung
des Projektes deutlich.

Die Verwirklichung dieses Projektes wäre ein weiterer Meilenstein für den „Bioenergiekreis Höxter“.

Jeder wird sich seine eigenen Gedanken machen müssen, was er zu dem Projekt beigetragen hat oder hätte beitragen können.

Die Bioenergie Amelunxen GmbH & Co. KG dankt allen für das Engagement und die Mitarbeit in den vergangenen 5 Jahren.

Eure Arbeitsgruppe der Bioenergie Amelunxen

Ich bin erstaunt und enttäuscht, dass es nicht gelungen ist, die harte und ausdauernde Arbeit der emsigen Dorfbewohner zu belohnen und kann es nicht fassen, dass die Anstrengungen von vielen, vielen Monaten jetzt ohne Belohnung einfach verpuffen.

Insbesondere vor dem Hintergrund der boomenden regenerativen Energiegewinnung verwundert mich das Zögern – sowohl auf Seiten der Investoren (den finanzierenden Banken) als auch auf Seiten der Amelunxer, die diese einmalige Chance haben verstreichen lassen und nicht an das Projekt geglaubt haben.

Autor: Marc

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