Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Borussia Dortmund nach 23 Spieltagen in der Saison 2016/2017

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Borussia Dortmund macht (wieder) Spaß!

So lassen sich die jüngsten Auftritte des BVB in der Bundesliga und in der Champions League auf einen kurzen Nenner bringen.

Hier ein Rückblick auf die jüngsten Spiele in der Champions League und der Bundesliga.

Chancen ohne Ende bei Benfica Lissabon – aber 0:1

Mit exakt der gleichen Elf, die gegen Leipzig und Hertha BSC siegreich gewesen war, ist Borussia Dortmund in Lissabon ins Achtelfinale gestartet.

Benfica begann druckvoll und wurde von den Fans lautstark nach vorne gepeitscht. Auch Borussia ließ sich nicht lumpen und kam insbesondere über die linke Seite gefährlich vor das Tor. Pierre-Emerick Aubameyang hatte auf Vorlage von Dembélé die Riesenchance zur Führung, doch sein Schuss flog knapp über das Tor (10.).

Auch anschließend gab es gute Gelegenheiten für Schwarz-Gelb, so in der 23. Minute, als Dembouz am Torschuss in letzter Sekunde gehindert wurde. Und Auba rutschte um Zentimeter am Ball und dem 1:0 vorbei (38.). Riesenpech für den BVB, als Dembélé im Strafraum gefoult wurde, aber der Elfmeterpfiff ausgeblieben ist (40.). Das Fazit nach einer torlosen ersten Halbzeit: der BVB mit den besseren Torgelegenheiten, Benfica allerdings auch gefährlich vor´m Tor. Und wie erwartet war Dortmund im Vergleich zum Darmstadt-Spiel nicht wiederzuerkennen.

Die Pause kam zur Unzeit, denn nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff ging Lissabon nach einem Eckball in Front. Und schon sah es wieder übel aus. Kerr, Kerr, Kerr. Eine verdiente Führung sieht anders aus. In der 53. Minute versiebte Auba die nächste Hundertprozentige und es war langsam zum Verzweifeln. In der 58. Minute gab es Elfmeter für Dortmund und ausgerechnet der aktuelle Chancentod des Spiels Auba trat an – und schoss genau auf den Torwart. Unfassbar schlecht und mehr ein Rückpass als ein Schuss . So dumm und lustlos. Das hätte der Ausgleich sein müssen. Anschließend wurde der Gabuner gegen André Schürrle ausgetauscht (62.).

Die Dortmunder ließen sich nicht entmutigen und drückten weiter auf die Tube. Langsam rächte sich das verschwenderische Verschenken der Torchancen. Traurig, dass 8:1 Chancen nach 75 Minuten einen Zwischenstand von 0:1 aus Sicht der Borussen bedeutete. Christian Pulisic und Gonzalo Castro wurden in der 81. Minute für Reus und Guerreiro eingewechselt. Zehn Minuten blieben noch für die Aufholjagd. Doch es blieb beim unverdienten Sieg für die Portugiesen, die einen jämmerlichen Torschuss zustande gebracht haben. Das reichte aber zum Sieg. Weil der BVB seine zahlreichen Chancen nicht genutzt hat.

Überzeugener Sieg gegen Wolfsburg

Zwei Niederlagen in Folge gab es lange nicht mehr beim BVB. Und ausgerechnet ohne die Unterstützung der Südtribüne sollte dieser Negativ-Lauf gegen den VfL Wolfsburg gestoppt werden.

Denn auf die Unterstützung der Gelben Wand konnte die Borussia aufgrund der Sperrung der Südtribüne nicht bauen. Es war die Gretchenfrage, ob und wie sich der fehlende Support auf die Leistung des Tabellenvierten auswirken würde.

Ohne den angeschlagenen Sokratis, aber mit André Schürrle (für Erik Durm), Gonzalo Castro (anstelle von Guerreiro) sowie Matthias Ginter (für Papa) in der Startelf brachte Thomas Tuchel drei frischen Kräfte gegen den VfL. Vor dem Spiel wurde Ex-Borusse und Neu-Wolfsburger standesgemäß vom BVB verabschiedet, doch dann war es vorbei mit den Nettigkeiten gegenüber dem Gegner aus Niedersachsen.

Aus der Südtribüne wurde übrigens die Nord, denn die schwarz-gelben Fans haben die Gelbe Wand spontan auf die Gegenseite des Westfalenstadion verlegt und im Gäste-Block für Stimmung gesorgt. Gut, dass die Grün-Weißen auswärts von wenigen Anhängern begleitet werden 🙂

Und dann wurde endlich Fußball gespielt. Aubameyang hatte nach einer feinen Flanke von Pisczek aus zentraler Position die Führung auf dem Fuß, schoss aber nicht platziert genug (7.). Acht Minuten später scheiterte der Gabuner erneut knapp und bei mir wurden Erinnerungen an das Spiel in Lissabon am Mittwoch wach. Wenn die eigene Elf nicht trifft, hilft halt der Gegner. So wie in der 20. Minute, als Jeffrey Bruma per Eigentor das 1: 0 für Borussia markierte und gleichzeitig Kandidat für das Kacktor des Monats ist. Auch danach gab es Chancen fast im Minutentakt, doch zum Pausenpfiff stand es immer noch nur 1:0.

Perfekt für meine Nerven war der Beginn der zweiten Hälfte. Nach Flanke von Dembélé traf Lukas Pisczek in der 48. Minute zum 2:0 – bereits der fünfte Treffer des Polen in dieser Spielzeit. Und danach wurden die Dortmunder Offensive überheblich. Selbst beste Einschussmöglichkeiten wurden leichtfertig vergeben. Als Dembélé nach einer Stunde mit einem Zuckertor – ebenfalls mit dem Kopf – das dritte Tor für den BVB markierte, wurde das Resultat langsam leistungsgerecht. Der Tabellenvierzehnte brachte heute einfach nichts zustande.

Einen Gänsehautmoment gab es eine Viertelstunde vor dem Ende, als Kuba eingewechselt worden ist. Die Dortmunder feierten den ehemaligen Borussen frenetisch wie selten ein Gast gefeiert wurde. Am Ende stand ein hochverdientes 3:0 für Borussia Dortmund, das den dritten Tabellenplatz bedeutet. Und mit diesem Ergebnis waren die Wölfe noch gut bedient. Selbst ein 5:0 oder 6:0 war an diesem Tag möglich. Nur die miserable Chancenverwertung verhinderte einen höheren Sieg.

Keine Probleme beim Lieblingsgegner Freiburg

Am 22. Spieltag reiste Borussia Dortmund zu einem Lieblingsgegner. Die letzten elf Spiele gegen den SC Freiburg endeten mit einem Sieg für den BVB. Doch aufgepasst, der Aufsteiger hat bereits dreißig Zähler auf seinem Konto und schnuppert an den Europa League-Plätzen.

Mit Erik Durm anstelle von Marcel Schmelzer, Sokratis für Matthias Ginter und Raphael Guerreiro für André Schürrle gab es drei Wechsel. Schwarz-Gelb machte von Beginn an Druck und verleitete den SCF zu einigen Schnitzern, die allerdings nicht in Tore umgemünzt werden konnten. Einen Freistoß von Guerreiro konnte Papa Sokratis mit dem Kopf zur Führung veredeln (13.). Es war das erste Saisontor des Griechen in seinem 150. Bundesligaspiel. Fünf Minuten später hätte Durm auf 2:0 erhöhen können, doch sein Schuss wurde abgeblockt.

Auch danach gab es zahlreiche Torgelegenheiten, doch das Runde wollte einfach nicht erneut ins Eckige. Es spielte nur Borussia, 14:2 Torschüsse sind eindeutig. Und dennoch stand nach der ersten Halbzeit nur ein mickriges 1:0 zu Buche. Wenn sich das nicht rächen sollte…

Der SC Freiburg kam besser aus der Kabine und ließ Dortmund nicht mehr so stark zur Entfaltung kommen. Doch dann kam die 54. Minute und der BVB kombinierte klasse und wurde mit Aubas ersten Treffer nach vier Spielen mit Ladehemmung belohnt:

Und der Gabuner legte in der 70. Minute nach und markierte mit diesem Doppelpack nicht nur das 3:0, sondern auch Saisontreffer Nummer 19 – Platz 1 in der Torjägerliste.

Um 17:17 Uhr war der 12. Sieg in Serie gegen die Schwarz-Weißen perfekt und der dritte Platz weiter in BVB-Hand. Und viel wichtiger: endlich wieder ein Auswärtssieg und endlich zweimal in Folge mit einer weißen Weste geblieben.

(Vorerst) kein Auftritt bei den Sportfreunde Lotte im Pokal

Mit „voller Kapelle“ reiste der BVB am Dienstag zum Pokal-Viertelfinale bei den Sportfreunden Lotte, um zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren ins Halbfinale einzuziehen.

Wenn das Spiel denn angepfiffen worden wäre. Einsetzender Schneefall war schuld, dass der Schiedsrichter die Begegnung eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt hat.

Dumm gelaufen – insbesondere vor dem dicht gedrängten Terminplan der Borussia mit Champions League und Bundesliga. Inzwischen wurde das Nachholspiel auf Dienstag, 14. März 2017 in Osnabrück terminiert. Und auch der mögliche Halbfinal-Gegner für den BVB steht bereits fest: der FC Bayern im eigenen Stadion 🙁

Und ich habe es bereits vor der Auslosung gewusst – und bin früh ins Bett gegangen:

Torfestival gegen Bayer Leverkusen

Bayer Leverkusen war am 23. Spieltag zu Gast im Westfalenstadion. Mit der gleichen Startaufstellung wie beim überzeugenden 3:0 in Freiburg ging die Tuchel-Elf in das Duell gegen die Rheinländer.

Nach nicht einmal sechs Minuten gab es die Führung für Schwarz-Gelb. Ousame Dembélé erzielte sein sechstes Saisontor mit einem feinen Fernschuss. Möglich gemacht hatte Aubameyang den Treffer mit einem starken Zweikampf-Einsatz kurz zuvor.

Leverkusen bekam das Spiel nach dem Rückstand besser in den Griff und profitierte dabei auch von der schlampigen Defensivarbeit der Borussen. Doch auch der zweite Treffer gelang den Hausherren. Nach einem Eckstoß erzielte Auba seinen 20. Saisontreffer – 2:0 (26.).

Schrecksekunde in der 43. Minute, als Marco Reus nach einem Sprint ins Straucheln gekommen ist und mit Oberschenkelbeschwerden ausgewechselt werden müsste. Für ihn kam Christian Pulisic auf den Platz.

Die zweite Halbzeit begann übel. Kevin Volland traf mit Unterstützung der schläfrigen Dortmunder Defensive zum 1:2 (48.) und Bayer witterte die Chance zum Ausgleich. Allerdings war es Dembélé, der in der 58. Minute das 3:1 auf dem Fuß hatte, aber zu eigensinnig das Abspiel auf Pulisic verpasste.

Anschließend hatte Bayer Glück, dass Bellarabi nicht vom Platz geflogen ist. Nach einem fiesen Foul an Dembouz wäre eine Verwarnung das Mindeste gewesen. Und weil der Stürmer bereits Gelb hatte, wäre damit Endstation gewesen.

Und als es schon wieder fiese Fouls von Leverkusen gab und ich mächtig Puls hatte, traf Auba zum 21. Mal in dieser Saison zum 3:1. Genial vorbereitet von Dembéle übrigens (70.). Und die Nerven konnten sich noch nicht beruhigen, denn die Gäste kamen mit einem Freistoßtor auf 2:3 heran (74.).

Als sich Erik Durm auf rechts bis zur Grundlinie durchgetankt und in die Mitte geflankt hat, ließ sich Pulisic nicht lange bitten und knallte das Leder zum 4:2 in die Maschen (77.). Sieben Minuten später gab es Strafstoß für den BVB nach Foul am eingewechselten André Schürrle. Der Gefoulte tritt selbst an und trifft zum 5:2 (85.).

Und die Borussen hatten noch nicht genug. Nach Assist von Pulisic markierte Raphael Guerreiro den 6:2-Endstand (90. + 1). Es ist das 32. ungeschlagene Heimspiel in Folge für den Tabellendritten.

Überzeugender Auftritt im Rückspiel gegen Benfica

Nervös. Den ganzen Tag über war ich nervös, sobald meine Gedanken zum BVB abgeschweift sind.

Das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League musste mit mindestens zwei Toren Unterschied gewonnen werden. Nur so konnte das bittere 0:1 aus dem Hinspiel ausgewetzt werden.

Wie von mir erhofft, brachte Thomas Tuchel Youngster Christian Pulisic für den verletzten Marco Reus und Marcel Schmelzer für den angeschlagenen Raphael Guerreiro. Also Bestbesetzung für Schwarz-Gelb. Und bevor der Anpfiff ertönt ist, hat die Südtribüne mit einer fantastischen Choreografie seine Borussen gefeiert:

Was für ein Auftakt. Ecke Dembélé, Kopfball Aubameyang und es stand nach nicht einmal vier Minuten 1:0 für den BVB. Ein perfekter Auftakt. Und die Dortmunder machten weiter Tempo und wollten das zweite Tor nachlegen. Doch die Anfangsoffensive der Borussen war nach zwanzig Minuten erledigt und die Portugiesen kamen besser ins Spiel. Und zu zwei aussichtsreichen Torchancen, die deutlich gemacht haben, dass mit Benfica immer zu rechnen sein muss.

Dortmund hatte den Faden verloren und Thomas Tuchel gefiel das überhaupt nicht. Dembélé schrammte kurz vor der Pause an Gelb-Rot vorbei und konnte von Glück reden, nicht das Feld verlassen zu müssen. Es war Unordnung allerorten bei Dortmund. Das wird eine unangenehme, anstrengende zweite Halbzeit für den BVB gegen Benfica, soviel war klar. Nach der frühen Führung war erst mal die Luft raus bei Borussia. Und so ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter.

Schlafmützig und fahrig in der Abwehr haben die Westfalen die Gäste wieder und wieder ins Spiel gebracht. Und dann kam die 59. Minute. Christian Pulisic netzte fein zum 2:0 ein und nicht einmal 120 Sekunden später legte Auba das 3:0 nach – was für eine Wende, was für ein Spiel! Dem Doppelschlag hatte ich es zu verdanken, dass die verbleibenden dreißig Minuten einigermaßen entspannt für mich gelaufen sind.

Und es wurde noch besser. Auba schnürte seinen ersten Dreierpack in der Königsklasse und es stand 4:0 (85.). Wahnsinn! Am 17. März wird das Viertelfinale ausgelost und ich hoffe, dass es nicht Bayern München wird. Der FC Barcelona wäre attraktiv – allerdings auch im Finale ein feiner Gegner 🙂

Die Lage nach dem 23. Spieltag

Borussia Dortmund ist nach dem 23. Spieltag voll im Soll. In der Bundesliga auf Platz 3, im DFB-Pokal im Viertelfinale und auch in der Königsklasse in der Runde der letzten Acht.
Borussia Dortmund Saison 2016 2017 Saisonverlauf 23. Spieltag Chart FieberkurveEinzig die Niederlage beim Schlusslicht in Darmstadt trübt ein wenig den Gesamteindruck. Denn die Aufholjagd auf RB Leipzig würde deutlich leichter fallen. Aber auch sechs Punkte Vorsprung können schnell eingeholt werden.

Die aktuelle Mannschaft wirkt deutlich gefestigter als vor der Winterpause und scheint sich immer besser einzuspielen. Wenn das schwierige und herausfordernde Auswärtsspiel bei Hertha BSC am heutigen Samstag gewonnen werden kann, ist einiges möglich.

Autor: Marc

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