Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Mein Nordsee-Tagebuch, Tag 3: Horumersiel, Hooksiel, die Wasserski-Anlage und ein Sonnenuntergang

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Der Spaziergang am Donnerstag Abend war genauso abwechslungsreich wie der Besuch in Wilhelmshaven am Vormittag.

Und noch besser sollte es einen Tag später werden. Das Frühstück am Freitag konnte hektisch werden, denn es war der Abreisetag für die vier Schulklassen, die seit Montag hier gewesen sind.

Als wir um kurz nach acht den Speiseraum betreten hatten, war es allerdings erstaunlich leer. Wir hatten genau das schmale Zeitfenster zwischen „nach dem Frühstück der ersten Schulklasse und „vor dem Frühstück der zweiten bis vierten Klasse“ erwischt und konnten in Ruhe die Mahlzeit und das Lunchpaket für mittags zusammenstellen.
Anschließend war für uns Bettenwechsel angesagt. Wie vereinbart sind wir aus dem zweiten Stock des Altbaus in den Neubau umgezogen. Anstelle von sechs hatten wir nun vier Betten und die Dusche sowie das WC separat „über den Flur“. Das Zimmer war deutlich kleiner als unser altes Domizil – aber was soll’s, die meiste Zeit haben wir ohnehin draußen verbracht und brauchten das Zimmer nur zum Schlafen.

Das Horumersiel mit Hohenstiefersiel

Das erste Ziel des Tages war Horumersiel. Als wir gegen elf Uhr am Yachthafen im Süden des Ortes angekommen sind, würden wir von Sonne satt überrascht und sind entlang des Deiches Richtung Wangersiel, Frieslandtherme und Sandstrand spaziert.
Unter einem Siel versteht man laut Wikipedia einen verschließbaren „Gewässerdurchlass in einem Deich. Das Schließen erfolgt normalerweise durch höheren Druck bei höherem Wasserspiegel auf der Meerseite, das Öffnen durch höheren Druck von der Binnenseite bei niedrigem Wasserstand auf der Meerseite. Ein Siel ist also ein Ventil zur passiven Entwässerung des hinter dem Deich gelegenen Binnenlandes, besonders als Teil des Entwässserungssystems von Marschgebieten.“

Das Wangersiel wurde 1963 erbaut und sorgt seitdem für die Regulierung der Entwässerung zur Nordsee. Die Frieslandtherme ist ein beliebter Badeort für große und kleine Gäste und befindet sich auf dem Standort des ehemaligen Hafens von Horumersiel.

Zurück vom Deich sind wir durch den gemütlichen Ort Horumersiel spaziert, wo an diesem Wochenende das alljährliche Dorffest stattgefunden hat. Es hat Spaß gemacht, entlang der Buden mit maritimen Geschenken und leckeren Fischbrötchen zu schlendern und Spielzeug für kleine und große Kinder zu sehen. Und natürlich durfte auch ein Eis für die Kids nicht fehlen.

Leckere Fischbrötchen bei Janssen´s Fisch

Unsere Fischbrötchen haben wir bei Janssen´s Fisch genossen. „Riecht das hier lecker“, meinte Luke, als ihm der geräucherte Fischgeruch schon von weitem in die Nase gestiegen ist.
In dem Geschäft gibt es leckere Fischbrötchen zu guten Preisen. Ein Brötchen mit Fischfrikadelle kostet zwei Euro, mit Seelachsschnitzeln 2,30 Euro und mit Bratheringsfilet 2,80 Euro. Sonderwünsche sind kein Problem und werden prompt erledigt. Ein weiteres Plus: die Bezahlung mit Kartenzahlung ist bereits ab zehn Euro Einkaufswert möglich.

Wunderschönes Hooksiel

Um 14 Uhr ging es weiter Richtung Hooksiel. Nachdem wir das Auto in der Nähe des Zentrums abgestellt hatten, war erst einmal ein leckerer Eisbecher Pflicht.
Wir hatten in Claudio´s Eiscafé zwei Erdbeerbecher, ein Spaghetti Eis und einen Erdbeere-Crêpes bestellt.

Mein Fazit: Super leckeres Vanille- und Erdbeereis. Abzüge gibt es für die vergleichsweise kleine Portion beim Spaghetti Eis für 5,80€ und weil der Crêpes nicht gemeinsam mit den drei Eisbechern, sondern erst mit gut zehn Minuten Verspätung serviert worden ist.
Anschließend spazierten wir Richtung Alter Hafen und genossen den Rundgang durch das historische Örtchen.
Schön und informativ sind die zahlreich im Ort aufgestellten Informationstafeln „Hooksiel historisch“, die Geschichten und Anekdoten aus der damaligen Zeit vermitteln.

Übrigens: in der Jugendherberge Schillighörn haben wir ein kostenloses Parkticket erhalten, das uns während des gesamten Aufenthaltes das Gratis-Parken auf allen öffentlichen, gebührenpflichtigen Parkplätzen der Gemeinde Wangerland, also in Horumersiel, Schillig und Hooksiel) ermöglicht.

Wasserski fahren macht Spaß – Wasserski-Fahrern zuschauen auch

Anschließend ging es weiter zum Hooksmeer und der hiesigen Wasserski – Anlage und Terrasse mit bestem Blick auf die Wassersportler.
Auf der Anlage kann mit Wakeboard oder Wasserski gefahren werden. Der Kurs ist kein dröger Rundum-Kurs, sondern wird aufgepeppt durch Rampen und andere Hindernisse.

An diesem Nachmittag war das Wetter perfekt für diesen Sport und Kids, Teens und Erwachsene beiden Geschlechts haben das wunderbare Wetter zum Wasserski fahren genutzt.

Im Strandkorb sitzend und den warmen Sand zwischen den Zehen hatten wir einen perfekten Blick auf die Sportler:

Dann ging es zurück Richtung Jugendherberge. Seit Vormittag haben wir Sonne satt an der See gehabt – und die Sonne sollte uns auch bis zum Abend nicht im Stich lassen.

Die vier Schulklassen sind am Morgen abgereist und am Wochenende bevölkern standesgemäß überwiegend Familien die Jugendherberge. Dennoch war es beim Abendessen ordentlich voll. Wir hatten Glück, in dem 18 Uhr-Slot genau die Lücke zu erwischen, die ein entspanntes Essen und Platz aussuchen ermöglicht.
Nach dem Abendessen sind wir um viertel nach sieben noch über den Deich ins Watt gegangen. Endlich sollte es so weit sein, endlich konnten wir die nackten Füße in den Schlick setzen. Passenderweise war seit einiger Zeit Niedrigwasser und wir konnten einige Meter weit in die Nordsee gehen und unsere Füße in das nicht gerade kalte Wasser tauchen.
Die Sicht bis zur Minsener Oog war einwandfrei – schade, dass wir keine Gelegenheit hatten, eine Wattwanderung zu dem Eiland zu unternehmen. Aber das ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.
Als wir um halb neun von der erfrischenden Tour zurück in der Jugendherberge gewesen sind, war es noch viel zu früh, um schlafen zu gehen. Anne und ich haben deshalb noch eine kleine Runde rund um Schillig unternommen.
Eine Stunde dauerte unser Spaziergang bis zum nordöstlichsten Punkt des Ortes. Wir konnten die klare Sicht nutzen, um bis nach Butjadingen, zu den Containerterminals in Bremerhaven, das Vogelreservat Mellum, die Insel Minsener Oog und Wangerooge sowie Spiekeroge zu schauen und wurden außerdem mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Mehr über die Nordsee und das Wangerland

Alle bisherigen und alle weiteren Artikel über den Besuch an der Nordsee finden sich unter dem Schlagwort #Nordsee2016 hier im Blog.

Autor: Marc

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