Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Fleißige Handwerker und schräge Vögel: der Flachsmarkt 2015 in Krefeld

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Das Treiben rund um die Burg Linn ist an diesem Pfingstsonntag besonders groß.

Das schöne und sonnige Wetter mit Temperaturen um die 20 Grad hat viele Besucher in die Stadt am Rhein gelockt. Und das wurde uns schon auf der Anfahrt klar, denn Auto reihte sich an Auto und die Parkplätze rund um den Flachsmarkt waren bereits um halb elf gut gefüllt.

Mit viel Glück hatten wir unser Auto nahe der Ritterwiese auf einem Firmengelände für drei Euro Tagespauschale abstellen können und spazierten Richtung Markttreiben. Je näher wir der Veranstaltung gekommen sind, umso mehr Menschen entdeckten wir, die das gleiche Ziel wie wir hatten.

Doch die Sorge vor den Kassenhäuschen war unbegründet. Die Gäste wurden schnell bedient und konnten genauso schnell auf den Markt gehen. Wie ohnehin alles sehr professionell organisiert ist bei diesem Event, das bereits zum 40. Mal die Besucher aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet anlockt.

Top organisierter mittelalterlicher Markt

Die gute Organisation zeigt sich auch an den zahlreichen Informationstafeln und Treffpunkten. Wer hier verloren geht, muss schon einiges falsch gemacht haben 🙂

Direkt nach dem Eingang verschaffen wir uns anhand der Übersichtskarte einen Eindruck von dem Angebot. Mehr als 300 Handwerker sind am Start und zeigen ihre Kunstwerke.

Vom Töpfer über den Buchmacher und den Steinmetz bis hin zum Schmied und Imker sind sie alle mit dabei und lassen die Gäste über die Schulter blicken.

Auch Freunde der Handarbeit kommen hier ganz auf ihre Kosten. Egal ob es sich um Gefilztes oder Genähtes, ob es sich um Gesticktes oder Gestricktes handelt: das Angebot ist riesig und die Augen wissen manchmal gar nicht, wo zuerst hingeschaut werden soll.

Die kleinen und großen Kinder erfreuen sich an den Ritterspielen und Schwertkämpfen, die Erwachsenen staunen über die Bogenschützen und die mittelalterlichen Tänze. Als wir an dem Ritterlager und der Turnierbahn angekommen sind, ruhten sich die jungen, edlen Ritter noch vom Kampf zuvor aus und bereiteten sich gleichzeitig auf den nächsten Kampf am Nachmittag vor:

Sehr aufschlussreich und kurzweilig ist die Vorstellung im Pavillon vom Flachsmuseum Wegberg-Beeck. Regelmäßig gibt es hier Vorträge zum Thema „Vom Flachs zum Leinen“.

Auf unterhaltsame Art und Weise gibt es nicht nur die Flachspflanze zu sehen, sondern auch die Beschreibung der einzelnen Schritte von der Pflanze zum Textilstoff.

Natürlich darf auch ein Spaziergang über den Andreasmarkt im mittelalterlichen Stadtteil Linn nicht fehlen. Vor der Kulisse mit den mittelalterlichen Gebäuden kommt ein ganz besonderes Markt-Feeling auf, das in dieser Form einzigartig ist.

Als dann noch die historische Postkutsche zu einer Rundfahrt einlädt, ist das Glück des Besuchers perfekt:

Ein Bummel entlang der Burg und der zahlreichen Marktstände macht hungrig und deshalb gibt es eine Stärkung an einer der zahlreichen Futter-Stände.

Spießbraten, Bratwurst, Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Himmel und Erde mit Blutwurst oder Crepes und Fladenbrote – hier kommt jeder Geschmack auf seine Kosten.

Die schrägen Vögel

Und dann war da ja noch die Geschichte mit den schrägen Vögeln…

Just als wir den kleinen Lindenberg entlanggeschlendert sind, habe ich zwei große Vögel erblickt. Mein jüngster Sohn hat das grüne und orange-farbene Federvieh auch erblickt und fragt mich verwundert: „Papa, sind die Tiere echt?“.

Mit einem Lächeln kläre ich ihn über die Frauen mit den Stelzen auf, verhehle aber nicht meinen Respekt, wie die beiden jungen Damen geschickt durch die Menschenmassen stolzieren und mit den Frauen, Männern und Kindern einen kleinen Schwatz halten.

Die Burg ist überfüllt

Zum Abschluss sollte es noch einen Abstecher zur Burg geben. Doch wir haben bewusst auf den Burgbesuch verzichtet, weil eine ellenlange Schlange das Warten nötig gemacht hätte. Weil ich erst vor eineinhalb Monaten beim Krefelder Gipfelstürmertag auf den Turm geklettert war, war dieser Umstand zu verschmerzen.

Und den Kids habe ich versprochen, dass wir bald wieder zur Burg Linn nach Krefeld fahren und dann den Besuch des Turmes nachholen. Und auch ohne diesen Makel gilt: Schön ist es auf dem Flachsmarkt 2015 in Krefeld gewesen.

Bestes Wetter, tolles Handwerk, leckeres Essen und ein gut organisiertes Fest, das selbst den großen Andrang im Griff hatte.

Wir kommen gern wieder!

Mein Dank geht an Claire Neidhardt vom Stadtmarketing Krefeld, die uns zu dieser Veranstaltung eingeladen hat.

Autor: Marc

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