Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Tutorial: erfolgreiche Direktvermarktung mit eigenem Blog

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Nachdem ich mit EverLinks, LINKmADS und Trustlink drei Marktplätze für den Kauf und Verkauf von Backlinks vorgestellt habe, geht es jetzt um die Direktvermarktung im Weblog.

Was ist Direktvermarktung des Blogs

Unter der Direktvermarktung des eigenen Blogs versteht man das eigenständige Aushandeln von Preisen im Rahmen von Kooperationen oder das Schalten von Werbung. ohne Einschaltung eines Dritten.

Eine Kooperation kann in vielerlei Hinsicht geschehen: zum einen kann es sich um das Zuverfügungstellen von Produktproben für Produkttests oder Rezensionen von Büchern handeln. Darüber hinaus ist es auch möglich, im Rahmen von Kooperationen bezahlte Gastbeiträge von Advertisern zu veröffentlichen.

Das Schalten von Werbung ist das klassische Vermarkten von Werbeflächen auf dem Blog. Es ist möglich, Werbung mit einem Banner in der Sidebar zu kaufen oder einen Werbebanner innerhalb eines Blogbeitrages oder am Ende des RSS-Feeds (beispielsweise via Feedburner) zu platzieren. Je nach Sichtbarkeit auf der Webseite werden unterschiedliche Preise berechnet. Dabei gilt: je sichtbarer und präsenter das Banner platziert ist, desto wertvoller (ergo teurer) kann der Platz vermarktet werden.

Direktvermarktung des Blogs – Vorteile

Die Vorteile der direkten Vermarktung von Werbebanner oder Textbeiträgen liegt auf der Hand: der Blogger bestimmt den Preis. Er legt fest, wie hoch das Angebot an den Advertiser ausfällt und kann damit während der gesamten Laufzeit der Vermarktung kalkulieren. Je nach Geschmack kann die Laufzeit einen Monat, ein Quartal oder sogar ein Jahr betragen. Die feste Einnahme bietet damit eine sichere Kalkulationsgrundlage.

Die Direktvermarktung bietet darüber hinaus den Vorteil, dass ich als Publisher nicht nur den Preis, sondern auch die Kategorie bzw. Branche der Werbung bestimmen kann. Ich lege fest, welche Inhalte und Produkte auf meinem Blog beworben werden und kann festlegen, welche Inhalte hier überhaupt nichts verloren haben.

Außerdem ist die Direktvermarktung aus meiner Sicht die lukrativste Form des Marketings. Weil keine Zwischenhändler involviert sind, ist die Marge – sofern sauber kalkuliert – am höchsten.

Direktvermarktung des Blogs – Nachteile

Direktvermarktung bedeutet ein hartes Stück Arbeit. Während ich bei Affiliate-Netzwerken nur die Links oder Banner einbinden muss (aber auch nur eine vergleichsweise geringe Provision erhalte) oder bei Partnerprogrammenn wie EverLinks, Trustlink und LINKmADS „nur“ die passenden Angebote herausfiltern muss (sofern mir der angebotene Preis für den Verkauf von Backlinks oder das Schreiben von Textreviews zusagt), läuft bei der Direktvermarktung viel über die direkte Ansprache des potenziellen Kunden und die stetige Kommunikation.

Insbesondere zu Beginn der Direktvermarktung ist es schwierig, ein Gefühl für den eigenen Preis zu kennen. Ich habe mich zu Beginn schwer getan, meine Dienstleistung (das Verfassen von Produkttests und Rezensionen) adäquat zu bepreisen. Ich wollte kein Billigheimer sein, aber auch keine potenziellen Kunden mit erhöhten Preisforderungen abschrecken und vergraulen. Da hilft nur üben, üben, üben und Marktforschung zu betreiben.

Preisfindung  – Wieviel ist mein Blog wert?

Ich habe Webseiten gefiltert und Blogs abonniert, die sich mit dem Thema auseinandersetzen (siehe Linkliste am Ende des Beitrags). Darüber hinaus bieten die Textlink-Marktplätze gute Ansätze, um das monetäre Ranking des eigenen Blogs besser einschätzen zu können. Wer beispielsweise bei EverLinks als Publisher mit einem PageRank-Blog größer als 0 registriert ist, findet in den Angeboten der Advertiser erste Anhaltspunkte für den Wert seiner Blogbeiträge.

Beim Vergleich meiner bisherigen, von mir selbst nach eigenem Bauchgefühl festgelegten Preise für eigenerstellte Postings mit den Preisen von EverLinks habe ich beispielsweise feststellen können, dass meine Kalkulation nicht marktfremd, sondern recht realistisch gewesen ist.Die Preisvorstellung der Advertiser kommt recht nah an meine bisherige Preisvorstellung von guten Blogbeiträgen heran.

Ich kann es daher nicht oft genug wiederholen: verkauft Euch und Eure Arbeit nicht zu billig! Für mich käme es beispielsweise nicht in Frage, einen Blogbeitrag mit 200 Wörtern für 10 Euro anzubieten. Das wäre ein Preis von 5 Cent pro Wort! Weil meine Texte nicht „mal eben dahingeklatscht“, sondern sauber recherchiert, sauber ausformuliert und grammatikalisch und didaktisch einwandfrei sind, nehme ich mir das Selbstbewusstsein heraus, diese Dienstleistung auch entsprechend zu bepreisen.

Wie berechne ich den Wert eines Werbebanners

Mit der Frage nach dem realistischen Wert eines Werbebanners haben sich schon viele Blogger auseinandergesetzt. Ich habe zwei Ansätze für brauchbar empfunden.

Zum einen die Formel Besucherzahl x Clickrate x Erlös (bspw. AdSense von Google) = Preis für einen Werbebanner und zum anderen eine etwas feinere Detaillierung von Robert Basic. Die Quelle ist zwar bereits aus dem Jahr 2006 und damit fünf Jahre alt, doch erscheinen mir die getroffenen Hypothesen und Cent-Angaben auch heute noch realistisch.

Robert Basic macht auch die gleiche Rechnung Seitenaufrufe x Klickrate x Klickeinnahme pro Klick = monatliche Einnahme auf. Allerdings ist für ihn nicht AdSense die Grundlage, sondern ein dreistufiges Modell, das sich nach der Anzahl der Blogbesucher richtet und eine differenzierte Klickrate zwischen 0,5 und 2 Prozent unterstellt:

Unterdurchschnittlich: <10.000 Seitenaufrufe, 0,5% Klickrate, ~10 Cent/Klick
Durchschnitt: 10.000-20.000 Seitenaufrufe, 1% Klickrate, ~20 Cent/Klick
Überdurchschnittlich: >50.000 Seitenaufrufe, 2% Klickrate, ~30 Cent/Klick

Für mein Blog würde das somit einen Bannerpreis von 10.000 x 1% (0,01) x 0,20 Euro = 20 Euro pro Monat bedeuten.

Wie gewinne ich Kunden für die Direktvermarktung

Potenzielle Kunden (Advertiser) im Rahmen der Direktvermarktung werden erst dann zu Kunden, wenn sie davon überzeugt sind, dass sich eine Zusammenarbeit mit einem Weblog rechnet. Um den Interessenten von dem Vorhaben zu überzeugen, ist ein bunter Strauß an Daten und Fakten hilfreich, um die Zielgruppenrelevanz für den Advertiser zu ermitteln.

Keine unwesentliche Rolle spielen dabei natürlich statistische Angaben (neudeutsch gern als facts and figures bezeichnet) des Weblogs wie

  • monatliche Besucherzahlen / Seitenaufrufe
  • RSS-Feed-Abonnenten
  • Distributionskanäle über Social Media (Twitter, Facebook, Google+ und YouTube)

Diese Daten und statistischen Auswertungen stehen bei mir seit Anfang des Jahres im Blog auf einer separaten Seite im Header unter Kooperation und Werbung jederzeit und aktuell zur Verfügung. Diese Mediadaten beinhalten neben den Besucherzahlen (Datenquelle: Google Analytics) auch den PageRank, aktuelle Zahlen meiner Social Media – Kanäle sowie das aktuelle Ranking in der Blogosphäre bei Wikio ebuzzing.

Ebenso kann es helfen, dem potenziellen Kunden bereits bei der ersten Ansprache Arbeitsproben der bisherigen Produkttests und Rezensionen zur Verfügung zu stellen. Eine Auflistung meiner Test finden sich beispielsweise unter

Direktvermarktung des Blogs – das Fazit

Die Direktvermarktung des eigenen Blogs zählt zweifelsfrei zu den anspruchsvolleren Herausforderungen als Webmaster. Wer sich aber ausführlich mit der Direktvermarktung für das eigene Weblog beschäftigt, kann recht schnell erste Erfolge erzielen. Das A und O der Direktvermarktung ist die Vorbereitung. Dazu zählt neben der Aufbereitung der facts and figures des eigenen Blogs auch die Ermittlung des angemessenen Preises für die erbrachte Dienstleistung. Keinesfalls sollte sich der Blogger unter Preis verkaufen – aber genauso wenig mit Mondpreisen potenzielle Kunden

Im Vergleich zu den Textlink-Marktplätzen sind die Verdienstmöglichkeiten inn der Direktvermarktung höher, weil die Vermittlungsprovision eines Dritten wegfällt. Allerdings ist der Aufwand auch deutlich höher, da der administrative Aufwand deutlich zu Buche schlägt. Dazu zählt die Erstellung eines Angebotes, die Rechnungsstellung sowie die Überwachung des Geldeingangs bei erfolgreichem Abschluss.

Zusammenfassend möchte ich anmerken, dass auch für die Werbung im Blog gilt: weniger ist mehr. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Webblog, das den Besucher gleich zu Beginn mit einer riesigen Flut an Bannern und blinkenden Werbebotschaften überfällt.

Content is King gilt auch weiterhin für jeden, der Spaß am Bloggen hat – dann stellt sich der Erfolg von ganz allein ein.

Linktips zur Monetarisierung und Direktvermarktung

Zum Abschluss möchte ich einige Seiten vorstellen, die mir insbesondere zu Beginn meiner Bloggerzeit geholfen haben, den Preis meiner eigenen Dienstleistung und den Wert meines Blogs zu kalkulieren sowie Grundwissen in Sachen Direktvermarktung auf der eigenen Webseite vermitteln:

Textlink-Marktplatz Everlinks: ideal, um zu Beginn der Direktvermarktung eine preisliche Indikation für selbst erstellte Blogbeiträge zu erhalten.

Geld verdienen mit Blog Werbebannern (Direktvermarktung)

Geld verdienen mit Direktvermarktung: Wie viel ist mein Bannerplatz wert?

Direktvermarktung: Werbekunden suchen und finden

Direktvermarktung statt AdSense & Co.

 Erfahrungen mit der Direktvermarktung für den Blog

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

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