Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Borussia Dortmund löst sich auf – eine Einordnung

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Ja, noch einer. Ja, jetzt auch ich. Nach Tims und Marcs Texten über den Untergang der Art des Fußballs, wie sie ihn einstmals kannten und geliebt haben.

So weit gehe ich allerdings nicht. Ich war nie einer dieser Hardcore-Fans, die ihr komplettes Leben dem Verein untergeordnet haben. Sicherlich, in der Jugend und als junger Erwachsener war der BVB eine feste Größe und Konstante. Aber je älter ich geworden bin, umso mehr sind andere, wichtigere Dinge in den Mittelpunkt gerückt.

Fußball ist nicht alles

Und das ist gut so. Fußball ist für mich ein Hobby und eine Leidenschaft. Fußball ist eine Konstante in meinem Leben. Aber ich habe gelernt, dass es Wichtigeres gibt und deshalb nehme ich die aktuelle Diskussion über die Kommerzialisierung in der Bundesliga, die Dosenfußballer aus Leipzig, die Plastikklubs aus Ingolstadt und vieles andere nur aus der Ferne wahr.

Viel mehr nervt mich das Gelabere rund um den BVB. Was dort seit einigen Wochen abläuft, ist einfach nur unwürdig. Und es begann mit dem Weggang von Jürgen Klopp. Dem Über-Trainer. Dem Übungsleiter, der den Erfolg nach Westfalen gebracht hat. Zwei Meisterschaften, ein Double, ein verlorenes Champions League-Finale und zahlreiche Berlin-Endspiele.

Thomas ist kein Jürgen

Der Trainer, der aber auch nach sechs Jahren bemerken musste, dass Erfolg endlich ist und die Mannschaft gegen den Abstieg kämpfen musste. Das Ende Klopps in Dortmund ist bekannt. Dann kam Thomas Tuchel und vieles wurde anders. TT ist kein Womanizer, kein Entertainer. TT ist ein Trainer mit Leib und Seele, ein Coach, der den Fußball liebt und seine DNA am liebsten entschlüsseln möchte.

Tuchel ist jemand, an dem sich Menschen reiben. Der gefällt und missfällt. Er ist definitiv kein Klopp. Überhaupt Klopp. Wie oft in nostalgisch-verklärter Weise an Jürgen erinnert und ihm gehuldigt wird, ist unfassbar. Eine Verehrung, die selbst einem Ottmar Hitzfeld in den 1990er Jahren nie zuteil geworden ist. Wahrscheinlich auch, weil er, ehrfürchtig „General“ genannt, ähnlich wenig das Bad in der Menge genossen hat wie Thomas Tuchel.

Aber zurück zum BVB. Inzwischen habe ich es vermieden, in den sozialen Medien die Diskussionen über meine Borussia zu verfolgen. Noch schlimmer ist es im sogenannten „Forum des Todes“ bei schwatzgelb. Was dort abgeht, spottet jeder Beschreibung. Mich nervt das alles nur noch. Ich möchte Fußball sehen und keine Clickbaiting-Überschriften.

Click-Huren und Schlagzeilen-Monster

Deshalb habe ich mich auch bis auf weiteres aus den sozialen Netzwerken in Sachen Fußball zurückgezogen. Ich schaue auch nicht mehr ins Forum des Todes und nutze als Lektüre ausschließlich den Kicker und – in kleinen Dosen – die Ruhr Nachrichten.

https://twitter.com/Ostwestf4le/status/825969840158601217

Ich habe keinen Bock mehr auf Tuchel-Bashing, das x-te „Auba wechselt im Sommer“-Gerücht oder anderes dummes Zeug, das an den Haaren herbeigezogen ist. Die Click-Huren und Schlagzeilen-Produzierer können mir gestohlen bleiben.

Die tägliche mediale Sau

Gefühlt jeden Tag wird eine neue mediale Sau durchs Dorf getrieben. Und jeder macht mit. Und jedes Thema wird behandelt. Entweder geht es um Thomas Tuchel oder um Aki Watzke oder um Michael Zorc. Oder am besten gleich um alle drei. Gern genommen sind auch Transfer-Spekulationen: Auba zu Madrid im Sommer, Weigl nach Barcelona und Pulisic nach Liverpool.

Ich habe es satt. Und zwar soooo satt. Ich frage mich, welche Intention hinter dem ganzen Gebashe steckt. Wer verfolgt welches Ziel mit dem Streuen von Gerüchten? Ist es nur der böse Journalismus oder wird bewusst Unruhe – von vom auch immer – geschürt?

Wann hört es auf?

Das Schlimme ist, dass langsam aber stetig ein Domino-Effekt eingetreten ist, der sich schon längst verselbständigt hat. Mich kotzt das alles nur noch an. Ich habe da keinen Bock mehr drauf. Der Karren ist inzwischen so tief in den Dreck gefahren, dass es – von außen betrachtet – unerheblich ist, wer der Urheber des Übels ist.

Nur etwas kann die Lage entspannen: sportlicher Erfolg. Und ich schreibe bewusst entspannen, denn ich hege Zweifel, dass sich die komplizierte Gemengelage mit nicht mehr auflösen lässt und nur Verlierer zurücklässt: den Verein, den Trainer, die Mannschaft, das Management und vor allen Dingen uns Fans.

Seid ihr dann endlich zufrieden?

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

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