Ein Ostwestfale im Rheinland

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Abschied von Jürgen Klopp, Teil 1

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Die ganze Woche über habe ich die Gedanken an den Abschied verdrängt.

Ich habe mich sogar dabei erwischt, dass ich gedacht habe, komm, so schlimm ist es doch gar nicht. Er ist weg und gut is‘. Nein, es ist nicht gut. Das weiß ich seit Freitag Nachmittag.

Schuld daran ist meine Timeline bei Twitter und bei Facebook. Schuld daran sind Videos wie dieses hier, das mir den herannahenden Abschied immer deutlicher vor Augen führt. So wie dieses Video auf Facebook, das ich am Freitag entdeckt habe. Und das mich absolut berührt hat und Erinnerungen an 2011 und 2012 und 2013 geweckt hat.

Mir wird an diesem Freitag Abend bewusst, dass Jürgen Klopp nur noch wenige Tage die sportliche Verantwortung beim geilsten Klub der Welt trägt. Und dann ist er weg. Für immer.

Je häufiger ich das Musikvideo sehe, umso mehr Gänsehaut bekomme ich. Und ich bekomme Angst, wenn ich an den Samstag Nachmittag denke. Spätestens um 17:20 Uhr, nach dem Schlusspfiff des Spiels Borussia Dortmund gegen Werder Bremen werde ich unabhängig vom Resultat weinen.

Ich schäme mich nicht

Ich werde mich aber für keine Träne schämen, die ich vergieße. Ich weiß auch, dass das nicht jeder nachvollziehen kann. Aber sieben Jahre Jürgen Klopp und Borussia Dortmund wischt man nicht einfach beiseite. Dafür stecken zu viele Emotionen in mir.

Emotionale Ausnahmesituationen, die nur mit und wegen Borussia erlebt werden. Und Emotionen sind auch Tränen. Lasst mich dann einfach in Ruhe. Lasst mich einfach allein mit meinem Kummer. Und mit meinem Stolz. Denn die Erinnerung ist ein Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann, hat einstmals ein schlauer Mensch gesagt.

Und dann stehst du am Samstag Morgen im Bad. Nach einer Nacht, in der du so was von Scheiße geschlafen hast. Und du schaust dir ein Video an und hast erneut Tränen in den Augen. Und du fragst dich: Wie soll das erst am Nachmittag vor und nach dem Spiel werden?

Zeit vertreiben leicht gemacht

Den Vormittag und Mittag habe ich mir mit Arbeiten im Garten und rund um das Haus vertrieben. Ich wollte gut beschäftigt sein, um erst gar nicht groß zum Grübeln zu kommen. Doch irgendwann ging das nicht mehr. Es wurde 15 Uhr und es dauerte nicht mehr lange bis zum letzten Bundesligaspiel unter Jürgen Klopp.

Auch für Sebastian Kehl war es die letzte Partie in der Liga für seinen Verein. Nach dreizehn Jahren Borussia sagte Kehli Bye, Bye. Zur Feier des Tages durfte der Sechser noch einmal die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen – nachdem er die Binde bereits vor einem Jahr an Mats Hummels und Marco Reus weitergegeben hatte.

Die ersten Tränen flossen bereits vor dem Anpfiff. Eine gigantische Choreographie trieb mir die Traurigkeit in die Augen. Etwas ganz Großes für einen ganz Großen.

Als Sebastian Kehl kurz vor Schluss ausgewechselt und gefeiert wurde, kullerten wieder Tränen bei mir.

Ach ja, gewonnen hat Borussia Dortmund auch. 3:2 und damit Platz sieben, was gleichbedeutend mit dem Ticket für die Europa League ist, standen nach neunzig Minuten zu Buche. Und dann brachen bei mir alle Dämme.

Jürgen Klopps Abschiedsrunde war zu viel für mich und ich heulte und heulte. Und heulte und heulte. Das letzte Mal war es im Mai 2012 beim Double, das ich beim Fußball so emotional unterwegs gewesen bin.

Gerade als ich mich beruhigt hatte, wurde Trude Herrs „Niemals geht man so ganz“ gespielt und ich heulte erneut. Und heulte.

Später am Nachmittag telefonierte ich mit meiner Mum. Mütter wissen oft – zu oft? – was in ihren Kindern vorgeht und so konnte ich mich auch nicht verstecken:

Eine Videobotschaft vom Trainer

Jürgen Klopp hat sich auch noch von uns Fans verabschiedet. Allerdings nicht wie in Mainz persönlich, sondern per Video-Botschaft:

Auch wenn das nicht bei allen Menschen gut angekommen ist, kann ich diese Art des Abschieds nachvollziehen. Damals in Mainz war es nur ein Heulen und Stammeln – das wollte Kloppo dieses Mal besser machen.

Trude Herr macht mich fertig

Noch mal heftig ist es um halb acht am Abend geworden. Ich hatte mich gegen eine Laufrunde und für den Alkohol entschieden und nach vier Bier und vier Jägermeistern für Trude Herr auf YouTube entschieden.

Ich wusste, was mir bevorstand, und es brachen alle Dämme.

Jetzt haben wir etwas, was uns Borussen mit den Mainzern verbindet. Tränen wegen Jürgen Klopp.

Danke, Danke, Danke

Es waren sieben wunderbare Jahre mit Jürgen Klopp.

Kein Trainer war länger beim BVB.
Kein Trainer hat mehr Siege eingefahren.
Kein Trainer hat mehr Titel eingefahren.
Kein Trainer hat den Verein so positiv in der Außendarstellung geprägt.
Kein Trainer war auch so umstritten im Umgang mit der Presse.
Diese Zeit neigt sich jetzt dem Ende.

Vielleicht sehen wir uns wieder. Die Borussia aus Dortmund, Jürgen Klopp aus Schwaben und ich. Wir werden sehen.

Doch bevor der endgültige Abschied bevorsteht, gibt es noch ein zweites Endspiel. Am kommenden Samstag wird Berlin wieder schwarz-gelb und die Borussia hat die Chance, nach 2012 erneut den DFB-Pokal zu gewinnen und einen standesgemäßen Abschied zu schenken.

Autor: Marc

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8 Kommentare

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  2. #AufdieSchulterklopf…. Ich bin ja irgendwie davon recht weit weg, aber ich kann mich noch ganz genau an diesen Moment zur FußballWM in Deutschland erinnern. 2006 – und der Kloppo war dort im Live Talk. Ich dachte mir damals nur #Fußballgreenhorn – der Typ hats drauf und vor allem quatscht der nicht um den heißen Brei. Das hat er als Trainer auch nie getan – und genau deshalb ist er für mich einer der ganz großen in diesem Sport. Ich bin mal echt gespannt… wie es weitergehen soll. Ich befürchte ja erst mal ein großes Loch…

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