Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Adios, Champions League! Es war eine schöne Zeit

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Auch am Morgen nach dem Spiel gegen Juventus Turin und dem 0:3 bin ich immer noch konsterniert und fühle mich leer.

Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr wird mir bewusst, dass die Pleite gegen Juve das Ende einer – zumindest im Fußball – langen und erfolgreichen Zeit im europäischen Wettbewerb gewesen ist.

Vier Spielzeiten lang, erstmals seit der Meisterschaft 2011, hat der BVB ununterbrochen in der Königsklasse gespielt. Im ersten Jahr scheiterten die Borussen bereits in der Vorrunde, doch dann wurde das Endspiel gegen Bayern München erreicht (und unglücklich verloren), ehe ein Jahr später erst im Viertelfinale gegen den künftigen Sieger Real Madrid Endstation gewesen ist.

Die Pleite gegen Juventus Turin war gleichbedeutend mit dem Ausscheiden im Achtelfinale. Es war der Schlusspunkt nach 45 Champions League-Spielen und das vorläufige Ende von spektakulären Begegnungen auf Spitzenniveau. Exemplarisch sei nur an das legendäre 3:2 gegen Malaga oder die 4:1-Gala gegen Real Madrid erinnert.

Doch das ist lange her. Das 0:3 gestern Abend markiert einen tiefen Einschnitt. In der Liga ist der BVB den Klauen des Abstiegskampfes entwischt und steht auf Platz 10. Das ist weder Fleisch noch Fisch. Der Verein ist zu stark für den Abstieg und zu schwach für höherklassige Aufgaben – zumindest derzeit.

Ich glaube nicht mehr an den Sprung in die Europa League. Der Kader hat die Klasse, dieses Ziel zu erreichen, doch die Leistungen in den vergangenen drei Pflichtspielen ohne ein einziges Tor lässt meine Hoffnungen nicht wachsen. Die neugewonnene Stabilität in der Defensive reicht derzeit nur für schwächere Gegner in der Liga, aber nicht für europäische Topklubs.

Die einzige‎ Aussicht auf einen Titel und zumindest eine optische Verbesserung dieser Spielzeit zum Abgewöhnen bietet der DFB-Pokal. Nach Ostern wartet die TSG Hoffenheim im Westfalenstadion. Doch bis nach Berlin ist der Weg weit und starke Teams wie München, Wolfsburg und auch Gladbach sind noch im Wettbewerb.

Was bleibt also zwei Monate vor dem Saisonende 2014/2015 im Gedächtnis haften? Eine miserable Vorrunde in der Liga mit dem zwischenzeitlichen Sturz auf den 18. Platz‎, eine souveräne Vorrunde in der Champions League und ein verdientes Ausscheiden im anschließenden Achtelfinale gegen Juve. Darüber hinaus noch die Revanche im Derby mit dem 3:0 gegen die Schalker und die aktuelle ungeschlagene Serie in der Liga, in der es gegen Hannover 96 am Samstag erneut um wichtige Punkte geht.

Viel ist das nicht. Allerdings haben mich die Erlebnisse in dieser ‎Spielzeit auch geerdet. Sie haben mir gezeigt, dass es ein Privileg gewesen ist, die vergangenen fünf fetten Jahre des BVB zu genießen. Die Erinnerungen an die Fußball-Sternstunden werden nicht so schnell verblassen und ich werde mich immer wieder gern daran zurückerinnern.

Doch die Realität findet heute statt. Und das bedeutet Mittelmaß in der Bundesliga mit einem Kader, der nominell mindestens für die ersten vier Plätze in der Tabelle ‎reichen sollte. Schon heute steht fest, dass das nächste Spiel in der Champions League in Dortmund frühestens im September 2016 angepfiffen werden wird. Und auch dafür gibt es keine Garantie.

Der Kader wird in diesem ersten Halbjahr auf den Prüfstand gestellt werden. Die Vertragsverlängerung von Marco Reus war ein wichtiger Schritt. Doch noch wichtiger ist das Bearbeiten der Baustellen. Sebastian Kehl wird die Fußballschuhe an den Nagel hängen, Moritz Leitner und Jonas Hofmann werden aus Stuttgart bzw. Mainz zurückkehren.

Die Weiterbeschäftigung von Adrian Ramos ist genauso unsicher wie der künftige Arbeitgeber von Henrikh Mkhitaryan. Auch um Ciro Immobile ranken sich immer wieder Gerüchte. Auf den Außenbahnen ist genauso Handlungsbedarf wie im Tor. Roman Weidenfeller hat sein Team gegen die Italiener mehrmals im Spiel gehalten, doch ansonsten auch mehrfach Böcke geschossen.

Ich bin gespannt, wie die Mannschaft in die Saison 2015/2016 gehen wird. Fürs erste ist klar, dass die Champions League mindestens für eineinhalb Jahre in Dortmund Pause machen wird. Jetzt geht es darum, den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern und im Pokal bis nach Berlin zu kommen.

Alles andere ist maximal ein Bonus auf eine Saison, die in den Geschichtsbüchern als Zäsur in der Ära Klopp eingehen wird. Die Mannschaft, der Trainer und der Sportdirektor haben es in der Hand, ob der sportliche Neuanfang gelingt oder künftig mehrere Jahre lang Schmalkost geboten wird.

Ach und noch etwas: die Menschen (ich verzichte bewusst auf die Bezeichnung „Fans“), die gestern Abend bereits nach siebzig Minuten das Stadion verlassen haben, sollen einfach künftig dem Westfalenstadion fernbleiben. Ihr habt den BVB einfach nicht verdient, wenn ihr euch nur im Erfolgsfall als Schwarz-Gelbe zeigt.

Autor: Marc

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