Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Cover Rezension Da war ich eigentlich noch nie Thomas Böhm

Rezension: Da war ich eigentlich noch nie – Die Wunderkammer des Reisens in Deutschland von Thomas Böhm

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Urlaubszeit ist Lesezeit – und unter diesem Motto habe ich Da war ich eigentlich noch nie – Die Wunderkammer des Reisens in Deutschland von Herausgeber Thomas Böhm in meinem Reisegepäck verstaut. Es ging an die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern und damit hatte ich den perfekten Rahmen für eine wunderbare Lektüre.

Denn der Untertitel “Die Wunderkammer des Reisens in Deutschland” ist treffend gewählt. Es gibt jede Menge Wundersames aus der Welt des Reisens zu erleben – und zwar in einer multi-thematischen Form, die es so bislang nicht gegeben hat.

Die Themenvielfalt ist schier unendlich. Wir bekommen Einblicke in das Reisen von anno dazumal, tauchen ein in die Tourismus-Geschichte der DDR in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Stichwort: Speisekarte eines MITROPA-Restaurants) und bekommen en passant neben Skurrilitäten wie “Ort, die durch den Verkehrsfunk bekannt wurden” jede Menge nützliches und weniger nützliches Wissen (T-Shirt-Sprüche auf Kegeltouren) aus der Welt des Reisens und der Freizeit serviert.

Die Stocknägel und ich

Cover Rezension Da war ich eigentlich noch nie Thomas BöhmMeinen ganz persönlichen Flashback in meine jüngste Kindheit hatte ich auf Seite 60 mit dem Kapitel “Stocknägel – Der Stolz des wandernden Menschen”.

Als Knirps habe ich von meinen Eltern auch einen Wanderstock geschenkt bekommen und kann mich noch heute an die Stocknägel erinnern, dessen Highlight ein Stocknagel in Form eines Hirschkopfes gewesen ist. Und wer glaubt, dass Stocknägel im Jahr 2021 absolut out sind, sollte dieses Kapitel unbedingt lesen – ihr werdet euch wundern!

Eingestreut in die Erzählungen, Gedichte und Berichte sowie Abschriften aus längst vergangenen Zeiten sind 18 Karten, die sich unter anderem mit Rodelbahnen, Biergärten, Badeseen Campingplätzen und Freilichtmuseen beschäftigen und damit gleichzeitig eine stete Quelle und Inspiration für weitere Reise-Aktivitäten sind.

Besonders interessant ist für mich die Karte 16, die mit dem Titel “Off the Map” die sogenannten “Lost Places” und Urban Exploring thematisiert. Als leidenschaftlicher Geocacher habe ich bereits ähnliche Locations aufgespürt und kann mich deren Faszination schwerlich entziehen. Gleich acht dieser verlassenen Orte werden vorgestellt – ein Muss für alle, die diese Art von Abenteuer mögen.

Deutschland ist nicht langweilig

Reisen in Deutschland ist alles andere als langweilig oder “old fashioned”, das wird nach der Lektüre von Da war ich eigentlich noch nie – Die Wunderkammer des Reisens in Deutschland mehr als deutlich. Und es bleibt zu hoffen, dass sich viele Menschen von dem Werk inspirieren lassen und Deutschland für sich entdecken.

Ein ganz besonderes Lob geht an das Layout des Buches, das einfach phantastisch geworden ist. Der Dank gebührt dem studio stg, das vor zwölf Jahren von Janine und Philipp Graf gegründet wurde, für wunderbare stimmige und hübsch anzuschauende Grafiken, die das Lesebuch perfekt ergänzen.

Das Buch aus dem Verlag Das kulturelle Gedächtnis ist gleichermaßen ein Lesebuch und Reisebuch, das ich immer wieder gern in die Hand nehme, um in den Texten, Karten und Illustrationen zu schmökern.

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Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Passionierter Läufer, Google-Fan, iPhone 7, ipad mini 2, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

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