Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Cover Rezension 1812 Napoleons Feldzug in Russland Adam Zamoyski
Cover Rezension 1812 Napoleons Feldzug in Russland Adam Zamoyski

Rezension: 1812 – Napoleons Feldzug in Russland & 1815 – Napoleons Sturz und der Wiener Kongreß von Adam Zamoyski

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Nach langer Zeit gibt es einen neuen Gastbeitrag von Carolin. Und dieses Mal gleich doppelt. 1812: Napoleons Feldzug in Russland und 1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongreß von Adam Zamoyski sind Thema der Erörterung.

Das Problem bei Geschichtsbüchern? Sie sind meist zu lang, verdammt langweilig geschrieben oder der Autor stellt etwas dermaßen kompliziert dar, dass man am Ende den roten Faden verliert und das Lesen aufgibt.

Als mir die Bücher 1812: Napoleons Feldzug in Russland und „1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongreß von Adam Zamoyski zugesendet wurden, war dies meine erste Befürchtung. Beide Bücher haben mehr als 600 reine Textseiten, dazu kommt noch der Anhang. Mir wurde gleich klar, dass ich diese Bücher nicht innerhalb weniger Tage durchlesen werde.

1812: Napoleons Feldzug in Russland

Cover Rezension 1812 Napoleons Feldzug in Russland Adam ZamoyskiBevor der Autor mit dem Leser in das direkte Geschehen des Buches „1812“ springt, legt er in den Vorbemerkungen eine Erklärung der politischen Verhältnisse der damaligen Zeit dar und sorgt somit für eine gute Ausgangsbasis für das Verständnis des Feldzuges. Ebenso wenig schreibt er einfach nur die Verläufe des Krieges nieder, immer wieder arbeitet er verschiedene Quellenauszüge in den Text ein und sorgt somit für ein besseres Verständnis.

Die Quellenberichte stammen von Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und Situationen und sorgen mit dem ebenfalls hinzugefügten Kartenmaterial für ein umfassendes Bild des Feldzuges. Die Karten verdeutlichen die Bewegungen der einzelnen Truppen und man kann stets genaustens nachvollziehen wann sich welche Truppen der Kriegsparteien wo gegenüberstanden.

Für mich war die besondere Sprache des Autors sehr überraschend: durch einen modernen lebendigen Schreibstil schafft es Zamoyski den Leser für das Weiterlesen zu begeistern. Manchmal beschreibt er das Geschehen derart detailgetreu, dass man sich alles sehr genau vorstellen konnte. Gerade beim Rückzug der französischen Truppen zeichnet der Autor ein Bild des Grauens, basierend auf Berichten und Überlieferungen, und lässt somit beim Leser ein beklemmendes Gefühl zurück. Es fällt einem schwer, sich diese Katastrophe vorzustellen.

Zamoyski beendet sein Buch nicht mit dem Ende des Krieges, sondern gibt einen Ausblick in die weiteren Jahre und Geschehen und legt somit eine Grundlage für das anschließende Buch.

1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongreß

Cover Rezension 1815 Napoleons Sturz und der Wiener Kongreß Adam ZamoyskiNach dem Lesen des ersten Buches, was mich wirklich begeistert hat, hatte ich nun einige Erwartungen an das zweite. Mit „1815“ widmete sich Zamoyski dem Sturz Napoleons und dem Wiener Kongress. Durch die Vorbemerkungen riss er erneut einen kurzen Rahmen was zuvor geschehen war und wie sich nun die politische Situation gestaltete und erinnerte den Leser an die Handlungen aus dem Buch „1812“.

Er erklärte zudem, dass es nahezu unmöglich sei, den kompletten Verlauf des Wiener Kongresses in einem Rahmen von ein paar hundert Seiten darzustellen. Auch in diesem Buch schafft es der Autor durch einen frischen, lebendigen Schreibstil den Verlauf der Geschichte zu erzählen. Er bezieht wie im ersten Buch Zeitzeugenberichte mit ein und schafft es, einen roten Faden in das Wirrwarr der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse zu bringen.

Durch das Einfügen der verschiedenen Sichtweisen gibt Zamoyski dem Leser die Möglichkeit die politischen Ambitionen sowie Absichten der einzeln handelnden Personen und deren Mächten zu verstehen und nachzuvollziehen. Auch bei diesem Buch belässt es der Autor nicht bei den Geschehnissen der unmittelbaren Jahre, sondern gibt einen Ausblick in den weiteren Verlauf und wie sich Beziehungen einzelner Großmächte ändern.

Obwohl ich Geschichtsstudentin bin, ist es unmöglich, die komplette Richtigkeit aller getroffenen Aussagen zu überprüfen, doch diese zwei Bücher sind wahrlich eine großartige Möglichkeit, sein Wissen über diese Zeit mit ihren Ereignissen aufzufrischen oder es zu vertiefen. Meine Befürchtungen, es sei thematisch zu langweilig oder kompliziert geschrieben, lösten sich während des Lesens in Luft auf, ich kann diese zwei Werke wirklich nur empfehlen.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Passionierter Läufer, Google-Fan, iPhone 7, ipad mini 2, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

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