Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Leicht gemacht: selbstgehostetes WordPress zerstört

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Dienstag Abend, 23:15 Uhr. Mein letzter Urlaubstag neigt sich dem Ende entgegen. Mal eben fix für meine Liebste eine eigene Domain mit Leben füllen und dann ins Bett gehen.Das war der Plan. Doch es kam ganz anders. Schrecklich anders: ich habe mein Weblog zerstört. Und es ging ganz schnell. Wie ist es dazu gekommen?

Mein Blog ist verschwunden

Ich war gerade dabei, eine WordPress-Installation für die neue Domain www.gretels-werke.de abzuschließen, damit Anne mit ihrem DaWanda-Shop und Blog ein eigenes Zuhause findet und nicht mehr als Untermieter bei mir leben muss. Alles war für den Umzug vorbereitet. Während ich die wp-config.php präparierte, passierte es: die Copy&Paste-Arie erwischte den falschen Server und bewirkte, dass www.ostwestf4le.de tot war. Alles weg. Die Arbeit von bald vier Jahren Bloggerei verschwunden. Finito. Over and out. Leere im Blog.

Erstaunlicherweise bin ich anschließend ausgesprochen ruhig geblieben. Ich habe weder einen Schreikampf bekommen, noch habe ich Herzrasen verspürt. Ich habe einfach vor dem Monitor gesessen und gedacht: was soll’s, dann fange ich einfach von vorn an und starte ganz neu mit einer polierten Platte – tabula rasa.

Anne, die zur gleichen Zeit mit mir im Arbeitszimmer saß, konnte mein Verhalten gar nicht nachvollziehen: “Die ganzen Artikel aus drei Jahren sind einfach futsch? Und du bleibst so ruhig? Ich würde auf einen Acker fahren und ganz laut ‘Scheiße’ schreien.”, stellte sie eindrucksvoll unter Beweis, dass man auch ganz anders mit solchen Extremsituationen umgehen kann.

Schock schlägt Wut

Vielleicht lag es auch am Schock, der sich in meinem Gehirn nach dem Crash breit gemacht und meine Synapsen blockiert hat. Auf alle Fälle schien ich die Ausmaße meiner Untat nicht wirklich realisiert zu haben. Doch dann wurde ich aktiv und setzte in zwei meiner drei präferierten sozialen Netzwerke Statusmeldungen ab:

Schon innerhalb kürzester Zeit schlugen Wellen der Anteilnahme via Twitter und Facebook auf mich ein. Gemischt mit hilfreichen Tipps, dass ich nicht resignieren und erst mal mit meinem Webhoster Kontakt aufnehmen solle. Ganz beruhigend und beharrlich war Thomas Mielke, der mich sanft, aber bestimmt aufforderte, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Und zwar nicht erst am nächsten Tag, sondern sofort. Asap. Ohne Zeitverzögerung.

Aber es war fast Mitternacht! Meine gute Kinderstube geriet in Unbehagen, zu dieser nächtlichen Stunde andere Menschen mit meinen Problemen zu behelligen. Weil er mir gleichzeitig aber Mut machte, dass nichts verloren sei, willigte ich ein und nahm telefonischen Kontakt mit ihm auf – unabhängig von einer Tageszeit, zu der andere Menschen schon friedlich in ihren Betten schlummern.

Nach dem Telefonat kehrte ein wenig Ruhe in meinen Gedankensalat im Kopf ein. Ich habe von Thomas gelernt, dass meine Daten “nicht einfach weg” sind, sondern in einer separaten Datenbank (MySQL gespeichert sind. Bei meiner wüsten und hektischen “Copy&Paste-Aktion” habe ich die wp-config.php-Datei überschrieben und hatte deshalb keinen Zugriff auf mein Weblog. Also galt es als erstes, diese Datei wiederherzustellen.

MySQL, FTP-Uploads und allerlei Technik

Was zunächst einfach klang, war eine sagenhafte Frickelei, die meine Lernkurve wieder rasant steigen ließ. Groß- und Kleinschreibung, längst  vergessene Passwörter aus MySQL-Datenbanken und FTP-Uploads – diese Schlagwörter geben einen ungefähren Eindruck meiner Webtätigkeiten um Mitternacht wieder.

Am Ende dieser Tätigkeiten stand fest: das Weblog läuft immer noch nicht. Ein “fatal error” (“Fatal error: Allowed memory size of 67108864 bytes exhausted (tried to allocate 14 bytes) in /var/www/html/web998/html/wp-includes/pomo/mo.php on line 219“) brachte zum Ausdruck, dass WordPress mich und meinen Webspace anscheinend noch nicht lieb hat – oder ich mir wiederum eine Unachtsamkeit erlaubt hatte, die das erfolgreiche Initialisieren meines Blogs behinderte.

Weil es zwischenzeitlich Mitternacht geworden war und ich Thomas Mielke nicht erneut fernmündlich behelligen wollte, führten wir die Fernwartungsgespräche von da an per Facebook. Ich operierte in diversen php-Dateien, und löschte und ergänzte Code-Schnipsel, nach deren Bedeutung ich nicht einmal zu fragen wagte. Ich vertraute Thomas einfach. Doch nach einer weiteren Stunde der Fehlersuche und des Ausprobierens brach ich die Bemühungen ab. Es war inzwischen nach ein Uhr in der Nacht und am nächsten Morgen stand ab 6:30 Uhr mein erster Arbeitstag nach dem Sommerurlaub an.

In dieser Nacht habe ich schlecht geschlafen. Ganz schlecht. Und ich grübelte über die Ursache. Woran konnte es liegen? Als Unwissender in solchen Dingen liegt das Ergebnis auf der Hand: ich hatte keinen Plan. Das erste, was ich direkt am nächsten Morgen erledigte, war eine E-Mail an den Support meines Webhosters zu schreiben. Doch auch vom Hoster war keine zielführende Antwort zu erhalten. Also wieder Warten.

Die Sprach-Datei ist schuld

Am Nachmittag dann wieder Hoffnung. Nachdem Thomas in meinem Webspace herumgewühlt hatte, war die Lösung gefunden: die Sprach-Datei war schuld und brachte das Blog an den Rand des Abgrunds. Aus welchen Gründen auch immer mag die neue WordPress-Version 3.2.1 keine deutsche Sprachdatei – zumindest bei mir nicht.

Nachdem die Default-Einstellung auf “englisch” lautet, läuft das Blog wieder und schnurrt wie eine Katze vor sich hin. Der einzige Makel sind die englischsprachigen Theme-Bezeichnungen, aber damit kann ich bis auf weiteres leben. Mal schauen, was das nächste Update von WordPress in dieser Hinsicht bringt.

Mein Dankeschön

Die Hilfe von Thomas Mielke – und natürlich der anderen fleißigen Helfer per Twitter, Facebook und E-Mail – ist natürlich unbezahlbar. Allein vor dem Hintergrund der Uhrzeit, zu der wir Kontakt hatten. Wer also einen zuverlässigen und hilfsbereiten Webhoster sucht, ist bei Thomas sehr gut aufgehoben. Und selbstverständlich werde ich mich noch erkenntlich zeigen 🙂

 

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Autor: Marc

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