Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Venloop Laufshirt 2018

Das war mein zweiter Halbmarathon beim Venloop in Venlo 2018

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Der Venloop ist jedes Jahr der Auftakt für die Wettkampf-Saison. In der niederländischen Stadt finden sich tausende von Läufern ein und der Halbmarathon ist der Höhepunkt des letzten Sonntags im März.

Nach meinem ersten Start 2017 war ich auch in diesem Jahr dabei und freute mich auf die pulsierende Stadt mit den feierwütigen Fans, die entlang der Rennstrecke für große Stimmung sorgen, die viele Läuferinnen und Läufer als einmalig und ganz besonders beschreiben.
Anders als bei meinem Debüt vor einem Jahr war ich dieses Mal deutlich entspannter. Ich wusste, was mich erwartet und ich wusste, was ich kann.

Obligatorisches Wettkampf-Frühstück

Das Frühstück vor dem Lauf war obligatorisch wie vor jedem Wettkampf. Drei Kaffee, ein doppelter Espresso und vier Gläser Wasser sowie zwei Brötchen mit Honig und Nutella gab es zum Frühstück.
Es deutete sich an, dass das Wetter vielversprechend wurde. Trocken, sonnig und mit zwölf Grad genau richtig. Dementsprechend habe ich auch meine Lauf-Garderobe ausgewählt.

https://www.instagram.com/p/BgvTTTIDiir/

Die neuen New Balance FreshFoam 1080 v8, grüne Kompressionssocken von CEP, kurze Laufhose und kurzes Laufshirt von New Balance.

Mit der Bahn zum Lauf

In Sachen Verkehrsmittel bin ich andere Wege gegangen – oder besser gesagt gefahren. Dieses Jahr nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn. Um kurz vor elf bin ich bei strahlendem Sonnenschein zum Bahnhof spaziert. In gut einer Stunde war ich von Kleinenbroich in Venlo und musste nur einmal umsteigen und zahlte nur schlappe 3,45 Euro für das Zusatzicket.
Die Euro-Bahn von Mönchengladbach nach Venlo war voller Läuferinnen und Läufer, die das gleiche Ziel hatten wie ich. Pünktlich um kurz vor zwölf kamen wir in den Niederlanden an.

Anschließend habe ich ein Brötchen mit Honig verdrückt und sollte entsprechend für den Lauf gewappnet sein. Außerdem hatte ich ein Gel mit dabei, das ich nach 17 Kilometer nehmen wollte.

Generalprobe für #DeinErsterMarathon

Der Lauf war gleichzeitig die Generalprobe für meinen ersten Marathon zwei Wochen später in Rotterdam. Einige Wochen vorher habe ich mir Gedanken über die Rennstrategie gemacht. #

Von Klaus kam der Tipp:

Den Venloop solltest du ja eh nicht am Anschlag laufen. Ich würde dir empfehlen, den ein klein wenig schneller als das geplante MRT zu laufen 🙂

Ein guter Hinweis, den ich direkt umsetzen wollte. Als Ziel für den Venloop habe ich mir also eine Zielzeit zwischen 1:52 und 1:54 Stunden (also Pace 5:20 bis 5:25 Minuten) gesetzt, was etwas schneller als mein Marathonrenntempo von 5:25 bis 5:30 Minuten pro Kilometer entspricht.

Falls ich zwischendurch spüren sollte, dass mehr geht, wollte ich es einfach auf mich zukommen lassen und spontan entscheiden.

Vor dem Lauf – Klassentreffen und mehr

Die äußeren Bedingungen waren optimal. Nicht zu warm und nicht zu kalt und trocken. Auch die Sonne ließ sich dauerhaft blicken. Für 14 Uhr waren einige Wolken angekündigt, was mir für den Lauf aber eher zugute käme.

Ich schlenderte ein wenig über die große Festwiese und konnte die ersten bekannten Gesichter entdecken. Als erste liefen mir die Hügel-Helden Mike und Christian über den Weg, bevor ich #DeinErsterMarathon-Fotograf Christian mit dem Running Grafenberg begegnet bin.

Plötzlich lief ein Sportler mit einem Shirt von der Ausdauerschule Bunert an mir vorbei, den ich nicht erkannt habe und rief mir “Hallo Marc” zu – sorry, dass ich dich nicht einordnen konnte 🙁 Außerdem war Zeit für einen Plausch mit Lisa B. und Stefanie Mutmann und dann hieß es auch um viertel nach eins, umziehen und den Kleiderbeutel wegbringen.

Bevor es ans Einlaufen ging, habe ich auch noch meinen Trainer Uwe von Laufsport Bunert getroffen – besser konnte es nicht mehr werden.

Einlaufen als Vorbereitung

Apropos Uwe. Zweieinhalb Wochen vor dem Wettkampf habe ich noch einen guten Tipp von meinem Trainer erhalten. Uwe und ich hatten den Trainingsplan für die kommenden zwei Wochen besprochen und dabei entfaltete sich folgender Dialog:

Uwe Seedorf: Und beim Halben in Venlo am besten 2 km einlaufen. Die Lust auszulaufen danach ist meist sehr gering. Aber 23 km mit Tempo auf HM ist auch ein sehr gutes Training …
Marc: Einlaufen vor dem Wettkampf oder meinst du das in Bezug auf nicht Überpacen nach dem Startschuss?
Uwe Seedorf: Nein. Ruhig 2 km vor dem Start ganz locker eintraben..  dabei kannst du gut die Atmosphäre schnuppern. Ich mach das immer gerne

Gesagt, getan. Nachdem ich meinen Kleiderbeutel abgeliefert hatte, bin ich zwei Kilometer locker in zwölfeinhalb Minuten eingelaufen. Netter Nebeneffekt: mir konnte erst gar nicht kalt werden.

Anschließend habe ich mich auf in den Startblock gemacht. Wie im Vorjahr habe ich mich für den 1:45 bis 2 Stunden Block entschieden. Allerdings war der Andrang enorm und es ging nur zentimeterweise voran.
Am Ende sollte es fast zwanzig Minuten nach dem Startschuss dauern, bis ich die Startlinie um 14:18 überqueren konnte.

Der Lauf

Das war auch das Problem zu Beginn. Die Strecke war regelrecht verstopft und ich hatte Mühe, mich durch die Reihen der Läuferinnen und Läufer zu kämpfen, die teilweise zu dritt oder zu viert nebeneinander gelaufen sind.

Als wenn es ein schlechtes Omen gewesen wäre, lief es anfangs für mich eher durchschnittlich. Ich konnte die Pace zwar meist um die 5:15 bis 5.20 halten, doch es gab immer wieder längere Abschnitte, in denen ich nicht durch die Menschenmengen durchgekommen bin.

Auf der Strecke habe ich vergeblich Ausschau nach bekannten Gesichtern gehalten. Einzig Manolo M., der mit seiner Tochter unterwegs war, hatte mich auf Höhe des Deiches erkannt. Und natürlich Gernot, der wie in den vergangenen vier Jahren auch dieses Jahr wieder bei Kilometer 10,8 gestanden und fotografiert hat.

Bei Kilometer 16,8 sollte mir ein Liquid von Dextro einen zusätzlichen Energie-Kick geben. Das klappte auch gut, denn die letzten vier Kilometer habe ich noch einmal Gas gegeben und war am Ende nach 1:53:10 Stunden im Ziel. Eine Zeit, die exakt in meiner Prognose lag und dennoch bin ich nicht zufrieden gewesen.

Ich war zwei Minuten langsamer als vor einem Jahr, dabei hatte ich in den vergangenen Monaten so intensiv trainiert. Es begann die Ursachenforschung.

Zu wenig gequält?

Die ersten Stunden nach dem Zieleinlauf war ich unzufrieden. Hatte ich mich zu wenig gequält? Hätte ich nicht mehr Gas geben sollen, um noch schneller zu sein? Was hat mich gebremst? War es ein mentales Problem? Lag es an der Hitze, die mich überrascht hat, weil die Sonne den kompletten Lauf gebrannt hat?

Fragen über Fragen und doch keine Antworten. Vermutlich war es eine Mischung aus allem. Mit Blick auf Rotterdam wollte ich kein Risiko eingehen und keine Verletzung riskieren. Und natürlich in erster Linie gesund ankommen – vielleicht hat das auch gebremst.
Apropos gesund: dieses Jahr habe ich deutlich weniger kollabierte Läufer entlang der Strecke gesehen. Und auch beim Zieleinlauf gab es Gott sei Dank nur wenige Sportler, die sich übernommen hatten und ärztliche Hilfe benötigt haben.

Meet & Greet nach dem Lauf

Nach dem Lauf sind mir auch noch einige bekannte Gesichter über den Weg gelaufen. Angelika, die ich beim Laufkurs Bunert kennengelernt habe, erneut Manolo, dessen Tochter ihren ersten Halbmarathon gefinisht hat, Kati von #DeinErsterMarathon und Kristina, die sich über die neue Bestzeit ihres Mannes gefreut hat.

Relive ‘Venloop 2018’


Und das ist es doch, was den Venloop ausmacht: nicht die (gescheiterten) Bestzeiten, sondern das Wiedersehen von netten Menschen, mit denen wir die gleiche Leidenschaft, das Laufen teilen. Das begeisterte Publikum, das entlang der 21,095 Kilometer langen Strecke fröhlich feiert und die Sportler anfeuert. Die Musik entlang der Strecke, die Kids, die ich mehrfach abgeschlagen habe.  Das ist Venloop!

Chaos auf der Rückfahrt

Als wenn ich nicht schon genug genervt gewesen wäre, gab es am Bahnhof Venlo noch weitere Nerverei. Weil ein Güterzug zwischen Kaldenkirchen und Venlo das Gleis blockiert hat, konnte auf unbestimmte Zeit kein Zug Richtung Mönchengladbach fahren.

Erst um zwanzig nach sechs ging es weiter und so war ich statt um kurz nach sechs erst um eineinhalb Stunden später zu Hause. Ein gebrauchter Tag. Auf gleich mehreren Ebenen.

Aber ich sehe es positiv. Rückschläge gehören dazu und lieber jetzt bei einem Halbmarathon als in zwei Wochen in Rotterdam. Also weiter, immer weiter 🙂

 

Mehr zum Thema Laufen in meiner Artikel-Serie “Projekt Laufen”

Alle bisherigen und künftigen Beiträge zum Thema Laufen findet ihr unter #ProjektLaufen2014, #ProjektLaufen2015 #ProjektLaufen2016, #ProjektLaufen2017 und #ProjektLaufen2018.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Passionierter Läufer, Google-Fan, iPhone 7, ipad mini 2, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

7 Kommentare

  1. Kleiner Tipp: Wer ein Monatsticket im VRR hat, braucht seit einiger Zeit nach Venlo KEIN ZUSATZTICKET MEHR.

    Ansonsten: Alles richtig gemacht!

    • Ja, das stimmt. Ich habe allerdings nur ein Ticket 1000, das für zwei Waben gilt, d.h. ich komme mit dem Ticket nur bis Düsseldorf bzw. Korschenbroich.

      Fahre ich weiter, muss ich ohnehin ein Zusatzticket lösen 🙁

  2. Zu früh abgeschickt:

    Mit deiner Zeit brauchst du dich nicht zu grämen. Nicht jeder kommt mit dieser stechenden Frühlingssonne klar, ich hatte auch damit zu kämpfen. Ich kannte das Phänomen aber schon, konnte es dementsprechend einplanen – und hab irgendwie doch noch eine Bestzeit geschafft. An Frühlingstagen wie diesen kann es selbst bei 10 Grad im Schatten in der Sonne gut und gerne 30 Grad werden, das vergessen die meisten.

    Das Gel bei km 17 diente Testzwecken für den Marathon? Weil sonst bist du ja längst im Ziel, eh es wirken kann 😉

    • Ja, das Gel diente nur für Testzwecke.

      Für den Marathon am 8. April habe ich eingeplant, nach 15 km alle fünf Kilometer ein halbes Liquid-Gel zu mir zu nehmen (bis Kilometer 35).

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