Ein Ostwestfale im Rheinland

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Laufen mal anders: Umrundung des Braunkohletagebaus Garzweiler mit den Hügel-Helden

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Lange Läufe sind Pflicht im Rahmen der Marathon-Vorbereitung. Lange Läufe sind aber auch langweilig. Denn drei Stunden – und mehr – können verdammt langweilig werden, wenn du allein unterwegs bist. Ein Hörbuch ist in solchen Fällen meine erste Wahl.

Laufen in der Gruppe macht Freude

Noch besser als ein Hörbuch ist das Laufen in der Gruppe. Laufen in der Gruppe macht Spaß, Laufen in der Gruppe macht noch mehr Spaß, wenn die Läufe lang sind. Und deshalb habe ich mich tierisch gefreut, als ich von der verrückten Idee gehört habe, den Braunkohletagebau Garzweiler zu umrunden. Auch wenn es satte 35 Kilometer sind, die mir Ende Februar bevorstanden.

Bislang bin ich “nur” 32,5 Kilometer am Stück gelaufen. In Verbindung mit der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon schien mir der Lauf sechs Wochen vor meinem Debüt in Rotterdam aber ein probates Mittel, um diese anspruchsvolle Distanz im Rudel anzugehen.

Garzweiler, ich bin bereit!

Sonntag Morgen, kurz nach sechs. Während sich andere noch gemütlich in die federn kuscheln, war ich bereits hellwach. Ein Lauf rund um Garzweiler machst du auch nicht alle Tage. Besonders dann nicht, wenn du bisher noch nie so lang und so weit gelaufen bist.

Nur der Blick auf das Thermometer trübte ein wenig das Bild. Um halb sieben zeigte das Quecksilber lausig kalte minus 6,2 Grad an. Brrr. Dementsprechend hatte ich auch meine Garderobe geplant. Thermo-Tights, lange Socken, Achselshirt, Langarmshirt und Thermo-Jacke. Dazu einen Buff, ein Fleece-Halstuch und keine Mütze.

Warum? Ich mag einfach keine Mützen tragen. Sollte ich es bereuen?

Laufen und Erkältung

Zum Glück hatte ich die Erkältung, die mich seit Montag Abend beschäftigt hat, gut in den Griff bekommen.

Es ist in der Tat so: eine Erkältung kommt zwei Tage, bleibt zwei Tage und geht zwei Tage. Dienstag und Mittwoch war es heftig, Donnerstag und Freitag sind die Symptome abgeklungen und am Samstag fühlte ich mich schon deutlich besser.

Am Sonntag war ich guter Dinge, dass mich die Beschwerden nicht quälen werden. Und ich sollte Recht behalten. Kein Husten, kein Schnupfen – ich blieb beschwerdefrei und war erstaunt, wie gut ih die Erkältung in den Griff bekommen hatte.

Zweifach aufgeregt vor dem Lauf

Vor dem Lauf war ich gleich doppelt hibbelig. Zum einen wegen Garzweiler, zum anderen wegen des Eishockey-Finales bei den Olympischen Spielen in Südkorea.

Deutschland hatte es sensationell ins Endspiel gegen Russland geschafft und bis kurz vor Schluss 3:2 vorn gelegen, musste dann aber in die Overtime. Und hatte das Glück leider nicht auf seiner Seite.

Und natürlich war ich aufgeregt wegen der Strecke. Denn der Lauf war auch ein kleiner Vorgeschmack auf meinen ersten Marathon in sechs Wochen. Schließlich bin ich noch nie so lange und so weit gelaufen und hatte dementsprechend Respekt vor der Aufgabe und konnte ein wenig Aufregung nicht verleugnen.

Auf geht´s!

Treffpunkt war um 9 Uhr in Grevenbroich auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz. 18 Läufer und eine Läuferin waren dem Aufruf der Hügel-Helden gefolgt und ließen sich auch von den frostigen Temperaturen nicht abhalten. Mit Carsten S. und Daniel W. habe ich gleich zwei bekannte Gesichter getroffen.
Während ich mit Carsten bereits einige Läufe absolviert hatte, beschränkte sich Daniels Bekanntschaft – von einem kurzen Aneinandervorbeilaufen an Rosenmontag 2017 in Kleinenbroich – bisher auf den virtuellen Bereich.
Und dann ging es endlich los. Im Vorfeld war von einer für mich angenehmen Pace zwischen 5:55 und 6:15 Minuten die Rede. Doch weit gefehlt. Immer wieder lief die Meute schneller als geplant, doch ich konnte die Geschwindigkeit von 5:45 bis 6:00 Minuten mithalten.
Auch an Immerath sind wir vorbeigekommen. Schon drei Mal habe ich diesen Ort besucht: Lost Place mal anders: Pesch und Immerath – Opfer vom Tagebau Garzweiler 2011 und Der Tagebau Garzweiler macht aus Immerath und Pesch Lost Places im Jahr 2014 sowie erst vor einem Jahr im März 2017, als der Immerather Dom noch gestanden hat.
Immerath ist ein Ort, der bald nicht mehr zu besuchen ist, weil sich die riesengroßen Bagger durch das Erdreich fressen und das Dorf vernichten werden. Es fühlte sich unwirklich an, als wir den Ortseingang gestreift haben, um dann scharf nach Norden abzubiegen.
Bei Verpflegungsstation 1 nach 16 Kilometern habe ich nur aus meiner Flasche Wasser getrunken, bei Verpflegungsstation 2 bei Kilometer 26 habe ich mich über lauter Leckereien wie Malzbier, Nussschokolade und Kekse gefreut und mich gestärkt.
Die letzten fünf Kilometer waren richtig hart. Und prompt kamen mir die Worte von Laufkumpel Carsten in den Sinn, der mir zu Beginn des Laufes erklärt hatte, dass der Marathon erst ab Kilometer 30 beginnt. Wie Recht du hast, Carsten!

https://www.instagram.com/p/Bfol6fxj10Y/

Mein Dank geht an die Hügel – Helden für diesen einzigartigen Lauf, die super Organisation und die phänomenale Verpflegung auf der Strecke. Das war wirklich einmalig und einfach nur klasse!

Tagebau-Umrundung 2.0

Hatte ich “einmalig” geschrieben? Weit gefehlt! Am Wochenende haben die Hügel-Helden eine Veranstaltung im Mai dieses Jahres gepostet, die Lust auf eine Wiederholung macht.
Dieses Mal geht es Richtung Tagebau Hambach. Und weil mehr mehr ist, werden dieses Mal nicht 35, sondern gleich 38 Kilometer gelaufen. Gern wäre ich mit dabei – leider findet der Termin – bislang – innerhalb der Pfingstferien in NRW statt. Und dort bin ich bereits verplant 🙁

https://www.facebook.com/events/126360918197315/?ti=as

https://m.facebook.com/events/126360918197315?view=permalink&id=126361841530556

Mehr zum Thema Laufen in meiner Artikel-Serie “Projekt Laufen”

Alle bisherigen und künftigen Beiträge zum Thema Laufen findet ihr unter #ProjektLaufen2014, #ProjektLaufen2015 #ProjektLaufen2016, #ProjektLaufen2017 und #ProjektLaufen2018.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Passionierter Läufer, Google-Fan, iPhone 7, ipad mini 2, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

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