Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Borussia Dortmund nach 17 Spieltagen in der Saison 2014/2015

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Endlich Winterpause! Es ist lange her, dass ich mich nach einer Pause in der Bundesliga gesehnt habe.

Doch die vergangenen fünf Monate sind für den Fan der Dortmunder Borussia alles andere als angenehm gewesen.

Zur Halbzeit der Saison nur 17. in der Bundesliga

Schon die ganze Woche lang war ich super nervös vor dem Heimspiel am Freitag Abend gegen die TSG Hoffenheim. Mein Arbeitskollege, wenig fußball-interessiert, konnte meine Nervosität und Anspannung nicht wirklich verstehen. Weil er wie ich Familienvater ist, habe ich es mit einem anderen Beispiel versucht.

Ich habe ihm erklärt, dass in mir ein Gefühl sei, als wenn mein über alles geliebtes Kind schwer erkrankt sei. Neben der Sorge und dem Kummer über die Erkrankung sei aber auch jede Menge Hoffnung und Zuversicht am Start. Sicherlich war dieses Bild ein krasser Vergleich – er traf aber meinen Gemütszustand weitestgehend.

Der Text Umparken im Kopf fasst die Probleme der Westfalen treffend zusammen. Und dann war es Freitag Abend. Eine Mischung aus Vorfreude, Angst, Zuversicht und Nervosität spielte sich in meinem Kopf ab.

Jürgen Klopp rotierte gleich fünf Mal und ließ – Paukenschlag! – Roman Weidenfeller auf der Bank und stellte Mitch Langerak ins Tor (siehe auch: Klopps Spiel mit dem Feuer geht auf – vorerst und Weidenfeller, Langerak und das Leistungsprinzip). Nach dem Spiel sollte er diese Personalie als Bauchentscheidung erklären.

Außerdem spielten erstmals seit dem Champions League Finale 2013 Pisczek, Hummels, Subotic und Schmelzer in der Viererkette. Ilkay Gündogan kam auch von Beginn an zum Einsatz. Meine Aufregung löste sich erstmals nach 17 Minuten. Nach einer feinen Flanke von rechts, die Pierre-Emerick Aubameyang geschlagen hat, konnte eben jener Gündogan mit einem fantastischen Flugkopfball einnetzen – 1:0!

Die Hoffenheimer, nicht wirklich ein Lieblingsgegner des BVB, überraschten mich an diesem Abend mit ihrer Harmlosigkeit im Angriff. Langerak hatte einen entspannten Abend im Tor und wurde nicht wirklich geprüft. Und die Borussia traf in der zweiten Halbzeit sogar ein zweites Mak. Doch wie schon beim 2:2 in Paderborn wurde das Tor zu Unrecht aberkannt. Aubameyangs 2:0 wäre die Erlösung gewesen.

So hieß es Bangen und Zittern bis zur 94. Minute und endlich war der hochverdiente Sieg perfekt (siehe auch: Dortmunder Stabilität und Hoffenheimer Kreativitätsmangel). Der zweite 1:0-Sieg zu Hause nacheinander katapultierte Dortmund von Rang 18 auf 14 und ließ die Hoffnung auf einen erfolgreichen Dezember weiter wachsen.

Aber Pustekuchen! „Warum müsst ihr ausgerechnet an meinem Geburtstag verlieren?“ Diese Frage habe ich mir am 13. Dezember nach dem 0:1 bei Hertha BSC Berlin gestellt. Unpassend zu meinem runden Geburtstag ging das Spiel in Berlin 0:1 verloren.

Und die Niederlage war nicht einmal unverdient. Nach einem Abspielfehler von Neven Subotic im Mittelfeld konnte (ausgerechnet!) der Ex-Dortmunder Julian Schieber gegen seine alte Mannschaft treffen.

Es war unglaublich, aber wahr. Platz 16 mit 15 (!) erzielten Toren und 14 (!) dürftigen Punkten war das Resultat nach 15 Spielen. Die Spielverlagerung kommentierte: Wechselformationen und falsche Außenverteidiger bringen’s auch nicht.

Dann kam der 16. Spieltag am Mittwoch Abend und das letzte Heimspiel 2014. Vor dem Spiel war mir regelrecht schlecht. Und ich hatte Angst. Richtige Angst. Angst vor dem Spiel und Angst vor einer erneuten Pleite des BVB gegen Wolfsburg und Angst vor dem erneuten Fall auf Rang 18.

Doch meine Nerven sollten sich schnell entspannen. Ciro Immobile flankte von der linken Seite in den Strafraum butterweich auf Pierre-Emerick Aubameyang, der zum 1:0 einnetzen konnte (8. Minute). Es war Ciros erste Vorlage überhaupt. Die Freude dauerte nur bis zur 30. Minute an, als die Gäste mit einem Freistoßtor ausgleichen konnten. Erneut hatten sich die Dortmunder um den Lohn gebracht, denn zuvor gab es zahlreiche Torchancen für Schwarz-Gelb. Es war wieder zum verrückt werden.

Als ich mich nach der Hälfte der zweiten Halbzeit gefragt habe, was Ciro Immobile verbrochen haben muss, weil er einfach nicht das Tor trifft, gab es die Erlösung. Der Italiener markierte in der 76. Minute das hochverdiente 2:1 für die Borussia und ich bekam eine brutale Gänsehaut vor Freude. Aber auch dieses Mal war die Freude nur kurz zu Gast. Nach einer Ecke kassierte der BVB den Ausgleich – weniger als zehn Minuten nach der erneuten Führung. Wie bitter kann Fußball sein? Viel Aufwand betrieben, wenig Ertrag kassiert. Das ist Borussia Dortmund im Dezember 2014.

Es war ein verdammt starkes Spiel des BVB. Die Mannschaft war im Vergleich zum 0:1 in Berlin nicht wiederzuerkennen. Spieler des Spiels war eindeutig Ciro, bei dem der Knoten hoffentlich endgültig geplatzt ist. Dennoch: Platz 16 mit 15 Punkten nach 16 Spielen ist viel zu wenig.

Vorne aufgebaut, hinten eingerissen fasst Nick das Spiel zusammen. Das sieht auch Sylvia so, berichtet aber von einem Verein, der niemals unterging. Denn trotz des zweifachen Punktverlustes gab es ein fröhliches Jingle Bells der Südtribüne für die Mannschaft:

In Bremen ging es vier Tage vor Heilig Abend um drei wichtige Auswärtspunkte. Der erste Auswärtssieg überhaupt in der Saison sollte eingefahren werden.

Vorweihnachtliche Freude stellte sich bei mir in fußballerischer Hinsicht nicht ein. Vier Tage vor Heilig Abend ging es für den BVB als Sechszehnter zum Tabellenletzten.  Es waren noch keine drei Minuten gespielt, da führte der SVW schon und ich habe mich gefragt, wo die Leichtigkeit und der Siegeswille vom Dienstag Abend gegen Wolfsburg geblieben sind.

Saison 2014 2015 Borussia Dortmund Kicker Fieberkurve 17. SpieltagFehlpässe über Fehlpässe, Harmlosigkeit im Angriff und ideenloses Spiel – da konnten auch 70 Prozent Ballbesitz nach 45 Minuten nicht über das Unvermögen der Westfalen hinwegtäuschen.  Als Bremen dann auch noch nach einer guten Stunde das zweite Tor markierte, habe ich vor meinem geistigen Auge schon Jürgen Klopps Rücktritts-Statement gesehen.

Es war einfach amateurhaft, wie die Borussen – inbesondere Kapitän Mats Hummels – gegen die Nordlichter verteidigt haben. Ausgerechnet Hummels gelang in der 69. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2, doch über seinen ersten Saisontreffer konnte ich mich nicht wirklich freuen. Die Leistung der Dortmunder war bis dahin einfach unterirdisch.

Zwar lief es danach spielerisch ein wenig besser – kein Wunder nach der dürftigen Leistung bislang -, doch weder Shinji Kagawa noch Matthias Ginter konnten ihre Einschussmöglichkeiten verwerten. Es blieb beim 2:1 des SVW und ich war nach dem Abpfiff einfach nur traurig. Traurig und desillusioniert.

Nick ließ nicht den Kopf hängen und schaute nach vorn: Was nicht passt (und hoffentlich passend gemacht wird)

Wie kann eine Mannschaft am Dienstag konzentriert und einigermaßen attraktiv spielen und dann in Bremen so auftreten? Für solch eine unterirdische Leistung von 80 Prozent der Mannschaft gibt es keine Entschuldigung.  Einzig und allein der Klassenerhalt kann und darf das Ziel sein.Das sehe ich aber auch als große Chance zum Neuaufbau. Dann ohne englische Wochen konzentriert arbeiten, junge und hungrige Spieler holen und wieder angreifen. Anders kann es nicht gehen.

Meine größte Sorge war ein freiwilliger Rücktritt von Jürgen Klopp. Doch diese Sorge war am Sonntag Nachmittag ausgeräumt, als Borussia nach einem Dreiergespräch Watzke – Zorc – Klopp bekanntgegeben hat, mit dem aktuellen Trainer auch die Rückrunde anzugehen. Am Sonntag spielte auch der SC Freiburg gegen Hannover und ließ bei mir die Hoffnung wachsen, dass es doch einen Fußballgott gibt. Trotz eines langen 0:2-Rückstandes schaffte Hannover noch ein 2:2 und verhinderte den Fall des BVB auf den letzten Tabellenplatz.

Die Hinrunde 2014/15 im Video

Fast ohne Tadel in der Champions League

Der BVB hat mit 13 Punkten aus sechs Spielen und mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage das Achtelfinale erreicht.
Saison 2014 2015 Borussia Dortmund BVB.de Champions League VorrundeZum Abschluss der Vorrunde stand das Heimspiel gegen den RSC Anderlecht auf dem Programm, das ich sogar live im Westfalenstadion erleben konnte. Jürgen Klopp änderte die Mannschaft vom 1:0-Sieg gegen Hoffenheim auf sechs (!) Positionen. Diese Umstellungen wirkten sich wenig positiv aus, was sich in Abspielfehlern und anderen Nachlässigkeiten äußerte.

Ciro Immobile markierte nach einer knappen Stunde den Führungstreffer, doch die Belgier konnten sechs Minuten vor dem Ende unter Hilfestellung eines individuellen Fehlers von Kevin Großkreutz ausgleichen. Am Ende stand ein unnötiges Remis, das allerdings zum Gruppensieg ausgereicht hat (siehe auch: Dortmunds Notelf läuft auf der Felge zum “Maximalziel”).

Nach Abschluss der Gruppenphase gab es fünf potenzielle Gegner für die Borussen: Juventus Turin, Manchester City, Paris Saint-Germain, FC Basel, und Schachtjor Donezk. Die Auslosung in Nyon bescherte den Schwarz-Gelben in der Runde der letzten 16 am 24.02.2015 (in Italien) und am 18.03.2015 (im Westfalenstadion)  Juventus Turin als Gegner.

Ausgerechnet der Ex-Borusse und Dortmunder Repräsentant hat die Neuauflage des Endspiels von 1997 zwischen Juve und Borussia gezogen. Nachdem mit Man City und Paris SG die beiden dicksten Brocken nicht gezogen wurden, ist das Los für mich genauso attraktiv wie herausfordernd.

Und wie geht es weiter?

Ich mache mir ernsthafte Sorgen um Borussia. Der Abstiegskampf in der Bundesliga wird die Rückrunde der Schwarz-Gelben deutlich dominieren. Wenn die Mannschaft den Kampf nicht annimmt und nicht endlich eine Serie gestartet wird, wird es ganz, ganz schwierig.

Die Champions League ist nur noch ein Zubrot für die Westfalen, die Gefahr laufen, den in den vergangenen vier Jahren erspielten Bonus und die Sympathien vollends zu verspielen.

Mit einer engagierten Vorbereitung, bei der hoffentlich alle Verletzten mit an Bord sein können, und Neuzugang Kevin Kampl (vor Weihnachten von Red Bull Salzburg verpflichtet – siehe auch Schlag auf Schlag: Kampl kommt aus Salzburg), während der Mann, der niemals spielte, seine Zelte in Dortmund nach sechs Monaten abgebrochen hat, bleibt weiterhin die Hoffnung und Zuversicht auf einen guten Start im neuen Jahr. Gegner am 31. Januar 2014 kein Geringerer als Bayer Leverkusen.

Autor: Marc

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