Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Alternativlos – das Unwort des Jahres 2010

| 3 Kommentare

Betriebsratsverseucht, notleidende Banken, Herdprämie, freiwillige Ausreise, Humankapital, Wohlstandsmüll, Rentnerschwemme, Diätenanpassung, ethnische Säuberung und Peanuts.

Vermeintlich haben diese Begriffe keine Gemeinsamkeit. Doch weit gefehlt! Jedes von ihnen trägt den wenig schmeichelhaften Titel „Unwort des Jahres“.

Quelle: www.derWesten.de

Was ist das Unwort des Jahres?

Das Unwort des Jahres wird seit siebzehn Jahren einmal im Jahr von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt und im Januar bekannt gegeben.

Auf den ersten Blick lässt sich ein Lächeln bei den Wörtern nicht vermeiden, dienen sie doch oftmals für euphemistische Bezeichnungen von Sachverhalten. Doch das Unwort des Jahres soll nicht nur zum Schmunzeln anregen, sondern in erster Linie als Anregung zu mehr sprachkritischer Reflexion dienen.

Wie lautet das Unwort des Jahres 2011 2010?

Es war bereits im Vorfeld von vielen erwartet worden – und so kam es auch: „alternativlos“ ist das Unwort des Jahres. Damit konnte sich das Adjektiv gegen „unumkehrbar“ oder das ebenfalls sehr beliebte Wort „Wutbürger“ durchsetzen.

„Alternativlos“ ist von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zusammenhang mit der umstrittenen Griechenlandhilfe benutzt worden. Doch die Floskel verwendeten Politiker unter anderem auch für die angestrebte Gesundheitsreform, das Bahnprojekt Stuttgart 21 oder den Ausbau des Frankfurter Flughafens.

Welche Preisträger für das Unwort des Jahres gab es bisher?

Hier eine Übersicht der bisherigen Preisträger sowie zweit- und drittplatzierten Unwörter des Jahres von 1994 bis 2009, die gleichzeitig eine Zeitreise in die damaligen gesellschaftlichen Diskussionen ist:

  • 2009
    – betriebsratsverseucht
    – Flüchtlingsbekämpfung
    – intelligente Wirksysteme
  • 2008
    notleidende Banken
    Rentnerdemokratie
    Karlsruhe-Touristen
  • 2007
    Herdprämie
    klimaneutral
    entartet
  • 2006
    freiwillige Ausreise
    Konsumopfer
    Neiddebatte
  • 2005
    Entlassungsproduktivität
    Ehrenmord
    Bombenholocaust
    Langlebigkeitsrisiko
  • 2004
    Humankapital
    Begrüßungszentrum
    Luftverschmutzungsrechte
  • 2003
    Tätervolk
    Angebotsoptimierung
    Abweichler
  • 2002
    Ich-AG
    Ausreisezentrum
    Zellhaufen
  • 2001
    Gotteskrieger
    Kreuzzug
    Topterrorist
    therapeutisches Klonen
    Gewinnwarnung
  • 2000
    national befreite Zone
    überkapazitäre Mitarbeiter
    Separatorenfleisch
  • 1999
    Kollateralschaden
  • 1998
    sozialverträgliches Frühableben
    Belegschaftslasten
    Humankapital
    Moralkeule
  • 1997
    Wohlstandsmüll (arbeitsunfähige Kranke)
    Organspende
    Blockadepolitik/-politiker
    neue Beelterung
  • 1996
    Rentnerschwemme
    Flexibilisierung
    Outsourcing
    Umbau des Sozialstaats
    Gesundheitsreform
    Sozialhygiene
  • 1995
    Diätenanpassung
    Altenplage
    biologischer Abbau
    sozialverträglicher Stellenabbau
    abfackeln
  • 1994
    Peanuts
    Besserverdienende
    Dunkeldeutschland
    Buschzulage
    Freisetzung

Autor: Marc

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3 Kommentare

  1. Was war den das Unwort des Jahres 2010? alternativlos? glaub du bist deiner zeit leicht voraus… vermute mal auf einen fehler der zeit zurückzuführen. die hatten in ihrer überschrift versehentlich anfänglich 2011 geschrieben, inzwichen aber korrigiert.

    lg Gebinsel

  2. Pingback: Das Jugendwort des Jahres 2011 > Vermischtes > Eva Betz-Weiß, Jugendwort des Jahres, Langenscheidt, Manja Branß, Matthias Heine, Sprache, Uwe Wittstock, Wahl

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