Vorab: Das neue Buch von Arno Strobel ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Ich habe zahlreiche Bücher von Strobel gelesen und habe mich durchgehend gut unterhalten.
Doch sein neuestes Werk lässt mich ratlos und enttäuscht zurück. So verheißungsvoll der Titel Happy Weekend – Die perfekte Auszeit auch ist – es handelt sich mitnichten um ein fröhliches Wochenende und auch nicht um eine perfekte Auszeit.
Es könnte so schön sein
Arno Strobels Psychothriller „Happy Weekend“ entführt die Leserinnen und Leser in ein scheinbar idyllisches Wochenende, das sich rasch in einen Albtraum verwandelt. Wer die Romane des Autors schätzt, weiß, dass er für spannungsgeladene Plots und nervenzerreißende Wendungen bekannt ist.
Doch bei diesem Werk scheiden sich die Geister der Leserschaft gewaltig, was vor allem an der Härte der erzählten Ereignisse liegt.
Im Mittelpunkt steht ein Szenario, das puren psychologischen Druck aufbauen soll, sich im Verlauf der Geschichte jedoch in eine Richtung entwickelt, die mich überrascht und regelrecht verstört hat.
Statt subtiler Spannung und raffiniertem Rätselraten setzt Strobel hier auf eine Drastik, die ihren Namen kaum noch verdient: Die Schilderungen bewegen sich phasenweise stark an der Grenze zum Splatter. Wer zartbesaitet ist, wird an diesen Passagen schwer zu schlucken haben.
Zu viel Brutalität, zu viel Blutvergießen
Die Handlung kippt an mehreren Stellen in eine detailversessene Brutalität, die den Fokus spürbar von der psychologischen Komponente wegnimmt. Wo früher das Kopfkino durch Atmosphäre und Nervenkitzel angetrieben wurde, dominieren hier drastische Gewaltdarstellungen und physische Grausamkeiten.
Für Leserinnen und Leser, die wie ich den subtilen Thrill und clevere Täuschungsmanöver suchen, schießt das Buch hier deutlich übers Ziel hinaus. Es fühlt sich weniger nach einem klassischen Psychothriller an, sondern driftet stark in Richtung reißerischer Horror-Kost ab.
Mein Fazit
„Happy Weekend“ ist somit nichts für zartbesaitete Menschen. Wer blutige Slasher-Elemente und kompromisslose Härte im Thriller-Gewand sucht, kommt hier voll auf seine Kosten. Wer jedoch mit allzu brutalen, an Splatter erinnernde Szenen nichts anfangen kann und einen raffinierten Psychothriller erwartet, wird dieses vermeintliche fröhliche Wochenende vermutlich eher frustriert als glücklich beenden.
