Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Einschulung 1981 Grundschule Amelunxen

Die depressive Verstimmung nach dem erfolgreichen Abitur

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Ich bin ein optimistischer Mensch. Selten bringt mich etwas aus der Ruhe, meist gehe ich gelassen durchs Leben.

Und doch gibt es diese Momente, in denen mich das Leben mental aus der Bahn wirft. So wie am vergangenen Samstag.

Unser jüngster Sohn hat sein Abitur mit Bravour bestanden. Es war ein wunderschöner Tag. Er begann mit einem Gottesdienst, dessen Predigt zugleich humorvoll und nachdenklich war. Anschließend wurden die Reifezeugnisse in einer würdigen Feier überreicht. Jeder der 82 Absolventinnen und Absolventen bekam seinen ganz persönlichen Moment auf der Bühne.

Unser Sohn durfte sich nicht nur über ein hervorragendes Abitur freuen, sondern erhielt zusätzlich eine Auszeichnung im Fach Mathematik – ein Moment, der uns mit großem Stolz erfüllt hat.

Am Abend folgte die große Feier in der Stadthalle. Dort wurden die jungen Menschen gefeiert – und sie feierten sich selbst. Genau so sollte es sein. Es war ausgelassen, fröhlich und voller Aufbruchsstimmung.

Schwermut statt Freude

Und trotzdem.

Schon am Morgen trug ich einen diffusen Emotionscocktail in mir, den ich kaum beschreiben konnte. Am ehesten trifft es das Wort Schwermut.

Tagsüber trat dieses Gefühl in den Hintergrund. Doch immer wieder wurde mir bewusst: Mit diesem Tag endet ein Lebensabschnitt. Jahre voller Gewohnheiten, Freundschaften und gemeinsamer Erlebnisse gehen zu Ende. Beim Einzug der Abiturientinnen und Abiturienten wurde mir klar, dass sich ihre Wege nun trennen werden und jeder in eine andere Richtung aufbricht.

Als wir Eltern gegen abends halb elf nach Hause fuhren, begann für die jungen Leute die Nacht ihres Lebens. So sollte es sein. Und genauso war es auch.

Der Morgen danach

Nun ist Sonntagmorgen. Die Feier ist vorbei, die Sonne scheint, ein schöner Sommertag kündigt sich an.

Doch die Schwermut ist wieder da. Sie breitet sich leise aus, legt sich auf die Seele und füllt meine Augen mit Tränen.

Ich bin in solchen Momenten nah am Wasser gebaut. Und ich schäme mich nicht dafür. Im Gegenteil.

Etwas Wertvolles ist zu Ende gegangen

Vielleicht sind diese Tränen gar kein Ausdruck von Traurigkeit. Vielleicht erzählen sie einfach davon, dass etwas Wertvolles zu Ende gegangen ist. Dass aus Kindern Erwachsene geworden sind. Dass die Zeit unaufhaltsam weitergeht.

Manche Abschiede sind nicht laut. Sie kommen leise, mitten in einem glücklichen Tag. Und gerade deshalb berühren sie uns so tief.

Das gehört zum Leben. Und vielleicht macht genau das diese Momente so kostbar.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Passionierter Läufer, Bücherfreund, iPhone 12, ipad mini 2, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, und Twitter zu finden.

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