Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Cover Rezension Die Housesitterin Emily Rudolf

Rezension: Die Housesitterin von Emily Rudolf

| Keine Kommentare

Schon nach den ersten Seiten hatte Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder? von Emily Rudolf eine ganz eigene Wirkung auf mich.

Was zunächst wie ein harmloser Thriller mit einer bekannten Ausgangssituation beginnt, entwickelte sich für mich schnell zu einer Geschichte, die mich immer wieder zweifeln ließ – an den Figuren, an den Situationen und stellenweise sogar an meiner eigenen Wahrnehmung als Leser.

Housesitting an der See

Die Idee, für eine gewisse Zeit allein auf ein fremdes Haus aufzupassen, klang anfangs beinahe idyllisch. Genau deshalb fand ich den Einstieg besonders gelungen, denn ich konnte gut nachvollziehen, warum die Protagonistin diesen Job annimmt. Doch je länger sie sich in dem Haus aufhält, desto stärker verändert sich die Stimmung.

Cover Rezension Die Housesitterin Emily RudolfBeim Lesen hatte ich zunehmend dieses unangenehme Gefühl im Bauch, das mich ständig begleitet hat. Immer wieder fragte ich mich, ob die Angst berechtigt ist oder ob sich alles nur im Kopf der Hauptfigur abspielt. Besonders beeindruckt hat mich, wie intensiv Emily Rudolf die Gedanken und Gefühle der Protagonistin beschreibt.

Ich war ihr beim Lesen sehr nah und habe ihre Unsicherheit, ihre Angst und ihr Misstrauen deutlich gespürt. Oft ertappte ich mich dabei, selbst nervös zu werden oder bestimmte Situationen lieber schnell hinter mich bringen zu wollen. Genau diese emotionale Nähe hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht.

Wer spielt hier Spiele?

Auch die Protagonisten haben bei mir ein dauerhaftes Gefühl von Misstrauen ausgelöst. Ich wusste lange nicht, wem ich glauben kann, und genau das hat mich immer weiter lesen lassen. Mehrmals war ich mir sicher, den Verlauf der Geschichte durchschaut zu haben – nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Die Wendungen kamen für mich überraschend, wirkten aber nie unglaubwürdig oder überzogen.

Das Ende von Die Housesitterin hat mich nachdenklich zurückgelassen. Es war kein Abschluss, den man einfach zuklappt und sofort vergisst, sondern einer, über den ich noch eine ganze Weile nachgedacht habe. Für mich ist genau das ein Zeichen dafür, dass ein Thriller funktioniert hat.

In ihrem dritten Thriller lässt sich gut erkennen, wie sich Emily Rudolf als Schriftstellerin weiterentwickelt hat. Sie schafft es meisterhaft, eine ganz besondere Atmosphäre in ihren Büchern zu schaffen. Es ist kein lauter, actionreicher Thriller, sondern eine Geschichte, die sich langsam unter die Haut schiebt und dort festsetzt.

Weitere Bücher von Emily Rudolf

Außerdem habe ich die beiden ersten Bücher von Emily Rudolf rezensiert:

Rezension: Die Auszeit von Emily Rudolf

Rezension: Das Dinner von Emily Rudolf

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Passionierter Läufer, Bücherfreund, iPhone 12, ipad mini 2, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, und Twitter zu finden.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.