Am Freitag, den 16. Januar 2026, gastierte der Kabarettist Konrad Beikircher in der Aula des Gymnasiums Korschenbroich und sorgte für einen ebenso klugen wie humorvollen Abend.
Für Beikircher war es in gewisser Weise eine Rückkehr: Bereits 1990 trat er in Korschenbroich auf – damals noch unter ganz anderen Bedingungen. Mit augenzwinkernder Erinnerung an eine Sprinkleranlage und sein erstes Programm „Himmel un Ähd“ nahm er das Publikum direkt mit auf eine Reise durch mehrere Jahrzehnte Kabarettgeschichte.
Beikircher, der 1965 ins Rheinland gekommen ist, bezeichnet sich inzwischen selbst als echten Rheinländer – seit mehr als 60 Jahren lebt und liebt er die rheinische Lebensart. Passend dazu zitierte er den großen Kabarettisten Hans Dieter Hüsch:
„Der Niederrheiner weiß nix, kann aber alles erklären.“
Ein Satz, der wie ein Leitmotiv durch den Abend führte.
Messerscharfer Humor
Mit messerscharfem Humor seziert Beikircher seit jeher Sprache und Mentalität. So nahm er an diesem Abend diverse Mundarten unter die Lupe: Neben dem Rheinischen bekamen auch hessische, schwäbische und bayerische Sprachbesonderheiten ihr Fett weg.
Besonders anschaulich erklärte er dem Publikum die legendäre rheinische Relativverschränkung, ein sprachliches Phänomen, das außerhalb des Rheinlands kaum jemand versteht – innerhalb aber jeder sofort erkennt.
Nach 55 Minuten endete die erste Hälfte des Programms. Mit dem kölschen Lebensmotto „Et kütt, wie et kütt“ verabschiedete sich Beikircher in die Pause.
Frau Walterscheidt darf nicht fehlen
Natürlich durfte auch Frau Walterscheidt nicht fehlen, eine seiner bekanntesten Bühnenfiguren. Ebenso sorgte die Niesen-Typologie für große Heiterkeit: einsilbig, zweisilbig oder dreisilbig – jeder im Saal erkannte sich oder seine Sitznachbarn wieder.
Kurz vor halb elf ging ein äußerst unterhaltsamer Abend zu Ende. Zum Abschluss präsentierte Konrad Beikircher seinen Abschiedssong a cappella – ein leiser, persönlicher Moment, der deutlich machte, dass sich hier ein großer Kabarettist langsam von der Bühne verabschiedet.
Denn sein letztes Programm läuft noch bis Ende Dezember 2026 in Köln – danach endet mit der Endtour eine außergewöhnliche Karriere, die Generationen zum Lachen und Nachdenken gebracht hat.
Das Publikum in der Aula des Gymnasiums Korschenbroich honorierte diesen besonderen Abend mit lang anhaltendem Applaus – dankbar für Humor, Haltung und rheinische Weisheit.
