Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Abschied ist ein scharfes Schwert – das Kind fährt weg

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Abschied ist ein scharfes Schwert, das oft so tief ins Herz Dir fährt.

Der Refrain eines Schlagers von Roger Whittaker aus dem Jahr 1984 kommt mir in den Sinn, als ich mich am Donnerstag Morgen von meiner Frau und meinen Kindern verabschiede. Auf dem Weg zur Bahn denke ich darüber nach, dass ich den großen Sohn heute Abend für acht Tage verabschieden werde.

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https://www.youtube.com/watch?v=fC4QnduEpZU

Rückblende

Rückblende. Zwei Jahre zuvor ist meine emotionale Welt ähnlich. Der große Sohn wird zum Schüleraustausch nach Brighton fahren. In einer Gastfamilie verbringt er seine Zeit und wird neben Südengland auch London live erleben.

Schon damals fühlte sich der Abschied schwer an. Es ist ungewohnt, das Kind nicht bei und um sich zu haben. Liam fehlt morgens beim Frühstück, abends beim Essen und das Wochenende ebenfalls. Wir sitzen zu dritt am Tisch und es ist offensichtlich. Ein Kind fehlt.

Dieses Jahr ist es nicht anders. Für acht Tage geht es nach Tirol in Österreich zum Skifahren. Die Tasche ist gepackt, der Rucksack mit Knabbereien, Süßigkeiten und Getränken (Keine Energydrinks! Die Schüler sollen im Bus schlafen!) prall gefüllt.

Schlechter Schlaf

In den Tagen vor der Abfahrt habe ich schlecht geschlafen. Viele Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen, rationale und irrationale Gedanken haben sich einen Kampf geliefert. Es ging mir nicht gut.

Auch am Donnerstag geht es mir nicht gut. Für halb neun am Abend war die Fahrt Richtung Kitzbühler Alpen geplant. Wir sind zehn Minuten vorher angekommen und sehen, dass sich die Abfahrt sicher noch verzögern wird. Anfangs steht Liam bei uns, doch nach und nach trudeln seine Kumpels ein und plötzlich verabschiedet er sich von uns mit der großen Reisetasche und dem Rucksack.

Anne und ich plaudern mit anderen Eltern und ein wenig verfliegt meine Trauer. Wieso eigentlich Trauer? Ist doch Quatsch! Liam hat die Gelegenheit, ein tolles Abenteuer im Schnee zu erleben und wird eine klasse Zeit haben. Es gibt keinen Grund traurig zu sein – vielmehr ist das ein Grund, sich für das Kind zu freuen.

Bye, bye, Großer

Es wird 21 Uhr und dann geht alles ganz schnell. Die Koffer sind sicher verstaut, die Schülerinnen und Schüler haben ihre Plätze im Bus eingenommen.
Ein Doppeldeckerbus mit Anhänger für die Ski, Schuhe und vieles mehr sowie ein klassischer Reisebus machen sich auf den Weg Richtung Kirchberg in Tirol.

Ein kurzes Winken von dem Platz im ersten Stock des Busses und dann sehe ich nur noch die Rücklichter des Trosses auf seinem Weg ins knapp 780 Kilometer entfernte Aschau.

Autor: Marc

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