Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Der Herbst steht auf der Leiter – Text und Video

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Unser Sohn Liam ist jetzt in der zweiten Klasse und muss vermehrt Gedichte auswendig lernen. Interessanterweise klappt das bei ihm ähnlich gut wie damals zu meiner Schulzeit bei mir. Am vergangenen Wochenende stand das herbstliche Gedicht „Der Herbst steht auf der Leiter“ an und er hatte drei Tage Zeit, es vorzutragen:

Der Herbst steht auf der Leiter
Und malt die Blätter an,
Ein lustiger Waldarbeiter,
Ein froher Malersmann.

Er kleckst und pinselt fleißig
Auf jedes Blattgewächs.
Und kommt ein frecher Zeisig,
Schwupp, kriegt der auch ’nen Klecks.

Die Tanne spricht zum Herbste:
Das ist ja fürchterlich,
Die andern Bäume färbste,
Was färbste nicht mal mich?

Die Blätter flattern munter
Und finden sich so schön.
Sie werden immer bunter.
Am Ende fall’n sie runter.

(Copyright © Das Neue Berlin Verlagsgesellschaft mbH)

Ich bin wahrlich kein Freund des Schlagers, aber die Interpretation des Gedichtes „Der Herbst steht auf der Leiter“ von Helene Fischer schaue ich mir gern an 😉

Wer zu Schulzeiten die Interpretation von Lyrik mochte, liest sicherlich auch diese Deutung gern:

Das Gedicht hat vier Strophen, sein Metrum ist ziemlich regelmäßig: unbetont – betont,
also ein Jambus, aber mit einer Abweichung, lustiger – lust’ger. Klingende und stumpfe
Kadenzen wechseln einander ab, und zwar im Schema der Kreuzreime – aber nicht am
Schluss. Warum nicht? So entsteht eine Pointe, eine überraschende Wende, die Erwartung auf einen bestimmten Reim wird enttäuscht.

Das wiederum ergibt einen Bezug zum Inhalt: Das Fallen der Blätter ist Ausdruck der
Vergänglichkeit. Sie werden zwar immer bunter, aber dann hat es doch ein Ende mit
ihnen. Der Herbst ist die Jahreszeit des Alterns und Vergehens, der Erinnerung an den
Tod. Dabei fängt das Gedicht heiter an: mit einem lustigen Waldarbeiter, einem frohen
Malersmann. Wie die Blätter sich zunächst bunt färben und schließlich einfach herunterfallen, so scheint sich der Bogen des Gedichtes vom Heiteren, Unbeschwerten zum eher Betrüblichen, Traurigen zu spannen.
“ (Quelle)

Autor: Marc

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