Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Der Gipfelstürmertag in Krefeld: der Mississippidampfer und die Friedenskirche im Stadtzentrum

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Es ist Samstag Morgen, viertel vor neun. Während viele Menschen noch gemütlich ausschlafen, habe ich bereits das Frühstück mit der Familie hinter mir und setze mich ins Auto. Es geht zum Gipfelstürmertag.

Als ich mich auf den Weg nach Krefeld mache, kommt mir eine Frage in den Sinn. Wieso bin ich bislang so selten in Krefeld gewesen? Die Stadt mit knapp 200.000 Einwohnern ist nur zwanzig Kilometer von meinem Heimatort entfernt und damit in weniger als einer halben Stunde mit dem Auto erreichbar.

Klar, der Zoo neben der Grotenburg ist mir bekannt und ich war auch schon mehrmals bei Elefant, Pinguin und Co. Aber sonst? Stattdessen fahre ich nach Neuss, eine Stadt, die genauso weit entfernt wie Krefeld für mich ist. Schon jetzt sei verraten: Nach einem ereignisreichen Gipfelstürmer-Tag  weiß ich, dass ich künftig häufiger nach Krefeld kommen werde.

Auf dem Weg durch Krefeld

Ein tiefblauer Himmel ohne jede Wolke und Sonne satt begrüßt mich, als ich um halb zehn vor dem Krefelder Hauptbahnhof aus dem Parkhaus trete und zum Treffpunkt marschiere.

Ich bin Gast des Gipfelstürmertages in Krefeld und nehme an einer kleinen, aber umso feineren und geführten Blogger-Tour teil, die mich hoch hinaus über die Dächer der Seidenstadt führen wird. Im Hauptbahnhof lerne ich Frau Carasali-Bader kennen, die drei weitere Blogger und mich anfangs an diesem Tag begleiten wird.

Vom Hauptbahnhof beginnt unser Rundgang entlang des Südwalls über die Hochstraße und den Neumarkt.‎ Frau Carasali-Bader erzählt einiges von der Stadtgeschichte und den historischen Hintergründen, ehe wir ein Café betreten. Die erste Station ist das Frollein Cupcake.

Kleine Kuchen bei Frollein Cupcake

Wie es der Name schon verrät, sind die kleinen Kuchen die Spezialität des Hauses. Ich habe mir einen Cupcake Schwarzwälder Kirsch und als Getränk den Grotenburg, einen Latte Macchiato mit einem Schuss Baileys, und einen Schwarzwälder Kirsch Cupcake schmecken lassen.

Alle fünf Blogger waren von den leckeren, saftigen Cupcakes begeistert. Allein optisch haben die kleinen Küchlein schon verdammt viel her gemacht. Nach dem ersten Bissen wird dieser Eindruck noch verstärkt – eine echte Geschmacksexplosion.

Genau klasse wie die kleinen Küchlein ist das Team hinter dem Tresen. Die aufmerksamen Angestellten nehmen die Bestellung flink auf und servieren die kleinen Gaumenfreuden mit einem herzlichen Lächeln und sichtlich Spaß bei der Arbeit.

Wieso eigentlich Gipfelstürmertag?

Im Frollein Cupcake haben wir auch Uli Cloos, Fachbereichsleiter Marketing und Stadtentwicklung der Stadt Krefeld, und Claire Neidhardt vom Stadtmarketing Krefeld kennengelernt, die uns den restlichen Tag in Krefeld begleitet und uns die Hintergründe zum Gipfelstürmer-Tag erklärt haben.

Der Gipfelstürmer-Tag ist Teil der Kampagne „Perspektivwechsel“, die mit vielen verschiedenen Projekten Krefelder Bürger und Gäste an besondere Locations in der Stadt führt und auch weniger bekannte Orte präsentiert.

Nachdem die köstlichen Kuchen verspeist waren, ging es um elf Uhr mit dem Auto über den Friedrichsplatz zum ersten Gipfelsturm. Die Fahrt war gleichzeitig eine Mini-Stadtrundfahrt, bei der Uli jede Menge zur Geschichte der linksrheinischen Stadt erzählen konnte.

Mississippidampfer im Stadtzentrum

Das Bleichpfad-Hochhaus, auch und ob seiner Konturen auch als Mississippidampfer bekannt, zählt zu den umstrittensten und in den Augen vieler auch hässlichsten Häusern Krefelds. In krassem Kontrast steht dazu der atemberaubende Ausblick vom 67 Meter hohen Gebäude.

In dem Hochhaus wohnen knapp eintausend (!) Menschen aus 25 Nationen, was den Ruf als sozialer Brennpunkt gefestigt hat. Doch das riesengroße Gebäude wird leicht unterschätzt. Dank seiner Nähe zum Stadtzentrum sind die Wohnungen durchaus beliebt.

Wir fahren mit dem Aufzug in Stock 20 und haben Gelegenheit, einen Angestellten des Hauses über diese besondere Immobilie zu befragen. Der Leerstand des Bleichpfad-Hochhauses liegt bei acht Prozent – ein Fakt, der den Ruf als stigmatisiertes Wohnhaus nicht wirklich bestätigt.

In einer unbewohnten Maisonette-Musterwohnung haben wir Gelegenheit, den atemberaubenden Ausblick quer über die Stadt zu genießen:

Übrigens war dieser Gipfelstürmer-Spot stark frequentiert von Krefelder Besuchern, die sich gern einen Einblick in ein ganz besonderes Haus verschaffen wollten.

Ich kann mich gar nicht satt sehen an dieser wunderbaren Aussicht:

Friedenskirche im Stadtzentrum

Um halb zwölf verlassen wir den Mississippidampfer und es geht weiter durch die Innenstadt Krefelds. Die zweite Station ist die 1884 erbaute evangelische Kirche im Zentrum der Seidenstadt.

Zu Fuß erklimmen wir die 213 Stufen in der Kirche, um den Turm zu besteigen. Im Rahmen einer Führung erfahren wir einiges über die monströse Orgel des Gotteshauses, bevor wir eine Etage höher im Rosettenraum die Funktionsweise der Kirchturmuhr kennenlernen.

Im Sommer 1942 wurde die Friedenskirche bombardiert und die Kirche vollständig zerstört.

Und nicht nur der Blick in die Stadt ist spektakulär, auch der Blick in die Kirche über das Gewölbe ist sagenhaft schön. Denn weitere 32 Stufen höher gibt es einen Blick auf das Gewölbe der Kirche von oben:

Nach 125 Stufen und fast auf den Schlag genau um zwölf Uhr habe ich das Ziel erreicht: die Spitze des Kirchturmes ist erklommen und offenbart einen fantastischen Blick rund um Krefeld.

Untermalt mit dem zwölfmaligen kräftigen Schlagen der Glocken in der Friedenskirche ist das ein erhabenes Erlebnis über den Dächern Krefelds.

Spontaner Tweetup mit Michael

Nach dem Abstieg vom Turm erlebe ich noch ein spontanes Tweetup. Michael, den ich bislang nur virtuell über Blog, Twitter und Facebook kannte, wartet vor der Kirche auf mich und wir haben uns endlich persönlich treffen können.

Bevor wir zur dritten Location aufbrechen, lassen wir noch Blogger-Luftballons steigen und machen uns anschließend auf den Weg zum dritten Ort im Rahmen unserer Blogger-Tour am Gipfelstürmertag in Krefeld.

Autor: Marc

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