Ich freue mich, heute Abend eine Premiere feiern zu dĂŒrfen. Dank twitter kam ĂŒber zwei Ecken der Kontakt zwischen mir und
Andreas Wiemers zustande. Andreas berichtete mir von der Bloggervorschau, an der ich gern mitgewirkt habe. Daher zitiere ich von seinem Blog:
“Spiele mit einem höherem Stellenwert verdienen auch bei Bloggern eine intensivere Vorbereitung. Basierend auf den positiven und produktiven Erfahrungen einer gemeinsamen Bloggervorschau von Hertha und VfL-Fans haben die blau-weiĂen AnhĂ€nger ein Ă€hnliches Projekt fĂŒr das anstehende B1-Derby am 13. MĂ€rz ins Leben gerufen. Ein Dank geht an dieser Stelle an die schwarz-gelben Nachbarn, die direkt bereit waren, den virtuellen Schlagabtausch mit dem “kleineren” Nachbarn anzunehmen. Es hat SpaĂ gemacht!
Viel SpaĂ beim Lesen!”
1. Frage
Das B1-Derby bedeutet…
Arne – schwatzgelb.de: Da sammele ich jetzt im Bochumer Lager keine groĂen Sympathien, aber im Grunde steht diese Begegnung in Dortmund schon deutlich hinter dem “richtigen” Derby zurĂŒck. Klar, ein AuswĂ€rtsspiel nur wenige Meter hinter der Stadtgrenze hat zweifelsohne einen besonderen Reiz und eine gewisse nachbarschaftliche RivalitĂ€t ist da vorhanden, aber im Vergleich zum Spiel gegen Gelsenkirchen fĂ€llt das schon etwas ab.
vfl4ever: Da hab ich groĂes VerstĂ€ndnis fĂŒr. WĂ€hrend es fĂŒr uns sicher etwas Besonderes ist, die beiden Nachbarn Ă€rgern zu können, sieht es fĂŒr die “GroĂen” sicher anders aus, eher eine Pflichtveranstaltung. Umso schöner, wenn man dann die Kollegen auf der Arbeit (wo königs-blau und schwatzgelb in der Ăberzahl sind) dann auch mal Ă€rgern kann. So entsteht auch schon mal ein “Bochum bezwingt Schalke 2-2”.
Andreas: Ich mache es mir einfach und zitiere zu Beginn Oliver Birkner:
âDie Saison besteht genau genommen aus vier Spielen und 30 Appetizern. Zwei Mal Bayern, zwei Mal Schalke und 30 Mal Knoppers fĂŒr zwischendurch. Den BVB hatte ich lange nicht auf der Rechnung. Dortmund war Sauerland und schal wie der Mönesee oder DAB. Erst als die Geld-Schwarzen von den Eckfahnen bis zur Ballonseidenhose des Zeugwarts alles fĂŒr den Erfolg verpfĂ€ndeten und dafĂŒr mit Titeln und nicht Zwangsabstieg prĂ€miert wurden, addierten sich die Duelle gegen Dortmund zu den Jahreseckdaten.â
In diesem Sinne gratuliere ich dem BvB, in den erlesenen Kreis mit aufgenommen worden zu sein. đ Wobei sich die Frage stellt, ob Schalke – BvB tatsĂ€chlich ein richtiges Derby ist. Denn die jeweilige Gastmannschaft muss immer ĂŒber Bochum anreisen.
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Bochum vs. Dortmund ist im Hause Reichert der familiĂ€re FuĂball-Höhepunkt des Jahres. Mein Vater ist BVB-Fan und hatte mich Ende der 80er zum ersten Mal mit ins Westfalenstadion genommen. Hab dann allerdings ziemlich schnell mein Herz an den VfL verloren. Die Zeit der groĂen Vater/Sohn-RivalitĂ€ten ist mittlerweile lĂ€ngst vorbei. Wir gehen seit ca. 15 Jahren zu jedem VfL-BVB-Spiel, sitzen oder stehen allerdings zum Wohle des Familienfriedens niemals zusammen. So viel gesunde RivalitĂ€t muss sein.
Jens (pottblog.de): NatĂŒrlich ist das “eigentliche” Derby zwischen dem Verein da bei Herne-West (der mit dem Dachschaden in der Turnhalle) und der Dortmunder Borussia irgendwie wichtiger. Aber wenn man in Bochum arbeitet und viele VfL-Fans kennt, dann ist das schon was besonderes, da dieses Spiel fĂŒr die nĂ€chsten Wochen fĂŒr das frotzelige FuĂballklima in BĂŒro & Co. mitverantwortlich ist. Um mal tabellentechnisch zu sprechen: Das B1-Duell ist fĂŒr mich nicht Champions League – aber doch schon europĂ€isch!
Nick (Any Given Weekend): FĂŒr mich als in Berlin lebenden BVB-Fan ist es ein interessantes Spiel, nicht mehr und nicht weniger. Interessant sind aber auch Spiele gegen Gladbach, Hertha, Leverkusen, Bremen oder natĂŒrlich Bayern, um nur ein paar zu nennen. Es gibt sicher eine gewisse regionale Konkurrenz, aber die spĂŒrt man wohl nur richtig, wenn man wie Jens in der Gegend lebt und arbeitet. Auch fĂŒr mich gibt es daher nur ein Spiel, das wir gewinnen MĂSSEN.
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Das “kleine” Derby ist fĂŒr mich eher zweitrangig, was den Stellenwert angeht. Die beiden Highlights sind fĂŒr mich als BVB-Fan natĂŒrlich die Derbies gegen den FC Sch****. Aber auch die Bochumer sind nicht zu unterschĂ€tzen, soviel steht fest. Der bisherige Saisonverlauf des VfL Bochum hat mich im positiven Sinn ĂŒberrascht. Heiko Herrlich ist es gelungen, eine verschworene Einheit zu formen, die immer wieder fĂŒr eine Ăberraschung gut ist. FĂŒr Borus-sia Dortmund geht es am Samstag um drei wichtige Punkte im Kampf um den fĂŒnften Platz.
Ben (www.scudetto.de): Ich zitiere den alten Ruhrpott-Haudegen und VfL-Spieler Lothar Woelk: »Kleines Revierderby! Wenn ich das schon höre! Als Recklinghauser Jung gab es fĂŒr mich in den siebziger Jahren nur ein Revierderby, und das hieĂ Bochum gegen Schalke. Der BVB fand damals nicht statt – die spielten noch zweitklassig,« Was ich damit sagen will: Ge-schichte wird gemacht – und auch GefĂŒhle und Namen. Kleines Derby ist medial geprĂ€gt. Es ist ein Derby (denn das bedeutet geografische NĂ€he) hin oder her!
2. Frage
Kaum jemand hĂ€tte angesichts des Dortmunder Kaders den derzeitigen Tabellenstand zu Saisonbeginn erwartet. WĂ€chst der BvB ĂŒber sich hinaus oder schafft er es wieder, sich mittelfristig im Kreis der Europa-League-Aspiranten zu etablieren?
Arne – schwatzgelb.de: Gute Frage. Wie schon in der Hinrunde, sieht es nach den ersten sieben Spielen jetzt nicht mehr ganz so gut aus. An vier Niederlagen aus fĂŒnf Spielen haben wir jetzt erstmal zu knabbern. Auf der anderen Seite stehen wir trotzdem noch auf Platz 5, insofern ist ja noch alles drin. Leider sieht es personell bei uns im Moment recht schlecht aus. Ich hoffe aber mal, dass es trotzdem noch fĂŒr Platz 5 reicht am Ende. WĂ€re schön, mal wieder ein paar internationale Spiele mitnehmen zu können.
vfl4ever: Habe heute eine Rechnung gesehen, wo Platz 6 auch noch fĂŒr die Europa League reichen könnte. Von daher traue ich es dem BVB sogar zu, wieder international zu spielen.
Andreas: Ich vermute, der BvB spielt weit ĂŒber den Möglichkeiten des Kaders und sollte die Saison mit einem Platz fĂŒr das internationale GeschĂ€ft belohnt werden, bin ich gespannt, wie das Umfeld auf die zu erwartenden RĂŒckschlĂ€ge in der kommenden Saison verhĂ€lt. Denn Geduld ist eine Eigenschaft, die ich mit der SĂŒdtribĂŒne nicht mehr in Verbindung bringe. Bin aber gespannt, wie das Rennen um das internationale GeschĂ€ft ausgeht. Und so lange es nicht um die Meisterschaft geht oder wir mit dem BvB um den entsprechenden Platz konkurrieren: Gehts raus und spielts internationalen FuĂball!
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Gegenfrage: Kommt die positive Entwicklung des BVB wirklich so ĂŒberraschend? Ich kann mich sogar an vereinzelte “Experten” erinnern, die vor der Saison bzw. in der Winterpause – mit schönen GrĂŒĂen nach Wolfsburg – der Borussia noch viel mehr zugetraut haben. Mein Eindruck ist: In Dortmund wurden in der letzten Zeit einige richtige Entscheidungen (Trainer, Zusammenstellung des Kaders etc.) getroffen. Die Mannschaft wirkt trotz der aktuellen Krise stabil und erstaunlich abgezockt. Einen Platz in der Europa League hatte der BVB schon in der letzten Saison verdient. Diesmal wird es klappen. Sei es, dass die Borussia sich als Sechster qualifiziert.
Jens (pottblog.de): Ich verstehe das “oder” in der Frage nicht so recht. Denn mit dem jetzigen Kader hĂ€tte man es nicht unbedingt erwarten können, dass er so ĂŒber sich hinaus wĂ€chst UND sich mittelfristig europĂ€isch festsetzt. Ich gehe davon aus, dass der BVB am Ende der Saison international spielen kann. Und wer weiĂ, vielleicht sogar gleich mal wieder in der Königs-klasse… đ
Nick (Any Given Weekend): In dieser Saison ist der BVB-Kader sicher noch nicht so, dass man sich zwingend fĂŒr Europa qualifizieren muss. Ich bin aber angesichts der Ergebnisse des Wochenendes und unseres Restprogramms inzwischen zuversichtlich, dass es mindestens zu Platz 6 reicht. GrĂŒnde fĂŒr den Aufschwung? Die verpflichteten Spieler sind sicher einer, aber auch der hĂ€ngt mit dem Hauptgrund zusammen: Wir haben einen verdammt guten Trainer!
Ben (www.scudetto.de): So sieht es aus, Nick! Ich denke, Klopp macht schon einen Unterschied aus. Wobei ich jetzt nicht sehe, dass der BVB einen so schlechten Kader haben soll?! Da stimmt schon relativ viel. Und wenn du dann noch so einen positiv Bekloppten wie den Kevin G. in der Mannschaft hast, da kann eigentlich nicht viel schief gehen!
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Schon die vergangene Saison war eine klasse Spielzeit von Borussia Dortmund. Wir dĂŒrfen nicht vergessen, dass die Mannschaft von JĂŒrgen Klopp extrem jung ist und eine immense Lernkurve hinter sich hat. Dass es 2008/2009 am Ende nicht zu einem Platz fĂŒr Europa gereicht hat, war bitter. Ich bin aber der Meinung, dass die Mannschaft daran gewachsen ist. JĂŒrgen Klopp, dem zwischenzeitlich auch in dieser Saison die Kompetenz abgesprochen worden ist, ist der richtige Mann am richtigen Ort. Ich erwarte, dass die Dortmunder stetig fĂŒr Furore sorgen werden und wir noch viel Freude an den jungen Kerlen haben werden. Daher: der BVB wird sich auch mittelfristig im oberen Tabellendrittel der Bundesliga festsetzen.
Nick (Any Given Weekend): Klar, Ben, der BVB-Kader ist schon gut. Nur stehen sowohl vor als auch hinter uns Mannschaften, die nominell einen mindestens ebenso gut besetzten und teureren haben. Dass wir da so gut mithalten können, hat sich erst im Laufe der Saison herausgestellt, ist aber natĂŒrlich umso schöner.
3. Frage
Lange Zeit galt der VfL Bochum als Abstiegskandidat Nr. 1. Wurde er unterschĂ€tzt oder profitiert er von der Erfahrung im Kampf um das erstklassige Ăberleben?
Arne – schwatzgelb.de: Ich mĂŒsste lĂŒgen, wĂŒrde ich behaupten, dass ich den VfL gut genug beobachtet habe, um da eine vernĂŒnftige Antwort geben zu können. Allerdings glaube ich, dass der Kader im Vergleich zu beispielsweise Hannover nicht nennenswert schlechter, vielleicht sogar eher besser ist. Dass man erfahren im Abstiegskampf ist, ist da sicherlich auch kein Nachteil. Hertha oder eben Hannover haben damit sicher gröĂere Probleme.
vfl4ever: Ich hab die Bochumer mal mehr beobachtet als Arne đ Bochum gehörte in den letzten Saisons immer zu den Abstiegskandidaten, und ich denke, dass ich das in naher Zukunft nicht signifikant Ă€ndern wird. Diese Saison haben wir die Situation, dass mit Hannover und Hertha 2 Teams so richtig schlecht sind, was uns natĂŒrlich prima in die Karten spielt.
Andreas: Ich finde es ĂŒberaus ĂŒberraschend, dass dieses Jahr Mannschaften mit einem Kader, den ich personell besser besetzt als den Bochumer einstufe, hinter uns stehen. Vermutlich wird es in den kommenden Jahren auch so sein, dass eine Mannschaft unten rein rutscht, von der man es nicht erwartet. Angesichts der finanziellen Möglichkeiten des VfL teile ich vfl4evers langfristige EinschĂ€tzung. Aber in Bochum hat man in den letzten Jahren gelernt, aus wenig viel zu machen. Andere kriegen das selbst mit einem namhaften Kader nicht hin (s. Köln). Mit Kaiserlautern, Augsburg, Pauli oder Bielefeld werden nĂ€chste Saison drei weitere Vereine hinzu treten, mit denen der VfL neben Freiburg und Mainz auf finanzieller Augenhöhe schwimmt. Das stimmt mich zuversichtlich, zumindest nicht mehr Absteiger #1 betrachtet zu werden. Denn als KlassenkĂ€mpfer macht uns so schnell keiner etwas vor.
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Beim VfL kommt erst der Kampf um den Klassenerhalt und dann lange nichts. Das wird sich wohl auf absehbare Zeit nicht Ă€ndern. Die Erfahrung spielt natĂŒrlich eine gewisse Rolle; hier dreht keiner durch, wenn wir auf einen Abstiegsplatz stehen. Der SchlĂŒssel fĂŒr den aktuellen Aufschwung war allerdings der Trainerwechsel im letzten Herbst. Die Mannschaft wirkt nun viel stabiler und hat endlich die Opferrolle abgelegt. ZusĂ€tzlich hat der VfL mit Milos Maric im Winter einen Mann verpflichtet, der schon lĂ€ngst ein FĂŒhrungsspieler ist.
Jens (pottblog.de): Also wenn jemand AbstiegskÀmpfe kennt dann der VfL Bochum. Ich den-ke die erfolgreiche Arbeit von Marcel Koller, der mehrere Jahre lang das offizielle Ziel (Verbleib in der ersten Liga) mehr oder weniger souverÀn geschafft hat, hat dort einen guten Grundstock gelegt.
Ben (www.scudetto.de): Jens, da muss ich mal gerade einhaken. Nach auĂen hin waren die Jahre erfolgreich (drei Mal nicht abgestiegen) unter Koller. Nach innen sind sie gerade noch einmal scharf an der Katastrophe vorbei gegangen. Null Entwicklung, keine Ideen (von Visionen möchte ich nicht sprechen) und eine ganz schlimme Stimmung im und um den Verein. DAS war Koller ĂŒber eine lange Zeit. Ich hoffe, dass wir dieses Jahr – relativ frĂŒh wĂ€re ein Traum – drin bleiben. Dann kann man mal nach vorne schauen unter dem neuen Trainer. Der macht zwar ĂŒberraschend viele Fehler (noch), aber er steht dazu!!!
Nick (Any Given Weekend): Ich muss gestehen, auch ich hatte den VFL als Absteiger oder Relegationsteilnehmer getippt. Ohne Zweifel hat sich die Mannschaft in den letzten Wochen gut entwickelt. Ohne Zweifel profitieren sie aber auch davon, dass stĂ€rker besetzte Mann-schaften aufgrund verschiedener UmstĂ€nde weiter unten stehen, wie vfl4ever schreibt. Ich denke, der VFL ist noch nicht ganz durch, ein paar Siege mĂŒssen schon noch her. Das traue ich ihnen zu, sie mĂŒssen natĂŒrlich nicht am Samstag damit anfangen. đ Zu sicher wĂ€re ich mir allerdings an Bochumer Stelle nicht.
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Ich denke, dass sich der VfL Bochum in den vergangenen Jahren eine Kernkompetenz im Nichtabstieg erworben hat. Die Bochumer können ganz anders mit dem Druck des Abstiegskampfes umgehen, weil er Teil ihres (fuĂballerischen) Lebens geworden ist. Das ist ein immenser Vorteil gegenĂŒber anderen Mannschaften, die ĂŒberraschend und unerwartet in den Abstiegsstrudel geraten sind (siehe Hertha BSC Berlin in dieser Spielzeit).
4. Frage
Ein ehemaliger Dortmunder trainiert den VfL Bochum. Ein Problem oder Business?
Arne – schwatzgelb.de: Ich mag Heiko Herrlich und ich glaube, dass er ein wirklich guter Bundesliga-Trainer werden kann. Dass er jetzt diese Gelegenheit bekommen hat und sie nutzt, ist doch schön. Aus Dortmunder Sicht ist das sicher kein Problem. WeiĂ nicht, wie Ihr Bochumer das seht.
vfl4ever: Nehme den Heiko gar nicht als Borussen wahr. Empfinde das Zitat positiv, was die Tage die Runde macht von wegen “Ich habe Bock auf Bochum”. Und da er aus einem Kader, dem ich nichts mehr zutraute nach der Hinrunde, etwas rausholt, verzeihe ich ihm seine Vergangenheit.
Andreas: Zumindest in der Ostkurve ist man anfĂ€nglich doch auf starke Vorbehalte gegen den Ex-“Dortmunder” Herrlich getroffen. Zu seinen Eigenschaften als Trainer konnte natĂŒrlich kaum jemand einen qualifizierten Kommentar abgeben. Aber das Blatt dĂŒrfte sich gerade nach den jĂŒngsten Herrlich-Sprechchören gewendet haben. Und wenn er am 13.3. den BvB besiegt, wird er hoffentlich auch bei den gröĂten “Vergangenheitskritikern” endlich als “Bochumer Junge” aufgenommen.
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Ich kann vfl4ever nur beipflichten. Heiko Herrlich ist auch fĂŒr mich alles andere als ein Ur-Dortmunder. Ich schĂ€tze Herrlich fĂŒr seine unaufgeregte, seriöse Art. Gleichzeitig demĂŒtig, aber absolut erfolgsorientiert sein, halte ich fĂŒr einen sehr ĂŒberzeugen-den Ansatz. Ist doch schön, dass der VfL nun von der Hitzfeld-Schule profitiert.
Jens (pottblog.de): Von Dortmund lernen heiĂt siegen lernen. Nur nicht am 13. MĂ€rz.
Nick (Any Given Weekend): Der ist wahrscheinlich nur in Bochum, weil der Weg nach Dortmund so kurz ist đ . Nein ernsthaft, ich habe damit ĂŒberhaupt kein Problem, genauso we-nig wie mit Bochum und Heiko Herrlich gönne ich den Erfolg sowieso. Es ist ja nicht Gelsenkirchen.
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Das ist in meinen Augen ein ganz normaler Vorgang. Wieso auch nicht? Heiko Herrlich hat sich FuĂballkompetenz erworben und macht einen guten Job im Ruhrstadion. Also definitiv kein Problem. Und wenn Herrlichs FuĂballer den FC Sch*** schlagen, bin auch ich happy.
Ben (www.scudetto.de): Ach, Gott, ich bin sicher, Heiko Herrlich hat in seiner Jugend einen anderen Verein als die Borussia geliebt. Und wer Ernst Kuzorra als ersten echten Trainer seiner Vereingeschichte hatte, der kann darĂŒber sowieso nichts Negatives sagen, woll?!
5. Frage
JĂŒrgen Klopp lehnte sich bei in der Diskussion ĂŒber die Entlassung des ehemaligen Bochumer Cheftrainers Marcel Koller ziemlich weit pro Koller aus dem Fenster. Produziert das Stimmung?
Arne – schwatzgelb.de: Kann ich nicht einschĂ€tzen, wie das in Bochum aufgenommen wurde und ob das heute noch Thema ist. Ich selbst habe das mit Koller damals auch nicht verstehen können – vor allem nicht den Umstand, dass er ja schon sehr lange immer unter Beschuss stand. Aber so etwas ist total schwer einzuschĂ€tzen, wenn man die Mannschaft nicht jede Woche sieht und das Umfeld nicht mitbekommt. Ich hatte damals auch den Eindruck, dass Thomas Doll in Hamburg die Ă€rmste Sau und im Grunde ein guter Trainer ist. Wenig spĂ€ter wurde ich dann eines besseren belehrt đ
vfl4ever: Denke auch, dass man so was nie so mitbekommt, wenn man dem Verein nicht nahe steht. Bei uns war es Peter Neururer, den ich halt intensiv mitbekam, und dann spĂ€ter bei H96 und dem MSV merkte, dass es 1:1 dieselben SprĂŒche sind. Dass Koller uns 4 Jahre Bundesliga brachte, ist klasse, aber der Schnitt war notwendig. Auch wenn es manche damals nicht verstehen wollten.
Andreas: Finde es immer bedenklich, wenn externe Trainer Personaldiskussionen in anderen Vereinen kommentieren. Und dass es damals ausgerechnet ein Dortmunder war, der sich Pro-Koller aus dem Fenster gelehnt hat, dĂŒrfte die bisweilen divenhafte Ostkurve vermutlich nicht vergessen haben. Ich fand es auch sehr unglĂŒcklich. Aber Gott sei Dank kommt er nicht so wie Rafinha u.a. nah genug an die Kurve ran, so dass jene, die ihr Gehirn an der Einlasskon-trolle abgegeben haben, in Versuchung gefĂŒhrt werden.
Und im Nachhinein muss man feststellen: neben der Verpflichtung von Maric die beste Per-sonalentscheidung in dieser Saison.
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Kann mich ehrlich gesagt nicht mehr genau an das Statement von Kloppo erinnern. Sollte man aber als “KollegialitĂ€t unter Trainern” verbuchen. Koller hat sicherlich einiges fĂŒr den VfL geleistet, aber trotzdem hĂ€tte sich der Verein bereits im Sommer 2009 von ihm trennen mĂŒssen. Womöglich sogar frĂŒher.
Jens (pottblog.de): Ich verstehe die Bochumer Fans nicht so recht (vielleicht bin ich deswegen keiner…). Da haben sie einen Trainer, der regelmĂ€Ăig die vorher definierten Saisonziele erfĂŒllt und er wird dennoch ‘rausgeschmissen. Der VfL Bochum hat – soweit man das natĂŒrlich von extern beurteilen kann – eine solide Finanzsituation, wo man sich in Herne-West die Finger nach lecken wĂŒrde, dennoch ist man unzufrieden.
Ich behaupte (und jetzt muss ich aufpassen, bin ja sehr hĂ€ufig in Bochum unterwegs… *grins*) mal, dass die Bochumer Fans eine gewisse Anspruchshaltung haben, die meiner Meinung nach nicht angemessen ist. Es muss ja nicht jedes Heimspiel ausverkauft sein (auch in Dortmund ist das nicht immer der Fall), aber wenn bei manchen Spielen Anne Castroper weniger als 20.000 Zuschauer sind, dann spricht das nicht gerade fĂŒr eine Verbundenheit der Fans mit ihrem Verein.
Nick (Any Given Weekend): Ich konnte damals die Bochumer Fans auch nicht verstehen. Mag sein, dass es im Nachhinein die richtige Entscheidung war, sich von Koller zu trennen, kann aber auch sein, dass Koller ebenfalls die Wende geschafft hĂ€tte. So weit ich das beurteilen kann, hat ein Teil der Fans jedenfalls nicht zur Entspannung und Besserung der Situation beigetragen. Dass sich JĂŒrgen Klopp damals fĂŒr seinen Kollegen eingesetzt hat (auch mir sind die genauen Worte nicht in Erinnerung), finde ich nicht unangemessen. Das allgemeine Sich-raushalten kann man auch ĂŒbertreiben.
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Ich schĂ€tze an JĂŒrgen Klopp seine KollegialitĂ€t. Zudem erwarte ich, dass der Vorgang so lange her ist, dass die Fans bereits zur Tagesordnung ĂŒbergegangen sind und dieser Sache keine groĂe Bedeutung beimessen werden.
Ben (www.scudetto.de): Was im Zuge des Koller Rausschmiss fĂŒr Stimmen im Umlauf wa-ren, das grenzte an geistige Umweltverschmutzung. Wer sich aus 3-Minuten-Sportschau oder den Toren der Sky-Konferenz ein Urteil ĂŒber einen anderen Verein erlaubt, der sollte sich mal hinterfragen, was sein MedienverstĂ€ndnis ist. Wie wir VfLer »beschmutzt« wurden, werde ich lange Zeit nicht vergessen. Aber es hat mich auch (noch) sensibler gemacht, wenn es um Fan(an)sichten und deren mediale Darstellung geht.
6. Frage
Gesunde RivalitÀt in den 90 Minuten. Und davor und danach?
Arne – schwatzgelb.de: Ich will hoffen, dass es Ă€hnlich aussieht, wobei es auf der Castroper StraĂe ja eigentlich immer zumindest kleine Rangeleien gibt.
vfl4ever: Erinnere mich gut an Videos, wo aus Kneipen GegenstĂ€nde auf vorbeiziehende Dortmunder geworfen wurden. WĂŒnsche mir, dass es friedlich bleibt (und ich mit Rangeleien nichts zu tun haben werde). Gehört fĂŒr mich einfach nicht dazu.
Andreas: Ich fand die Stimmung insbesondere ums Stadion herum in den letzten Jahren bei Heimspielen gegen Dortmund extrem aggressiv und bisweilen gefĂ€hrlich. Hoffe auf eine bessere Einsatzstrategie der Polizei und dass sich die sonnengebrillte-schwarze Pulli-Fraktion auf beiden Seiten zu benehmen weiĂ. Allerdings freue ich mich/sehne endlich mal wieder 90 stimmungsvolle Minuten im Ruhrstadion herbei; denn z.B. der Support der Buerer hat mich bei ihrem letzten Auftritt in Bochum eher enttĂ€uscht. Und im Anschluss beim Bierchen den Heimsieg mit einigen Dortmundern im Bermuda3eck diskutieren!
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Erst einmal sollte man als Bochumer nach den ZwischenfĂ€llen beim Hinspiel noch ein schlechtes Gewissen haben. Die ganz groĂe RivalitĂ€t sehe ich allerdings nicht. FĂŒr viele Dortmunder ist es ja nur “ein ganz normales Spiel zweier Revier-Nachbarn”.
Jens (pottblog.de): Ich hoffe, dass es davor und danach friedlich ablaufen wird. Normalerweise sind die Bochumer ja auch recht friedlich. Wenn man mal von dem geschĂ€tzten 80-JĂ€hrigen absieht, der mich mal in der Bochumer Innenstadt mit seinem KrĂŒckstock Ă€rgern wollte, weil ich einen schwarz-gelben Schal trug (mitten in der Woche).
Andreas: Jens, das geschieht Dir völlig Recht und der 80-JĂ€hrige genieĂt meine volle Sympathie! So etwas macht man auch nicht. Aber ich aber gehört, dass jener Rentner am Samstag um 15:20 Uhr bei seiner Polizeiwache persönlich vorstellig werden muss. Kannst Dich also auf einen ruhigen Nachmittag mit Anne Castroper einstellen…
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Da es nur das “kleine Derby” ist, erwarte ich keine groĂen Probleme vor und nach dem Spiel. Wenn die Bochumer uns brav die Punkte ĂŒberlassen, wird alles gut.
Ben (www.scudetto.de): Beim letzten Derby gegen die Zahnlosen hat man in der ans Stadion grenzenden GaststĂ€tte »Ritterburg« auf die Security verzichtet. Und es blieb – Gott sei Dank – friedlich. Das hoffe ich auch fĂŒr dieses Derby. Aber ganz ehrlich: FuĂballfans, die sich wegen was auch immer prĂŒgeln, sind asozial – und fertig. 90 Minuten – durch Fanblocks getrennte – lautstarke RivalitĂ€t, Frotzeleien und SprĂŒche vorher und nachher gerne – aber immer mit ei-nem lachenden Auge.
7. Frage
Was fĂŒr ein Spiel erwartet ihr und wie wird es ausgehen?
Andreas: Eine Saison ohne Sieg gegen einen unmittelbaren Nachbarn geht einfach nicht. Daher gewinnt der VfL 3:2! Und auĂerdem will auch endlich mal wieder meine schwarz-gelben Arbeitskollegen Ă€rgern können!
Arne – schwatzgelb.de: Wir brauchen die Punkte und ich hoffe, dass das Ruhrstadion seinen Festungscharakter nach dem Sieg in der letzten Saison endlich verloren hat. 3:1!
vfl4ever: Gegen Dortmund habe ich doch schon so einige Siege gesehen, warum nicht auch diesmal? Vor allem, da uns der BVB von der Spielanlage sicher wieder besser liegt als die NĂŒrnberger letzten Samstag.
Andreas: @Arne: Danke fĂŒrs “Ruhrstadion”! đ
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Ich bin skeptisch. Wie immer. Lieber wenig erwarten, um nicht ent-tĂ€uscht zu werden. BefĂŒrchte leider, dass der BVB die Bochumer Beton-Abwehr knackt und alle drei Punkte mitnimmt. Schöner wĂ€re es natĂŒrlich, wenn Borussia mit offenem Visier antritt und sich von uns auskontern lĂ€sst. Vielleicht ergibt sich eine solche Möglichkeit, wenn das Spiel lange torlos bleibt. Glaube aber eigentlich nicht, dass der BVB uns diesen Gefallen tut.
Jens (pottblog.de): Ich tippe auf ein 3:2 fĂŒr Dortmund, da ich den VfL Bochum fĂŒr besser als die falsche Borussia aus Gladbach halte.
Nick (Any Given Weekend): Ich erwarte ein spannendes Spiel mit hohem Einsatz auf beiden Seiten. Es wird schwer, aber die individuelle Klasse einiger Schwarz-Gelber könnte den Aus-schlag fĂŒr ein 2:1 fĂŒr den BVB geben.
Marc (Ein Ostwestfale im Rheinland): Wir werden am Samstag ein typisches Derby sehen: kampfbetontes Spiel von beiden Seiten ohne groĂe spielerische Höhepunkte. Am Ende gewinnt Borussia Dortmund mit 2:1 – Lucas Barrios wird auch endlich wieder ins Schwarze treffen.
Ben (www.scudetto.de): Ich werde euch den Gefallen nicht tun und tippen. Das geht, so oder so, immer in die Hose. Lasst es mich mit den Worten unseres alten Stadionsprechers Erwin Steden sagen: »Wir wĂŒnschen dem Spiel einen werbenden Verlauf!«
8. Frage
Wie seht speziell Ihr Bochumer eigentlich Eure derzeitige Zuschauersituation? Immerhin hat der VfL zum wiederholten Mal versucht, die Tickets erst nur an Bochumer zu verkaufen, um dann den Verkauf doch wieder fĂŒr alle zu öffnen. Dass sich wahrscheinlich sogar der ein oder andere Schwarzgelbe in die Ostkurve verirren wird, kann Euch ja kaum Recht sein, oder?
Luis – 1848 EinwĂŒrfe: Die einen verwalten den Kartenmangel, die anderen den Zuschauermangel. Den beim VfL ĂŒblichen eingeschrĂ€nkten Vorverkauf mit anschlieĂender Ăffnung halte ich fĂŒr durchaus sinnvoll. Bei einem vollstĂ€ndig freien Verkauf der Tickets hĂ€tten sich wahrscheinlich noch mehr GĂ€ste-Fans Karten gesichert. Trotzdem ist es immer wieder aufs Neue unverstĂ€ndlich, dass die Nachfrage von VfL-Fans so gering ist. Das Schalke-Spiel neulich war ja noch nicht einmal ausverkauft, gegen Hoffe kommen grad mal 17.000. An den VorverkaufsmodalitĂ€ten dĂŒrfte das wohl am wenigsten liegen.
Andreas: Das Vorkaufsrecht mit anschlieĂender Ăffnung halte ich fĂŒr eine sehr gute Idee. Gerade weil das Bochumer Publikum, was den Ticketkauf betrifft, gelinde gesagt trĂ€ge ist. So stellt man zumindest halbwegs sicher, dass man kein AuswĂ€rtsspiel im heimischen Stadion hat und – gesunden Menschenverstand der KartenkĂ€ufer vorausgesetzt – sich keine GĂ€stefans im eigenen Block befinden. Also wĂŒrde ich das nicht als Versuch bezeichnen, sondern als bewusste MaĂnahmen um den Anteil der eigenen Fans zu maximieren. Das klappt aber selbst beim Vorkaufsrecht leider nicht immer wie gewĂŒnscht.
Man ist hier halt verwöhnt, am Spieltag selber noch Karten zu kriegen. So kann man morgens den Finger aus dem Fenster halten und entscheiden: Sofa oder Stadion. In diesem Kontext halte ich ĂŒbrigens das Bochumer Fanbashing einer Boulevardzeitung fĂŒr maĂlos ĂŒbertrieben. Auch wenn die Zahlen selbstverstĂ€ndlich besser sein könnten, liegen wir damit immer noch im kalkulierten Schnitt. Im Grunde suggeriert diese polemische Berichterstattung auch, dass es sich nicht lohnt ins Ruhrstadion zu gehen: a) erlebt man nix und b) ist man eh “alleine” da, was durch verfĂ€lschende Bildausschnitte unterstrichen wird. Bild Dir Deine Meinung – jnik!
Jens (pottblog.de): Was fĂŒr einen Aufwand ich betreiben musste, um die Karten zu bekommen. Da bekommt man ja selbst fĂŒr ein Spiel gegen Herne-West leichter an Karten. Hat ja aber doch noch geklappt. Muss nur mal schauen wo. Mir reichte es, schon einmal bei einem Spiel Borussia Dortmund vs. VfL Bochum im Bochumer Block zu sein (inkognito).
Aber jetzt im Ernst: Wenn man wenig Karten hat, dann sollte man damit haushalten. Aber doch nicht so extrem wie der VfL, vor allem wenn man bedenkt, dass der VfL bekannterweise jetzt nicht gerade das Problem von ausverkauften Stadien hat.
Hallo, ich bin Marc.
Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen:
Passionierter LĂ€ufer, BĂŒcherfreund, iPhone 12, ipad mini 2, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef.
Ich bin ĂŒbrigens auch bei Facebook, und Twitter zu finden.
8. April 2010 um 18:00
Nur als Tip: http://www.ritterburg-bochum.de die Homepage Ritterburg Bochum