Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Geblitzt! 700 Gramm Mett für 98,34 Euro

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Mett ist lecker. Und normalerweise nicht gerade teuer. Doch dass ich für ein dreiviertel Kilo Mett 98,34 Euro bezahlen musste, ist meiner eigenen Dummheit geschuldet.

Es war die Zeit „zwischen den Jahren“ 2011 und 2012, wie man bei uns in Ostwestfalen so gern sagt. Nachdem ich morgens bei der Volksbank in Amelunxen gewesen bin, führte mich mein nächster Weg ins benachbarte Ottbergen, um beim Metzger Mett zu kaufen.

Es war ein guter Morgen, der 28. Dezember 2011. Bei der Volksbank habe ich meine alte Grundschullehrerin Frau Trauer getroffen und mit ihr einen kleinen Plausch gehalten. Über meinen alten Grundschullehrer Herrn Paschke, den ich bereits tot wähnte, der sich aber laut Aussage von Frau Trauer bester Gesundheit in den Neunzigern erfreue. Wir verabschiedeten uns voneinander und wünschten uns einen guten Rutsch.

Ich stieg ins Auto und fuhr durch den Ort Richtung Ortsausgang. Ich überquerte beide Nethebrücken und ließ mich von der fetzigen 1live-Musik im Radio leiten. Auf Höhe des Sportplatzes vom TuS Amelunxen stand ein dunkelblauer VW Passat. Zwei Personen mit gelben Warnwesten standen neben dem Fahrzeug und ein bärtiger, bebrillter Mann winkte mich von der Straße. Erst mit etwas zeitlicher Verzögerung wurde mir bewusst: ich bin geblitzdingst worden. Verdammt!

Als ich das Auto am Straßenrand geparkt habe, klärte mich der Polizist auf, dass ich außerorts 76 Kilometer pro Stunde gefahren bin – 50 Kilometer waren nur erlaubt. Nach Abzug von drei Kilometer Toleranz bleiben am Ende aber immer noch satte 73 Kilometer pro Stunde und damit eine Übertretung von 23 Kilometern. Verdammt, verdammt, verdammt! Wie konnte ich mich nur so ablenken lassen? Erstaunlicherweise blieb ich aber auch in dieser Situation wie so oft gelassen und rational. Schließlich ließ sich das Verkehrsvergehen nicht mehr ändern. Und deshalb war es auch müßig, das was-wäre-wenn-Spiel zu spielen. Passiert ist passiert.

Während meine Papiere überprüft worden sind, wurde ein weiteres Fahrzeug herausgewunken und die Fahrerin musste Buße tun. Nach wenigen Minuten waren meine Formalitäten erledigt und ich durfte mir die gerechtfertigte Belehrung des Ordnungshüters anhören. Sie endete mit den Worten: „Trotzdem wünsche ich ihnen eine guten Rutsch.“

Ich erwiderte die Wünsche und fragte nach der Höhe des Bußgeldes: „Was kosten 23 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften?“. Sofern ich bisher keine Vergehen hätte (natürlich nicht!), sei ich mit 70 Euro Ordnungsgeld und einem Punkt in Flensburg dabei. Das Mett beim Metzger kostete läppische 4,84 Euro.

Neben dem Ordnungsgeld hat mir der nette POK natürlich die Kosten des Verfahrens verheimlicht, die sich zusätzlich auf satte 23,50 Euro summiert haben:

Bußgeldbescheid Amelunxen POK 2011

In Addition mit dem Bußgeld habe ich somit das teuerste Mett meines Lebens gekauft und habe an den letzten Tagen des abgelaufenen Jahres 2011 eine teure Lektion erteilt bekommen.

Autor: Marc

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5 Kommentare

  1. Kenn ich – ist mir letztens auch passiert, dass ich meinen ersten Punkt bekommen habe – und das nur ein knappes Jahr vor meinem 20jährigen Führerscheinjubiläum

  2. So kann es kommen, immerhin ein sehr schöner Blockbeitrag 😉

    Warum man aber für ein Verfahren bezahlen muss, das man nicht bestellt hast ist mit schleierhaft…

    Heiko

    PS: Stell dir aber vor das Mett wäre verdorben gewesen: Das wäre schlimm gewesen!

  3. Pingback: Das Mett wird teurer. | segebade.com

  4. 23,50 Euro Verfahrenskosten? Was ne Sauerei!
    Hoffentlich hat das Mett dafür wenigstens geschmeckt…

  5. Pingback: Blogparade: mein Zeugnis in der Grundschule > Blogparade > Blogparade, Grundschule, Zeugnis

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