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	<title>Krankenhaus &#8211; Ein Ostwestfale im Rheinland</title>
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	<description>Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.</description>
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	<title>Krankenhaus &#8211; Ein Ostwestfale im Rheinland</title>
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		<title>Die ewige Sorge um die Eltern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 May 2017 06:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir werden älter. Jeden Tag aufs Neue. Und mit uns alle Menschen um uns herum. Als junger Mensch ist mir das selten bewusst geworden. Doch seitdem ich die magische Marke von vierzig Jahren überschritten habe, wird es immer deutlicher. Und &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2017/05/20/die-ewige-sorge-um-die-eltern/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir werden älter. Jeden Tag aufs Neue. Und mit uns alle Menschen um uns herum. Als junger Mensch ist mir das selten bewusst geworden. <span id="more-33929"></span></p>
<p>Doch <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2014/12/13/happy-birthday-einige-gedanken-zu-meinem-vierzigsten-geburtstag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seitdem ich die magische Marke von vierzig Jahren überschritten habe</a>, wird es immer deutlicher. Und das alt werden &#8211; und auch das alt sein &#8211; beziehe ich weniger auf mich als auf meine mir besonders nahestehenden Menschen. Meine Eltern.</p>
<p>Je älter die Eltern werden, umso größer werden die Sorgen. Erst kürzlich stand bei einem meiner Herzmenschen wieder eine Operation an. Zwar war es dieses Mal nicht so krass wie vor einiger Zeit, <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2015/03/26/heimfahrt-rheinland-lang-ersehnte-operation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">als mein Dad im Herzzentrum in Bad Oeynhausen war</a>, aber dennoch.</p>
<h3>Das Warten auf die Operation</h3>
<p>Am Abend vor der Operation bin ich mit den Gedanken an meinen Vater und die bevorstehende Operation ins Bett gegangen und konnte an nichts anderes denken. In der Nacht vor der Operation habe ich schlecht geschlafen und bin Stunde um Stunde aufgewacht.</p>
<p>Ja, es ist ein Routine-Eingriff. Ein Eingriff, der regelmäßig vorgenommen und der im Prinzip ohne Komplikationen verläuft. Aber kann man bei über 65-jährigen überhaupt von Routine-Eingriffen sprechen? Ist es je nach Krankengeschichte nicht so, dass jede OP riskant ist?</p>
<p>Am Montag Morgen stand dann fest, dass nachmittags um 14 Uhr operiert wird. Erleichterung machte sich bei mir breit. Denn <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2015/03/12/fahrt-nach-bad-oeynhausen-und-warten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seit Januar 2015 bin ich regelrecht traumatisiert</a>, was bevorstehende Operationen und das Warten darauf angeht.</p>
<p>Und auch den ganzen Vormittag und Mittag über galt mein Blick regelmäßig der Uhr. 10 Uhr, 10:30 Uhr, 11 Uhr und so weiter und so fort. 12:15 Uhr. Noch eindreiviertel Stunde. Was mein Dad wohl gerade macht? Wird er für die Anästhesie vorbereitet?</p>
<p>https://twitter.com/Ostwestf4le/status/851413539390664708</p>
<h3>Überraschende Wende</h3>
<p>Dann war es 14 Uhr und meine Nervosität wuchs und wuchs. Familienmitglieder hatten virtuell eine Kerze entzündet und Anne zu Hause ebenfalls eine Kerze brennen lassen. Das ist Familie: auch wenn wir hunderte Kilometer voneinander getrennt sind, so sind wir im Herzen vereint und spenden uns gegenseitig Zuspruch, Kraft und Zuwendung.</p>
<p>Ich hatte das Glück, mich während der Operation mit Arbeit im Büro abzulenken. Auch wenn das Vorhaben der Ablenkung nur mittelmäßig gut geklappt hat. Aber immerhin etwas.</p>
<p>Wider Erwarten und eigentlich viel zu früh kam um viertel vor drei eine WhatsApp-Nachricht. Von meinem Daddy. Ich bemerkte, wie mir während des Lesens ein kalter Schauer über den Rücken lief und sich Feuchtigkeit in den Augen ansammelt. Alles war gut. Dad geht es gut. Die Operation ist vorgezogen worden und mein Vater war bereits früher an der Reihe.</p>
<p>Und weil es kitschiger nicht sein könnte, hellte sich just in diesem Augenblick der Himmel auf und die Sonne leuchtete durch mein Bürofenster.</p>
<h3>Die Rollen ändern sich</h3>
<p>Eins ist mir auch klar geworden. Früher haben sich meine Eltern aufopferungsvoll um mich gekümmert, mich aufgezogen und zu dem gemacht, was ich bin. Und sich um mich gesorgt.</p>
<p>Jetzt bin ich an der Reihe. Mit dem Sorgen machen um die Eltern und auch mit dem Helfen der Eltern. Und ich kann doch so wenig davon zurückgeben, was mir einst von ihnen gegeben wurde.</p>
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		<title>Der Flüchtling aus dem Krankenhaus in Düsseldorf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2016 06:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagserlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtling]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Patient]]></category>
		<category><![CDATA[schräger Typ]]></category>
		<category><![CDATA[St. Vinzenz Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[WTF]]></category>
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					<description><![CDATA[Sachen gibt´s, die gibt es gar nicht. Das denke ich mir, als ich an einem frühen Freitag Morgen im Büro angekommen bin und über das frische Erlebnis in der Straßenbahn nachdenke. Vom Hauptbahnhof Düsseldorf fahre ich täglich mit der Straßenbahn &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2016/08/28/fluechtling-aus-dem-krankenhaus-duesseldorf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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</ol>
</div>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sachen gibt´s, die gibt es gar nicht.<span id="more-31655"></span></p>
<p>Das denke ich mir, als ich an einem frühen Freitag Morgen im Büro angekommen bin und über das frische Erlebnis in der Straßenbahn nachdenke.</p>
<p>Vom Hauptbahnhof Düsseldorf fahre ich täglich mit der Straßenbahn ins Büro. Wenn das Timing perfekt ist, kann ich direkt in die 707 mit Haltestelle Tannenstraße springen und bin fünf Minuten schneller am Arbeitsplatz. Wenn das Timing nicht perfekt ist, muss ich auf die 704 ausweichen, die in der Merziger Straße stoppt und fünf Minuten länger unterwegs ist.</p>
<p>Elf Stationen sind es vom Konrad-Adenauer-Platz bis nach Derendorf. Unter anderem hält die Bahn auch am St. Vinzenz Krankenhaus in der Schlossstraße. Wie jeden Morgen lese ich auch an jenem Freitag ein Buch und merke erst gar nicht, dass die Bahn nach dem Stopp am Krankenhaus gar nicht weiter fährt, sondern wartet.</p>
<p><iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m0!3m2!1sde!2sde!4v1471342821851!6m8!1m7!1sst5P0BkGjmIgv1IZlGXzHA!2m2!1d51.24224468510928!2d6.790154603386852!3f61.192279253655336!4f-1.355533963816626!5f0.7820865974627469" width="600" height="450" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Aus dem Augenwinkel hatte ich zuvor mitbekommen, dass ein Mann barfuß und nur mit Shirt und Unterhose bekleidet eingestiegen ist. Ich habe diesem eher ungewöhnlichen Auftritt wenig Aufmerksamkeit geschenkt, weil mir in Düsseldorf bisweilen schräge Typen begegnen &#8211; wieso auch nicht an diesem Tag um viertel vor sechs in der Frühe?</p>
<p>Als die Bahn weiterhin keine Anstalten macht, weiterzufahren, schaue ich mir den Herrn näher an, der drei Reihen vor mir sitzt.  Erst jetzt fällt mir der Venenkatheter an der linken Hand auf und mir kommt der Gedanke, dass es ein Patient sein kann, der womöglich aus dem Krankenhaus getürmt ist. Und so ist es auch.</p>
<p>Vermutlich hat der Straßenbahnfahrer nach dem Einsteigen des Mannes das Krankenhaus informiert. Denn plötzlich öffnet sich die Tür der Bahn und ein offensichtlicher Pfleger geht auf den Barfüßer zu. Freundlich, aber bestimmt fordert er jenen auf, mitzukommen, da &#8220;sie nicht einfach so abhauen können, ihre Sachen noch im Zimmer sind und sie entlassen werden müssen.&#8221;</p>
<p>Da hilft dem Patienten auch die Begründung nix, dass er doch ganz in der Nähe wohne. Er muss sich dem Willen des Krankenhaus &#8211; Angestellten beugen und tapert Seite an Seite mit ihm in das Krankenhaus zurück.</p>
<p>Sachen gibt´s, die gibt es gar nicht.</p>
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		<title>Mum, das Krankenhaus und die Familie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2016 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Höxter]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Mum]]></category>
		<category><![CDATA[Ostwestfalen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Schlaf in der Nacht ist unruhig gewesen. Immer wieder und wieder bin ich aufgewacht und musste an Mum denken. Ich hatte kein gutes Gefühl, sondern ein sehr mulmiges; ich hatte Angst, meine Mum heute in Höxter vielleicht das letzte &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2016/02/28/mum-das-krankenhaus-und-die-familie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schlaf in der Nacht ist unruhig gewesen. Immer wieder und wieder bin ich aufgewacht und musste an Mum denken.<span id="more-30443"></span></p>
<p>Ich hatte kein gutes Gefühl, sondern ein sehr mulmiges; ich hatte Angst, meine Mum heute in Höxter vielleicht das letzte Mal zu sehen und alleine diese Gedanken zu denken und aufzuschreiben, zerreißt mein Herz, ich habe eine Scheißangst vor diesem heutigen Tag. Das Leben ist manchmal so scheiße. Von jetzt auf gleich wird ein stabiles Gebilde in seine Einzelteile zerpflückt und du stehst vor den Trümmern.</p>
<p>Seit Sonntag Abend befindet sich mein Körper in ständiger Alarmbereitschaft, ständig in der Angst, einen Telefonanruf zu erwarten, der eine Nachricht bringt, die niemand hören möchte. Meine Gedanken sind oft bei Mum und es fällt mir schwer, mich auf etwas anderes zu konzentrieren.</p>
<h3>Auf dem Weg</h3>
<p>Nebel liegt über der Ortschaft, als ich um halb sieben bei kühlen drei Grad zum Bahnhof eile. Was ist der Sinn des Lebens? Aus meinem tiefsten Unterbewusstsein wird diese elementare Frage in mein Gedächtnis gespült und ich halte inne. Ja, was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Mir fällt ein Zitat ein, das mir an Allerheiligen während meines Laufens in Erinnerung gerufen worden ist:</p>
<blockquote><p>Es geht nicht darum, dem Leben möglichst viele Jahre, sondern vielmehr den Jahren möglichst viel Leben zu geben.</p></blockquote>
<p>Es kommt also nicht darauf an, besonders alt zu werden. Viel wichtiger ist es, das Leben intensiv gelebt und genossen zu haben. Spaß gehabt und Geborgenheit gespürt und gegeben zu haben. Für mich zählt auch dazu, Kinder großgezogen und sie auf das Leben vorbereitet zu haben. Lust am Leben zu haben und dem Gram und dem Unmut möglichst wenig Platz zu lassen. Das macht das Leben aus.</p>
<h3>In der Bahn nach Ostwestfalen</h3>
<p>Während meiner vierstündigen Bahnfahrt nach Ostwestfalen ist mir bewusst geworden, wie herrlich dieser Herbsttag ist. Blauer Himmel, eine warme Sonne und die bunten Blätter an den Bäumen sorgten für eine ganz besonders schöne Stimmung. In krassem Gegensatz dazu war der Grund meines Besuches. Eine ernsthaft erkrankte Mutter, die nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt und bei der die Ursache nach dem Schlaganfall immer noch gesucht wird.</p>
<p>Auf der Fahrt mit der Bahn hatte ich ausreichend Zeit, die Gedanken, die mich beschäftigen, auseinanderzunehmen und zumindest ein wenig zu objektivieren. Mir ist aufgefallen, dass ich in meiner Negativität viel zu oft nur die schlechten und düsteren Gedanken zugelassen habe. Ich habe die guten und optimistischen Gedanken komplett ausgeblendet! Wie dumm von mir? Vielleicht. Aber auch vorsichtig von mir. Schließlich neigt der Mensch dazu, eher pessimistisch als optimistisch zu sein. Mit diesem Wissen wuchs ein wenig Zuversicht in mir und ich probierte, positive Gedanken die Oberhand gewinnen zu lassen.</p>
<h3>Zum Krankenhaus</h3>
<p>Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal das Sankt Ansgar Krankenhaus in Höxter von innen gesehen habe. Das ist Jahre, ach was sage ich, das ist Jahrzehnte her.</p>
<p>Die Einrichtung, die ich in Erinnerung habe, ist nicht mehr die gleiche wie damals. Vor das ehemalige Gebäude wurde ein breiter Anbau gesetzt. ‎Nachdem ich den Eingang passiert habe, befinden sich auf der linken Seite nicht mehr wie damals Sitzplätze für wartende Besucher und Patienten. Außerdem geht es auch nicht mehr rechts Richtung Aufzüge. Die damals dunkelbraun gefliesten Wände sind ‎nicht mehr braun, sondern in einem hellen beige und grün gehalten und der Kiosk mit dem kleinen Café gegenüber der Aufzüge ist‎ ebenfalls nicht mehr an Ort und Stelle. Stattdessen gibt es eine große, helle Cafeteria mit Bistro.</p>
<p>‎Ich gehe in den hinteren Teil und entdecke die Aufzüge von damals. Mit einem Kloß im Hals drücke ich im Aufzug auf den Knopf zur Station 4. Ich bin angespannt und nervös. Tränenflüssigkeit sammelt sich, während der Aufzug in die Höhe schwebt. Ich erkundige mich nach der Zimmernummer meiner Mum und stehe vor dem Raum.‎ Dann drücke ich die Klinke.</p>
<p>Ich spüre, wie mir das Adrenalin in den Körper schießt. Meine Mutter macht große Augen, als sie mich sieht, und ich frage erstaunt, ob sie mich nicht erwartet habe. Nein, hat sie nicht, und auch ihr schießen Tränen der Freude in die Augen. ‎Und dann ist nur Glückseligkeit.</p>
<p>Als ich bei Mum auf dem Zimmer angekommen bin, wurde ein ganzer Schwall Bilder aus der Vergangenheit in meinen Kopf gespült. <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2015/03/12/fahrt-nach-bad-oeynhausen-und-warten/" target="_blank">Bilder von Ende Januar dieses Jahres, als ich im HDZ Bad Oeynhausen meinen Vater besucht hatte</a>. Drei Bypässe hat Dad damals bekommen und auch damals war die Todesangst bei mir allgegenwärtig.</p>
<h3>Die Rückfahrt</h3>
<p>Es ist Dienstag Nachmittag, viertel nach vier. Eben haben mich mein Bruder und mein Dad zum Bahnhof nach Höxter gebracht und ich sitze in der NordWestBahn auf dem Weg nach Westen. Ich habe Schwierigkeiten, meine Gemütslage zu beschreiben. Zu Beginn war ich positiv gestimmt, weil Mum wirklich gut drauf gewesen ist. Sie macht Scherze, ist optimistisch und hatte nur Tränen in den Augen, als ich um kurz nach elf die Stroke-Station betreten habe und sie mit meinem Besuch überrascht habe.</p>
<p>Wir waren auch ein wenig spazieren und das klappt erstaunlich gut. Wenn da nicht der Schwindel und der Kreislauf wären. Das macht mir Sorgen. Ansonsten hatten Mum und ich eine den (äußeren) Umständen entsprechende gute Zeit und ich konnte Anlass zur Freude haben. Getrübt wurde diese Freude durch die Traurigkeit, die mein Vater ausstrahlt. Er macht sich große Sorgen, weil er befürchtet, dass der Oberarzt mit seiner Annahme Recht haben könnte, dass sich bei Mum ein Ödem bildet und eine Operation inklusive Öffnung der Schädeldecke droht. Diese Anspannung meines Dads ist spürbar und greifbar und hat auch von mir Besitz ergriffen.</p>
<p>Doch es gibt auch gute Nachrichten. Die Vorbereitung der Reha im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt läuft und meine Eltern werden diese Reha gemeinsam verbringen. Das gefällt mir extrem gut. Eine Bekannte aus Amelunxen arbeitet im Sozialdienst des Krankenhauses Höxter und hält dort die Fäden im Sinne meiner Mutter in den Händen. Das ist klasse.</p>
<p>Was bleibt jetzt also haften nach dem viereinhalbstündigen Krankenhausbesuch? Ich bin froh, dass ich Mum besucht habe und auch meinen Dad wiedersehen konnte. Dad und ich haben uns beim Mittagessen intensiv austauschen können und ich habe gespürt, dass wir noch näher zusammengerückt sind.<br />
Die Betreuung im St. Ansgar Krankenhaus ist wirklich klasse. Die Schwestern sind zuvorkommend, helfen nach Kräften und kümmern sich. Der Oberarzt ist klasse und eine bessere Unterbringung kann es nicht geben. Es heißt jetzt also Daumen drücken und peu a peu wieder gesund werden.</p>
<p>Mum, du schaffst das. Ich weiß das!</p>
<p><em>Anmerkung: Diese Zeilen sind von Anfang November 2015. Und ja, Mum hat es geschafft und direkt im Anschluss an den Aufenthalt im Krankenhaus sogar die Reha absolvieren dürfen. </em></p>
<p><em>Nun gilt es, jeden Tag ein Stück Normalität zurückzugewinnen. Meine Mum ist auf einem guten Weg.</em></p>
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		<title>Die Zeit nach der Operation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2015 06:00:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Operation meines Dads war erfolgreich und es war Zeit zum Durchatmen. Am nächsten Morgen galten meine Gedanken natürlich wieder meinem Vater. Ich hatte am Vorabend erfahren, dass er bis zum nächsten Morgen schlafen sollte und erst dann geweckt wird. &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2015/04/02/die-zeit-nach-der-operation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wp.me/p10AQf-7gq" target="_blank">Die Operation meines Dads war erfolgreich</a> und es war Zeit zum Durchatmen. Am nächsten Morgen galten meine Gedanken natürlich wieder meinem Vater. <span id="more-27931"></span></p>
<p>Ich hatte am Vorabend erfahren, dass er bis zum nächsten Morgen schlafen sollte und erst dann geweckt wird. Die Operation ist für den Körper sehr anstrengend und intensiv gewesen und deshalb ist Ruhe in dieser Phase das Wichtigste.</p>
<p>Als ich am Montag um elf Uhr beim Arzt angerufen hatte, sollte sich diese Festellung bestätigen. Jetzt hatte ich das Ruder in die Hand genommen und die Informationen für den Rest der Familie zusammengetragen. Und da hat sich gezeigt, dass das Kind, das ich für meine Mutter immer bleiben werde (wie sie es ausdrückt), zum erwachsenen Sohn geworden ist.</p>
<p>Klingt doof, aber was ich damit sagen will ist: während sich meine Eltern viele Jahre lang um mein Wohlergehen gekümmert und gemacht und getan haben, ist es jetzt an der Zeit für mich, ihnen einen Teil davon zurückzugeben. Jetzt kümmere ich mich, kläre Dinge und lasse mich informieren. Das hilft uns allen in der Familie und ist für mich nur folgerichtig und selbstverständlich.</p>
<h2>Die ersten drei Tage nach der OP</h2>
<p>Von einer Arbeitskollegin habe ich gelernt, dass die ersten drei Tage nach der Operation am meisten Kraft kosten. Das gilt in erster Linie natürlich für den Patienten, aber auch für die Angehörigen. Als ich am Montag Vormittag mit dem Arzt telefoniert hatte, ging es mir nach dem Gespräch nicht gut. Bei Dad ist ein Lungenödem aufgetreten, das als erstes in den Griff bekommen werden musste.</p>
<p>Wer sich die Mühe macht und &#8220;Bypass-Operation&#8221; und &#8220;Lungenödem&#8221; googlet, macht einen großen Fehler, der absolutes Unwohlsein und Übelkeit zur Folge hat. Denn neben medizinischen Erklärungen gibt es auch jede Menge Erfahrungsberichte und Schauermärchen zu lesen.</p>
<p>Und wieder habe ich in der darauffolgenden Nacht schlecht geschlafen. Als mein Vater am Sonntag Nachmittag die Operation hinter sich hatte, habe ich geglaubt, die größte Etappe sei geschafft. Rational gesehen ist das auch sicherlich richtig. Aber dann ging die Sorge bei mir erst richtig los.</p>
<p>Der Zustand meines Dads ist stabil und bessert sich stetig. Doch die Angst bei mir bleibt. Und setzt sich nachts fort. Deshalb war es kein Wunder, dass ich in der Nacht mehrmals aufgewacht und erneut vor dem Klingeln des Weckers wach gewesen bin. Und was hilft am besten gegen Angst? Richtig: Laufen!</p>
<p>Also ab in die Laufschuhe und losgelaufen. Die kalte, klare Luft sollte mir den Kopf freipusten und die trüben Gedanken vertreiben. Ich merke immer mehr, dass mein rationaler Panzer, den ich mir angelegt habe, immer mehr zerbröselt ist und meine psychischen und seelischen Wunden freigelegt hat.</p>
<p>Doch mir ist auch eins klar geworden: Es gilt, positiv nach vorn zu schauen und auf die Stärke meines Vaters und die Kompetenz der behandelnden Ärzte zu vertrauen, dann wird alles gut. Deshalb habe ich den Lauf über zehn Kilometer auch meinem Daddy gewidmet.</p>
<h2>Ein ganz neuer Blickwinkel</h2>
<p>Die Tage und Wochen vor der Operation meines Vaters, die Stunden während der Operation und die Stunden und Tage nach der Operation haben nicht nur meine Beziehung zu meinem Vater und meiner Mutter verändert und gefestigt, sondern auch meinen Blick auf das Leben verändert.</p>
<p>Viele Dinge, die eine vermeintliche Bedeutung haben, sind sooooo unwichtig.</p>
<p>Viele Konflikte, die Kraft kosten und dennoch bis aufs letzte ausgefochten werden, sind sooooo unnötig.</p>
<p>Viele Sorgen und Nöte, die unwahrscheinlich groß und unüberwindbar erscheinen, sind sooooo unbegründet.</p>
<p>Das erkennt man oftmals erst, wenn man einen lieben Menschen gemeinsam durch diese schwierige Zeit einer schwierigen und nicht ungefährlichen Operation begleitet hat.</p>
<p>Auch wenn ich an vielen der vergangenen Tage gemeinsam mit meiner Familie eine emotionale Achterbahnfahrt mit Ausschlägen in alle Richtungen gemacht habe: Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und noch viel, viel dankbarer, dass mein Vater den komplexen Eingriff gut überstanden hat.</p>
<p>Jetzt geht es nach dem Krankenhaus-Aufenthalt in die Reha und schon bald wird mein Dad ganz der Alte sein.</p>
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		<title>Die Heimfahrt ins Rheinland und die lang ersehnte Operation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2015 07:00:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als ich am Samstag Morgen um kurz nach sechs in Bad Oeynhausen durch den frischen Neuschnee Richtung Bahnhof gestapft bin, hatte ich ein schweres Herz. Ich fühlte die ganze Anspannung und Sorge der vergangenen 48 Stunden auf mir lasten. Es &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2015/03/26/heimfahrt-rheinland-lang-ersehnte-operation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich am Samstag Morgen um kurz nach sechs in Bad Oeynhausen durch den frischen Neuschnee Richtung Bahnhof gestapft bin, hatte ich ein schweres Herz. <span id="more-27926"></span></p>
<p>Ich fühlte die ganze Anspannung und Sorge der vergangenen 48 Stunden auf mir lasten. Es tat mir leid, dass ich wieder Richtung Rheinland aufbrechen musste und meinen Dad und meine Mum <a href="http://wp.me/p10AQf-7gn" target="_blank">nach der zum zweiten Mal verschobenen Operation</a> allein lassen musste.</p>
<p>Aber ich wusste auch, dass ich im Falle eines Falles in weniger als drei Stunden wieder bei ihnen sein konnte, wenn etwas Unvorhergesehenes passieren sollte. Und der Krankenbesuch mit der gesamten Familie für das kommende Wochenende war schon fest eingeplant.</p>
<p>Den restlichen Tag verbrachte ich mit mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten. Ich erledigte Dinge, die ein Mann und Vater halt an einem Samstag so erledigt. Immer hatte ich den bevorstehenden Sonntag im Hinterkopf. Den Tag, an dem die Operation am Herzen meines Vaters endlich über die Bühne gebracht werden sollte.</p>
<h2>Die Operation am Sonntag, 1. Februar 2015</h2>
<p>Ich habe in der Nacht von Samstag auf Sonntag schlecht geschlafen. Anders als in den zwei Nächten in Bad Oeynhausen, als ich in Dads Nähe war, schlief ich am Niederrhein unruhig und bin mehrmals aufgewacht. Ich habe von meinem Vater geträumt, den ich kurz vor der Operation im Vorraum des OPs noch besucht habe und habe von einer Operation des kleinen Sohnes geträumt. Es waren sehr eindringliche, aufwühlende Träume.</p>
<p>Um halb acht teilte uns Dad mit, dass es gleich los ginge. Das war die gute Nachricht. Doch dann begann die nervliche Anspannung von neuem. Tränen stießen mir in die Augen und ich wünschte mir nichts sehnlicher als dass die Operation endlich beginnt und meinem Vater geholfen wird. Wenn wir auch als Familie an vielen unterschiedlichen Orten zu diesem Zeitpunkt gewesen sind, so waren wir im Herzen vereint.</p>
<p>Ich habe kurze Zeit später eine Kerze angezündet. Das Frühstück wollte nicht recht schmecken und war nur eine lästige Pflicht. Meine Gedanken schweiften immer wieder zu meinem Dad, bei jedem Blick auf die Uhr stellte ich mir vor, wie es ihm geht und was gerade im Rahmen der Operation passiert. Es war zehn Uhr.</p>
<p>Arbeit lenkt ab und das gilt insbesondere für Hausarbeit. Unter diesem Motto haben Anne und ich uns abgelenkt. Betten bezogen, Bäder geputzt, Staub gesaugt, aufgeräumt und und und. Halt alles solche Sachen, die sonst eher verpönt sind und nicht wirklich Spaß machen. Hauptsache, die Wartezeit wird verkürzt und die Ungewissheit und Sorge vertrieben. Es war elf Uhr.</p>
<p>Der ultimative Zeitvertreiber ist das Aufräumen der Kinderzimmer. Stundenlange Beschäftigung ist garantiert. Als auch diese Arbeit erledigt war, ging ich weiter auf die Suche nach einer Beschäftigung. Dreieinhalb Stunden nach dem geplanten Operationsbeginn. Es war halb eins.</p>
<p>Dank der Erfahrung vom Freitag Abend, als ich von unserem Kontakt im HDZ schon siebzig Minuten vorher wusste, dass die OP nicht erfolgt ist, war mir zweierlei klar. Erstens schien der Operationsplan an diesem Sonntag eingehalten worden zu sein. Zum anderen ist es kein schlechtes Zeichen, dass wir bislang noch keine Rückmeldung von der Herzklinik erhalten hatten. Also weiter warten.</p>
<p>Um 12:40 Uhr rief mein Krankenhaus-Kontakt an und sorgte für eine erste Erleichterung bei mir. Es lief bislang alles nach Plan und es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Meine aufgestaute Anspannung löste sich ein Stück weit und bahnte sich in Form von Tränen den Weg nach außen. Daddy, alles wird gut!</p>
<p>Minute um Minute und Stunde um Stunde verrint. Im Vergleich zu Anne bin ich nach dem ersten Zwischenstand und meiner kleinen Heul-Attacke entspannter. Die Liebste sorgt sich weiterhin und denkt an alle möglichen Nebenwirkungen und Folgen, während ich im Jetzt hängenbleibe. Ich schaue Anne beim Kochen zu und decke den Tisch. Wein zum Essen ist heute Pflicht. Beruhigung der Nerven und so &#8211; ihr kennt das. Es war halb zwei.</p>
<p>Eine Viertelstunde später kam die Erlösung per Handy-Anruf. Schon an der frohmutigen Stimme meines Klinik-Kontaktes wusste ich, dass das Kerze anzünden, das Beten und Hoffen und das Bangen zu einem guten Ende geführt hat. Mein Dad hat die Operation gut überstanden. Eine zentnerschwere Last fiel von meinen Schultern. Dad ist erfolgreich operiert, es geht ihm den Umständen entsprechend gut und wir alle, die mit ihm gebangt haben, sind erleichtert.</p>
<p>Eine weitere Viertelstunde später meldete sich auch die Herzklinik und brachte die frohe Kunde. Es war geschafft! Die schwierigste Etappe war überwunden. Es war 14 Uhr.</p>
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		<title>Warten, warten, warten &#8211; und kein Ende in Sicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2015 07:00:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das ewige Warten auf die Operation am Freitag war genauso anstrend wie nervig. Die Uhr zeigte bereits nach ein Uhr mittags an. Inzwischen hatte ich meinen siebten Kaffee des Tages getrunken und wurde langsam zitterig. Sollte es erneut nichts werden &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2015/03/19/warten-warten-warten-kein-ende-in-sicht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wp.me/p10AQf-7gm" target="_blank">Das ewige Warten auf die Operation am Freitag</a> war genauso anstrend wie nervig.<span id="more-27923"></span></p>
<p>Die Uhr zeigte bereits nach ein Uhr mittags an. Inzwischen hatte ich meinen siebten Kaffee des Tages getrunken und wurde langsam zitterig. Sollte es erneut nichts werden mit dem OP-Termin?</p>
<p>Ich bin ein wirklich geduldiger Mensch, aber langsam ging mir das Warten echt auf den Geist. Die aufgestaute Nervosität wollte sich auch nicht auflösen. Es wurde halb zwei und es gab immer noch nichts Neues. Ich trank den achten Kaffee des Tages und beobachtete die dicken Schneeflocken, die vor der Klinik vom Himmel auf die Erde geschwebt sind.</p>
<p>Dass die Angehörigen unter dieser Warterei leiden, ist verständlich. Doch für die Patienten ist es erst recht eine regelrechte Tortur. Und so verging Stunde um Stunde und es tat sich nichts. Nur dank dem Patenkind meiner Eltern, das im HDZ als Schwester arbeitet, haben wir um halb drei erfahren, dass mein Dad im OP-Plan an vierter Stelle steht und wohl gegen 18 oder 19 Uhr operiert werden soll.</p>
<p>Um ein wenig den Kopf freizubekommen, bin ich mit Mum erst einmal durch das winterliche Bad Oeynhausen spaziert. Wahnsinn, wie schnell der Schnee das Grüne verdrängt und Ostwestfalen in ein Winterwunderland verwandelt hat. Wir kehrten in eine Bäckerei ein und aßen eine Kleinigkeit. Ein belegtes Brötchen und eine Cola light ersetzten ein Mittagessen &#8211; wirklichen Hunger hatte ich ohnehin nicht.</p>
<p>Als wir von der kleinen Runde ins Krankenhaus zurückkehrt sind, gab es eine Überraschung. Mein Dad hatte bereits die pre-operative Beruhigungsspritze bekommen und war froh, uns noch vor dem Einschlafen zu sehen. Es sollte allerdings weitere 95 Minuten dauern, ehe er Richtung Operationssäle geschoben worden ist.</p>
<p>Eine erste Erleichterung machte sich breit: die erste Etappe war geschafft.</p>
<h2>Die Operation startet am Freitag. Nicht.</h2>
<p>Aber denkste! Um halb sieben am Abend, eineinviertel Stunde nach der Abholung wurden wir von einer verlässlichen &#8220;dritten Seite&#8221; informiert, dass die Einleitung abgesetzt worden ist. Plötzlich kam Angst in mir hoch und schnürte mir die Kehle zu.</p>
<p>Was war passiert? Und wieso wurde abgebrochen? Wie geht es meinem Vater? Erneut Warten. Ein Warten, das mit jeder Minute unerträglicher geworden ist. Wann ruft die Klinik endlich an und nennt uns Details?</p>
<p>Es dauerte und dauerte, aber niemand rief an. Meine Angst um meinen Vater steigerte sich im Laufe der Zeit in eine regelrechte Todesangst, die ich noch niemals zuvor so gespürt hatte &#8211; und die ich meine Mutter ebenfalls nicht spüren lassen wollte. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst! Dank meines Informanten konnte dieser aber meine Sorgen <em>ein wenig </em>zerstreuen.</p>
<p>Um viertel vor acht rief die Klink an und die Schwester reichte das Telefon direkt an meinen Dad weiter. Als ich seine Stimme am Telefon gehört habe, war ich unendlich erleichtert. Dad geht es gut! Das war das Wichtigste. Da war es auch sekundär, dass er erst frühestens Sonntag einen erneuten Versuch zur OP starten kann. Ich machte mich direkt auf den Weg in die Klinik, um ihn zu besuchen und war innerhalb von fünf Minuten bei ihm.</p>
<p>Vor dem Weg durch den Schnee hatte ich erst mal zwei kräftige Schlucke aus dem Flachmann genommen, den ich dabei hatte. Langsam löste sich die Anspannung und Tränen schossen mir in die Augen. Was für ein Tag war das heute! Und wie musste sich erst mein Dad fühlen?</p>
<p>Als ich im Krankenhaus gegen acht Uhr angekommen bin, aß mein Vater gerade sein Abendessen. Er war erstaunlich gelassen, aber auch sehr erschöpft und müde. Ich habe seine Nähe genossen und war erleichtert, dass es ihm den Umständen entsprechend gut ging.</p>
<p>Nun hieß es wieder warten. Warten bis Sonntag, wenn er als einziger Patient auf der Operationsliste stehen sollte &#8211; sofern nicht wieder ein Notfall dazwischenkommt.</p>
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		<title>Die Fahrt nach Bad Oeynhausen und das ewige Warten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2015 07:00:31 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wp.me/p10AQf-7g8" target="_blank">Am Donnerstag Morgen bin ich noch optimistisch gewesen</a>, dass die Operation meines Vaters am Donnerstag stattfinden kann.<span id="more-27922"></span></p>
<p>Doch damit war es am Mittag rasch vorbei. Als ich von Düsseldorf aus mit dem Regionalexpress durchs Ruhrgebiet gedüst bin, musste ich erfahren, dass der Operationstermin an diesem Tag nicht stattfindet, weil einige Transplantationen ungeplant dazwischen gekommen sind. Ein weiterer Tag Warten bedeutete das.</p>
<p>Das Gute am Schlechten war allerdings, dass ich meinen Dad im Krankenhaus besuchen konnte. Na ja, halb gut war es, denn ich habe einen riesengroßen Horror vor Krankenhäusern. Weniger als Patient, sondern viel mehr als Besucher im Krankenhaus. Besuche im Krankenhaus sind aus meiner Sicht &#8211; von Geburten abgesehen &#8211; immer mit Sorgen, Schmerzen und Schlimmerem verbunden. Mich zieht ein Besuch im Krankenhaus immer herunter.</p>
<p>Doch ganz so schlimm war es dann doch nicht. Meine Mum hat mich vom Bahnhof abgeholt und wir haben anschließend meinen Vater im Café Finselbach getroffen und ich habe mich mit einer Gulaschsuppe und alkoholfreiem Herforder Pils gestärkt. Außerdem konnte ich an dem Aufklärungsgespräch zur Operation teilnehmen und mein Respekt vor dem Eingriff wuchs erneut ein gehöriges Stück. Doch die Ärztin beruhigte meinen Nerven auch, weil sie das Vorgehen verständlich erklärt hat und Ängste nehmen konnte.</p>
<h2>Emotionaler Ausnahmezustand</h2>
<p>Am Donnerstag Nachmittag stand fest, dass die Operation am Freitag um 12 Uhr stattfinden soll. Nach einer ruhigen Nacht mit zehn Stunden Schlaf wurde ich am Morgen von der weißen Pracht begrüßt. Der Schneefall, der am Vorabend eingesetzt hat, hat ganz Bad Oeynhausen in ein Winterwunderland verwandelt.</p>
<p>Nach einem Frühstück in der Pension bin ich mit Mum ins Krankenhaus gegangen und dann ging es ganz schnell. Der OP-Termin wurde auf 11 Uhr vorverlegt und mein Dad hatte bereit das OP-Hemd an und die Koffer für die Intensivstation gepackt. Die Anspannung beim Patient, meiner Mutter und mir stieg. Das Warten hatte ja bald ein Ende, aber die Nerven waren angespannt.</p>
<p>Und nicht nur wir drei waren angespannt. <a title="Gretels Werke" href="http://www.gretels-werke.de" target="_blank">Die Liebste</a> war mit den Kids in Kleinenbroich und hatte eine Kerze angezündet und mir stiegen die Tränen beim Anblick des Fotos in die Augen.</p>
<h2>Liebe kennt keine Entfernungen</h2>
<p>Die Tage vor der Operation haben mich meinem Vater und meiner Mutter noch mal viel näher gebracht. Als Familie sind wir auch noch enger zusammengerückt &#8211; auch über die Distanz hinweg. Liebe überbrückt alle Entfernungen.</p>
<p>Ich bin froh, dass ich bei meinem Vater bis kurz vor der Operation geblieben bin. So war ich ihm nah, auch wenn es nicht viel zu sprechen gab. Das ist anders, wenn ich 240 Kilometer entfernt bin und nur in Gedanken bei ihm sein kann. Es macht die Anspannung und Sorgen erträglicher.</p>
<p>Aber zurück zur Operation. Mein Dad hatte gegen neun Uhr die Beruhigungstabletten bekommen und war entsprechend müde und schläfrig. Gemeinsam mit meiner Mum habe ich die unendlich erscheinenden Stunden der Operation verbracht. Das Warten macht dich wahnsinnig. Für 11 Uhr war am Freitag die Operation angesetzt und es wurde halb elf, viertel vor elf, elf und viertel nach elf, halb zwölf und viertel vor zwölf &#8211; nichts tat sich.</p>
<p>Die Stille im Krankenzimmer mit dem schlafenden Patienten hatte fast etwas Meditatives. Ich blieb trotz der Anspannung ruhig. Es tat gut, meinen Vater in der Nähe zu wissen und das machte das Warten erträglicher. Auch um halb eins gab es nichts Neues. Auch das Nachfragen bei den Stationsschwestern brachte keine neuen Erkenntnisse.</p>
<p>Wann geht es endlich weiter? Wann wird endlich operiert?</p>
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		<title>Der Abschied am Telefon und der ewig lange Donnerstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2015 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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		<category><![CDATA[Bad Oeynhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Dad]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem angespannten Wochenbeginn näherte sich die Anspannung zur Mitte der Woche mit der bevorstehenden Operation ihrem Höhepunkt zu. Am Dienstag hieß es erst einmal Abschied nehmen per Telefon. Mein Vater und ich versinken in dem Gespräch nicht in Selbstmitleid, &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2015/03/05/der-abschied-am-telefon-und-der-ewig-lange-donnerstag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wp.me/p10AQf-7d8" target="_blank">Nach dem angespannten Wochenbeginn</a> näherte sich die Anspannung zur Mitte der Woche mit der bevorstehenden Operation ihrem Höhepunkt zu.<span id="more-27908"></span></p>
<p>Am Dienstag hieß es erst einmal Abschied nehmen per Telefon. Mein Vater und ich versinken in dem Gespräch nicht in Selbstmitleid, sondern machen uns gegenseitig Mut. Wir freuen uns gemeinsam auf die Zeit nach der Operation, wenn das Herz gestärkt ist und alles wieder gut ist. Das Gespräch gibt meinem Vater Kraft &#8211; das hoffe ich zumindest. Und es gibt mir Kraft &#8211; das bilde ich mir zumindest ein.</p>
<p>Dann ist es Mittwoch. Am Mittwoch Morgen um halb zehn ist die Aufnahme im Herzzentrum. Vorher habe ich mich nochmals von meinem Dad verabschiedet und ihm die Worte geschrieben, die mir wichtig gewesen sind. Ab jetzt beginnt die Wartezeit erst richtig. Diese ewige Wartezeit. Und es kommt noch schlimmer: Ich habe erfahren, dass am Tag der Operation keine Besuche beim Patienten erlaubt sind und wir nur telefonisch über die Ergebnisse der Herz-Operation informiert werden sollen.</p>
<p>Dennoch bleibt es bei meinem Plan. Ich fahre am Donnerstag mit dem Zug nach Bad Oeynhausen und bleibe über Nacht bei meiner Mum.</p>
<h2>Laufen gegen die Angst</h2>
<p>Der 29. Januar 2015 wird sich auf ewige Zeiten in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Es war der &#8211; allerdings nur vorläufige &#8211; Höhepunkt einer emotionalen Ausnahmesituation, die ich in dieser Form in meinen vierzig Lebensjahren noch nicht erlebt habe. Und auch hoffentlich nicht so schnell wieder erleben werde. Sorge und Angst um einen Herzmenschen zu haben, das ist eine der schlimmsten Erlebnisse im Leben.</p>
<p>Schon am Mittwoch Abend hatte ich erfahren, dass die Operation am Donnerstag erst um 16 Uhr beginnt. Im Herz- und Diabetes-Zentrum Bad Oeynhausen werden die Operationen um acht Uhr, zwölf Uhr und um 16 Uhr in jeweils acht OP-Sälen durchgeführt &#8211; allein die Vorstellung ist Wahnsinn! Also hieß es weiter Warten.</p>
<p>Aus diesem Grund habe ich den Donnerstag Vormittag im Büro verbracht. Arbeiten lenkt ab und mein Zug sollte mich um 11: 48 Uhr Richtung Ostwestfalen bringen, so dass ich um 14:18 Uhr in der Kurstadt ankommen werde.</p>
<p>Die Nacht auf Donnerstag habe ich schlecht geschlafen. Wieder und wieder bin ich aufgewacht und bevor mein Wecker um 4:50 Uhr auf sich aufmerksam machen konnte, stand ich bereits im Badezimmer und hatte mir die Laufsachen übergestreift. Ich hatte die Hoffnung, dass mir ein Zehn-Kilometer-Lauf ein wenig den Kopf freipustet und meine Gedanken ordnet.</p>
<p>Zehn Kilometer zum Auspowern. Das hat auch einigermaßen geklappt, doch immer wieder spielten meine Gedanken die positiven Hoffnungen und die negativen Ängste durch. Nicht umsonst habe ich meinen einstündigen Lauf meinem Vater gewidmet, der an diesem Tag vor einer seiner größten Herausforderungen stand und dessen Herz mit meinem Lauf ein Extra-Kick Kraft und Ausdauer geben sollte.</p>
<p>Esoterischer Quatsch? Mag sein. Mir war es wichtig und mir tat es gut. Und meinem Dad sicherlich auch.</p>
<h2>Alles wieder auf Start?</h2>
<p>Auf dem Weg ins Büro dann ein kleiner Schock: der Operationstermin um 16 Uhr war in Gefahr. Ein Notfall-Patient wirbelte die Tagesplanung in der Klinik durcheinander und ließ offen, ob Dad spät am Abend oder erst am Freitag operiert werden sollte. Das bedeutete weiterhin warten, warten und warten. Mein Vater berichtete von zahlreichen Einlieferungen neuer Patienten mit dem Hubschrauber und dem Krankenwagen &#8211; es war einiges los im HDZ.</p>
<p>Doch unabhängig von der terminlich nicht fixierten OP habe ich schon mittags die Zugfahrt angetreten. Meine Bahn-Tickets ließen mir die Freiheit, die Rückreise ins Rheinland flexibel zu gestalten &#8211; egal ob am Freitag oder erst am Samstag.</p>
<p>Das Arbeiten für ein paar Stunden im Büro und die intensiven Gespräche &#8211; auch im Job ist im Moment einiges los und im Umbruch &#8211; hat mich von meiner Nervosität in Bezug auf die Operation ein wenig abgelenkt. Doch um kurz nach elf ging es Richtung Hauptbahn Düsseldorf und dann in den Regionalexpress nach Ostwestfalen.</p>
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		<title>Der Schutzengel und eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2015 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Warten ist das Schlimmste &#8211; das ist mir nicht erst seit dem Besuch meines Dads in Ostwestfalen eine Woche vor seiner Operation bewusst geworden. Auch die weiteren Tage bis zum geplanten OP-Termin am 29. Januar 2015 haben sich für &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2015/02/26/schutzengel-und-schmerzhafte-reise-in-die-vergangenheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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<p>Auch die weiteren Tage bis zum geplanten OP-Termin am 29. Januar 2015 haben sich für mich wie eine Unendlichkeit angefühlt.</p>
<h2>Der Schutzengel spendet Kraft</h2>
<p>Am Samstag vor der Operation hat mein Vater unsere Überraschung geliefert bekommen. Bei einem meiner Läufe ist mir die Idee gekommen, ihm einen Schutzengel mit ins Krankenhaus zu geben, der ihn behütet und auf ihn aufpasst. Der kleine Bär sieht wirklich putzig aus und wird seinen Job erfolgreich erledigen.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00IMF37YG/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B00IMF37YG&amp;linkCode=as2&amp;tag=nobraundlowbr-21&amp;linkId=OLL4WMB2V6GFIA2Q"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-27909" src="http://348974.webhosting71.1blu.de/wp-content/uploads/Teddy-Bär-Schutzengel-291x300.jpg" alt="Teddy Bär Schutzengel" width="291" height="300" srcset="https://www.ostwestf4le.de/wp-content/uploads/Teddy-Bär-Schutzengel-291x300.jpg 291w, https://www.ostwestf4le.de/wp-content/uploads/Teddy-Bär-Schutzengel.jpg 475w" sizes="(max-width: 291px) 100vw, 291px" /></a>Wenige Tage vor der Operation sind meine Gedanken ständig um diesen Tag gekreist. Wie mein Vater schlafe auch ich schlecht und ertappe mich immer wieder dabei, wie sich meine Gefühle und Gedanken auf diesen Tag fokussieren. Mein Kopf steht nicht still mit dem fiesen Spielchen &#8220;Was wäre wenn&#8230;.&#8221; und bringt alle erdenklichen Optionen zur Sprache. Zwischen &#8220;alles ist gut gelaufen&#8221; bis hin zum Unaussprechlichen ist alles mit dabei.</p>
<p>Es ist so zermürbend. Es ist so zermürbend für mich und gibt mir eine ungefähre Vorstellung davon, was sich im Kopf meines Vaters abspielen mag. Es wird Zeit, dass es Donnerstag wird und sich die Anspannung endlich lösen wird.</p>
<p>Die Konzentration im Büro ließ auch bei mir in den letzten drei Tagen vor der Operation meines Vaters zu wünschen übrig. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab zu meinem Dad, immer wieder habe ich mir die Operation im Kopfkino angeschaut und mir das Wiedersehen nach dem Eingriff ausgemalt: Ich habe meinen Vater von der drei- bis fünfstündigen OP ausgemergelt, aber bei guter Gesundheit vor mir im Bett liegen. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken und ich spüre, wie mir Tränen in die Augen schießen.</p>
<h2>Eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit</h2>
<p>Meine Gedanken springen unweigerlich mehr als fünf Jahre zurück <a title="Der Jahrestag" href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2010/10/28/der-jahrestag/" target="_blank">in den Oktober 2009</a>. Meine Omi liegt im Sterben und ich erinnere mich an die intensiven letzten gemeinsamen Stunden mit ihr. Ich erinnere mich an die Tränen, die ich auch Tage nach ihrem Tod vergossen habe und die nicht mehr aufhören wollten.</p>
<p>Doch dieses Mal ist es anders. Mein Vater ist nicht unheilbar krank, ganz im Gegenteil. Er muss operiert werden, damit sein Herz wieder stark sein kann und nach der Operation wird es ihm besser, viel besser gehen. Deshalb ist die Situation im Oktober 2009 nicht mit der Situation im Januar 2015 zu vergleichen.</p>
<p>Und doch habe ich eine scheiß Angst vor den nächsten Tagen, insbesondere vor dem bevorstehenden Donnerstag. Und auf was für Gedanken ich komme! Ich habe allen Ernstes daran gedacht, meinen Flachmann mit Wodka zu füllen und bei mir zu haben. Einfach, um meine Nervosität zu bekämpfen. Einfach einen Schluck aus der Pulle und der klare Hochprozentige wird es schon richten. Unfassbar.</p>
<h2>The Power of Love von Gabrielle Aplin</h2>
<p>Am Montag Abend, drei Tage vor der Operation, habe ich mit meinen Eltern telefoniert. Kurz nach dem Telefonat mit Mum und Dad habe ich am Rechner gesessen. Im Hintergrund lief ein Radio-Stream. Plötzlich wurde <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00CRAJU6G/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B00CRAJU6G&amp;linkCode=as2&amp;tag=nobraundlowbr-21&amp;linkId=QQLBA3G6LG6WYZBD" target="_blank">The Power of Love als Cover von Gabrielle Aplin aus dem Jahr 2012</a> gespielt.</p>
<p><iframe src="//player.vimeo.com/video/53156934?color=ffffff&amp;title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="640" height="360" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Ich musste die Tränen zurückhalten, weil mich der Song so berührt hat. Und ich wusste zu diesem Zeitpunkt: alles wird gut. Mit Sicherheit wird alles gut.</p>
<p>Am Abend im Bett galten meine Gedanken auch meinem Vater. Ich musste daran denken, dass er an diesem Abend die vorerst letzte Nacht in seinem eigenen Bett verbringt. Am Dienstag Nachmittag fährt er mit Mum bereits nach Bad Oeynhausen, weil am Mittwoch Morgen um halb zehn die Aufnahme im Herzzentrum angesetzt ist.</p>
<p>Wie sich mein Vater wohl zu diesem Zeitpunkt gefühlt hat?</p>
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		<title>Die Reise nach Ostwestfalen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2015 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Anrufe]]></category>
		<category><![CDATA[Dad]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Donnerstag Morgen am 22. Januar 2015 um viertel nach fünf. Das Thermometer zeigt Temperaturen um den Gefrierpunkt und ich warte mit kalten Händen auf die S-Bahn.<span id="more-27829"></span></p>
<p>Meine Reise führt mich nach Ostwestfalen in die alte Heimat. In etwas mehr als vier Stunden werde ich bei meinen Eltern angekommen sein. Ich habe bewusst die Reise mit dem Zug gewählt und auf das Auto verzichtet. In der Bahn kann ich lesen, dösen, mich mit meinen Gedanken auseinandersetzen. Und insbesondere Letzteres habe ich in den vergangenen Wochen häufiger getan.</p>
<p>Der Gedanke, eine Woche vor der Herz-Operation meines Vaters zu ihm zu fahren, ist nach und nach in mir gereift. Den Ausschlag, es am Ende auch zu tun, ist wenige Tage vorher gefallen. Denn so oft wir auch telefonieren: ein Telefonat ersetzt keinen Besuch. Eine Berührung, ein Händedruck und ein in den Arm nehmen ist nicht zu vergleichen mit einer WhatsApp-Nachricht.</p>
<p>Es stand auch die Überlegung im Raum, am darauffolgenden Wochenende mit der Familie nach Ostwestfalen zu reisen. Doch ich hatte Angst vor diesem Treffen mit den Kindern. Denn es hätte mich bedrückt. In Gedanken habe ich die Situation durchgespielt und bin immer wieder zu der Auffassung gekommen, dass es wie ein Gefühl bei einem Abschied für immer gewesen wäre. Eine traurige, sentimentale Moll-Stimmung hätte die Tage begleitet und es hätte sicherlich nicht nur mich zerrissen.</p>
<p>Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, allein zu fahren. Der Sohn fährt zu seinem Vater, um sich mit ihm von Auge zu Auge zu unterhalten. Um die Gelegenheit zu nutzen, mit meinem Vater über Hoffnungen und Befürchtungen zu sprechen, um einfach für ihn da zu sein. Anders als mein Bruder habe ich aufgrund der räumlichen Distanz leider nicht die Möglichkeit &#8220;mal eben&#8221; zu ihm zu gehen und zu plaudern.</p>
<h2>Distanz trennt Menschen, aber das Herz kennt keine Distanz</h2>
<p>Bei dem Gedanken, dass ich eine Woche vor der Operation allein ohne die Familie nach Ostwestfalen zu meinem Vater fahre, hat in mir eine Gänsehaut ausgelöst. Es war eine Mischung aus Freude über diese Idee und auch Sorge, weil ich ihn vielleicht das letzte Mal&#8230; Doch diesen Gedanken verwerfe ich schnell.</p>
<p>Je näher ich meinem Heimatort gekommen bin, umso nervöser bin ich geworden. Wie werden sie wohl sein, die nächsten knapp fünfeinhalb Stunden mit meinen Eltern? Es gibt ja immer Erwartungen, die mit einem Besuch verbunden sind. Bislang waren es immer schöne Anlässe, die mich nach Ostwestfalen geführt haben.</p>
<p>Feiertage wie Weihnachten und Ostern, Geburtstage der Familienmitglieder oder Feste. Oder auch <a title="Mit der Bahn vom Rheinland nach Ostwestfalen und zurück" href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2014/08/25/mit-bahn-vom-rheinland-nach-ostwestfalen/" target="_blank">das Bringen der Kinder zu ihren Großeltern in den Sommerferien</a> sowie <a title="Mit dem Zug durch NRW: Der Auftakt zu unserer Männertour in Ostwestfalen 2014" href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2014/11/10/mit-zug-durch-nrw-auftakt-maennertour-ostwestfalen/" target="_blank">die jährliche Männertour der Kids mit mir im Herbst</a>.</p>
<p>Das ist dieses Mal anders. Dieses Mal ist ein Besuch bei meinem Dad, der in sieben Tagen am Herzen operiert wird und dessen Operation alles andere als ein Spaziergang für ihn und seine Angehörigen ist.</p>
<p>Ich habe mir vor dem Besuch ausgemalt, dass ich mit meinem Vater über ihn sprechen kann, was ihn bewegt, was ihm Angst macht und überhaupt wie es ihm geht. Ich möchte mehr zuhören als selbst sprechen, die Emotionen aufsaugen, bei ihm sein und ihm das Gefühl geben, dass er auf mich zählen kann. Ich möchte mit meiner Mutter sprechen und auch ihr helfen durch meine Anwesenheit, möchte Kraft und Zuversicht meinen beiden Eltern spenden.</p>
<p>Und so war es dann auch. Ich hatte Zeit, in Ruhe mit meinem Vater zu sprechen und er hatte die Gelegenheit, mir die Dinge mitzuteilen, die ihm wichtig sind. Ich habe gespürt, dass es richtig gewesen ist, acht Stunden Zugfahrt für weniger als fünfeinhalb Stunden Beisammensein aufzuwenden.</p>
<p>Es war richtig und wichtig. Und es hat gut getan. Uns allen gut getan.</p>
<h2>Mein Vater und ich</h2>
<p>Es ist eine ganz besondere Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn. Sie ist selten von Herzlichkeit und Liebe geprägt, da Väter, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren sind, nicht mit der Zuneigung aufgewachsen sind, wie beispielsweise meine Söhne das erleben.</p>
<p>Wenn ich über meine Beziehung zu meinem Vater als Kind nachdenke, fällt mir als erstes ein, dass er meinen jüngeren Bruder aus meiner kindlichen Sicht lieber gehabt hat (was natürlich nicht so gewesen ist). Mein Bruder ist meinem Dad sehr ähnlich, insbesondere auch wie er handwerklich sehr geschickt. Ich habe zwei linke Hände, während mein Bruder und Vater die Profis sind.</p>
<p>Doch je älter ich geworden bin, umso wichtiger ist mein Vater für mich geworden. Als Gesprächspartner, als Sparringspartner und als kluger Ratgeber. Mein Vater weiß viel, hat viel Lebenserfahrung und kann viele gute Ratschläge geben, ohne dabei belehrend zu wirken.</p>
<p>Und je älter ich geworden bin, umso inniger wurde unsere Beziehung, ohne dass es dazu vieler Worte bedurfte.</p>
<h2>Abschied tut weh</h2>
<p>Es ist Donnerstag Nachmittag, viertel nach drei. Ich stehe in Godelheim am Bahnhof und warte auf die NordWestBahn, die mich aus der alten Heimat Richtung neue Heimat bringen wird. Meine Hände frieren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.</p>
<p>Als ich am eben um kurz nach drei von meinem Elternhaus Richtung Bahnhof aufbrechen musste, kämpfte ich gegen die Tränen an, als ich meinen Vater zum Abschied fest und lange umarmt habe. Zu gern hätte ich die Zeit angehalten und den Augenblick für immer konserviert.</p>
<p>Schon oft in den vergangenen Tagen habe ich diese Situation im Kopf durchgespielt. Und dann ist die Realität doch anders als das Vorgestellte. Es ist ein Abschied. Aber es ist kein Abschied für immer, da bin ich mir sicher.</p>
<p>Schon in der nächsten Woche sehen wir uns wieder. Und dann ist alles wieder gut.</p>
<h2>Das Warten ist das Schlimmste</h2>
<p>Doch bis dahin heißt es warten, warten, warten. Und das ist zermürbend. Immer wieder klammere ich mich an das Rationale und an die Fakten.</p>
<p>Ich sage mir, dass die Operation alternativlos ist und dass mein Dad bei den Spezialisten am besten aufgehoben ist.</p>
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