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	<title>Distanz &#8211; Ein Ostwestfale im Rheinland</title>
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	<description>Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.</description>
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	<title>Distanz &#8211; Ein Ostwestfale im Rheinland</title>
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		<title>Seid gut zu euren Eltern!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2016 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer die Überschrift dieses Textes liest, wird sich erst einmal am Kopf kratzen und sich fragen, was diese altmodische Aufforderung bedeuten soll. Seid gut zu euren Eltern? Na klar, das bin ich doch. Ich telefoniere mehr oder weniger regelmäßig mit &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2016/01/17/seid-gut-zu-euren-eltern/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die Überschrift dieses Textes liest, wird sich erst einmal am Kopf kratzen und sich fragen, was diese altmodische Aufforderung bedeuten soll.<span id="more-30445"></span></p>
<p>Seid gut zu euren Eltern? Na klar, das bin ich doch. Ich telefoniere mehr oder weniger regelmäßig mit ihnen, kümmere mich und so weiter und so fort. Aber ist das wirklich so? Ich kann es für dich nicht beurteilen, das steht mir auch nicht zu. Ich kann es nur für mich beurteilen.</p>
<p>Und mein Urteil ist in dieser Hinsicht nicht immer positiv. Denn mehr machen geht immer. Doch der Reihe nach. Jede Beziehung zu den Eltern ist anders. Ich lebe seit 1998 im Rheinland (siehe auch: <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2012/01/21/amelunxen-ist-meine-erste-kleinenbroich-meine-zweite-heimat/" target="_blank">Amelunxen ist meine erste, Kleinenbroich meine zweite Heimat</a>), meine Eltern sind in Ostwestfalen beheimatet. Gut und gerne 250 Kilometer trennen uns &#8211; eine verdammt weite Entfernung (denn: <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2014/06/25/meine-kindheit-in-ostwestfalen/" target="_blank">Zurück in die Vergangenheit: meine Kindheit in Ostwestfalen</a>).</p>
<h3>Die Eltern sind weit weg &#8211; zu weit</h3>
<p>Ich habe nicht das Glück, meine Eltern im gleichen Haus, nebenan oder im gleichen Ort wohnen zu haben. Nicht einmal um die Ecke wohnen meine Mutter und mein Vater. Wenn wir uns sehen wollen, steht mindestens eine zweieinhalbstündige Autofahrt oder eine dreieinhalbstündige Zugfahrt zwischen uns. Das ist nicht schön.</p>
<p>Anders geht es Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten von mir. Dort sind die Eltern in unmittelbarer Nähe wohnhaft. Sie kümmern sich um die Kinder, helfen im Haushalt und sind einfach da, wenn sie gebraucht werden. Und was höre ich von meinen Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten? Ihre Eltern nerven sie.</p>
<p>Leute, seid froh, dass ihr eure Eltern bei euch habt. Genießt die Zeit und seid dankbar dafür, dass es so ist. Denn wie schnell kann es vorbei sein. Und ich weiß, wovon ich rede. Ich wünsche niemanden die Erfahrung, Todesangst um den Vater zu haben, <a href="http://348974.webhosting71.1blu.de/2015/03/12/fahrt-nach-bad-oeynhausen-und-warten/" target="_blank">so wie es mir Anfang dieses Jahres ergangen ist</a>. Ich wünsche niemanden die Angst um die Mutter, deren Asthma und Bluthochdruck sie regelmäßig quält.</p>
<h3>Sie meinen es gut mit euch</h3>
<p>Auch wenn Eltern bisweilen nerven oder anstrengend sind, bin ich mir sicher, dass sie es nie böse, sondern immer gut mit euch meinen. Wie sagt meine Mum immer so treffend: Egal wie alt du bist, du bist und bleibst immer mein Sohn.</p>
<p>Mir bedeuten die Gespräche mit meinem Vater über Gott und die Welt verdammt viel. Gleiches gilt für die Unterhaltungen mit meiner Mutter. Ich genieße es, wenn sie beide in meiner Nähe sind und wünsche mir, dass ich dieses Gefühl noch lange haben darf.</p>
<p>Und dann ist es Freitag Abend, ich liege im Bett und fühle mich melancholisch, weil die sieben Tage in der alten Heimat mit meinen Eltern morgen Mittag schon wieder vorüber sind. Wo ist die Zeit geblieben?</p>
<p>Morgen im Zug auf der Rückfahrt werden mir meine Eltern schon wieder fehlen. Und ich werde wieder neidisch auf diejenigen sein, die ihre Eltern im gleichen Haus, in der gleichen Straße, im gleichen Ort oder in der näheren Umgebung wohnen haben.</p>
<p>Ihr wisst gar nicht, wie gut ihr es habt. Oder ihr bemerkt es erst, wenn ihr eure Eltern nicht mehr habt und es zu spät ist.</p>
<p><em>Anmerkung: Als ich diese Zeilen am 10. Oktober 2015 auf der Rückfahrt vom Herbsturlaub mit den Kids in Ostwestfalen im Zug geschrieben habe, konnte ich noch nicht ahnen, dass nur drei Wochen später die Familie einen schlimmen Schicksalsschlag erleiden sollte. </em></p>
<p><em>Umso wichtiger ist mein Appell im Rückblick geworden.<br />
</em></p>
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		<title>Emotionale Nähe versus räumliche Distanz</title>
		<link>https://www.ostwestf4le.de/2013/04/27/emotionale-nahe-versus-raumliche-distanz-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 06:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Distanz]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Herzmensch]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Nähe]]></category>
		<category><![CDATA[Operation]]></category>
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					<description><![CDATA[Vielen Wochenendpendlern und Verliebten, die in zwei unterschiedlichen und weit entfernten Städten wohnen, ist das Thema bekannt: räumliche Distanz. Meine Familie, und damit meine ich meine Frau und meine Söhne, leben mit mir zusammen im Rheinland. Aber andere Menschen, die &#8230; <a href="https://www.ostwestf4le.de/2013/04/27/emotionale-nahe-versus-raumliche-distanz-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><div class='yarpp yarpp-related yarpp-related-rss yarpp-template-list'>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Wochenendpendlern und Verliebten, die in zwei unterschiedlichen und weit entfernten Städten wohnen, ist das Thema bekannt: räumliche Distanz.<span id="more-19656"></span></p>
<p>Meine Familie, und damit meine ich meine Frau und meine Söhne, leben mit mir zusammen im Rheinland. Aber andere Menschen, die mir sehr am Herzen liegen, sind in Ostwestfalen beheimatet und damit knapp 250 Kilometer oder eine Autofahrt von mindestens zweineinhalb Stunden von mir entfernt.</p>
<p>Ich beneide Freunde und Bekannte, die das Glück haben, in einem Ort, in einer Gemeinde oder in einem Kreis mit ihren näheren Verwandten zu leben und einfach mal so und spontan und ohne großen Aufwand auf einen Kaffee, zum Grillen oder einfach zum Quatschen vorbeikommen können. Das habe ich nicht und das vermisse ich.</p>
<p>Besonders bewusst wird mir dieser Mangel in besonderen Situationen. Und zwar dann, wenn ein Herzmensch krank ist oder in Not oder einfach Zuspruch und Nähe von mir benötigt. Ein Telefonat oder eine Unterhaltung via Skype oder der Austausch von WhatsApp-Nachrichten kann keinen persönlichen Kontakt und kein persönliches Gespräch ersetzen.</p>
<p>Derzeit erlebe ich das Spannungsfeld zwischen emotionaler Nähe und räumlicher Distanz wieder ganz besonders intensiv. Einer meiner Herzmenschen wartet seit mehreren Monaten auf eine wichtige und sehr schwierige Operation. Der Eingriff musste bereits einmal abgesagt werden und stand kürzlich unmittelbar bevor.</p>
<p>Bei unserem letzten Besuch haben wir uns intensiv über die Operation, die Risiken und die chancen unterhalten. Und diese Gespräche waren genauso belastend (was kann alles passieren?) wie hoffnungsvoll (das Ende der Schmerzen ist da). Doch als Gast, der einige Tage zu Besuch ist, bekomme ich nur Fragmente mit und nicht die gesamte Klaviatur der Emotionen, Sorgen und Ängste, die meine Herzmenschen beschäftigen und belasten.</p>
<p>Seit vergangenem Samstag Abend, als ich mich mit meinem Bruder über die Lage ausgetauscht habe, waren meine Nächte schlaflos. Ich musste ständig an meinen Herzmenschen denken und darüber nachdenken, welche Rolle ich in dem ganzen Gefüge spiele. Bin ich feige, weil ich mich räumlich entfernt habe und mich dem Thema nicht stelle(n muss)? Was kann ich mehr tun? Wie kann ich helfen, ihm seine Zweifel nehmen und Zuversicht vermitteln?</p>
<p>Hoffnung und Freude haben zwei Telefonate von meiner Frau und den Kindern mit meinem Herzmenschen am Dienstag ausgelöst. Ich erlebte den künftigen Patienten optimistisch und nicht niedergeschlagen. Ich hatte das Gefühl, dass er mehr Chancen als Risiken sieht und optimistisch in die bevorstehenden Tage im Krankenhaus geht. Diese Gefühle haben mir gut getan und mich ebenfalls froh gestimmt.</p>
<p>Doch einfach ist es nicht. Insbesondere in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, dem Tag der Operation, bin ich stündlich aufgewacht und war wachgerüttelt. Unendliche Gedanken haben meinen Kopf erobert und mir den Schlaf geraubt. Ich wäre am liebsten nachts um drei Uhr aufgestanden, hätte mich an den Küchentisch gesetzt und meine Gedanken geordnet &#8211; so wie ich es jetzt gerade mache.</p>
<p>Und dann war der Mittwoch da. Ich wusste, dass die Operation am Vormittag starten sollte. Patientenaufnahme um 10 Uhr, Eingangsuntersuchungen, &#8220;I feel so high&#8221;-Tablette schlucken und Einleitung der Anästhesie. Dann banges Warten über zwei bis drei Stunden, die der komplizierte Eingriff erfordert. Anschließend Aufwachraum. Abwarten auf das Ergebnis. Beobachtung des Heilungsprozesses.</p>
<p>Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, mit der Bahn anzureisen und Präsenz zu zeigen. Doch ein Telefonat mit meinem Herzmenschen am Dienstag Vormittag brachte mich auf den Gedanken, dass der Herzmensch lieber die ganze Familie mit Vater, Mutter und Kindern am Wochenende sehen möchte. Das hat mich ehrlich gesagt erleichtert. Denn es gibt nichts Schlimmeres als Warten. Und dabei zu erleben, wie hilflos der Mensch ist, wenn er warten muss und nichts tun kann.</p>
<p>Also bin ich am Mittwoch ins Büro gegangen. Und konnte mich mit Arbeit ablenken. Telefonieren, Gespräche führen, in Meetings sitzen und E-Mails schreiben. Doch unablässig schweiften meine Gedanken ab zu meinem Herzmenschen. Ich sah ihn vor mir. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus, bei der Einleitung der Narkose und liegend auf dem Operationstisch. Ich sah die Ärzte in ihren grünen Operationskitteln und die assistierenden Schwestern. Ich sah einen offenen Körper und Skalpelle, Tupfer und andere Instrumente.</p>
<p>Ständig lenkte sich mein Blick wie automatisch auf mein Smartphone. Ich suchte nach der im unteren Drittel des Telefon platzierten LED, die in grünen und weißen Farben auf eine neue Nachricht per WhatsApp oder E-Mail aufmerksam macht. Die LED leuchtete im Laufe des Vormittags und Mittags und Nachmittags mehrmals auf, aber es sollte bis 16 Uhr dauern, bevor ich die so heiß ersehnte Mitteilung von meinen anderen Herzmenschen erhalten sollte.</p>
<p>Bis dahin verrinnen Minute um Minute und Stunde um Stunde und ich bin fast wahnsinnig vor Sorge und Angst geworden. Jeder kann sich vorstellen, welche grausamen und schrecklichen Bilder in mir hochgekommen sind &#8211; das war ganz, ganz übel und schnürte mir beinahe die Luft zum Atmen ab. Doch dann war er da, der Anruf auf meinem Mobiltelefon. Und die Nachrichten waren gut: mein Herzmensch hat die Operation gut überstanden und es geht ihm den Umständen entsprechend gut.</p>
<p>Ich bemerke, wie mir Tränen der Rührung und der Freude in die Augen schießen und wie die über Stunden aufgestaute Anspannung schlagartig einer Entspannung weicht. Mein Herzmensch hat die schwierige Operation überstanden und es geht ihm gut. Ich habe es mir so gewünscht und so dafür gebetet &#8211; und es ist wahr geworden.</p>
<p>Das sind Momente, die unvergesslich bleiben und die zeigen, welche emotionalen Achterbahnfahrten ein Mensch erleiden, erleben und bestehen kann. Ich bin erleichtert. Einem meiner wichtigsten Herzmenschen geht es gut und jetzt bin ich guter Dinge, dass ein neuer Abschnitt beginnt.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de">
<p>Beste Nachricht des Tages: einem der wichtigsten Herzmenschen geht es jeden Tag nach der Operation besser &lt;3</p>
<p>&mdash; Marc Höttemann (@Ostwestf4le) <a href="https://twitter.com/Ostwestf4le/status/327852319549042688">26. April 2013</a></p></blockquote>
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