Ein Ostwestfale im Rheinland

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Cover Rezension Review Der letzte Cowboy - Staffel 1

Serien-Review: Der letzte Cowboy – Staffel 1 mit Peter Jordan im WDR

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Versteckt im Spätabend-Programm des Westdeutschen Rundfunks ist am zweiten Weihnachtstag 2016 die erste von drei Doppelfolgen des letzten Cowboys gestartet.

Wer das Glück hatte, diese Perle der Comedy vorab in der Mediathek oder zum Sendetermin im Programm des WDR zu sehen, kann diese Positionierung nur schwer nachvollziehen. Denn die Mini-Serie hat alles, was einen Serienhit ausmacht: klasse Schauspieler, ein tolles Drehbuch mit abgedrehten Charakteren und noch abgedrehteren Geschichten sowie ein Gesamt-Arrangement, in dem einfach alles passt.

Der letzte Cowboy Deutschlands

Hasso Gründel, famos verkörpert von Peter Jordan, ist Der letzte Cowboy. Als Koordinator des Außendienstes bekommt er von der Geschäftsleitung der Firma Kattelmann die Pistole auf die Brust gesetzt. Entweder verkauft er 60 Staubsauger binnen drei Wochen oder seine Abteilung wird aufgelöst – inklusive der drei Staubsauger-Vertreter, die ebenfalls ihre Arbeit verlieren werden.

Also belädt Gründel seinen Kombi mit mehreren Kartons des Panther 2000, der als nicht weniger als „die Zukunft der Bodenhygiene“ angepriesen wird, und nimmt auch Perserkater Samson mit, weil sich seine Frau Melanie in den Kuraufenthalt verabschiedet hat – und nichts von der bedrohlichen beruflichen Situation ihres Gatten weiß.

Abgedrehte Dialoge, skurrile Charaktere

Cover Rezension Review Der letzte Cowboy - Staffel 1In sechs Episoden begleiten wir den letzten Cowboy auf seiner Tour durch das Vorgebirge, jenen Landstrich zwischen Kölner Bucht und Bonn, in dem es eher ländlich und gemütlich zugeht und der eine oder andere Bewohner einen ordentlich an der Klatsche hat.

Der Außendienstler trifft dabei auf spießige Nachbarn, eingesperrte Fitness-Fanatiker, ideenlose Musiker, verschmähte Casting-Opfer, desillusionierte Ehemänner, motivationslose Motivationstrainer, verwitwete Klammer-Mütter und psychologische Härtefälle. Gründel versteht sich im Gespräch nicht nur als emsiger Verkäufer eines Produktes, sondern auch als Lebensberater und gerät dabei immer wieder in verrückte Situationen.

Alles andere als ein Tatortreiniger

Im Aufbau und Setting erinnert Der letzte Cowboy unweigerlich an Der Tatortreiniger. Doch so unübersehbar auch die Gemeinsamkeiten sind, so unterschiedlich sind doch die Charaktere. Während mir Schotty, der Tatortreiniger, oft zu stark monologisiert, gefällt mir Hassos Humor und die Art, Probleme seiner Mitmenschen zu lösen, noch eine Spur besser.

Viel zu schnell sind die sechs Folgen des letzten Cowboys vorüber und es fällt mir schwer, meine Lieblings-Episode zu küren. Am Ende habe ich mich für „Der Therapeut“ entschieden, denn das Finale der Serie hat es in vielerlei Hinsicht in sich und ließ mich schmunzelnd, laut lachend und bestens unterhalten zurück.

Gib´mir mehr!

Apropos zurück: Der letzte Cowboy muss unbedingt mit einer zweiten Staffel auf die Mattscheibe zurückkehren. Das Format schreitförmlich nach einer Fortsetzung, schließlich ist – Achtung Spoiler! – das berufliche Schicksal Hasso Gründels genauso offen wie seine private Situation. Und außerdem möchte ich gern Melanie nicht nur auditiv, sondern auch visuell kennenlernen.

In Verbindung mit den klasse Dialogen, dem wunderbaren Humor und den tollen Stories kann eine Fortsetzung nur ein Erfolg werden. Und wer weiß, vielleicht hat der WDR ein Einsehen und spendiert der Serie dann auch den wohlverdienten Sendeplatz zu einer prominenteren Uhrzeit. Verdient hat sie es allemal!

Trailer: Der letzte Cowboy

Der Chef singt selbst

Ist euch bei dem Titelsong zur Serie etwas aufgefallen? Peter Jordan höchstpersönlich hat ihn gesungen. Und das klingt sogar richtig gut 🙂

Den Soundtrack gibt es als Download hier zu kaufen; außerdem die Doppel-DVD mit allen sechs Episoden hier oder als Streaming-Version zum direkt anschauen nach einem Klick hier.

Autor: Marc

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