Ein Ostwestfale im Rheinland

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Pet Shop Boys, Alphaville und Co.: die 1980er sind zurück – und was hat die Jugend heute?

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Freitag Abend, 23 Uhr. Nach einem lustigen Filmabend mit dem „Macho Man“ Christian Ulmen und der von mir verehrten Aylin Tezel sitze ich auf der Couch, genieße ein kaltes Getränk und stöbere via Amazon Fire TV in meinen YouTube – Musiklisten.

Die Zeit vergeht wie im Flug und ich spiele Lied um Lied. Seit einiger Zeit laufen jetzt die 1980er rauf und runter. Insbesondere Pet Shop Boys und Alphaville haben es mir seit gut dreißig Jahren angetan.

Ich bin erstaunt, wie präsent mir die Liedtexte sind. Und damit meine ich nicht die Klassiker, die jeder kennt. Ich denke eher an meine Lieblingslieder der PSB wie beispielsweise Rent, dessen Text ich selbst nachts um drei Uhr fehlerfrei aufsagen kann.

Oder ich denke an Alphaville, die viel mehr sind als „Big in Japan“. So zum Beispiel auch“Oh Patti / Ivory Tower“. Auch hier ist mir jede Textzeile präsent, als sei es gestern:

Wieso ist das eigentlich so? Ich habe gelegentlich Namensfindungsschwierigkeiten von aktuellen und ehemaligen internen und externen Kollegen, während mir die Songtexte der Jungs aus der Tierhandlung, wie die Pet Shop Boys bekanntermaßen auf deutsch heißen, ohne Probleme auch nach Jahren über die Lippen kommen. Und das fehlerfrei.

Überhaupt: wieso fasziniert und berührt uns das Liedgut aus längst vergangenen Zeiten immer noch so? Und das auch nach mehr als einer Generation?

An den Liedern aus den 1980er und 1990er Jahren erkenne ich erst einmal, wie alt ich bin. Inzwischen bin ich der 50 näher als der 30 und damit gehöre ich eher zum älteren Semester.

Ich bin mit der Musik älter geworden: YouTube vs. New Wave

Wenn ich meinen ältesten Sohn – Jahrgang 2003 – meine Lieblingssongs vorspiele und die Videos von damals zeige, ernte ich null Reaktion. Er kann nichts mit dem New Wave von vor dreißig Jahren anfangen, alleine die grobkörnigen Videos aus der „Vor-MTV-Zeit“ irritieren ihn – zumal er nicht einmal das Music Television der 1990er Jahre kennt.

Wie soll ich so einem Bengel Musikgeschmack beibringen? Er kennt  nicht das Gefühl, die erste Langspielplatte auf Vinyl vom Taschengeld gekauft zu haben, er kennt nicht das Umschalten beim Plattenspieler von 33 auf 45 Umdrehungen, wenn zwischen LP und Single gewechselt wird.

Geschweige denn kennt er vernünftige Musik. Die „Hits“ in den Charts anno 2016 sind genauso austauschbar wie die Rhythmen. Welcher Künstler der letzten Jahre hat sich denn dauerhaft an der Spitze gehalten? Mir fallen nur Die Beginner, die Sportfreunde Stiller, die üblichen Verdächtigen und ein paar andere Interpreten ein.

Musiker hinterlassen immer seltener ihre Spuren

Aber wer sonst hat dauerhaft seine musikalischen Spuren in der Historie hinterlassen? Solche Gedanken machen mich nachdenklich und auch ein wenig sentimental.

Denn welche Musik wird mein Sohn mit seiner Teenagerzeit verbinden? Wird bei ihm in zwanzig, dreißig Jahren auch ein bestimmter Song, eine bestimmte Band oder ein Interpret auch solche Emotionen wie bei mir auslösen? Wird er bei einem Song genauso wie ich an seine Ski-Freizeit in Südtirol denken, so wie es mir bei Being Boring von den Pet Shop Boys geht?

Ich weiß es nicht.

Autor: Marc

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3 Kommentare

  1. Achja, ich kann mich noch an die Musikshow im damaligen WDR-Fernsehprogramm erinnern. 1x in der Woche (ich meine Mittwochs) kam nachmittags für 30 Minuten „Hitclip“ und da hockten mein Bruder und ich und saugten die Musikvideos ein. Wenn wir Glück hatten, konnten wir bei guten Wetter anschließend auf NDR via Antenne nochmal die Sendung und die Clips sehen! Man das waren Zeiten!

    Hier mal der Introclip: https://www.youtube.com/watch?v=0Ca4yjoVLPA
    Hast du das damals auch gesehen?

  2. Pingback: Bunt gemischt: Meine 5 Lieblingslieder > Blogparade, Musik > Blogger-Challenge, Musik, Natalie Imbruglia, Pet Shop Boys, Robbie Williams, System of a Down, Ten Sharp, Video, YouTube

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