Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Das war mein 1. Tag der Trinkhallen in Bottrop, Oberhausen und Bochum

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Seit Monaten liefen die Vorbereitungen und am dritten Samstag im August war es endlich soweit: der 1. Tag der Trinkhallen konnte bei bestem Wetter und mit großen Zuspruch der Besucherinnen und Besucher gefeiert werden.

Auf Einladung des Ruhr Tourismus bin ich nach Bottrop gereist, um dort als einer von fünf Bloggern die Trinkhallen der Umgebung zu besuchen und die Feierstimmung einzufangen. Mein „Hauptquartier“ war der Bernepark mit dem Parkhotel. Doch dazu später in einem separaten Beitrag mehr.

In Vorbereitung auf den ersten Tag der Trinkhallen hatte ich mir gemeinsam mit meinem Sohn Luke vier Trinkhallen in Bottrop, Oberhausen und Bochum herausgepickt, die von der Ruhr Tourismus ganz unterschiedliche Programm-Highlights spendiert bekommen haben. Von Musik über Kabarett und Kleinkunst bis hin zur „Gemischten Tüte“ für besondere Überraschungsmomente war alles mit dabei.

Apropos vier Trinkhallen: schnell stellte sich heraus, dass ich mit vier Buden für vier Stunden zu konservativ geplant hatte und noch Zeit für Besuche weiterer Büdchen hatte. Und so wurden aus vier Trinkhallen mal eben sechs. Bei beiden Neuzugängen hatte ich direkt ins Schwarze getroffen und tolle Locations ausfindig gemacht.

Kiosk am Wäldchen

Vom Berner Park aus ging es in nördlicher Richtung zur erster Station am Tag der Trinkhallen: dem Kiosk am Wäldchen. Je breiter die Straßen werden, je ländlicher wird die Landschaft. Die Balkone sind mit hübschen Begonien und Geranien bepflanzt und hier scheint jeder noch jeden zu kennen.
An der Ecke Hans-Böckler-Strase / Hermann-Löns-Straße hat Michaela Hornung ihren Kiosk. Zum 1. Tag der Trinkhalle ist viel los, der ganze Stadtteil scheint auf den Beinen zu sein. Die seit Jahren beliebte Trinkhalle wird heute von einem Bierwagen, einem Grillzelt, einer großen Tombola und einem Kaffee- und Kuchenstand umrahmt.
Die Gäste sind gut gelaunt und es wird geklönt, gespaßt und das Leben genossen. Das Wetter ist perfekt: mit 23 Grad nicht zu warm, nicht zu kalt und dazu Sonne – besser kann es nicht sein.

Luke stiefelt die drei Stufen zum Büdchen hoch und bestellt bei Hornungs Vater Günter Lippka einen Becher Slush Ice für einen Euro, bevor wir uns an die leckeren Bratwürste vom Holzkohlegrill machen. Für zwei Euro nicht nur ein Schnäppchen, sondern ein echter Genuss.
Als Act für den 1. Tag der Trinkhalle konnte Senor 45 gewonnen werden – ein Kenner der Soul-, Funk-, Pop- und Disco-Geschichte. Senor 45 tritt standesgemäß im 70er Jahre Retrolook auf und lässt auf seinen Plattenspielern Musik aus jener Zeit laufen.
Eröffnet wird seine musikalische Session mit „Also sprach Zarathustra“ im Disco-Style, ehe dem musikalischen Reigen und weitere Klassiker folgen.

Nach einem kleinen Zwischenstopp an der Halde Haniel und der Zeche Prosper-Haniel ging es Richtung Oberhausen.

Kiosk am Ebertbad

Nach einer kleinen Panoramafahrt durch die mit unzähligen Baustellen gesäumte Stadt sind wir am Ebertbad angekommen.

Der Kiosk am Ebertbad, auch Oli’s Büdchen genannt, ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt und das war auch am Samstag Nachmittag nicht anders.
Schon von weitem war C. Heiland aus Castrop-Rauxel, der den Tafeldienst in der Schule des Lebens übernommen hat, mit seinem „Kein Bier mehr da“ zu hören.
Im Schatten der Platanen im Park hatte sich eine große Menschentraube um den Künstler gebildet und fröhlich seiner Darbietung gelauscht.
Bevor wir uns in den Reigen eingereiht haben, hieß es Schlange am Büdchen stehen. Oli und sein Team haben in seinem Büdchen jede Menge zu tun und bediente entspannt jeden Kunden. Erfrischungsgetränke und Eis sowie Käsekuchen wanderten genauso über den Tresen wie ein kaltes Bier, Zigaretten und die heiß begehrte gemischte Tüte mit leckerem Süßkram.

Und wer Hunger auf Herzhaftes hat, freut sich über die heiße Bockwurst im Brötchen für zwei Euro oder die Frikadelle im Brötchen für zehn Cent weniger.
Es herrschte eine ganz entspannte Stimmung und das Zusammenspiel Künstler und Publikum war einfach perfekt. Ich habe mich hier super wohl gefühlt, es war eine Stimmung wie auf einem Straßenfest. Ich habe mir ein leckeres V+ schmecken lassen und Luke durfte endlich sein heiß geliebtes Kratzeis genießen.

Kiosk 12/23

Weiter ging´s in Oberhausen mit dem Kiosk 12/23. Diese Programmbude trumpfte mit Künstler Tom Woxom auf. Woxom spielte Konsolenmusik und erinnerte an die 1980er und 1990er Jahre, als Videospiele das goldene Zeitalter erlebt haben und an Smartphones nicht zu denken war.
Doch am meisten berührt hat mich der Inhaber des Büdchens, der selbst am Grill gestanden hat. Als ein Obdachloser vorbeigeschlendert ist, hat er diesem einfach so eine knusprige Bratwurst kostenlos in die Hand gedrückt, was jener dankbar in Empfang genommen hat.

Apropos Bratwurst. Bratwurst und Bier gibt es im Kiosk 12/23 zum Tag der Trinkhalle für einen läppischen Euro – da macht der Besuch gleich doppelt Spaß!

Trinkhalle 27

Inzwischen waren zwei Stunden vergangenen und weil wir um viertel vor sechs ungeplant noch ein wenig Zeit hatten, habe ich an einer weiteren Trinkhalle in Oberhausen Halt gemacht.
Die Trinkhalle 27 stand am Tag der Trinkhalle im Zeichen des Fußballs. Dank „11mm – das Fußballfilmfestival“ drehte sich an diesem Nachmittag und Abend alles um das runde Leder.

Dokumentationen, Kurzfilme und Diskussionen haben die unzähligen Facetten des Sports gezeigt, der im Pott das Leben vieler kleiner und großer Fans bestimmt.
Und wie es das Schicksal wollte, saß dort ganz entspannt auf einer Ledercouch ein Stürmer, der mich in meinen Anfangsjahren als Fan begeistert hat: Frank Mill. Ich war anfangs nicht ganz sicher, doch meine Nachfrage beim Büdchen-Inhaber brachte Gewissheit: er war es wirklich.

He Bo Minimarkt

Von Oberhausen ging die Reise weiter nach Bochum. Ungeplant war auch der Besuch im He Bo Minimarkt. Doch es hat sich definitiv gelohnt.

Schon von weitem waren die wummernden Bässe zu hören, die Jiri Katter, Kurtis Flow und Jonathan aufgelegt haben. Erst im Juni, im Rahmen der #BudenKulTour, bin ich bei der Trinkhalle nahe des Bochumer Schauspielhauses gewesen und hätte damals nicht gedacht, dass es so schnell ein Wiedersehen gibt.

Entspannte Stimmung, entspannte Leute und coole Musik an einem lauen Sommerabend bei 23 Grad – was will man mehr?

Ehrenfelder Feierabendladen

Weiter ging es in Bochum zu Ben Redelings Lesung im Ehrenfelder Feierabendladen. Um viertel nach sieben kam ich an der Bude an und hatte ausreichend Zeit für mein persönliches Highlight.
Unzählige Redelings-Fans säumten die Straßenecke und Ben war in seinem Element, als er aus seinem neuesten Werk Fragen Sie doch mal Ihre Frau! zahlreiche Anekdoten zum Besten geben konnte.

Und als der Autor zwischendurch noch Zeit für einen Plausch und ein erfrischendes Fiege Radler hatte, war mein Erlebnis am 1. Tag der Trinkhallen perfekt.

Wann gibt es den 2. Tag der Trinkhallen?

Der 1. Tag der Trinkhallen war ein tolles Erlebnis. Das lag natürlich auch am wunderbaren Wetter mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Doch das Wichtigste waren die Büdchen im Ruhrpott und seine Besitzer und Kunden.
Egal wo ich gewesen bin, überall war die Stimmung klasse, die Menschen gut drauf und das abwechslungsreiche Programm gelungen. Bisweilen weckte der 1. Tag der Trinkhallen bei mir Erinnerungen an das unvergessliche Stillleben auf der A40 im Sommer 2010.
Nachdem die Premiere gelungen ist, hoffe ich auf eine Fortsetzung des Tages der Trinkhallen im nächsten Jahr!

Und das haben weitere Blogger erlebt

Zum Abschluss noch Links von Bloggern, die den 1. Tag der Trinkhallen auch erlebt haben:

1. Tag der Trinkhallen von Michael.

So war der 1. Tag der Trinkhallen in Dortmund von Romy.

Ein Trinkhallen Roadtrip im Ruhrgebiet von Thomas.

Ich geh ma wacker nache Bude von Ralf.

1. Tag der Trinkhallen im Ruhrgebiet von Hubert.

Autor: Marc

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