Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Bier-Verkostung in der lokalmanufaktur Dortmund

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Die Kioskwallfahrt in Bochum und Dortmund hatte uns hungrig und – vor allen Dingen!- durstig gemacht.

Deshalb war die Programmplanung perfekt auf uns abgestimmt, denn es ging in Dortmund Richtung Friedensplatz zur lokalmanufaktur.
Dort haben wir die erste und bisher einzige Bier-Botschafterin in Nordrhein-Westfalen kennengelernt. Jennifer Schubert kennt sich bestens rund um Hopfen und Malz aus und gab ihr geballtes Wissen an diesem Abend gern an uns weiter.
Zum Start gab es ein „ehrliches Stößchen“ Hövels, das wir nicht gierig heruntergekippt, sondern regelrecht und in allen Facetten genossen haben. Es gab einen sensorischen Test, für den wir Zimt auf die Zunge genommen und mit zugehaltener Nase den ersten Schluck des Hövels genossen haben.
Als wir anschließend die Nase geöffnet haben, erlebten wir eine regelrecht Geschmacksexplosion – Wahnsinn!

Bier schmeckt nicht? Gibt´s nicht!

Logo lokalmanufaktur DortmundAls Schubert die Runde nach ihren Bier-Erfahrungen und Bier-Vorlieben gefragt hatte, fiel auch der Satz „Bier schmeckt mir nicht“, worauf sie kess erwiderte: „Dann haben sie das richtige Bier noch nicht ausprobiert!“

Und das Ausprobieren stand an diesem Abend ganz klar im Vordergrund.

Nach dem Hövels mit seinen dunklen gerösteten Malzen stand das Duell Dortmunder Kronen Pils gegen Reissdorf Kölsch auf dem Programm.

Man könnte auch sagen untergärig gegen obergärig oder sonnig-gelb gegen strohig gelb. Während das Pils mit einem herberen Geschmack überzeugt, präsentiert sich das Kölsch mit einer malzigen Note und leichter Fruchtigkeit.
Doch was wäre ein Biertasting ohne ein passendes Essen? Und auch in dieser Hinsicht konnte die lokalmanufaktur überzeugen. Gleich fünf Gänge sind uns kredenzt worden, von denen einer besser als der andere gewesen ist.

Weiter ging es mit einem Zwickel, das auch als Kellerbier bekannt und geschätzt wird. Als nächstes folgte Kronen Export, das rund um den Erdball seine Freunde gefunden hat. Mit 5,1 Prozent Alkohol ist dieses Bier stärker als seine Konkurrenten und das liegt daran, dass es „stärker eingebraut“ wurde, da es – welch Wunder! – dem Export in aller Herren Länder diente. Die Bierstadt Dortmund ist insbesondere mit dem Export bekannt geworden.

Kulinarische Köstlichkeiten beim Fünf-Gänge-Menü

Und dann wurden die Löffel, Gabeln und Messer gewetzt – das Menü konnte beginnen!

Die Rahmsuppe zur Eröffnung wurde in einer witzigen „Verpackung“ serviert und war super lecker mit einer angenehmen Schärfe.
Der zweite Gang, ein Freilandhuhn, war super zart und schmeckte einfach klasse. Das Geflügel passte perfekt zum Kronen Export.

Weiter mit Weißbier

Nach dem zweiten Gang ging die Entdeckungsreise rund um den Malz in südlichen Gefilden weiter.

Es wurde fruchtig – bananig mit einem Weißbier, genauer gesamt einem Allgäuer Büble vom Fass. Das Fruchtaroma war der Hammer und selbst der Geschmack von Gewürznelken reihte sich harmonisch ein.
Zum Vergleich kosteten wir ein Bayerisch Nizza Wheat Pale Ale von Hanscraft & Co. aus Aschaffenburg.

Hier war eine noch deutlichere Steigerung der Fruchtigkeit im Vergleich zum Büble zu schmecken.
Das Pale Ale ist spritzig mit einer hohen Citrus-Komponente und Ananas und erinnert an exotische gelbe Früchte. Beim Trinken aus dem Sensorik-Pokal wird spürbar, dass es sich um ein sehr sättigendes Bier handelt.

Die sich anschließenden Spare Ribs vom Landschwein waren ebenfalls ein Genuss. Das Fleisch war so zart gegart, dass es förmlich vom Knochen abgefallen ist.

Das Bier wird dunkler und dunkler

Während im Hintergrund auf dem Dortmunder Friedensplatz das Public Viewing beim Vorrundenspiel zwischen Deutschland gegen Polen auf seinen Höhepunkt zusteuerte, wurde unser Bier immer dunkler.
Mit dem Störtebeker Schwarzbier gab es dunkel geröstetes Malz mit einem prägnanten Karamell-Schokoladen-Aroma.

Im Vergleich zum tief-aromatischen Geschmack des Bieres aus Stralsund gab es mit dem Noctus 100 – Schwarzes Geheimnis von der Riegele BierManufaktur des Weltmeisters in der 0,66 l Flasche ein weiteres Schwarzbier , das allerdings dickflüssig und beinahe teer-artig daherkommt.
Auch die zehn Volumenprozent Alkohol sind alles andere als typisch. Das Bier ist zähflüssig, schmeckt nach Karamell, Kaffee und Schokolade und ist auch im Nachgeschmack süß.

Ein ganz besonderes Bier zum Dessert

Bevor es zum Dessert übergeht, genießen wir ein köstliches, rosa gebratenes Hüftsteak.
Passend dazu gibt es ein Bockbier mit 7,1 Prozent. Die Essenz des Bieres verdoppelt den Alkoholgehalt und kommt einem Sherry ähnlich. Das Bockbier ist in Kulmbach entstanden und das war auch die Geburtsstunde des Eisbocks, den es zum Dessert gab.

Ein Maisel and Friends – Marc’s Chocolate Bock mit Nuancen von dunkler Schokolade wurde gestachelt und sorgte für ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Der Eisbock schmeckte ölig und nach Salmiak und erinnerte mich an einen Tee, der aus Katjes Katzenpfötchen gewonnen worden ist.

Für meinen Geschmack war diese Spezialität eher nichts, während der eine oder andere Tischgast durchaus Gefallen an dem Gestachelten finden konnte.

Zum Abschluss servierte uns Jennifer Schubert als elftes und letztes Bier ein Pale Ale von Maisels and Friends mit fünf Hopfensorten. Das Bier schmeckte wie ein Gang über die Streuobstwiese mit Geschmack nach Holunder, Grapefruit, Aprikose, Zitrone, Limette und Mango – wirklich beeindruckend.

Und dann kam das Dessert. Ein Schokoladen-Brownie-Kuchen mit Beerenkompott und Vanille-Krokant-Cremeeis war der perfekte Schlusspunkt unter ein gelungenes Bier-Tasting in der Dortmunder lokalmanufaktur.

Es war super spannend und abwechslungsreich, die unterschiedlichen Biersorten zu verkosten, die Breite der Geschmackserlebnisse auf der Zunge zu spüren, dabei noch jede Menge zu lernen und köstliche Speisen zu genießen.

Public Viewing auf dem Friedensplatz

Nach mehr als Stunden bei der Bier-Verkostung ging es zum Fußball.

Ich habe das erste Public Viewing meines Lebens auf dem Friedensplatz erlebt und sollte dafür nicht mit einem Tor belohnt werden.

Deutschland und Polen trennten sich torlos unentschieden. Im Westfalenstadion bei den Spielen der Dortmunder Borussia ist die Stimmung um Längen besser 🙂

Die Stationen der #BudenKulTour im Überblick

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Autor: Marc

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