Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Das braucht kein Mensch: Todesangst und Nahtoderfahrung

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Du denkst, du hast schon alles vieles im Leben erlebt.

Doch dann erteilt dir das Leben eine neue Lektion, die du in dieser Form nicht auf deinem persönlichen Lebens – Lehrplan gehabt hast. Und am Ende gilt: wieder etwas gelernt.

Klingt das spooky? Das war es auch. Ich wäre heute Nacht um zwei Uhr fast erstickt. Ich war so verschleimt, dass ich nur noch röcheln konnte. Vor lauter Panik hätte ich fast hyperventiliert und habe nur noch schnappgeatmet. Ich habe mich dann aber nervlich in den Griff bekommen, habe langsam und ruhig und flach geatmet und dann ging es.

Das war die Kurzform. Und so klingt die lange Version:

Es ist Donnerstag Nacht, 2:15 Uhr. Ich bin plötzlich aus einem Traum wach geworden – fragt mich nicht, was ich geträumt habe – und fühle Panik in mir aufsteigen.

Haufenweise Adrenalin wird ausgeschüttet und in mein Gehirn gepumpt. Mein Hals ist trocken und ich spüre, dass mir das Atmen schwer fällt. Statt eines gleichmäßigen Rhythmus kann ich nur abgehackt und im Staccato kurze Atemzüge herausbringen, die von einem spitzen, hochtönigem Röcheln begleitet werden.

Ich stehe aus dem Bett auf und gehe aus dem ersten Stock nach unten. Nachdem ich in die Küche geeilt und mehrere große Schluck Wasser getrunken habe, entspannt sich die Lage ein wenig und besserte sich merklich. Mein Kopf, der sich wie ein heißer, prall aufgeblasener Ballon angefühlt hat, verliert seine rote Farbe im Gesicht und kehrt langsam zum Normalzustand zurück. Doch was ist passiert?

Ich vermute, dass ich in der Nacht mit offenem Mund geatmet und deshalb einen trockenen Rachen bekommen habe. In Verbindung mit meiner langwierigen und hartnäckigen Erkältung und verschleimten Bronchien war das ein mieser Mix.

So muss sich eine Nahtod-Erfahrung anfühlen. Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, kurz vor dem Ersticken zu sein. Das Schlimmste war die Panik, die ich anfangs verspürt habe und die meine Situation noch verschlimmert hat. Als ich ruhiger geworden bin und mich in den Griff bekommen habe, war es, als sei nichts gewesen.

Als ich nach dem „Erstickungs-Anfall“ um halb drei wieder im Bett gelegen hatte, konnte ich natürlich nicht direkt einschlafen. Wie doof muss ich eigentlich sein, dass einer meiner ersten Gedanken war, wie gut es doch gewesen wäre, wenn ich am Vorabend bereits die längst fällige Einkommensteuererklärung 2015 erledigt hätte, die – bei negativem Ausgang meines Anfalls – Anne sonst hätte machen müssen?

Autor: Marc

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4 Kommentare

  1. Solch eine ähnliche Erfahrung musste ich auch schon ein-, zweimal machen. Die Bronchien waren zu und ich musste anschließend aufrecht im Bett sitzen/schlafen um Luft zu kriegen. So etwas braucht echt kein Mensch und die von dir erwähnte Panik macht es nicht besser. Bin froh für dich, dass es wieder recht zügig verflogen war. Alles Gute!

    • Lieben Dank, Alex!

      Es war für mich eine total neue Erfahrung (auf die ich gern verzichtet hätte); beim nächsten Mal – das hoffentlich noch lange auf sich warten lässt – bin ich gewappnet.

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