Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Borussia Dortmund nach 34 Spieltagen in der Saison 2015/2016

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Die Saison 2015/2016 ist Geschichte.

Das erste Jahr mit Trainer Thomas Tuchel beschert Borussia Dortmund unter dem Strich einen souveränen Vizemeistertitel, den Einzug ins DFB-Pokalfinale und das – unnötige – Aus im Viertelfinale der Europa League.

Mit Ausnahme zu Saisonbeginn, als Schwarz-Gelb sogar den Platz an der Sonne inne hatte, waren die Westfalen immer auf Rang zwei abonniert:
Borussia Dortmund Saison 2015 2016 Saisonverlauf 34. Spieltag Chart FieberkurveSo weit die Fakten. Doch diese Spielzeit ist weit mehr als diese nackten Zahlen Aussagen. Tuchel hat eine klasse Mannschaft geformt, in der Auba Tore wie am Fließband produziert, Miki als Vorbereiter und Torschütze glänzt und Julian Weigl auf die große Fußballbühne gehoben wurde.

Der Kapitän verlässt Borussia – bye, bye Mats Hummels

Alles könnte so schön sein, wenn da nicht der unschöne Wechsel von Kapitän Mats Hummels zum FC Bayern München wäre. Ich werde mich nicht groß zu dem Thema auslassen, das machen andere schon zu Genüge: so wie Nick mit Die Hummels zieht es an den Viktualienmarkt sowie Es ist vorbei: Hummels geht und schwatzgelb mit dem Kommentar: Borussia bleibt bestehen.

Unabhängig davon bin ich mir sicher, dass Mats am Samstag nochmals alles geben wird.

Der Kapitän hat sich auch zu seinem Wechsel für kolportierte 35 Millionen Euro geäußert:

Finale! Souverän bei Herta BSC im DFB-Pokal

So richtig Bock auf Fußball hatte ich am Mittwoch Abend mal überhaupt nicht. Womöglich lag das noch an dem Trauma von Liverpool aus der vergangenen Woche.

Vielleicht hatte es aber auch damit zu tun, dass ein Sieg beim Tabellenvierten aus der Hauptstadt und der damit einhergehende fünfte Finaleinzug in fünf Jahren (vier Mal DFB-Pokal und einmal Champions League) ein erneutes Endspiel gegen den FC Bayern bedeuten würde. Und zum wiederholten Mal gegen die Bayern zu verlieren wäre das Letzte, was ich nach dieser Saison gebrauchen kann.

Pierre-Emerick Aubameyang war mit einer Knochenabsplitterung im Zeh in Dortmund geblieben, für ihn spielte Ramos. Auch Sokratis und Gündogan standen nicht in der Anfangself. Die Borussen machten von Anfang an Druck, doch die Berliner standen sicher in der Abwehr.

Allerdings gelang dies nur bis zur 21. Minute, als Gonzalo Castro mit einem kraftvollen Distanzschuss die Führung besorgte. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabinen, wenn auch Trainer Thomas Tuchel nur halbwegs zufrieden mit seinen Jungs gewesen ist.

In der zweiten Hälfte ließ es Borussia ruhig angehen, anstatt das zweite Tor folgen zu lassen. Die Hertha blieb harmlos nach vorn und nach einer Stunde standen 13:1 Torschüsse zugunsten Dortmunds auf der Statistiktafel. Als Ramos in 68. Minute freistehend versiebte, hatte ich langsam aber sicher trotzdem das Gefühl, dass der BVB nicht als Verlierer vom Platz gehen wird, sondern am 21. Mai 2016 wieder nach Berlin ins Finale reist.

Und so kam es auch. Nach mehreren hochkarätigen Chancen für Hertha spielte Shinji Kagawa passgenau auf Marco Reus, der zum 2:0 einnetzen konnte (75.). Reus war es auch, der acht Minuten später auf Miki passte, der das 3:0 markierte.

Zum vierten Mal kommt es damit zum Endspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München – und unabhängig von der Ausgangssituation ist das eine verdammt gute Borussen-Bilanz.

Ohne Mühe zum Sieg in Stuttgart

Mats Hummels und Ilkay Gündogan, zwei potenzielle Abgänge des BVB, spielten nicht bei den abstiegsbedrohten Schwaben. Ein Fingerzeig vom Trainer? Außerdem sind Christian Pulisic, Matthias Ginter, Sokratis und Erik Durm im Vergleich zum Auswärtssieg in Hamburg neu in die Mannschaft gekommen.

Dortmund startete druckvoll und hatte bereits in der 09. Minute die erste dicke Chance, doch Marco Reus zielte einen guten halben Meter links am Tor vorbei. Zwölf Minuten später setzte sich Miki auf der linken Seite Richtung Fünfmeterraum und Shinji Kagawa traf zum achten Mal in dieser Saison – 1:0 für Borussia (21.).

Das Fazit nach einer halben Stunde: ein munteres Spiel zweier Teams, die offensiv stark, aber auch defensiv gleichermaßen schwach agierten. 7 zu 5 Torschüsse zugunsten der Gäste haben eine deutliche Sprache gesprochen.

Fast mit dem Pausenpfiff fiel das 2:0. Einen Abpraller von Mkhitaryan konnte Pulisic einnetzen. Es ist der zweite Treffer des Youngsters innerhalb von sechs Tagen, zuvor traf der US-Amerikaner am Sonntag gegen den HSV.

Und nach der Pause ging es weiter mit der Dortmunder Offensive, bei der Miki den Schlusspunkt zum 3:0 setzen konnte:

Wolfsburg wird weggefegt

Mit Mats Hummels in der Startelf ging es gegen die Wolfsburger, die nach dem Pokalsieg vor einem Jahr nur noch ein Schatten vergangener Jahre sind.

Shinji Kagawa traf bereits nach sieben Minuten zur Führung auf Vorlage von Miki, der im 50. Pflichtspiel die 14. Vorlage servieren konnte. Zwei Zeigerumdrehungen später schraubte Adrian Ramos das Ergebnis auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur 60. Minute, ehe Marco Reus mit dem Saisontreffer elf das 3:0 markierte.

Als Auba dreizehn Minuten vor dem Ende mit einem Doppelpack das vierte und fünfte Borussen-Tor gelang, störte nur noch der unbedeutende Gegentreffer in der 86. Minute kurz das Jubelfest im Westfalenstadion.

Peinliche Pleite in Frankfurt

Ohne den gelb-gesperrten Julian Weigl, aber dafür mit Nuri Sahin ging es für den BVB am vorletzten Spieltag zu den stark abstiegsbedrohten Frankfurtern. Und die Hessen hatten auch die erste Chance des Spiels, aber Roman Bürki konnte parieren (9.).

Es gab vor dem Spiel noch die vage Chance auf die Meisterschaft, doch dazu hätte Bayern München in Ingolstadt nicht gewinnen dürfen. Und just als Robert Lewandowski nach einer Viertelstunde die Münchener Führung gelang, trafen die Frankfurter zum nicht unverdienten 1:0.

Das Aufbauspiel der Gäste haperte genauso wie das Team generell zu phlegmatisch zu Werke ging. Die SGE hingegen spielte, wie es von einer abstiegsbedrohten Elf zu erwarten ist: mit Einsatz, mit Biss und Engagement – allen Tugenden, die Borussia vermissen ließ.

Erst in der 24. Spielminute gab es die erste Chance für Dortmund, aber Marco Reus‘ Hereingabe konnte Pierre-Emerick Aubameyang nicht verwandeln. Der BVB bekam das Spiel besser in den Griff, ohne dabei zwingende Tormöglichkeiten zu produzieren.

Als Mats Hummels in der 45. Minute den Ausgleich per Kopf erzielt hatte, wurde dem Treffer fälschlicherweise wegen Abseits die Anerkennung versagt. Also ging es mit einem Rückstand in die Pause. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel: Dortmund mit mehr als 80 Prozent Ballbesitz, doch Frankfurts Defensivbollwerk hielt stand.

Hummels und Auba wurden in der 65. Minute gegen Christian Pulisic und Gonzalo Castro ausgetauscht und langsam lief den Dortmundern die Zeit davon.

Optische Überlegenheit ohne ernsthaft Chancen zu kreieren reicht nicht aus, um so ein Spiel gegen eine Zehner-Abwehr-Kette (!) noch zu drehen. Damit war die erste Niederlage in der Rückrunde amtlich.

Erneut – Stichwort: Hoffenheim! – muss sich der BVB den Vorwurf gefallen lassen, aktiv in den Abstiegskampf eingegriffen zu haben.

Remis zum Saisonausklang gegen den 1. FC Köln

Der 34. und letzte Spieltag in der Bundesliga bescherte dem BVB ein Heimspiel gegen den 1. FC Köln. Eine Woche vor dem Pokalfinale in Berlin gegen den alten und neuen deutschen Meister wollte die Borussia die Spielzeit mit einer weißen Heim-Weste zu Ende bringen. Henrikh Mkhitaryan fehlte wegen der fünften gelben Karte und konnte sich für Berlin schonen. Thomas Tuchel vertraute erneut einer Dreierkette mit Sokratis, Bender und Hummels. Jenem Mats Hummels, dessen Transfer am Dienstag zuvor für sagenhafte 35 Millionen Euro zum FC Bayern über die Bühne gegangen ist.

Und Hummels stand bereits vor dem Anpfiff wie schon gegen Wolfsburg im Mittelpunkt und musste sich den Pfiffen der schwarz-gelben Fans stellen, die zwei Wochen später allerdings leiser gewesen sind und auch nicht mehr jede Ballberührung des Innenverteidigers begleitet haben. Gonzalo Castro brachte Dortmund bereits nach elf Minuten mit dem ersten Torschuss in Front. Gonzos drittes Saisontor war ein eleganter Distanzschuss von der linken Strafraumgrenze. Fünf Minuten später tauchte der Ex-Borusse Leonardo Bittencourt frei vor Roman Bürki auf, zielte aber knapp vorbei.

Besser lief es in der 27. Minute, als Sven Bender unfreiwillig den Ausgleich von Anthony Modeste vorbereitet hat. Der BVB war jetzt aus der Lethargie erwacht und hatte mit Reus, erneut Castro und Aubameyang gleich drei gefährliche Angriffe, die allesamt nicht im Kasten landeten. Besser machte es der Ex-Dortmunder Milos Jojic mit einem Heber über Bürki zum überraschenden 1:2 (44.).

Sollte es nach 20 ungeschlagenen Heimspielen erstmals wieder eine Heimniederlage geben? Und sollten die Kölner die einzige Elf sein, die Borussia zweimal in dieser Saison geschlagen hat? Diese Gedanken gingen mir in der Halbzeit durch den Kopf.

Sven Bender blieb in der Kabine und wurde gegen Matthias Ginter ausgetauscht. Außerdem kam Moritz Leitner für Kagawa (58.). Bis dahin gab es wenig Berichtenswertes von der Dortmunder Offensive, die Kölner verteidigten ihren Vorsprung geschickt, standen mit neun Mann tief in der Defensive und ließen sich auch von 82 Prozent Borussen-Ballbesitz nicht beeindrucken.

Torgefahr, Spielfluss und Überraschungsmomente – all das fehlte dem BVB beim letzten Bundesliga-Auftritt der Saison 2015/2016. Schade, dass die Leistung gegen Köln genauso wenig begeistern konnte wie eine Woche zuvor in Frankfurt. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Borussen bereits das 55. Pflichtspiel in den Knochen hatten – eine wahnsinnige Quote.

Marco Reus gelang eine Viertelstunde vor dem Ende der mehr als verdiente Ausgleich. Sein 2:2 war der erste direkt verwandelte Freistoß seit dem 34. Spieltag der Saison 2013/2014 (!). Außerdem war es Saisontor 82 des BVB – neuer Saisonrekord!
Borussia Dortmund Saison 2015 2016 Tabelle 34. Spieltag Mit 78 Punkten beenden die Westfalen diese Saison – eine Punktausbeute, die in 45 Spielzeiten locker zum Titel gereicht hätte. Aber da waren ja noch die Buyern… Am 21. Mai 2016 gibt es im DFB-Pokal noch die Gelegenheit, den Bayern das Double zu vermiesen und den Pokal zum ersten Mal seit 2012 wieder in den Pott zu holen. Es wäre eine verdiente Trophäe und ein würdiger Abschluss einer ganz besonderen Spielzeit im ersten Jahr mit Thomas Tuchel.

Mein Prognose lag daneben

Sehr mutig bin ich mit meiner Vorhersage der Spieltage 31 bis 34 gewesen, schließlich hatte ich vier Siege getippt – und lag prompt daneben.

Sowohl die Niederlage in Frankfurt als auch die Punkteteilung im letzten Saison-Heimspiel hatte ich nicht auf dem Zettel gehabt. Statt 12 Punkten gab es „nur“ sieben Punkte, was Thomas Tuchel nach dem Köln-Spiel auf die Barrikaden gebracht hat:

So holt man in der Bundesliga keine Punkte. Wir haben noch mal fünf Punkte zugelassen auf die Bayern. In nur zehn Tagen. Wir wollten sie nur mit fünf Punkten Vorsprung Meister werden lassen. Wir wollten ihnen in Berlin mit fünf Punkten Abstand begegnen. Jetzt geht es darum, Form und Haltung wiederzufinden.

Die Aufgabe ist deutlich schwieriger geworden. Daran sind wir selbst schuld. Ich finde es sehr schade, dass wir die Saison nach dem 32. Spieltag beendet haben. Denn die Form zurückzufinden ist deutlich schwieriger, als sie zu halten. Ich habe deshalb große Sorge.

Wir können in Berlin nur in absoluter Topform gewinnen. Davon sind wir derzeit so weit entfernt wie vielleicht noch nie in dieser Saison. Es gibt viel zu tun. Wenn wir am Ende gewinnen wollen, müssen wir über uns hinauswachsen und das Matchglück erzwingen. Bis wir so weit sind, ist es ein weiter Weg für uns.

Das DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München

Schließlich geht es am Wochenende zum Saisonabschluss in Berlin gegen den FC Bayern und die Borussen möchten endlich wieder den Pokal in den Hauptstadt – Himmel strecken.

Doch das geht nur mit einer konzentrierten Leistung, einer sattelfesten Abwehr und einer kreativen Offensive – alles Themen, die der BVB gegen Köln oft vermissen ließ und die am Ende dafür verantwortlich gewesen sind, dass die Münchener mit zehn Punkten Vorsprung Meister geworden sind.

Ich bin gespannt auf den Showdown um 20 Uhr am 21. Mai 2016 und habe – im Prinzip wie immer – ein mulmiges Gefühl.

Autor: Marc

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