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Nach 3:1 verliert Borussia Dortmund 3:4 – das Drama von Liverpool

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Borussia Dortmund hat den Einzug ins Halbfinale der Europa League verpasst.

Nach dem 1:1 im Hinspiel im Westfalenstadion gab es gestern Abend eine hochdramatische 3:4-Niederlage an der Anfield Road und auch mit einer Nacht Abstand kann ich immer noch nicht fassen, was sich gestern Abend in Liverpool abgespielt hat.

Ich versuche meine Gedanken zu ordnen und mir meinen Frust von der Seele zu schreiben.

Hervorragender Start an der Anfield Road

Im Vergleich zum Hinspiel liefen am Donnerstag Abend Shinji Kagawa für Ilkay Gündogan sowie Papa Sokratis für Sven Bender auf. Außerdem durfte Roman Weidenfeller obligatorisch in der Europa League zwischen die Pfosten.

Den ganzen Tag über war ich bereits angespannt und froh, als endlich der Anpfiff erfolgt ist. Und der erste Torschuss kam auch gleich von einem Borussen. Aubameyang scheiterte nach vier Minuten mit einem effektvollen Schuss. Nur eine Zeigerumdrehung später führte Borussia 1:0. Aubas Schuss prallte noch ab, doch Miki netzte den Abpraller famos ein (5.). Was für ein Auftakt – da war es, das wichtige Auswärtstor.

Kurze Zeit später dann ein Zuckerpass von Marco Reus auf Auba, der sensationell das 2:0 in die Maschen donnert (09.). Es war unfassbar. Unfassbar geil. Wir erinnern uns: noch nie – ich wiederhole: noch nie – konnte eine deutsche Mannschaft an der Anfield Road gewinnen. Sollte am 14. April Geschichte geschrieben werden?

Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht, wie Recht ich mit diesen Gedanken haben sollte – allerdings in negativer Hinsicht. Die komfortable Führung lullte Borussia anscheinend ein, denn nach dem 2:0 hatte Liverpool das Heft in der Hand und die Dortmunder Defensive kam gehörig ins Schwimmen.

Doch die Borussia berappelte sich und hätte mit Aubas Chance auf 3:0 erhöhen können. Mit einem komfortablen 2:0 ging es anschließend in die Pause. Mein Fazit bis dahin war eindeutig:

https://twitter.com/Ostwestf4le/status/720701247783837696

Unverändert kamen beide Teams aus der Pause. Nur noch 45 Minuten trennten den BVB vom Einzug ins Halbfinale der Europa League. Als Origi drei Minuten nach dem Wiederanpfiff der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang, bebte die Anfield Road und ich stellte erste Sorgenfalten auf meiner Stirn fest.

Das Spiel dreht sich

Allerdings nur bis zur 56. Minute, denn dann markierte Reus das 3:1 und Liverpool müsste noch drei Tore schießen, um die Partie noch zu drehen. Als das 2:3 nach 66 Minuten fiel, wuchs meine Anspannung. Noch 24 Minuten. Es entwickelte sich eine regelrechte Abwehrschlacht, in der Borussia immer stärker unter Druck geraten ist.

Matthias Ginter kam für Kagawa und sollte die Abwehr stabilisieren (77.). Doch direkt nach der Einwechslung gab es Ecke für den LFC und es fiel der Ausgleich – 3:3. Unfassbar. Noch gut fünfzehn Minuten Bangen, Zittern, Daumen drücken für die Schwarz-Gelben.

Thomas Tuchel wechselte zum letzten Mal und brachte Adrian Ramos und Ilkay Gündogan für Reus und Castro (82.). Noch acht Minuten. Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Als dann noch vier Minuten Nachspielzeit angesagt waren, wurde mir ganz anders. Wie sollte ich das aushalten?

Sollte es reichen? Nein. Sollte es nicht. In der 91. Minute kassierte der BVB das 3:4 und damit war der Drops gelutscht.

Ich war konsterniert. Ich war niedergeschlagen. Ich war enttäuscht.

Kein Spiegelbild der Saison

Im 19. Pflichtspiel des Jahres kassierte Borussia Dortmund die erste Niederlage. Und dann ausgerechnet in einem extrem wichtigen Spiel. Ausgerechnet gegen den ehemaligen Trainer Jürgen Klopp. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball und Fußball kann oft grausam sein.

Mit 60 Spielen in dieser Saison ist der BVB unangefochten Spitzenreiter – und in der Liga bereits Vizemeister. Mehr aber auch nicht. Die Meisterschaft geht nach München, das Halbfinale in der Europa League findet ohne Dortmund statt und auch im DFB-Pokal ist die Aufgabe im Semifinale in Berlin alles andere als einfach.

Und selbst wenn die Finaleinzug im nationalen Pokal gelingt: dann wird es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Endspiel gegen den Deutschen Meister 2016 geben. Und womöglich eine erneute Niederlage in einem wichtigen Spiel. Es ist einfach nur bitter.

Doch wer die Erfolge des BVB nur an Titeln misst, urteilt vorschnell und falsch. Denkt mal darüber nach, wo sich Borussia Dortmund noch vor einem Jahr befunden hat. Und denkt daran, was Thomas Tuchel geschaffen hat. Denkt an Spieler wie Auba, Miki und Mats Hummels, denkt an Julian Weigl und Marcel Schmelzer.

Wir haben eine geile Truppe auf dem Platz, die hervorragenden, offensiven Fußball spielt und uns viel, viel Freude bereitet hat. Die 3:4-Niederlage war brutal bitter und ein Schlag ins Gesicht jedes Borussen. Aber es geht immer wieder weiter. Und ich bin mir sicher, dass wir noch viele wunderbare Spiele mit unserer Borussia erleben werden.

Und eins dürfen wir nicht vergessen:

Das schreiben die anderen

Ich bin zum Glück nicht allein mit meinem Kummer. Claudia erlebte 90 Minuten, alle Emotionen.

Eines dieser Wunder hat die Spielverlagerung gesehen. Nick analysiert: Tuchels Gameplan hält nur 90 Minuten.

Can’t buy me love weiß Schwatzgelb.

Und dann war da noch…

Und dann war da noch der GELB-rote DHL-Bote, der mir am Freitag Morgen ein Paket gebracht hat und Zeit für einen Plausch hatte.

Wir haben bereits in der Vergangenheit über unsere gemeinsame Leidenschaft gesprochen und waren dieses Mal in der Trauer und Fassungslosigkeit vereint:

https://twitter.com/Ostwestf4le/status/720877012487766018

Autor: Marc

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