Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

28. Korschenbroicher City-Lauf 2016 Logo

Das war mein erster Lauf beim City-Lauf Korschenbroich 2016

| 8 Kommentare

Ich musste bis zur 94. Lauf-Woche warten, bis ich das erste Mal in meiner Läufer-Laufbahn den Korschenbroicher City-Lauf absolvieren konnte.

Meine Premiere im vergangenen Jahr war bekanntlich einer Kommunion-Feier an der holländischen Grenze zum Opfer gefallen. Doch am vergangenen Sonntag war es endlich soweit. Um viertel vor drei startete mein Rennen über zehn Kilometer und das bedeutete, die Zeit bis dahin mehr oder weniger sinnvoll zu überbrücken und die Nervosität, Anspannung und Vorfreude in den Griff zu bekommen.

Das Warten auf den Startschuss

In der Nacht zuvor habe ich halb entspannt, halb aufgeregt geschlafen. Die Nervosität vor einem Wettkampf ist nun mal nicht wegzudiskutieren. Ob es die richtige Entscheidung gewesen ist, am Tag zuvor noch zu laufen? Ob ich an alles denke, nichts vergesse und auch pünktlich bin? Zumindest einen schlechten Traum wie einige Wochen zuvor hatte ich in der Nach von Samstag auf Sonntag nicht. Tausend Gedanken sind mir durch den Kopf gerauscht, doch am Ende gilt wie beim Fußball: entscheidend is‘ auf’m Platz.

Nach einem üppigen Frühstück mit Rührei, Nutella und Honig war ich vormittags noch kurz mit Anne in Gladbach auf Tour, bevor ich mich mittags mit eineinhalb Liter Wasser und einer Banane gestärkt habe. Dann wurden die Klamotten zusammengepackt und ich war einsatzbereit für den ersten Wettkampf des Jahres.

Erstmals nach langer Zeit hatte ich auch die Epson GPS-Sportuhr Runsense SF 810 mit dabei, um zu schauen, wie sich mein Puls entwickelt. Ein Ruhepuls von 63 war schon mal eine gute Voraussetzung. Außerdem habe ich erstmals ein Startnummernband zur Befestigung der Startnummer getestet, nachdem ich zuvor die magnetischen Fixit Fixpoints im Einsatz hatte, aber genervt von der fuckeligen Friemelei gewesen bin.

Auf dem Weg nach Korschenbroich

Ich war übrigens direkt in der kompletten Lauf-Montur unterwegs, da 16 Grad und Sonne es nicht nur erlaubt, sondern quasi erfordert haben. Eine Mischung aus Vorfreude, Anspannung und Nervosität war mein Begleiter, als ich zehn Minuten zu früh am Bahnsteig auf die S8 gewartet habe. Noch eineinhalb Stunden bis zum Startschuss.

Weil der Lauf für mich ein Heimspiel gewesen ist – Korschenbroich ist nur vier Kilometer von meinem Heimatort entfernt -, bin ich um halb zwei mit der S-Bahn rübergefahren, um mir gegen viertel vor zwei die Startunterlagen in der Sparkasse abzuholen. Auf dem Weg zur Sparkasse habe ich bereits die knisternde Stimmung aufgenommen, die rund um die Laufstrecke zu spüren ist. Das war die ideale Einstimmung auf den Lauf.
Anders als sonst bei meinen Läufen habe ich dieses Mal bewusst auf Musik während des Laufens verzichtet und die Ohrstöpsel nicht benutzt. Ich wollte mich ganz auf den Lauf einlassen und die Atmosphäre genießen.

Premiere: Ich habe einen Pacemaker

Wider Erwarten hat sich am Mittwoch vor dem Lauf noch eine klasse Gelegenheit ergeben. Alexander aus Mönchengladbach, den ich aus einer Laufgruppe auf Facebook kenne, hatte sich bei mir gemeldet und sich als Pacemaker mit einer Zielzeit von 48 Minuten auf 10 Kilometern angeboten.
Ich musste nicht lange überlegen, um das Angebot dankbar anzunehmen. Ich hatte ohnehin eine Sub 50 angepeilt und die Aussicht auf einen zusätzlichen Kick für das Rennen war einfach zu verlockend. Außerdem erhoffte ich mir, einige Tipps und etwas Orientierung vor dem Lauf von Alexander zu erhalten. Schließlich war der City-Lauf nach dem Lauf im Südpark und der Metro Marathon-Staffel im vergangenen Jahr erst mein dritter Wettkampf.

Optimale Bedingungen für den Lauf

Die Wetterbedingungen für den City-Lauf waren optimal. Mit 18 Grad war es nicht zu warm und nicht zu kalt, die Sonne ließ sich permanent blicken und wurde nicht einmal von den Wolken verdeckt.
Nachdem ich meine Startunterlagen in Empfang genommen hatte, stromerte ich ein wenig rund um die Laufstrecke herum und traf den einen oder anderen Bekannten. Plötzlich hörte ich, dass mein Name aus der Ferne gerufen wurde. Alexander war auch an der Strecke angekommen und wir lernten uns endlich persönlich kennen.

Apropos persönlich kennenlernen. Neben Alexander habe ich auch Janine M. (vor dem Rennen) und Willi S. (während und nach dem Rennen!) getroffen, mit denen ich mich bisher ausschließlich virtuell über Facebook ausgetauscht habe. Die Läufe in der Region sind quasi ein Klassentreffen der Läuferinnen und Läufer und es ist spannend und lehrreich, sich von Angesicht zu Angesicht auszutauschen.

Der Startschuss

Die Zeit bis zum Startschuss um viertel vor drei verging wie im Flug und dann wurde es langsam ernst. Gerade fünf Minuten vor dem Beginn machten wir uns zur Startlinie auf und wählten nicht die Mitte des Pulks, sondern gingen direkt in die Vollen und reihten uns in der zweiten oder dritten Reihe ein.
Der Countdown lief und kurze Zeit später setzten sich 650 Läuferinnen und Läufer (ein neuer Rekord) in Bewegung. Alexander hatte mir im Vorfeld einige Tipps zum Start gegeben, so dass wir schnell, aber nicht überhastet aus den Startblöcken gekommen sind.
Die Läufer-Masse zog mich so mit, dass ich deutlich zu schnell gestartet bin. Insbesondere die ersten beiden Runden über knapp zweieinhalb Kilometer war ich für meine Verhältnisse rasend schnell.

Tipps vom Lauf-Profi

Lehrreich und informativ war das Feedback von Alexander während unseres gemeinsamen Laufes.
Ich habe (erneut) bestätigt bekommen, dass ich zu laut laufe und zu stark auftrete. Damit geht unnötig Energie und Kraft verloren, die ich nicht auf die Strecke bringen kann. Außerdem muss ich darauf achten, die Arme ruhiger und gerader zu halten und nicht so damit umherzufuchteln.

Außerdem legte er mir den Tipp ans Herz, zum Ende hin „die Kraft aus dem Armen zu holen“, um beim Endspurt, wenn die Kräfte nachlassen, neue Energie zu tanken und zusätzlichen Auftrieb zu bekommen.

Die Kraft lässt nach

Die Quittung folgte auf dem Fuß. Nach der sechsten von acht Runden war ich platt und dachte ans Aufgeben (was für mich nie eine Option ist!), doch Alexander pushte und motivierte mich gekonnt. Die siebte Runde brachte ich hinter mich und sammelte alle Kräfte für den Endspurt. Ich dachte nur noch in Hundert-Meter-Schritten und wollte das Rennen einfach nur beenden.
Die Sonne vollbrachte inzwischen Höchstleistungen und war auf gut und gern 23 Grad geklettert. Die Sportler vor, neben und hinter mir keuchten und kämpften mehr oder weniger stark und ich spürte, dass nicht nur ich kämpfte und ackerte. Wir waren eine Leidensgemeinschaft und hatten ein gemeinsames Ziel: den Schlussspurt erfolgreich hinter uns zu bringen und die Ankunft im Ziel zu feiern!

Ich bewunderte meinen Pacemaker, der locker-flockig vor mir her gelaufen ist und sogar zwischendurch noch Luft für Späße am Straßenrand und auf der Strecke hatte. Zu diesem Zeitpunkt war bei mir nicht daran zu denken. Spannend war meine Erkenntnis, dass es nicht an der fehlenden Puste bei mir lag. Mein Puls war während des gesamten Laufes maximal bis 175 Schläge pro Minute hoch geschnellt, nur meine Beine machten schlapp und die Waden brannten.

Der Endspurt und das Ziel

Dank der Motiviationskünste von Alexander meisterte ich auch die letzte Runde des City-Laufes und näherte mich der Ziellinie. Nur noch zweimal abbiegen, nur noch einmal abbiegen und jetzt am Kreisverkehr nach rechts – da war der rote Zielbogen mit dem Logo der Sparkasse auch schon vor mir.

Die Zuschauer am Straßenrand peitschten die Läufer nach vorn und beflügelten auch meinen Endspurt. „Große Schritte“, forderte mich mein Pacemaker auf und ich befolgte seinen Aufruf. Fast mit federnden, großen Schritten eilte ich dem Ziel entgegen und hatte es geschafft! Der zehn Kilometer lange Lauf war absolviert.
Die Freude über den Erfolg konnte sich erst nach und nach in mir ausbreiten, zuerst musste ich dringend meine Flüssigkeitsspeicher auffüllen und freute mich über das kühle alkoholfreie Weizen. Mit einer Zielzeit von 48:13 Minuten hatte ich zwar die angepeilte Sub 48 denkbar knapp verpasst, doch daran war ich selbst schuld.

Der Einbruch zur Mitte des Laufes hatte mir 14 kostbare Sekunden geraubt und eine 47er-Zeit verhindert. Aber was soll´s, ich bin mächtig stolz auf meine Zeit – und super dankbar für den klasse Support von Alexander, der ein hervorragender Pacemaker und Motivator gewesen ist. Es wird niemanden überraschen, wenn ich verrate, dass er auch noch den anschließenden Lauf über fünf Kilometer mit einer Zeit von 20:45 Minuten gerockt hat.

Ich bin als 179. von 650 Startern (und als 159. Mann) ins Ziel gekommen und in meiner Altersklasse M40 („über 40 Jahre“) auf Platz 25 gekommen.

Autor: Marc

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8 Kommentare

  1. Ein City-Lauf mit 8 Runden für nur 10km käme für mich nicht in Frage. Das ist ja total ätzend. Ich finde die 4 Runden beim SportScheck-Lauf in Kassel ja schon dröge, aber acht mal im Kreis rennen? Never ever.

  2. Glückwunsch zur erfolgreichen Teilnahme.
    Ist zwar schade für die SUB 48, aber beim nächsten Mal klappt das bestimmt ganz locker.

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