Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Das Restaurant Schwan in Düsseldorf – Derendorf

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Seitdem ich im Düsseldorfer Norden arbeite, erkunde ich sukzessive die Gastronomie-Szene.

Wobei das ein wenig übertrieben klingt – und auch übertrieben ist. Denn bisher habe ich erst diese vier Locations kennengelernt und darüber geschrieben:

Neu dazugekommen ist im vergangenen Jahr das Restaurant Schwan, das in der Frankenstraße 1 beheimatet ist. Nach einem Team-Workshop ging es zum Abschluss mit den Kolleginnen und Kollegen in das Lokal nahe des Frankenplatzes.

Auf dem Weg zum Schwan war ich ob des bevorstehenden Abends noch euphorisch und freudig gestimmt:

Doch das sollte sich schon bald ändern…

Muffeliger Mann und lahmer Service

Als ich das Lokal betreten habe, kämpft ein Angestellter hinter dem Tresen mit der Zubereitung eines Eiskaffes to Go. Auf meinen Augenkontakt reagiert er erst nicht und dann nur zögerlich. Ich nenne meinen Namen und erkläre, dass ich einen Tisch für dreizehn Personen vorbestellt habe.

Der Gesichtsausdruck des jungen Mannes ändert sich nicht und ist der ebenfalls anwesenden kleinen Trauergesellschaft angepasst. Die Freundlichkeit, die ich von Menschen in dieser Branche erwarte, ist zu diesem Zeitpunkt genauso weit entfernt wie der Kölner Dom vom Düsseldorfer Schwan in Derendorf.
Nach fünf Minuten hat der Angestellte seine Arbeit erledigt und einen – übrigens falsch zubereiteten – Kaffee an die wartende Kundin überreicht. Mit einem eiskalten Blick führt er uns in den hinteren Teil des Schwans.

Wir nehmen Platz und warten weitere zehn Minuten auf die Bestellung der Getränke. Wir lernen eine weibliche Servicekraft kennen – der Mann hinter dem Tresen ist an diesem Dienstag Abend also nicht allein.
Im Vergleich zu ihrem männlichen Muffel-Kollegen ist die Dame wirklich fröhlich und freundlich und nimmt flink  die 13 Getränkewünsche routiniert auf und bringt uns die kalten Erfrischungen in weniger als zehn Minuten später an den Tisch.

Ich entscheide mich für ein Warsteiner Pils für 2,60 Euro in der 0,3 Liter Version. Das Warsteiner schmeckt so, wie ein Warsteiner halt schmeckt.

Leckeres Essen – mit Abstrichen

Weil die gute Frau schon mal am Tisch ist, geben wir gleich die Essens-Bestellung auf. Ich entscheide mich für ein würziges 200 Gramm Hüftsteak vom Grill unter der Kräuterkruste auf grüner Pfeffersauce mit Schwenkkartoffeln für 17,90 Euro.

Nach einer halben Stunde stand das Essen bei allen Gästen auf dem Tisch. Bei der Menge an unterschiedlichen Bestellungen war das wirklich klasse.
Nicht wirklich klasse war bei einigen unserer Gruppe das bestellte Essen. Mein als medium gebraten bestelltes Hüftsteak war eher blutig als medium gebraten und zwei Bestellungen wurden verhunzt. Anstelle eines Hähnchenschnitzels wurde ein Schnitzel vom Schwein gebracht und anstelle Steak mit Salat gab es Steak mit Pommes.

Nicht dass wir uns falsch verstehen: das kann alles passieren. Wo Menschen arbeiten, können Fehler passieren. Aber weil der Laden zum einen nicht voll besetzt gewesen ist und sich zum anderen die Fehler gehäuft haben, fällt es mir schwer, hier nur von Zufällen zu sprechen.

Wo Schatten ist, da gibt es aber auch Licht.

Wirklich überzeugen konnte das Dessert. Ich hatte „Oma Käthes Apfelstrudel – warm und mit köstlicher Vanillesauce“ bestellt und war wirklich zufrieden mit dem Nachtisch. Oftmals wird bei diesem Nachtisch gern an der Sauce gespart, doch diese Portion hatte ordentlich Vanillesauce am Start. Der Strudel war saftig und lecker.

Miese Getränke-Versorgung

Auch eine weitere Kuriosität hat uns zum Schmunzeln gebracht. Zwei Gäste haben jeweils unabhängig voneinander ein Rothaus Tannenzäpfle in der Flasche bestellt. Der eine Kollege bekam das Bier aus Süddeutschland mit einer Pils Tulpe, der andere Kollege das Getränk mit einem Altbierglas (!) an den Platz gebracht.
Obwohl der Schwan in Derendorf am Dienstag Abend um halb sechs nicht wirklich voll besetzt gewesen ist – und sich dieser Umstand den gesamten Abend auch nicht ändern sollte -, ließ die Versorgung mit Getränken auf sich warten.

Das setzte sich bedauerlicherweise auch nach 20 Uhr fort. Der Schwan war nicht wirklich überfüllt – im Gegenteil. Dennoch saßen wir um halb neun im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. Schade. Wirklich schade und alles andere als kundenfreundlich – und umsatzfördernd.

Nach zwanzig Minuten hatte ich die Nase voll und bin mit meiner leeren Rothaus Tannenzäpfle an den Tresen gegangen, habe mein Bier bestellt und den Angestellten an den Tisch gebeten, um weitere Bestellungen meiner Kolleginnen und Kollegen aufzunehmen.

Der Name des Cocktails war an diesem Abend Programm

Passend zum Fazit des Abends im Schwan Derendorf habe ich um halb zehn einen Cocktail mit dem bezeichnenden Namen „Sand im Getriebe“ mit Wodka, Pfirsichlikör, Amaretto, Zitrone, Cranberry und Ananas bestellt.

Anschließend habe ich den Abend Revue passieren lassen und mir nochmals vor Augen geführt, dass einiges schiefgegangen ist. Als ich nach viereinhalb Stunden die Rechnung angefordert habe, wusste ich, dass ich nicht so schnell wieder im Schwan Derendorf einkehren werde.

Autor: Marc

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