Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Soll ich das Bloggen aufgeben?

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Kürzlich stand ich am Morgen vor dem Kaffeevollautomaten. Während ich auf die Zubereitung des koffeinhaltigen Heißgetränks gewartet habe, ist mir ein Gedanke in den Sinn gekommen, der mir bislang noch nie in den Sinn gekommen ist.

Es gab keinen konkreten Anlass für diesen Gedanken, umso mehr war ich erstaunt, dass sich mein Unterbewusstsein anscheinend damit beschäftigt hat. Vielleicht ist es auch eine Überlegung gewesen, die schon länger in mir gearbeitet hat, also eine Überlegung, der ich keinen Raum geben wollte.

Doch jetzt war dieser Gedanke da und ließ sich nicht einfach wegwischen. Es sind fünf Wörter gewesen, die mein digitales Leben nachhaltig verändern können. Der Gedanke lautete:

Soll ich das Bloggen aufgeben?

Auf den ersten Blick hat mich dieser Gedanke erstaunt. Das Bloggen begleitet mich inzwischen mehr als acht Jahre und ist – da übertreibe ich nicht – integraler Bestandteil meines Lebens geworden.

Ich mag es, mich von anderen Bloggern inspirieren zu lassen, ich mag es, Bücher zu lesen und in Rezensionen zu packen, ich mag es, lustige oder unterhaltsame oder ernste Videos auf meinem Blog zu teilen und ich mag es, zu reisen und darüber zu schreiben.

Auch wenn diese Tätigkeiten auf den ersten Blick spannend, interessant und möglicherweise auch beneidenswert klingen mögen („Blogger haben ein tolles Leben, bekommen Produkte und Reisen und andere Annehmlichkeiten geschenkt“), steckt auch jede Menge Einsatz, Arbeit und vor allen Dingen Zeit dahinter.

Bloggen ist mehr als Texte schreiben

Denn Bloggen ist mehr als Texte in dieses Internet schreiben. Bloggen bedeutet, sich mit Themen auseinanderzusetzen, Wörter zu Sätzen aneinanderzureihen, Texte zu layouten, Artikel zu redigieren, Fotomaterial zu sichten und zu bearbeiten, Videos zu schneiden und zu vertonen, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen und vieles mehr.

Diese Tätigkeiten sind umfänglich, zeitaufwändig und verlangen ein hohes Maß an Selbstorganisation. Insbesondere dann, wenn das Bloggen nicht die Haupterwerbsquelle ist, sondern als Hobby oder im Nebenerwerb betrieben wird. Und auch wenn es ein Hobby ist, gilt es, sich Freiräume zu schaffen, um sich dem Hobby zu widmen.

Und nicht nur der Beruf stresst. Viele Blogger haben zusätzlich die Herausforderung, das Bloggen im Kontext mit ihrer Rolle als Mutter oder Vater zu arrangieren. Für mich gilt in dieser Hinsicht: Family first. Erst kommt die Familie, dann das Bloggen.

Aber Bloggen macht doch Spaß

Falls sich jetzt jemand fragt: Warum bloggst du dann überhaupt, wenn das alles so schwierig ist?, dann ist die Antwort einfach.

Weil es mir Spaß macht.

Weil ich die Gelegenheit habe, neue Menschen und neue Orte kennenzulernen.

Weil mir Bloggen neue Blickwinkel eröffnet und mir die Gelegenheit zur Reflexion gibt.

Weil es klasse ist, sich mit anderen Bloggern zu vernetzen und auszutauschen.

Weil ich gern mein Wissen mit anderen teile.

Weil Bloggen einfach eine verdammt feine Sache ist.

Deshalb fällt es mir auch verdammt schwer, mit dem Bloggen aufzuhören.

Anmerkung: Dies ist mein Beitrag zum aktuellen Webmaster Friday (kurz: WMF). Ich freue mich, dass ich erstmals ein Thema zum WMF beisteuern durfte.

Autor: Marc

Hallo, ich bin Marc. Schön, dass Du bei mir im Blog vorbeischaust. Hier mein Leben in weniger als 140 Zeichen: Google-Fan, Sony Xperia Z5 compact, ipad mini 2, BlackBerry Classic, Android, iPad 4, Social Media, nur der BVB, Reiseblogger, Vater, (Ehe-) Mann, Chef. Ich bin übrigens auch bei Facebook, Google+ und Twitter zu finden.

7 Kommentare

  1. Mensch! Musst du mir so einen Schrecken einjagen. Danke das du weiterschreibst!

  2. Ich finde es durchaus sinnvoll, wenn man sich hin und wieder hinterfragt. Gerade bei Dingen, die man gerne tut, wie z.B. Bloggen. Denn schließlich sollte ja kein Zwang dahinter sein.

    Hast du dir schon mal überlegt, ob du mit dem Laufen aufhören solltest? 😉

    LG

    Sabienes

  3. Zeit,etwas zu verändern? Meine Oma Erna war sich sicher,alle 7-8 Jahre verändert sich jeder Mensch. Neu ausrichten ja,aber nicht das Schreiben aufgeben,dafür liebst du es zu sehr.

  4. Kam dir der Gedanke am Kaffeeautomaten nun einfach so, und hast tatsächlich darüber nachgedacht, oder kam er wegen des Webmaster Fridays auf?

    Aber ja, solche Gedanken hat wohl hin und wieder ein jeder Blogger. Vor allem kribbelt es ja auch immer mal wieder etwas neues zu beginnen. Nur ist dann die Frage, im jetzigen Blog? Neues Blog anlegen? Alten auf Eis legen?

    Aber Hauptsache der Spaß am Schreiben bleibt. Und da ist es dann auch egal wo man schreibt! 🙂

    Angenehmes Wochenende.

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