Ein Ostwestfale im Rheinland

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Das Management Audit

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Es ist Montag Morgen nach den Herbstferien.

Nach entspannten und erholsamen zwei Wochen Urlaub mit der Familie mit vielen Erlebnissen und Ausflügen bin ich auf dem Weg zu meinem ersten Management Audit.

In der Tasche habe ich die Mappe mit dem mehrseitigen Vorbereitungsbogen, den ich vor einigen Wochen ausgefüllt und an den Veranstalter des Audits gesendet habe. Ich schaue die bedruckten Seiten an und versuche, mir Stichwörter einzuprägen. Ich möchte nichts vergessen.

Je länger ich mir die Seiten anschaue, umso mehr führe ich mir immer wieder vor Augen, dass ich vor keiner klassischen Prüfung stehe. Es ist vielmehr ein Gespräch, ein Dialog auf Augenhöhe, den ich in Kürze bestreiten werde. Es geht nicht um das Abfragen von Wissen in Führungs- und Managementfragen, sondern es geht in erster Linie um mich und mein Führungsverhalten und meine Kompetenzen in Bezug auf Strategie, Kommunikation, Veränderungen und natürlich meine Persönlichkeit.

Langes Warten auf das Audit

Ich musste vierzig Jahre alt werden und mehr als 21 Jahre im Berufsleben stehen, um das erste Mal in den Genuss dieses strukturierten Interviews zu kommen.

Der Termin geht über zwei Stunden und teilt sich in zwei „halb-strukturierte Gespräche“ (so hieß es in der Info-Veranstaltung) auf. Das erste Gespräch wird einen strategischen und Management-Schwerpunkt haben, während das zweite Gespräch von einem Psychologen geführt wird.

Ich sitze in der Bahn und bin erstaunt, wie unaufgeregt ich eine gute Stunde vor dem Beginn des Audits bin. Liegt es an der Gelassenheit des Alters, an meiner erholten Verfassung dank des Urlaubs oder daran, dass ich mich gut vorbereitet fühle? Ich denke, es ist eine Mischung aus allem.

Natürlich habe ich mich akribisch vorbereitet. Ich habe mir nicht weniger als vier Fachbücher zur Thematik Management Audit besorgt und beinahe alle Bücher komplett gelesen. „Beinahe alle“, weil die Grenzen in der Literatur zwischen Management Audit und Assessment Center fließend sind – obwohl es zwei unterschiedliche Instrumente sind.

Schon bei dieser Lektüre habe ich mich und mein Führungsverhalten reflektieren können. Ich habe mich kritisch hinterfragt und meine tägliche Arbeit analysiert. Das ist ein großer Vorteil eines Audits. Du beschäftigst dich mit Themen, für die im Stress des Tagesgeschäftes oft keine Zeit ist und die unter den Tisch fallen.

Ein Management Audit ist ein Geschenk

Und das ist der entscheidende Punkt: es kommt auf die Einstellung an. Sehe ich das Audit als Auswahlverfahren für Führungskräfte, dann wird Misstrauen und Argwohn ein ständiger Begleiter sein. Sehe ich das Audit als Möglichkeit zur Reflexion und zur Standortbestimmung im Unternehmen, dann ist das Audit gefühlt ein Geschenk und keine Bestrafung.

Als ich vor einigen Jahren die mündliche Abschlussprüfung zum Diplomierten Bankbetriebswirt absolviert habe, habe ich mir einen Leitspruch ins Gedächtnis gerufen, den ich mir schon zur Abschlussprüfung als Bankkaufmann 1997 und beim Abitur 1994 zu eigen gemacht habe:

Der Prüfer möchte erfahren, was ich weiß – und eher weniger, was ich nicht weiß.

Mit diesem Motto mache ich mich auf in das Gespräch und bin sehr gespannt und voller Vorfreude auf meine Erfahrung. Ich werde es genießen – auch wenn die Nervosität kurz vor dem Termin nicht wegzuwischen ist. Aber so ist das mit dem Lampenfieber – es gehört einfach auch dazu.

Autor: Marc

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