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#deinNRW: Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur

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Die Römerthermen in Zülpich zählen nicht umsonst zu den bekanntesten und wichtigsten Zeitzeugen der Badekultur der alten Römer.

Die Thermen von Zülpich wurden um das Jahr 150 nach Christus errichtet und Anfang des dritten Jahrhundert erweitert. Die Römerthermen wurden 1929 beim Kanalbau auf dem Quirinusplatz entdeckt. Die Ausgrabungen fanden von 1931 bis 1936 statt. Nördlich der Alpen gibt es kaum eine römische Badeanlage, die so gut erhalten ist wie die in Zülpich.

Seit der Eröffnung im August 2008 sind die Badeanlagen für die Öffentlichkeit zugänglich und ermöglichen den kleinen und großen Besuchern eine Reise zu unseren Vorfahren.

Die Eintrittspreise in den Römerthermen

Erwachsene Besucher zahlen vier Euro Eintritt und können für einen weiteren Euro auch die aktuelle Sonderausstellung „Vergessene Gäste – Kurort Krieg“, die im ersten Obergeschoss stattfindet, besichtigen.

In dieser Sonderausstellung wird die Geschichte anhand der Tagebuchaufzeichnungen des Bad Wildunger Zeitungsverleger Felix Pusch aus der Zeit des zweiten Weltkrieges lebendig, die sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung ziehen.

Wie in allen Museen des LVR ist auch in Zülpich der Eintritt für Kinder kostenlos.

Die Hauptausstellung in den Thermen

Zu Beginn der Ausstellung, direkt rechts vom Eingang und dem Kassenbereich, gibt es Audio-Vorträge, die individuell ausgewählt werden können. Dort wird über die 2.000 Jahre dauernde Badekultur erzählt. Von den Inipi mit dem indianischen Schwitzhüttenritual über das finnische Sauna-Wechselbad zum Judentum und die „hot tubs“ in den USA reichen die Berichte in der großen Halle der Zülpicher Thermen.

Der archäologische Rundweg führt anschließend über insgesamt 18 Stationen, unter anderem die Thermenhalle, das Kalt- und Warmbad, den Gymnastikhof, den Abwasserkanal und die Toiletten, und stellt das antike Bauwerk in Gänze vor. Zülpich war zur römischen Zeit als Tolbiacum bekannt und lag am Schnittpunkt wichtiger Fernstraßen im römischen Reich und damit prädestiniert für eine Thermenanlage.

Sanitäre Anlagen vom Besten

Zahlreiche Schautafeln zum Bade-Alltag und den Riten der damaligen Zeit sowie auditive und visuelle Stationen machen das Leben in der Römerzeit begreifbar und anfassbar. Eingebettet in das Museum sind an vielen Stellen die historischen Funde der Thermenanlage. Die Exponate im Museum sind gut erhalten und teilweise sehr filigran.

Sowohl die sanitären Einrichtungen als auch das ausgeklügelte Abwassersystem war seinerzeit das Beste der Welt. Es sollte bis zum 19. Jahrhundert dauern, bis ein solcher Standard wieder erreicht wurde. Auch die Hygiene war den alten Römern nicht unbekannt. Seife war zwar unbekannt, aber Bimssteine, toniger Erde und fetthaltige Pasten waren genauso in Benutzung wie edle Öle.

Die alten Römer besaßen außerdem damals schon Fußbodenheizungen. Das Prinzip dieser Heizung wird anhand eines Modells dargestellt und belegt, wie erfinderisch unsere Vorfahren gewesen sind.

Julia & Jonas – Die magische Taucherbrille

Kinder werden bei dem Besuch der Römerthermen ebenfalls auf ihre Kosten kommen. An der Kasse ist kostenlos ein Fragebogen mit einem Comic zum Ausleihen hinterlegt, bei dem die Kids die Möglichkeit haben, 22 Fragen an den unterschiedlichen Museums-Stationen zu lösen.

Es geht dabei um Fragen wie: Was brauchten die Römer zum Wäschen, welche Düfte waren bei den Römern besonders beliebt und was gehört alles zu einem römischen Badehaus?

Wenn alle Fragen beantwortet und auf dem Zettel eingetragen worden sind, kann das Ergebnis am Empfang abgegeben werden. Zur Belohnung gibt es für jedes Kind eine kleine Überraschung.

Uns hat das Buch übrigens so begeistert, dass wir für weniger als fünf Euro ein Exemplar des genauso unterhaltsamen wie lesenswerten Comics gekauft haben.

Die Ausstellung 2.000 Jahre Badekultur

Nach der Römertherme wartet außerdem noch eine umfangreiche Ausstellung auf die Besucher im Obergeschoss des Museums: 2.000 Jahre Badekultur.

Diese Ausstellung zeigt die Entwicklung vom Mittelalter in der mittelalterlichen Badestube über den Jungbrunnen von Lucas Cranach aus dem 15. Jahrhundert zu der frühen Neuzeit mit Puder und Parfüm und der Erfindung der Toilette.

Weiter geht es mit dem 19. Jahrhundert und der Erfindung der Hallenbäder bis hin zur Neuzeit mit seinen Waschkauen der Arbeiter, der Rassehygiene im dritten Reich sowie der Etablierung des eigenen Badezimmers in den heimischen vier Wänden.

Die Stationen werden mit Videos, zahlreichen Abbildungen und Fotos sowie Texten angereichert. Auch hier kommen die Kinder nicht zu kurz und können sich an interaktiven Stationen mit der Geschichte der Badekultur und Hygiene von vor 1900 über heute bis in die Zukunft im Comic-Stil beschäftigen.

Mein Fazit zu den Römerthermen Zülpich

Ein Besuch bei den Römerthermen lohnt sich! Der Besucher erhält bestes Infotainment, würde man auf neudeutsch sagen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene werden in dem Museum gut unterhalten und anschaulich und begreifbar mit Wissen aus vielen Jahrhunderten versorgt.

Wer das Museum besucht, sollte mindestens zwei Stunden einplanen, um auch wirklich alle Stationen zu sehen und die ganzen Informationen aufnehmen zu können.

Und noch ein Tipp: Nur keine Scheu vor den Museums-Angestellten – es gibt jede Menge Tipps zu der Römerzeit und den Sehenswürdigkeiten in der Region.

Mehr über die Nordeifel

Meine bisherigen und zukünftigen Artikel über den Besuch in der Nordeifel finden sich unter dem Schlagwort #Nordeifel2015 hier im Blog.

Autor: Marc

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