Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Ich bin jetzt Läufer – Woche 59

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Schön war sie, die vergangene Lauf-Woche.

Und das lag nicht nur an dem Laufen in Ostwestfalen zu Beginn der Woche, sondern auch an dem angenehmen Laufwetter.

Doch ich komme auch ins Grübeln: wieso bin ich im Sommer so langsam? Spannend war außerdem die Diskussion in diversen Laufgruppen, als es um die Bewertung eines Fotos ging.

Endlich wieder Laufen in Ostwestfalen

Es braucht nicht viel zum Laufen. Schuhe, Socken, Hose, Shirt. Mehr nicht. Deshalb habe ich diese Klamotten auch am Sonntag Abend in meinen Beutel von Under Armour gepackt und im Reisegepäck mit nach Ostwestfalen genommen. Der Sommerurlaub für die Kids in der alten Heimat war nach einer Woche vorbei und ich habe sie mit der Bahn abgeholt.

Am Montag Morgen um sieben Uhr ging es los. Der Tag versprach heiß zu werden – es waren 33 Grad in OWL vorausgesagt – und deshalb war es umso angenehmer, am frühen Morgen bei nicht wirklich frischen 15 Grad zu starten.

Das Laufen in der alten Heimat ist für mich immer auch ein Lauf in meine Kindheit. Ich passiere Orte, an denen ich als Kind gespielt habe und die Erinnerungen kommen zurück an die Zeit vor dreißig Jahren. Bei dem Lauf ging es erst durch Amelunxen, dann auf den Schießstand, entlang der Hexentreppe und über den Gutshof. Dann weiter beim Tretbecken vorbei und entlang der Felder zurück nach Hause.

Nach elfeinhalb Kilometer in einer gemütlichen Zeit war mein Ausflug in die Kindheit beendet. Doch schon in zwei Monaten bin ich wieder hier und werde mich wieder an den Wildberg wagen – jenen „Berg“, dessen „Besteigung ich vor einem Jahr über mehrere Wochen mit fiesen Knieschmerzen  bezahlen musste (siehe auch: Ich bin jetzt Läufer – Woche 16).

Seid ihr im Sommer auch so langsam?

Bevor Ende der Woche wieder hochsommerliche Temperaturen herrschen, bin ich am späten Mittwoch Nachmittag bereits gelaufen. Mit 26 Grad war es aber auch durchaus sommerlich warm, aber durchaus erträglich.

Meiner Lauffreude hat das keinen Abbruch getan – im Gegenteil. Vielleicht lag es auch an der neuen alten Strecke, die ich seit langem mal wieder gelaufen bin. Von Kleinenbroich ging es über Büttgen und Holzbütten nach Vorst und dann heimwärts. Es lief gut, sowohl körperlich ohne Beschwerden als auch mental.

Doch um Kilometer 7 begann der Einbruch. Auf einmal war es mir viel zu warm, die Abendsonne brannte mir auf der Haut und meine Schritte wurden langsamer und langsamer. Doch trotzdem des langsamen Laufes blieb die Herzfrequenz bei 155 bis 160 Schlägen pro Minute hängen.

Ich will nicht sagen, dass ich mich ins Ziel geschleppt habe, aber die letzten beiden Kilometer waren jenseits der Sechser-Pace. Nach dem „Zieleinlauf“ habe ich mich erst mal auf die Terrasse gesetzt, einen großen Krug stilles Wasser getrunken und ordentlich nachgeschwitzt.

Gesucht: Läufer-Fotos für ein eBook

Beinahe hätte ich es vergessen. Ich werde in einem Laufbuch verewigt! Welches Buch das sein wird, darf ich noch nicht verraten – seid gespannt.

Für dieses Buch sollte ich ein Lauffoto einsenden und habe festgestellt, dass ich nur „Standfotos“ von mir habe. Aus diesem Grund habe ich mich am Mittwoch vor dem Laufen fotografieren lassen. Vier Fotos standen zur Auswahl und ich konnte mich nicht wirklich entscheiden, deshalb habe ich die Fotos in Facebook-Laufgruppen zur Diskussion gestellt – und spannendes Feedback erhalten.

Mal schauen, ob ich in den nächsten Wochen Action-Fotos beim Laufen hinbekomme, um ein wenig mehr Dynamik in die Aufnahmen zu bekommen. Sich als Läufer stehend zu präsentieren ist auch eher mittel 😉

In dem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass ich so gut wie kein Foto aus meiner Anfangszeit als Läufer besitze. Zu gern hätte ich den Vergleich mit Ganzkörper-Fotos wie ich mit 93 Kilo (im Juli 2014) im Vergleich zu 81 Kilo (im August 2015) aussehe.

Später Lauf am Freitag Abend

So bescheuert sind auch nur Läufer. Während alle anderen an diesem lauschigen Sommerabend am Rhein, im Biergarten oder auf der eigenen Terrasse oder dem Balkon sitzen, habe ich nichts Besseres zu tun als zu laufen. Bevor ich am Samstag und Sonntag mit der Familie ins Bergische Land aufbreche und erstmals seit Ewigkeiten mit der Schwebebahn fahre, habe ich mich spontan für einen Lauf am späten Abend entschieden.

Tagsüber waren es mehr als dreißig Grad und am Abend um 21 Uhr zeigte das Thermometer immer noch 26 Grad an. Die Luft hatte aber ein wenig das Schwüle verloren und insofern war das Laufen alles andere als unerträglich. Zumindest anfangs. Denn nach einiger Zeit signalisierte mir mein Körper, dass das Abendessen von sechs Uhr noch nicht wirklich verdaut war und das machte sich mit fiesem Seitenstechen bemerkbar.

Als ich das Seitenstechen im Griff hatte, schlug die Wärme dann doch zu. Doch auch dieses Problem ließ sich lösen. Ab Kilometer sechs habe ich mein Laufshirt ausgezogen und bin mit freiem Oberkörper gelaufen. Das war ein verdammt geiles Gefühl und machte den Lauf gleich um Längen erträglicher.

Erschreckend war, wie schnell es bereits abends dunkel wird. Hier am Niederrhein ist der Sonnenuntergang um zehn nach neun und das ist verdammt früh. Gegen halb zehn war die Dämmerung vollends da und es wurde dunkler und dunkler. Wohl oder übel müssen wir uns damit abfinden, dass es Richtung Herbst geht.

Mehr zum Thema Laufen in meiner Artikel-Serie “Projekt Laufen”

Alle bisherigen und künftigen Beiträge zum Thema Laufen findet ihr unter #ProjektLaufen2014 und unter #ProjektLaufen2015.

Autor: Marc

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