Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

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Borussia Dortmund vor dem Start in die Saison 2015/2016

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Ich gebe zu: der Titel dieses Textes ist ein wenig geschwindelt. Denn Borussia Dortmund steht nicht vor dem Start in die Saison, sondern ist seit Ende Juli bereits mittendrin in der Spielzeit.

„Schuld“ daran sind die Qualifikationsspiele für die Europa League. Mit dem 1:0-Auswartsssieg ‎ beim Wolfsberger AC – Rückkehrer Jonas Hofmann traf schon nach 16 Minuten – hatten die Borussen eine gute Ausgangslage für das Rückspiel eine Woche später im Westfalenstadion geschaffen.

In Österreich konnte der BVB in der ersten Halbzeit überzeugen, ehe nach dem Seitenwechsel wieder das altbekannte Gesucht gezeigt wurde: umständliches Spiel, fehlende Konsequenz im Abschluss und Schlafmützigkeit in der Defensive.

Am vergangenen Donnerstag gab es dann im ersten Heimspiel unter Neu-Trainer Thomas Tuchel einen – zumindest in der zweiten Halbzeit – überzeugenden BVB, der dank Treffer von Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und eines Hattricks (!) von Henrikh Mkhitaryan mit 5:0 gewinnen konnte und damit in die Play Offs am 20. und 27. August 2015 eingezogen ist.

Miki, Bier, Borussia – so fasst es Nick zusammen und Patrick meint: Mchitarjan – im dritten Anlauf zum BVB-Star. Ich war ebenfalls happy:

Der Gegner in den beiden Spielen ist der Odds BK aus Norwegen. Das erste Spiel findet in Skandinavien statt, das Rückspiel dann im Westfalenstadion. Ein erfolgreiches Abschneiden vorausgesetzt, wäre die Gruppenphase in der Europa League damit in greifbare Nähe gerückt.

Insofern kann der Start in die Saison bislang als geglückt bezeichnet werden.

Das Trainingslager und die Testspiele

Allerdings gilt zu bedenken, dass die Dortmunder vor dem ersten Spiel in der Qualifikation erst wenige Tage zuvor aus einem intensiven Trainingslager zurückgekehrt sind, das unter anderem einen 4:1-Sieg gegen den FC Luzern und als Sahnehäubchen ein bemerkenswertes 2:0 gegen Champions League-Finalist Juventus Turin geliefert hat.

Auch insgesamt kann sich die Bilanz sehen lassen. In sechs Testspielen gab es fünf Siege und nur eine Niederlage (ausgerechnet ein 1:2 gegen Zweitligist und Reviernachbar VfL Bochum). Doch auch hier gilt: Testspiele sind Testspiele und definitiv nicht überzubewerten. Schon ein bekannter Borusse wusste: entscheidend is‘ auf’m Platz (und im Pflichtspiel).

So sieht es auch Patrick: Tuchels Training trägt erste Früchte.

Die Neuen bei Borussia Dortmund

Nachdem der BVB in den vergangenen Jahren auf dem Transfermarkt mächtig zugeschlagen hat, sind die Westfalen in diesem Sommer eher defensiv vorgegangen.

Torwart Roman Bürki vom SC Freiburg sowie die beiden Mittelfeldspieler Julian Weigl vom TSV 1860 München und Gonzalo Gastro von Bayer Leverkusen – mehr als diese drei Neuen sind nicht verpflichtet worden. Außerdem streifen Moritz Leitner (nach zwei Jahren Leihe vom VfB Stuttgart) und Jonas Hofmann (zurück vom FSV Mainz) wieder das schwarz-gelbe Trikot über.

Vom Ex-Freiburger erhoffen sich die Borussen mehr Konstanz im Tor – auch wenn Tuchel den Kampf um den Platz um die Nummer Eins zwischen den beiden Romans (Weidenfeller & Bürki) noch nicht für entschieden erklärt hat. Weigl ist auf der Außenbahn genauso einsetzbar wie Allzweckwaffe Castro, der als Nachfolger von Sebastian Kehl eine wichtige Rolle spielen kann.

Die Einkaufspolitik der Dortmunder kann als maßvoll bezeichnet werden. Der erwartete Umbruch in der Mannschaft ist allerdings trotz der Transfers von Ciro Immobile (ausgeliehen an den FC Sevilla), Milos Jojic (1. FC Kön) und Mitch Langerak (VfB Stuttgart) bislang ausgeblieben.

Es ist zudem wichtig, dass Schlüsselspieler wie Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang, Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan an Bord geblieben sind und damit die Mannschaft weiterhin maßgeblich prägen können.

Der neue Trainer von Borussia Dortmund

Kommen wir zum Trainer. Seit seiner Vorstellung im Juni ist Thomas Tuchel genauso neugierig wie kritisch beäugt worden. Was kann der Neue, was sind seine Pläne und wie kann er in die Fußstapfen von seinem berühmten und erfolgreichen Vorgänger treten?

Eins vorab: Thomas Tuchel ist Thomas Tuchel. Er ist kein Jürgen Klopp und er hat nicht den Anspruch, den sieben Jahre in Dortmund überwiegend (sehr) erfolgreichen Klopp zu imitieren. Tuchel wird nach und nach seine ganz eigene Philosophie entwickeln und damit die Mannschaft prägen.

Schon wenige Tage nach seinem Start hat der ehemalige Mainzer Trainer intensive und gute Gespräche mit den Keyplayern der Mannschaft geführt. Mats Hummels, Henrikh Mkhitaryan und auch Ilkay Gündogan waren anschließend beeindruckt von dem Neuen und haben überzeugt von seiner Idee vom erfolgreichen Spiel berichtet.

Gewiss sind die sieben äußerst erfolgreichen – und an Titel reichen – Jahre in der Ära Klopp eine große Hausnummer und Herausforderung für Thomas Tuchel. Ich traue ihm aber zu, aus dem Schatten des Vorgängers herauszutreten und für neue „Vollgas-Veranstaltungen“ zu sorgen. Vielleicht nicht sofort und nicht in dieser Saison. Doch mittelfristig kann es ein erfolgreiches Projekt werden.

Quo vadis, Borussia Dortmund?

Trotz der unter dem Strich ungefährdeten Siege in der Europa League ist eine Standortbestimmung für die Borussia aktuell noch schwierig. Trainer Tuchel hat bereits erste taktische Duftmarken gesetzt – die Außenverteidiger spielen weiter vorn als unter Jürgen Klopps Ägide – und auch einige Spieler sind ins Rampenlicht gerückt, die nicht unbedingt jeder sofort auf dem Zettel hatte.

Ich bin gespannt, wie sich Julian Weigel und Jonas Hofmann in der Bundesliga bewähren und inwiefern Henrikh Mkhitaryan seiner dritten Saison in Westfalen endlich den Stempel aufdrücken kann. Zu wünschen ist es insbesondere dem Armenier allemal.

Am Sonntag in Chemnitz geht es im DFB-Pokal um eine Pflichtaufgabe. Sechs Tage später steht im Topspiel am ersten Spieltag der Bundesliga im Westfalenstadion mit der Borussia vom Niederrhein eine erste Bewährungsprobe auf dem Programm. Dann wird sich zeigen, wie weit die Mannschaft unter Trainer Thomas Tuchel bislang gekommen ist.

Wo landet Borussia Dortmund am Ende der Saison?

Eine erste belastbare Einschätzung der Stärken und Schwächen von Borussia Dortmund im zweiten Halbjahr 2015 lässt sich seriös erst nach den ersten fünf Spieltagen abgeben. Die Duelle gegen Gladbach, in Ingolstadt, gegen Hertha BSC Berlin, in Hannover und gegen Bayer Leverkusen werden zeigen, wie weit der BVB ist und was in dieser Saison möglich ist.

Anders als in den Jahren zuvor wage ich mich in dieser Spielzeit an eine kurzfristige und abschließende Saison-Prognose.

Meine Prognose: Borussia Dortmund holt aus den ersten fünf Spielen neun Punkte (U – S – S – U – U) und landet am Ende der Saison auf Platz 4 bis 7.

Autor: Marc

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