Ein Ostwestfale im Rheinland

Das Leben jenseits des Rheins in mehr oder weniger weisen Worten.

Mizuno Wave Rider 18

Ich bin jetzt Läufer – Woche 46

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Vom Tief zum Hoch – dieser Vergleich bringt meine vergangene Laufwoche am besten auf einen Nenner.

Denn am Anfang der vergangenen Woche setzte sich mein mieser Lauf und ein mieses Laufgefühl leider fort. Doch dank des Feedbacks einiger Läuferinnen und Läufer in meinen Facebook-Gruppen habe ich den Spaß am Laufen wiederentdeckt.

Was. Für. Ein. Verdammt. Mieser. Lauf.

Als ich mich am Montag Abend gegen halb sechs von der Liebsten laufend verabschiede, klingt mir noch ihre Warnung in den Ohren. „Musst du bei dieser Wärme laufen? Willst du nicht noch ein wenig warten?“, das waren ihre Worte. Ach was, habe ich nur gedacht und habe mich auf den Weg gemacht.

Klar, es waren 22 Grad und ich wollte zwölf Kilometer laufen. Schließlich hatte ich nach dem miesen Lauf am Samstag Abend noch etwas gutzumachen. Doch ich konnte nicht ahnen, wie mies ich mich eineinviertel Stunden später fühlen sollte. Dabei fing es gut an. Mit einer Pace von durchschnittlich fünf Minuten hatte ich die ersten zweitausend Meter absolviert und war endlich mal nicht zu schnell unterwegs.

Dann ließ mich das GPS am Smartphone wie schon beim letzten Lauf im Stich. Scheißegal, habe ich mir gedacht, ich habe ja noch meine GPS-Uhr. Plötzlich begann das echte Übel. Wie aus heiterem Himmel. Das Laufen fiel mir immer schwerer, die Beine fühlten sich an wie Blei.

Nach sechs Kilometern habe ich erstmals ernsthaft ans Aufgeben gedacht. Ich hatte keinen Bock mehr und malte mir aus, wie ich nach Hause schlendere. Mein Ehrgeiz war aber damit nicht einverstanden und konnte den inneren Schweinehund besiegen. Ich schöpfte neue Kraft und schleppte mich Kilometer um Kilometer Richtung Ziel.

Die Pace war für meine Verhältnisse inzwischen unterirdisch, doch das war mir egal. Ich wollte einfach nur die Strecke schaffen. Plötzlich erwachte auch das Runtastic GPS zu neuem Leben. Welch ein Wunder!

Lange, sehr lange muss ich in meiner persönlichen Statistik Blättern, um auf einer Strecke von mehr als zehn Kilometer eine für mich unterirdisch schlechte Pace von 5:38 Minuten auf 12,12 Kilometern zu finden. Aber sei’s drum. Derzeit scheine ich ein kleines Formtief zu durchlaufen. Es kommen auch wieder andere, bessere Zeiten.

Die Freude am Laufen kehrt zurück

Die Vögel zwitscherten schon einige Zeit, als ich heute um fünf Uhr bei angenehmen zehn Grad losgelaufen bin. Die sternenklare Nacht mit dem fast vollen Mond wurde langsam von der Morgendämmerung vertrieben.

Nach den beiden miesen Läufen vom Montag und Samstag hatte ich mir vorgenommen, einfach aus Lust am Laufen unterwegs zu sein und weder auf Geschwindigkeit noch auf Pace zu achten bzw. mich beeinflussen zu lassen.

Ich bin gemütlich gelaufen und kam damit deutlich besser klar. Es machte regelrecht Spaß und meine Freude am Laufen kehrte zurück. Verbissenheit ist ein schlechter Laufpartner und ich realisiere und akzeptiere immer mehr, dass ich nicht jeden Trainingslauf in Wettkampfgeschwindigkeit erledigen kann.

Meine Herzfrequenz dankte es mir ebenfalls und war überwiegend unter 150 Schlägen pro Minute. Dennoch lief ich auf zehn Kilometer Sub 54 und brauchte für 12,2 Kilometer knapp 1:06 Stunden – eine Zeit, mit der ich wirklich zufrieden bin.

Zwei sportliche Tage am Stück

Es bedeutet nicht zwangsläufig, faul zu sein, wenn es einen beruflich zu einem zweitägigen Offside Meeting verschlägt. Ich habe es selbst erlebt. Aber der Reihe nach.

Mein neuer Chef hatte Mittwoch und Donnerstag zu einem Treffen von Führungskräften eingeladen. Die Zusammenkunft fand allerdings nicht in der Firma, sondern in einem Kloster statt. Genauer gesagt im Kloster Langwaden bei Grevenbroich.

Schon die Anfahrt zum 14 Kilometer entfernten Kloster habe ich sportlich gestaltet und bin ziemlich zügig mit dem Rad gefahren. Für 13,2 Kilometer habe ich trotz fiesem Gegenwind weniger als 50 Minute gebraucht. Damit war die erste sportliche Aktivität erledigt.

Meine Laufklamotten hatte ich auch mit und hatte ursprünglich geplant, Donnerstag Morgen in aller Frühe rund um die Klostermauern zu laufen. Es blieb allerdings bei dem Vorsatz. Das Champions League Halbfinale von Barcelona und München, leckeres Bolten Altbier aus Korschenbroich und einige Kartoffelchips haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nach dem heutigen Meeting bin ich die 13,8 Kilometer erneut mit dem Rad gefahren. Dank weniger Gegenwind war ich diesmal in weniger als vierzig Minuten zu Hause. Das war die zweite sportliche Aktivität. Und weil ich mir das Essen im Kloster mehrmals schmecken ließ, war klar, dass ich am Donnerstag Abend noch eine Laufrunde einlege.

Schließlich war das Essen im Kloster Langwaden zu gut. Gestern Mittag Menü mit Tomatensuppe, Rindsroulade und Erdbeeren mit Vanilleeis, abends Stangenspargel mit Schweinemedaillons und Weltenburger Klosterbier. Heute Morgen leckeres Frühstück vom Buffet und mittags Brokkolicreme-Suppe, Schweinefilet-Spitzen mit Spätzle und Salat sowie Rotweincreme.

Diese Völlerei musste mit Laufsport gekontert werden. Und trotz der schnellen Raserei auf dem Rad hatte ich beim Laufen nur zwischendurch ein paar Probleme mit dem Knie und den Oberschenkeln. Die zehn Kilometer schaffte ich Sub 54 und die gesamte Strecke über 12,2 Kilometer mit einer Pace von 5:25 Minuten.

Mehr zum Thema Laufen in meiner Artikel-Serie “Projekt Laufen”

Alle bisherigen und künftigen Beiträge zum Thema Laufen findet ihr unter #ProjektLaufen2014 und unter #ProjektLaufen2015.

Autor: Marc

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